Sigrid Beer (GRÜNE)Kandidatin Bürgermeisterwahlen Nordrhein-Westfalen 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.
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Ziele von Sigrid Beer
Zeit für VeränderungenSehr geehrte Damen und Herren,
liebe Paderbornerinnen und Paderborner,
es ist höchste Zeit für Veränderung in unserer Heimatstadt.
Es ist höchste Zeit für die politische Wende in Paderborn, denn wir brauchen Antworten auf die zentralen Herausforderungen:
Die Klimakrise wartet nicht seelenruhig ab, bis wir die Finanzkrise hinter uns haben. Es gibt keine Zeit zu verlieren. Wir müssen in Paderborn jetzt unseren Beitrag dazu leisten, konsequent Ressourcen und Umwelt zu schonen, den Schadstoffausstoß zu verringern und durch kluge Investitionen die Stadt fit zu machen für die Zukunft.
Dazu gehört es, Geld nicht in unsinnigen Großprojekten von gestern zu versenken, sondern für eine neue zukunftsfähige Infrastruktur einzusetzen. Unser Wirtschaften, unsere Stadt- und Verkehrsplanung müssen sauberer, grüner und nachhaltiger werden.
Es gilt mehr denn je: Bewahrung der Schöpfung – die fängt auch in Paderborn an!
Handwerk hat grünen Boden!
Energetische Gebäudesanierung, konsequenter Ausbau der Solarenergie für Wärme- und Kälte- sowie Stromerzeugung bei öffentli-chen und privaten Gebäuden stärken Handwerk und Mittelstand und schaffen krisensichere Arbeitsplätze.
Auf der Internetseite www.gruene-paderborn.de finden Sie einen Solardachrechner, mit dem jede/r sich ausrechnen kann, dass und wie sich Investitionen schon bei den jetzigen Energiepreisen lohnen.
Mit Hilfe der Konjunkturmittel muss die energetische Gebäudesanierung massiv vorangetrieben werden, und zwar nicht nur in den städtischen Gebäuden oder im Bereich der Eigenheime, sondern gerade auch im Mietwohnungsbau und bei Wohnungen der Men-schen, die von Energiearmut betroffen sind.
Die Solarenergie liegt in Paderborn weitgehend brach -gemessen an dem Potenzial, das wir haben. Ich will mit Paderborn in der So-larbundesliga auf einen Spitzenplatz kommen. Es ist richtig, wenn Bundespräsident Köhler davon spricht, dass wir eine ökologische industrielle Revolution brauchen.
Die 3 E sind dabei die Leitlinie: Energieeffizienz, Energieeinsparen und Erneuerbare müssen zum Symbol für Paderborner Stadtpolitik werden.
Paderborn sollte Musterstadt werden für die Nutzung von Elektromobilen, denn auch hier liegt die Zukunft.
Die Wertschöpfung muss in der Region bleiben.
Die Stadt muss ökologischen Strom so weit wie möglich in der Stadt selbst und im regionalen Umfeld produzieren und sich aus der babylonischen Gefangenschaft von E.ON Schritt für Schritt befreien.
Das ist unser Credo: Umweltpolitik muss immer auch Sozialpolitik und Arbeitsplatzpolitik sein.
Dezentrale Energieerzeugung und -versorgung, das müssen wir in Angriff nehmen und damit das Fundament legen zum Aufbau von neuen Kommunalen Stadtwerke, die alten haben CDU und SPD in dieser Stadt gemeinsam so leichtfertig verscherbelt.
Millionengrab B1
Zu der unabweisbar notwendigen politischen Wende gehört auch die Verkehrsfrage. Und die ist nicht mit ökologisch und fachlich un-sinnigen Projekten wie z. B. dem B1-Ausbau zu haben, der Gut Warthe gefährdet, einen immensen Flächenverbrauch hat und zu ei-nem Millionen-Euro-Grab wird, wenn der Unfug nicht gestoppt wird. Hier liegen Jahrzehnte alte Planungen zugrunde, die an der Zu-kunftsentwicklung vorbeigehen. Es gibt weder eine Stauproblematik noch einen Unfallschwerpunkt, dafür aber jetzt radikalen Kahl-schlag und falsche Weichenstellungen. Ferngüterverkehr muss weg von den Straßen, Individualverkehr durch einen leistungsfähigen ÖPNV und eine dezentrale Versorgungsstruktur reduziert werden.
Müllverbrennung – Nein Danke!
In der Frage "Keine MVA" in Mönkeloh und der Veränderungssperre darf es nach den Wahlen kein Wanken geben. Die schwarz-gelbe Landesregierung plant eine neue Wettbewerbsregel um die Verbrennungsgebühren zu senken und provoziert damit massiven Müll-tourismus. Ob die Fa. Stratmann das wohl schon "geahnt" hat?!
Schluss mit der Großprojektmania!
Heinz Paus träumt offensichtlich noch vom Neubau der Stadtverwaltung. Sechs Jahre lang sind Berechnungen trotz Auftrag des Ra-tes nicht vorgelegt worden und jetzt soll es noch einmal ganz von vorne losgehen. Bereits jetzt gibt es zuviel Einzelhandelsfläche, ernsthafte Investoren sind nicht in Sicht. Sanierung am Standort und bürgernahe Gestaltung, ergänzt durch dezentrale Bürgerservice-Stellen in den Stadtteilen, gerade bei einer älter werdenden Bevölkerung, das muss passieren. Projektmanagement und Teamarbeit lässt sich mit Hilfe moderner Kommunikationstechnologien neu und effizient organisieren.
Nationalpark statt Kampfdörfer
Die Reduzierung der Kampfdörfer-Pläne der Briten ist nur ein erster Schritt. Es darf keine Ausweitung des Übungsbetriebs geben. Die Zukunft unserer Heimatregion Senne ist und bleibt der Nationalpark.
Bildungsoffensive Paderborn
Bildung ist der einzige Rohstoff, den wir durch kluge Investitionen vermehren können.
Die KiTa soll konsequent beitragsfrei werden und wir fangen dabei mit dem ersten KiTa-Jahr an, damit möglichst alle Eltern dieses frühe Bildungsangebot für ihre Kinder wahrnehmen können, egal welchen sozio-kulturellen Hintergrund sie mitbringen.
Länger gemeinsam lernen
Wir werden die dritte Gesamtschule für Paderborn bzw. im Kreis Paderborn durchsetzen und umsetzen. Es muss Schluss damit sein, dass immer mehr Eltern und Kinder enttäuscht werden, weil die beiden bestehenden Gesamtschulen sie abweisen müssen.
Wir wollen den Gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderungen in der Stadt massiv ausbauen. Die UN-Deklaration der Rechte von Menschen mit Behinderungen ist unsere Meßlatte für Paderborn.
Das bedeutet auch, die sinnvollen Konjunkturmittel, die für die Sanierung und den Ausbau von Schulen zur Verfügung stehen, dafür zu nutzen, barrierefreie, inklusionsfähige Schulen zu gestalten.
Mehr Chancengleichheit
Wir erleben auch in Paderborn, dass die Bildungschancen ungerecht verteilt sind. Das gilt für Kinder aus einkommensschwachen Fa-milien genauso wie für viele Kinder mit Migrationshintergrund.
Schulessen für arme Kinder, ein nicht diskriminierender Zugang zu Lernmitteln, gut ausgestattete, saubere Ganztagschulen, in denen sich alle Kinder und Lehrerinnen und Lehrer wohlfühlen können und die durch ihre Qualität überzeugt, das ist ein Programmschwerpunkt für uns.
Der Ganztag muss allerdings von den Schulen und Eltern auch gewollt sein. Eine Zwangsverpflichtung wie z.B. beim G8 (Schulzeit-verkürzung am Gymnasium) darf und kann es nicht geben.
Investitionen in die Bildung unserer Kinder und Jugendlichen, Investitionen in den Zusammenhalt dieser Gesellschaft. All das sind nicht zuletzt Investitionen in die Demokratie.
Klima, Kinder, soziale Gerechtigkeit und zivilgesellschaftlicher Aufbruch.
Ich will gemeinsam mit Ihnen dafür kämpfen, dass es uns gelingt, in Paderborn achtsam zu leben.
Achtsam leben - das gilt nicht nur in Bezug auf die zur Verfügung stehenden Ressourcen, ob es um Natur, Wasser, Energie oder die Finanzen geht, sondern auch um das sorgsame Miteinander…
Ich möchte meine Kraft und meine Ideen mit Ihnen gemeinsam für die Zukunftsgestaltung meiner, unserer Heimatstadt Paderborn einsetzen.
Dafür werbe ich um Ihr Vertrauen.
Ihre
Sigrid Beer