Sigrid Beer (GRÜNE)
Kandidatin Bürgermeisterwahlen Nordrhein-Westfalen 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Sigrid Beer
Zur Person Sigrid Beer
Lebenslauf allgemein:

Geboren 1956 in Paderborn, als Älteste von drei Mädchen, ev.

Grundschulen: Einschulung 1962 Luther-Schule, 1963 Wechsel zur Melanchthon-Schule

Pelizaeus-Gymnasium, Abschluss 1975 mit allgemeiner Hochschulreife

Verheiratet seit 1977, drei Kinder, geb. 1979, 1983 und 1986



Beruf:

1975 – 1980 Studium der Erziehungswissenschaft, Psychologie, Soziologie, ev. Theologie an der Gesamthochschule Paderborn

1978 - 1979 Unterricht in der Kathol. GS Dionysius Elsen (Fach Ev. Religion)

1980 -1987 Tätigkeit in der ev. offenen Kinder- und Jugendarbeit, Leiterin eines Hauses der offenen Tür, u. a. mit Ausbildungsbetreuung von ErzieherInnen und SozialpädagogInnen



Familienphase



1990-2002 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Paderborn in Forschung und Lehre mit dem Schwerpunkt Schulpraktische Studien – Gesundheitsförderung – Schulentwicklung für den Sachunterricht und das Lehramt für die Sekundarstufe I (Hauswirtschaft)



Vorsitzende des AK Umweltorientierte Hochschule der Universität Paderborn (1992-1998)

Aktives Mitglied im PLAZ (Ausschuss Primarstufe, Ausschuss Fachdidaktik – Allgemeine Didaktik,

Ausschuss Berufspraxis, bis 2002)

Forschungstätigkeit in der Projektleitung:

Ernährung und Gesundheit im Kreis Neuss (1995 -1998) im Auftrag des Kreises Neuss

Ernährung in der Schule (1999-2001) im Auftrag des BMVEL



seit 2002 freiberuflich tätig als Gutachterin und Fachautorin, Konzeptionsentwicklung und Auswertung von Schulwettbewerben,

Vortrags- und Seminartätigkeit

Lehrbeauftragte im Department Sport und Gesundheit der Universität Paderborn, Fachgruppe Ernährung und Verbraucherbildung

Forschungstätigkeit:

Mitarbeit im Forschungsprojekt REVIS (Reform der Ernährungs- und Verbraucherbildung in Schulen) im Auftrag des BMVEL

Mitarbeit im Projekt anschub.de der Bertelsmann-Stiftung (Allianz für nachhaltige Schulgesundheit und Bildung in Deutschland)

Mitglied in der fachdidaktischen Gesellschaft Haushalt in Bildung und Forschung e. V.

Mitglied im Arbeitskreis Ernährung und Schule der DGE

Mitglied im Arbeitskreis Ernährung und Esskultur des BMVEL



Ehrenamt:

1969 -1979 Kindergottesdienst, ev. Kinder- und Jugendarbeit, CVJM

ab 1984 Elternvertreterin in Kindergarten und Grundschule

1989 Gründung und Vorsitz der Elterninitiative zur Gründung einer Gesamtschule in PB-Elsen

1990-1999 Vorsitzende der Schulpflegschaft der Gesamtschule Paderborn-Elsen

1996 stellvertretende Vorsitzende,

1997-2003 Vorsitzende des Landeselternrats der Gesamtschulen in NW e. V.,

Beauftragte des Bundeselternrats im Themenfeld Gesundheitsförderung)

seit 2000 Vorsitzende des Vereins der Eltern und Förderer der Gesamtschule Paderborn-Elsen



Mitgliedschaft:

Förderverein des Flüchtlingsrats Paderborn e. V.

Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschule ( seit 2004 Beisitzerin im Landesvorstand)

Förderverein Nationalpark Senne e.V.

Gesellschaft für Christlich–Jüdische Zusammenarbeit Paderborn e.V.

Paderborner Initiative gegen Jugendarbeitslosigkeit e. V.

Verein der Eltern und Förderer der Gesamtschule Paderborn-Elsen e. V. (Vorsitz seit 2000)

Freunde der Stadtbibliothek e. V.

Deutscher Kinderschutzbund Kreisverband Paderborn (Beisitzerin im Vorstand)



Politik:

1994-1999 sachkundige Bürgerin im Bezirksausschuss Elsen

seit 1999 - Mitglied B90/Die Grünen

2000 - 2004 Sprecherin des Stadtverbandes Paderborn

2002-2003 im erweiterten SprecherInnenteam der Landesarbeitsgemeinschaft Bildung/Schule

2003-2005 Sprecherin der LAG Bildung/Schule

Mitglied in der Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung

2004 Bürgermeisterkandidatin in der Stadt Paderborn

seit Juni 2005 Landtagsabgeordnete
Fragen an Sigrid Beer
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Frage zum Thema Städtebau und Stadtentwicklung
12.07.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Beer,

seit mehreren Jahren wird im Stadtteil Wewer das Neubaugebiet "Wewer-West" errichtet. Bedauerlicherweise muss man feststellen, dass die Bauvorhaben neuer Weweraner dort nur sehr schleppend vorankommen!

Durch den gerade begonnenen Neubau des Aldi-Discounters ist meiner Ansicht nach diesem jungen Wohngebiet nicht geholfen. Das "Leben Wewers" wird sich weiterhin im alten Dorfkern abspielen. Außerdem ist durch das kürzlich verabschiedete Einzelhandels- und Zentrenkonzept die gewerbliche Entwicklung hier doch sehr stark eingeschränkt!
Es bedarf hier dringenst Infrastrukturverbesserungen, damit Wewer-West bald integrierter Bestandteil Wewers wird!

Wie möchten Sie diese Entwicklung vorantreiben?

mit freundlichen Grüßen
Antwort von Sigrid Beer
7Empfehlungen
12.07.2009
Sigrid Beer
Sehr geehrter Herr ,

ich danke für Ihre Frage. Sie haben sich mit Ihrer Partei, der FDP, ausdrücklich gegen das Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Stadt Paderborn positioniert. Eine solche Haltung riskiert die Auswirkungen, wie sie im Einzelhandelskonzept bereits beschrieben sind, wie sie jedoch dem Ansatz des möglichst ungezügelten Markts der FDP entsprechen und deshalb von Ihnen in Kauf genommen werden. In Ihrer Logik fordern Sie als FDP für Wewer einen Vollsortimenter. Damit wäre schon auf mittlere Sicht für das bisherige Zentrum von Wewer eine ruinöse Entwicklung zu befürchten. Der ansässige Edeka-Markt wie auch die ergänzenden Geschäfte wären massiv in ihrer Existenz bedroht. Das würde zu einer Verarmung des bisherigen Grundversorgungszentrums führen anstatt zur Attraktivitätssteigerung beizutragen. Ich zitiere deshalb gerne aus dem Konzept (S.14), das Sie ablehnen: "Zwar ist eine erleichterte Umsetzung von Partikularinteressen bzw. eine investorenfreundliche Politik möglich, jedoch machen sich Politik und Stadtplanung zum "Investorenspielball" und reagieren nur noch auf Impulse von außen, statt zu agieren. Speziell die schwächer strukturierten Stadtteilzentren werden durch Funktions-, Angebots- und Attraktivitätsverluste betroffen sein. Negative städtebauliche Auswirkungen sind nicht auszuschließen bzw. sogar sehr wahrscheinlich. Eine Folge möglicher Betriebsaufgaben ist nicht zuletzt die Problematik der Folgenutzungen an verlassenen Standorten."
Die Artikel des täglichen Grundbedarfs müssen gesichert sein. Es nutzt den WeweranerInnen gar nichts, wenn die bestehenden kleineren Geschäfte vor einem großen Vollsortimenter im Außenbereich in die Knie gehen müssen. Die Integration von NeubürgerInnen geschieht auch nicht - wie Sie suggerieren - über das Angebot zusätzlicher Konsumstandorte, sondern über soziale Initiativen in KiTa, Schulen, Jugendarbeit, Kirche und Vereinen, um das Stadtteilleben attraktiv zu gestalten und den sozialen Zusammenhalt zu fördern. Die Stadt kann und sollte hier durch eine Zukunftskonferenz alle Beteiligten in einen entsprechenden Stadtteilentwicklungsprozess einbinden und dadurch auch für die notwendige Verbindlichkeit Sorge tragen. Sorge macht mir die zusätzliche Lärmbelastung, der Wewer nicht nur durch die bevorstehenden Bauarbeiten beim unsinnigen Ausbau der B1 ausgesetzt sein wird. Der nicht ausreichend geplante Lärmschutz wird zu einer permanenten Belästigung führen. Der Ausweichverkehr auf dem Delbrücker Weg wird zunehmen. Die ökologischen Risiken des Vergrabens von 13 Millionen Euro, unter anderem für das Grundwasser, den Flächenverbrauch und das denkmalgeschützte Gut Warthe sind nicht ausreichend zutreffend bewertet worden.

Mit freundlichem Gruß
Sigrid Beer MdL
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Frage zum Thema Städtebau und Stadtentwicklung
13.07.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Beer,

ich danke Ihnen für Ihre zügige Antwort!

Bedauerlicherweise muss ich Ihnen mitteilen, dass Sie die Position der Paderborner FDP leider nicht verstanden haben oder aber nicht verstehen wollen.

Wir sind nicht für "den ungezügelten Markt", so wie Sie es darstellen. Wir haben das Paderborner Einzelhandelskonzept in der vorliegenden Form abgelehnt, da es viel zu viele Restriktionen den Gewerbetreibenden und somit auch den Bürgerinnen und Bürgern Paderborn auferlegt.
Wir sind auch für eine Umsetzung eines Konzeptes (dessen Grundlage im Landtag übrigens von der CDU / FDP Koalition beschlossen worden ist), allerdings beschränkt auf die Mindestsortimentsliste, sowie Einbeziehung der für Paderborn wichtigen Straßenzüge wie z.B. die Bahnhofstraße oder die Königstraße.

Zum Weweraner Neubaugebiet:

Aus Ihrer Antwort ersehe ich, dass Sie KEINE momentanen Ideen für das Neubaugebiet haben.
Sie verweisen ausschließlich auf eine abzuhaltende Zukunftskonferenz! Ich persönlich halte das für zu wenig...

Daher nocheinmal die Frage: Welche konkreten Umsetzungsvorschläge haben Sie, damit das Neubaugebiet schnellstmöglich (und nicht erst nachdem weitere Jahre verstrichen sind) ein integrierter Bestandteil Wewers wird?

mit freundlichen Grüßen

Antwort von Sigrid Beer
8Empfehlungen
14.07.2009
Sigrid Beer
Sehr geehrter Herr ,
danke für Ihren Beitrag.

Nun, die Positionen der FDP sind deutlich abzulesen. Sie bezeichnen das Einzelhandels- und Zentrenkonzept als "scheinbar willkürliche Eingrenzungen und völlig überzogene Regelungswut" und reden weiter vom "Fehlen von Wachstumsperspektiven" sowie einer "Wettbewerbsbremse".
Was bei Ihnen "wohltemperierte Steuerung" heißt, ist ein Euphemismus, also eine beschönigende Umschreibung für "möglichst gar keine Wettbewerbseinschränkungen". Ein Mantra, das das Agieren der FDP nicht nur auf der Landesebene, sonder auch in Paderborn seit langer Zeit bestimmt. Es ist allen, die sich auf der Landesebene auskennen klar, dass die FDP beim LEPRO Gesetz von der CDU einmal eingefangen worden ist.
Aber zurück zu Paderborner Fragen: Bei einem bereits bestehenden Überangebot an Einzelhandelsflächen reden Sie von Wachstum und Ausweitung von Flächen, und das auch noch dezentral wie bei der Frage eines Vollsortimenters in Wewer! Damit würden Sie den bestehenden Einzelhandel in Wewer in Existenznöte bringen. Wettbewerb ohne Rücksicht auf Verluste für die Nahversorgung und was am Ende auch für die immer älter werdende Bevölkerung dabei herauskommt.
Die Protagonisten der Bahnhofstraße haben sich so wenig im Vorfeld in die Diskussion des Konzepts eingebracht wie Sie selbst auch. Wo waren die Investitionsimpulse in den Jahren vorher, wo die kreativen Ideen?
Die Leitsortimente im Gesetz geben eine Richtung vor, die vor Ort ausdifferenziert werden muss. Je pauschaler die Vorgaben sind, desto umfassender wirken sie und provozieren Auseinandersetzungen um die Interpretation, was unter dem Leitsortiment im Einzelfall subsumiert werden kann. Die differenziertere Liste schafft also größere Rechts- und Planungssicherheit für die Unternehmen.
Die Grünen im Landtag haben dem Gesetz abschließend nicht zustimmen können, weil die Aufweichung durch eine Ausnahmeregelung gleich mit angelegt worden ist. Wenn sich Gebietskörperschaften ggf. zu Lasten Dritter verständigen, ist das auch nicht in Ordnung. Das betrifft besonders ein Lieblingsthema der FDP, Outletcenter möglichst ungezügelt zuzulassen. Welche Existenz vernichtenden Auswirkungen für den Einzelhandel, Raumordnung und Verkehr vor Ort damit verbunden sind, können Sie in der Fläche in der Euregio-Region beobachten.
Gerne nehme ich auch noch einmal zur Infrastrukturentwicklung in Wewer Stellung.
Eine Zukunftskonferenz ist ein Instrument der BürgerInnenbeteiligung, dass es ermöglicht, hierarchiefrei und aus den unterschiedlichsten Perspektiven die Prioritäten aus der Sicht der WeweranerInnen für den Stadtteilentwicklungsplan einzubringen. Das schiebt nichts auf die lange Bank -im Gegenteil. Aus einer Zukunftskonferenz entsteht eine Prioritätenliste auch in Bewusstsein und Berücksichtigung ggf. notwendiger Investitionen, die konsequent und zügig im Einvernehmen mit den BürgerInnen abgearbeitet werden kann. Dabei wird u. a. auch die Entwicklung der KiTa-Plätze in Wewer, insbesondere in der U-3-Betreuung zur Sprache kommen müssen. Es kann nicht sein, dass Eltern aus Wewer darauf angewiesen sind, ihre Kinder morgens durch die Stadt zu kutschieren, um einen KiTa-Platz zu erhalten. Die Qualitätsentwicklung in der frühkindlichen Bildung und Betreuung steht gerade mit den Auswirkungen des KiBiz ebenso in der Diskussion. Das war auch das Resultat der Diskussion mit der Stadtelternschaft.
Lassen Sie mich noch einen Aspekt ergänzen. Die sichere Radwegeverbindung zur Gesamtschule nach Elsen vom Delbrücker Weg aus wird von vielen Eltern eingefordert.
Eine Brücke für Fußgänger- und RadfahrerInnen, um die B1 zu queren und ein Anschluss an den bereits herangeführten Radweg muss zügig angegangen werden. Dazu braucht es allerdings auch nicht das unsinnige B1-Großprojekt mit einem überdimensionalen Flächenverbrauch für die Auf- und Abfahrten und einer steigenden Lärmbelästigung auf den Schleifen. Die Fahrbahn mit einem Lärm mindernden Belag zu sanieren, ist völlig ausreichend.

Mit freundlichen Grüßen
Sigrid Beer
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