Sehr geehrter Herr

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vielen Dank für Ihre Frage.
Als Linker bin ich Internationalist und stehe deshalb internationaler Zusammenarbeit sehr aufgeschlossen gegenüber. Die Europäische Union in ihrer gegenwärtigen Form ist unverzichtbares politisches Handlungsfeld für die Sicherheit des Friedens in Europa, für die Bewältigung der globalen Wirtschaftskrise, für die Wahrung von Beschäftigteninteressen und vieles mehr. Leider haben die Regierungen der EU-Staaten die Begeisterung vieler Bürgerinnen und Bürger für Europa verspielt. Innerhalb der Europäische Union konkurrieren die Nationalstaaten um de niedrigsten Steuern, die niedrigsten Löhne, die niedrigsten Sozialleistungen. Schlimmer noch: Die Europäische Union, insbesondere die EU-Kommission sind bislang auf eine Politik festgelegt, die zu den Ursachen der aktuellen Krise zählt: Durchsetzung der europäischen Wirtschaftsfreiheiten, der Dienstleistungs- und Kapitalfreiheiten, der Entstaatlichung, Privatisierung und Deregulierung.
Das will DIE LINKE ändern und hat dazu ein paar konkrete Vorschläge gemacht. Wir wollen unter anderem eine europäische Wirtschaftsregierung einrichten, die Europäische Zentralbank gleichrangig auf Preisstabilität, nachhaltige Entwicklung und Beschäftigung verpflichten, eine soziale Fortschrittsklausel in europäische Verträge aufnehmen sowie eine europäische Verfassung durch die Bürgerinnen und Bürger Europas gestalten und beschließen lassen.
Was das System von Bretton Woods betrifft, ist es hilfreich daran zu erinnern, dass die Konferenz von Bretton Woods darauf abzielte, die internationalen Finanzmärkte durch ein System fester Wechselkurse zu bändigen. Diese Idee geht auf John M. Keynes zurück. In diesem Zusammenhang wurden die noch heute existierenden Institutionen, der Internationale Währungsfonds und die Weltbank, gegründet. In den 1970er Jahren jedoch wurde das Prinzip fester Wechselkurse zugunsten schwankender Wechselkurse aufgegeben - eine Entscheidung, die zur Währungsspekulation eingeladen hat und mitverantwortlich ist für die jüngste Finanzkrise. Bereits Ende der 1990er Jahre hat übrigens Oskar Lafontaine feste Wechselkurse gefordert und wurde daraufhin von britischen Boulevardmedien als gefährlichster Mann Europas bezeichnet. Heute ist es meiner Meinung nach an der Zeit, den Internationalen Währungsfonds und die Weltbank zu demokratisieren und vollständig in das System der Vereinten Nationen einzubinden.
Was die UNPA betrifft, musste ich mich tatsächlich erst einmal schlau machen. Augenscheinlich handelt es sich um den Versuch, die Arbeit der Vereinten Nationen zu demokratisieren. Dieses Ziel unterstütze ich. Angesichts der herausgehobenen Stellung der fünf Veto-Mächte der Vereinigten Nationen ist ein solcher Versuch sehr löblich.
Mit freundlichen Grüßen,
Ruben Lehnert