Rolf Breidenbach (FDP)
Kandidat Bundestagswahl 2009
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Grunddaten
Rolf Breidenbach
Jahrgang
1955
Berufliche Qualifikation
Jurist
Ausgeübte Tätigkeit
Beamter, Ministerium des Innern des Landes Brandenburg
Wohnort
Berlin
Wahlkreis
Berlin-Steglitz - Zehlendorf
Ergebnis
8,9%
Landeslistenplatz
11, Berlin
(...) Die Rahmenbedingungen müssen insgesamt so gestaltet werden, dass sich Arbeit lohnt, dass also jemand durch Arbeit mehr erhält als durch staatliche Transferleistungen. Bei einer Steuerentlastung für den Mittelstand, kann eine Inhaberin/ ein Inhaber eines Friseurgeschäftes auch ohne staatliche Verordnung einen Lohn zahlen, der deutlich über den von Ihnen beschriebenen 3,00 € liegt. (...)
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Frage zum Thema Bürgerrechte, Daten und Verbraucherschutz
01.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Breidenbach

In der Vergangenheit wurden offensichtlich schon SWIFT Daten von den USA genutzt ( zu welchem Zweck ? )

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich die USA sowohl gegenüber In - als auch Ausländischen Bürgern bezüglich Rechtstaatlichkeit nicht korrekt verhalten haben ( Quantanamo, Gefangenenflüge sind nur Teile des sichtbaren Gipfel des Eisberges ).

Dass dieses brisante Thema der Weitergabe von persönlichen Daten von EU Bürgern nur durch " Zufall " heiß geworden ist, verdanken wir leider nicht den politischen Akteuren.
Insbesodere EU Institutionen übergehen wichtige Bürgerrechte - das EU Parlament ist schwach. Ist das die neue Demokratie der Vereinigten Staaten von Europa.
Warum wundern sich Politiker eigentlich über die EU Verdrossenheit der Bürger in den einzelnen Ländern ?

Ich möchte Sie um Ihre Meinung und Ihr Vorhaben zu der geplanten Weitergabe der SWIFT - Daten an US Behörden bitten.

Haben Sie herzlichen Dank

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Rolf Breidenbach
2Empfehlungen
03.08.2009
Sehr geehrter Herr ,

SWIFT wollte mit der Errichtung eines eigenen Rechenzentrums in der Schweiz den bisher erfolgten Zugriff der USA auf die innereuropäischen Überweisungsdaten beenden. Dies ist leider, darauf weisen Sie hin, bisher der Öffentlichkeit verborgen geblieben. Nun soll über ein Abkommen mit den USA eine Rechtsgrundlage geschaffen werden. Formal ist hierfür die Europäische Kommission zuständig. Aber Deutschland hätte ähnlich wie Frankreich bei der Zustimmung zum Beginn von Verhandlungen mit den USA einen Parlamentsvorbehalt anmelden können und müssen, um den gewählten Vertretern des Volkes ein Mitentscheidungsrecht einzuräumen. Diese Chance hat die jetzige Bundesregierung vertan. Die Europäische Kommission, die nun das Verhandlungsmandat erhalten hat, wäre gut beraten, den Abschluss eines Abkommens bis zum in Kraft treten des Vertrages von Lissabon hinauszuzögern, um dann wenigstens dem EU-Parlament eine wirksame Beteiligung zu ermöglichen. Ein Abkommen darf nach meiner Ansicht nicht hinter den Anforderungen der EU-Datenschutzrichtlinie zurückbleiben. Die Rechte der Bürgerinnen und Bürger auf Auskunft, Berichtigung, Sperrung und Löschung ihrer Daten sowie die Möglichkeit Schadenersatz geltend zu machen, wie sie zum Standard innerhalb der EU gehören, müssen auch in einem Abkommen mit den USA Berücksichtigung finden. Behörden der USA dürfen über ein mögliches Abkommen nicht mehr Rechte erhalten, als sie europäischen Behörden zustehen.

Mit freundlichen Grüßen
Rolf Breidenbach
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Frage zum Thema Außenpolitik
10.08.2009
Von:

Wie ist Ihre persönliche Meinung zur Frage des Atomwaffenabzugs aus Deutschland.
Wenn wir, d.h. die deutsche Bevölkerung, schon mit den mehrheitlich abgelehnten, angeblich für unsere Energiesicherheit unverzichtbaren, gefährlichen Atomkraftwerken leben müssen, so bleibt zumindest mir völlig unverständlich, welchen Sinn Atomwaffen auf deutschem Boden machen sollen. Schließlich hat sich unser Land einmal zum Atomwaffenverzicht verpflichtet!
Auch Dank unseres ehemaligen Außenministers Genscher hat sich die Sicherheitslage in Europa so positiv verändert dass Atomwaffen geradezu anachronistisch wirken.
Wird die FDP im Falle einer zu erwartenden Regierungsbeteiligung ihren Worten auch Taten folgen lassen ?
Die Beantwortung dieser Frage ist für meine Stimmabgabe von entscheidender Bedeutung !
M.f.G.
Antwort von Rolf Breidenbach
2Empfehlungen
14.08.2009
Sehr geehrter Herr ,

gerne will ich Ihre Frage beantworten:
Deutschland hat rechtsverbindlich auf Massenvernichtungswaffen verzichtet. Daher - hierfür steht die FDP - sollte sich Deutschland wieder an die Spitze jener Staaten stellen, die konsequent eine glaubhafte Politik der Abrüstung und Rüstungskontrolle auf die Agenda der Außenpolitik setzt. Dazu gehört meiner Meinung nach auch sich für eine vollständige nukleare Abrüstung und für den Abzug der verbliebenen amerikanischen Nuklearwaffen aus Deutschland einzusetzen. Ich gehe davon aus, dass ein liberaler Außenminister dies auch zum Inhalt seiner Politik machen wird

Mit freundlichen Grüßen
Rolf Breidenbach
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Frage zum Thema Soziales und Familie
15.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Breidenbach,

erstmals beschäftige ich mich ernsthaft mit den Wahlprogrammen verschiedener Parteien genauer. Natürlich suche ich dabei nach meinen Interessen und wo finde ich diese am besten wieder.

In Ihrem Deutschlandprogramm 2009 bin ich dabei auf etwas sehr interessantes gestoßen.

Ich/wir leben wir in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Seit März diesen Jahres haben wir ein Kind (Pflegekind) bei uns im Haushalt aufgenommen. Das heißt wir sind eine Familie. Ich bin Alleinverdiener, mein Mann ist zu Hause mit dem Kind. Durch die Lebenspartnerschaft haben wir alle Pflichten einer Ehe, aber nur wenige Rechte.

In Deutschlandprogramm steht auf Seite 35, Absatz 3:

"Für Liberale sind alle Lebensgemeinschaften wertvoll, in denen Menschen Verantwortung füreinander übernehmen. Verantwortungsgemeinschaften dürfen nicht diskriminiert werden. Wer gleiche Pflichten hat, verdient auch gleiche Rechte. Lebenspartnerschaften müssen mit der Ehe gleichgestellt werden, insbesondere im Steuerrecht, bei Adoptionen und im Beamtenrecht."

Dies gefällt mir natürlich sehr, aber ich Frage mich ernsthaft, wie Sie und Ihre Partei, in einer Koalition mit der CDU/CSU hier irgendetwas erreichen wollen. Wo doch in Bayern schon das Adoptionsverbot für Homosexuelle diskutiert wird.

Das jetzige Steuerrecht mit dem Ehegattensplitting in seiner jetzigen Form ist längst nichtmehr zeitgemäß und auch ungerecht. Ich kenne selbst viele Ehepaare, die nur aus steuerlichen Gründen geheiratet haben und keinerlei Familienplanung betreiben.

Wenn man Familien steuerlich entlasten will, dann sollte dies auch an Familien festgemacht werden. Das heißt es sollten auch Kinder da sein. Dabei kann im 21ten Jahrhundert der Beriff "Familie" aber nicht mehr an der klassischen Form festgemacht werden.

Herr Breidenbach ich freue mich auf Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Rolf Breidenbach
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28.08.2009
Sehr geehrter Herr ,

ich stimme Ihnen zu, dass in Koalitionsverhandlungen mit der CDU und der CSU, insbesondere wenn man deren Wahlprogramme anschaut, die rechtliche Gleichstellung von Lebenspartnerschaften mit der Ehe ein schwieriges Thema sein wird. Ich baue aber darauf, dass sich die FDP letztlich durchsetzen kann, weil CDU und CSU die Antidriskriminierungsrichtlinie der EU nicht negieren können und die Bayerische Staatsregierung ihren Antrag vom 1. September 2005, als die CSU noch alleine an der Regierung war, im Wege der abstrakten Normenkontrolle festzustellen, dass das Gesetz zur Überarbeitung des Lebenspartnerschaftsrechts (LPartÜbarbG) vom 15. Dezember 2004 verfassungswidrig ist, mit Schriftsatz vom 8. Juli 2009 zurückgenommen hat, sich also die FDP schon einmal intern durchgesetzt hat.

Mit freundlichen Grüßen
Rolf Breidenbach
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Frage zum Thema Soziales und Familie
17.08.2009
Von:

Seit Jahren sinken die realen Renten (Nullrunden), die Beiträge aber steigen. Angeblich werden wir alle zu alt. Droht ab 77 ein Erschiessungskommando, nachdem die Arbeitszeit weiter verlängert wird? Wir sieht Ihre Prognose zur Altersarmut aus? Würden Sie was dagegen oder dafür tun? Als Auslandsdeutscher zahle ich mit 62 Jahren zweimal Rentenbeiträge, um am Ende leer auszugehen. Als Vater von drei (inzwischen erwachsenen) Kindern habe ich auch demoskopisch nicht versagt. Wie sehen Ihre Einsparungsvorstellungen im Gesundheitswesen aus?
Mit freundlichen Grüssen.
Dr. W.
Antwort von Rolf Breidenbach
1Empfehlung
28.08.2009
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Fragen zur Alterssicherung und zu Einsparmöglichkeiten im Gesundheitswesen betreffen komplexe Themen, die nicht so einfach zu beantworten sind. Nachstehend versuche ich auf Ihre Fragen dennoch einzugehen:

1. Zur Alterssicherung: Die FDP fordert, dass die gesetzliche Rente besser auf die finanziellen Auswirkungen der Alterung der der Gesellschaft vorbereitet werden muss. Dies soll durch einen Umbau zu privater Kapitaldeckung bewirkt werden. Weiterhin soll eine flexible Gestaltung des Übergangs vom Erwerbsleben in den Ruhestand auf Basis einer eigenen Entscheidung und vor dem Hintergrund erworbener Anwartschaften und Versorgungen ermöglicht werden. Versicherte sollen zukünftig ab dem 60. Lebensjahr unter Berücksichtigung von Zu- und Abschlägen den Zeitpunkt des Renteneintritts frei wählen können. Außerdem, dies dürfte Sie grundsätzlich interessieren, strebt die FDP eine Aufhebung der Zuverdienstgrenze neben dem Rentenbezug an. Außerdem soll die private und betriebliche kapitalgedeckte Vorsorge gestärkt werden, bei einer unter anderem stärkeren Berücksichtigung von Kindererziehungszeiten. Bezieht eine Rentnerin oder ein Rentner lediglich eine Grundsicherung soll daneben nur eine teilweise Anrechnung der eigenen Altersvorsorge erfolgen.

2. Zum Gesundheitswesen: Einsparmöglichkeiten sind im Gesundheitswesen nur begrenzt vorhanden. Vor allem kommt es deshalb darauf an, den Wettbewerb im Gesundheitssektor zu stärken. Dazu gehört eine starke private Krankenversicherung. Zu einem fairen Wettbewerb im Gesundheitssektor gehört auch, den gesetzlichen Krankenkassen ihre Beitragsautonomie zu belassen und den bürokratischen und überflüssigen Gesundheitsfonds abzuschaffen. Durch mehr Wettbewerb werden sich die Vorsorgekosten für die Bürgerinnen und Bürger senken lassen.

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen weiter geholfen zu haben. Bei Bedarf stehe ich für Nach- oder Rückfragen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Rolf Breidenbach
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Frage zum Thema Außenpolitik
21.08.2009
Von:

Wie stehen Sie persönlich zum Einsatz deutscher Truppen in Afghanistan

Mit freundlichen Grüssen

M.
Antwort von Rolf Breidenbach
1Empfehlung
24.08.2009
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Frage wird derzeit auch in den Medien heftig diskutiert. Meine Auffassung hierzu ist, dass es wenig Sinn macht, heute über konkrete Daten für einen Rückzug der internationalen Truppenpräsenz in Afghanistan zu spekulieren - allein schon deshalb, weil man damit den Taliban zum einen eine Planungsgrundlage für diesen Zeitraum gäbe und sie zum anderen geradezu einlüde, ihre Anschläge auch auf deutsche Soldaten vor der Bundestagswahl noch zu intensivieren. Es sollten aber auch die deutschen Soldaten keinen Tag länger als unbedingt nötig in Afghanistan bleiben. Das Ganze ist für mich eine Gratwanderung. Ziel aller Anstrengungen muss es ein, die Afghanen soll schnell wie möglich dazu zu bringen, in vollem Umfang Verantwortung für ihr Land tragen zu wollen, damit die internationale Unterstützung mit gutem Gewissen zurückgefahren beziehungsweise beendet werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Rolf Breidenbach
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