Sehr geehrte Frau

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niemand behauptet, vor allem Herr Müntefering nicht, dass durch eine fulminante Rede unseres Kanzlerkandidaten die Welt zu verändern wäre, noch die Wahl gewonnen sei.
Diese begeisternde Rede wurde im übrigen vor SPD-Mitgliedern (nicht etwa
nur vor Abgeordneten), die in keiner Weise durch einige Gläser Sekt euphorisiert waren, gehalten, vor ernsthaften Menschen aus den unterschiedlichsten Berufen und Einkommensschichten. Ich weiß nicht, woher Sie Ihre, gestatten Sie mir die Bezeichnung, albernen Vorurteile nehmen.
Die Welt wird zumindest ein Stück durch Regierungshandeln verändert. Wir entscheiden über Programme, Personen und natürlich gegebenenfalls notwendige Koalitionspartner.
Sie, die Wählerinnen und Wähler entscheiden, wer in Ihrem Sinn am besten handelt.
Wir, die Parteimitglieder, versuchen, mit einem guten Programm, vertrauenswürdigen Personen und nachvollziehbaren Koalitionsaussagen eine gute Entscheidungsgrundlage zu liefern. Das haben wir auf diesem Parteitag gemacht. Vielleicht machen Sie sich die Mühe und lesen das mal nach, statt Ihre Vorurteile zu pflegen.
Sollten Sie die Union oder eine andere Partei für attraktiver halten, ist das Ihr gutes Recht. Ihr Recht ist es nicht, die SPD mit Häme zu übergießen.
Im übrigen sind Reden von Herrn Steinmeier, Frau Merkel, Herrn Seehofer, Herrn Westerwelle oder Herrn Lafontaine in keiner Weise mit denen des Bundespräsidenten zu vergleichen. Letzterer kann nur versuchen, mit seinen Reden an die Verantwortlichen zu appellieren bzw. öffentliche Meinung zu verändern.
Erstere haben die Chance, wenn sie gewählt werden, zumindest Teile ihrer Reden zu politischer Wirklichkeit werden zu lassen.
Mit freundlichen Grüßen
Renate Schmidt