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Matthias Pröfrock
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Frage von Peter S. •

Frage an Matthias Pröfrock von Peter S. bezüglich Gesellschaftspolitik, soziale Gruppen

Sehr geehrter Herr Dr. Pröfrock,

Sie treten die Nachfolge des MdL Palm an.

Für was stehen Sie? Was sind Ihre politischen Ziele? Was wollen Sie für den Wahlkreis im nächsten Landtag erreichen? Warum treten Sie als Abgeordneter an?

Was haben Sie bislang "politisch" bzw. kommunalpolitisch erreicht bzw. was haben Sie insoweit bislang getan? Erläutern Sie das doch einmal.
Gehen Sie davon aus, dass Sie Ihr Direktmandat erreichen werden?

Warum sollte ich als Bürger des Wahlkreises Sie wählen?

Würden Sie Herrn Mappus, nach der Landtagswahl, als Ministerpräsidenten wählen?
Und noch eine letzte Frage. Begreifen Sie Ihr Amt als Abgeordneter "des Volkes" oder als treuer Fußsoldat der CDU Fraktion und könnten Sie sich vorstellen, in der nächsen Legislaturperiode auch gegen die CDU Fraktion zu stimmen?

Vielen Dank für Ihre Mühe. Ihrer Antwort sehe ich mit Interesse entgegen.

Mit freundlichen Grüßen

PS: Ihre Antwort auf die Anfrage wegen S21 war aber ein wenig kurz. Da hätte mich also schon mehr interessiert. Zugegebnerweise war die Frage auch nicht sehr schön und klug formuliert. Der Wahlkreis Waiblingen wird durch S21 ja sicher keine Vorteile sondern nur Nachteile haben.

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Antwort von
CDU

Sehr geehrter Herr Schneider,

das sind jede Menge Fragen, die teilweise Bücher füllen könnten, ich möchte dennoch versuchen, sie in der gebotenen Kürze zu beantworten.

Zu meinen Schwerpunkten:

Politisches Handeln muss nachhaltig sein. Und das meine ich nicht nur im Hinblick auf die Bewahrung unserer Schöpfung und den Schutz unserer Heimat. Nachhaltigkeit bedeutet für mich auch ein gerechtes Miteinander von Jung und Alt. Keine Gesellschaft kann auf die Leistungen und Erfahrungen der älteren Generation verzichten, jede Gesellschaft muss aber auch jungen Menschen Gestaltungsspielraum und Chancen geben.

Was ist das für eine Gesellschaft, die sich selbst dem Aussterben preis gibt? Im Wahlkreis leben dieses Jahr etwa 31.000 Menschen unter 20 und 30.000 Menschen über 64. In zwei Jahren haben wir erstmal mehr Älter als Jüngere. In 10 Jahren stehen 33.000 über 64 jährige 28.000 unter 20 jährigen gegenüber. Wir werden älter und wir werden weniger.

Daher sind mir besonders die Familien wichtig. Denn Familienpolitik ist Zukunftspolitik und Kinderlachen ist Zukunftsmusik. Doch leben beispielsweise in über 80 % der Stuttgarter Haushalte keine Kinder mehr. Und bei uns ist die Entwicklung ähnlich. Ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung, auch aus Gesprächen mit meiner Partnerin Barbara sagen: viele junge Paare wollen Kinder - aber sie stellen sich ganz bewusst die Frage, unter welchen Voraussetzungen sie eine Familie gründen wollen.

Deshalb müssen wir in der Gesellschaft sehr ernsthaft darüber reden, wie wir junge Familien stärken, damit wieder mehr Kinder geboren werden. Das geht sicher über bessere Kinderbetreuung, das gelingt vielleicht mit finanziellen Anreizen. Aber ich denke, nicht das Geld entscheidet am Ende. Vor allem brauchen wir ein viel positiveres Klima und eine andere Einstellung der Gesellschaft zu Familie und Kindern. Es kann doch nicht wahr sein, dass Kinderspielplätze geschlossen werden müssen, weil Nachbarn das Kinderlachen zu laut ist!

Diese Gesellschaft hat alle Chancen, keiner Generation geht es so gut wie der unsrigen. Die Herausforderungen sind groß, der vor uns liegende Weg nicht einfach. Aber wir können die Probleme lösen, wir können unseren Wohlstand halten, wenn wir anpacken und nicht wegsehen.

Mir persönlich kommt es dabei insbesondere auf eine ehrliche Politik an. Sie können sich darauf verlassen, dass ich mich für Sie mit aller Kraft und Entschlossenheit einsetzen werde. Als Landtagsabgeordneter werde ich keine Wunder vollbringen können - aber ich möchte eine Politik gestalten, die ich vor der heutigen und den kommenden Generationen verantworten kann. Das ist meine Leidenschaft und zugleich meine Motivation, mich politisch zu engagieren und mich ihnen am 27. März zur Wahl zu stellen.

Meine bisherigen politischen Stationen können Sie meiner Homepage entnehmen, ich war unter anderem Jugendgemeinderat und zehn Jahre Mitglied der Regionalversammlung.

Ja, ich werde Stefan Mappus, unseren Spitzenkandidaten, zum Ministerpräsidenten wählen.

Die Abgeordneten sind Vertreter des ganzen Volkes. Sie sind nicht an Aufträge und Weisungen gebunden, das sieht schon Artikel 27 der Landesverfassung vor. Die Solidarität innerhalb der Fraktion erfordert es, das Demokratieprinzip auch innerhalb der Fraktion zu akzeptieren. Ich würde mich auch nicht darüber freuen, wenn ich eine Mehrheit überzeugt habe und andere dann nicht mitziehen. Die Grenze liegt da, wo das eigene Gewissen dem entgegensteht. Ich hoffe nicht, dass dies in den kommenden fünf Jahren ansteht, möchte es aber auch nicht ausschließen.

Auch die Bürgerinnen und Bürger im Wahlkreis Waiblingen werden viel mehr Vor- als Nachteile von Stuttgart 21 haben. Der Schlichterspruch wird umgesetzt.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Matthias Pröfrock