Prof. Dr. Klaus Buchner (ÖDP)
Kandidat Landtagswahl Bayern 2008
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Prof. Dr. Klaus Buchner
Jahrgang
1941
Berufliche Qualifikation
Physiker
Ausgeübte Tätigkeit
Universitätsprofessor, Bundesvorsitzender der ÖDP
Wohnort
-
Stimmkreis
München-Milbertshofen
Landeslistenplatz
1, Oberbayern
(...) Es ist aber sinnvoll, dass sich die Mitglieder der Kirchen Gedanken darüber machen, ob sie dieses System weiterhin so wollen. Der Vorteil der Kirchensteuer ist, dass die Kirchen Aufgaben im sozialen Bereich wahrnehmen können, die gerade jetzt durch den fortschreitenden Verkauf von Schulen und Krankenhäusern an profitorientierte Konzerne an Bedeutung gewinnen. (...)
 
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Frage zum Thema Soziales
12.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Buchner,

meine Frage bezieht sich auf das Thema Bürgergeld. Seit einigen Jahren bereits bemüht sich Prof. Götz W. Werner, Leiter des Interfakultativen Instutes für Entrepreneurship an der TH Karlsruhe um die Verbreitung einer m.M. nach sehr diskutablen und äußerst innivativen Idee des "bedingungslosen Grundeinkommens".

Nach seinem Dafürhalten ist unsere Wirtschaft schon jetzt in der Lage jedem Bürger ein stattliches Einkommen (über 1000,-) zukommen zu lassen, ohne daß dieser dafür arbeiten gehen muß!!! Dieses ist möglich als Folge unserer hochentwickelten Automation. Natürlich müßte nach Prof. Werner dafür auch unser gesamtes Steuersystem umstrukturiert werden: Abbau der hohen Unternehmersteuern - welche von den Firmen ja sowieso nicht bezahlt bzw. immer auf die Preise drauf geschlagen werden ( und somit vom Konsumenten bezahlt werden), wegfall der Lohnsteuer für Arbeitnehmer und stattdessen eine Stufenmodell für die Mehrwertsteuer (Grundbedarf wenig, Luxusgüter hohe Steuer). Nachdem also unsere Steuerverwaltung unnütz aufgebläht, und schon jetzt der Staat über Transferleistungen immense Geldmengen an die nicht arbeitstätige Bevölkerung auszahlt. ist doch der vereinfachende Schritt zum Bürgergeld als Grundversorgung nicht mehr so groß, oder??

Mich würde sehr interessieren, wie die ödp zu diesem Konzept steht?

Mit freundlichen Grüßen


Info unter www.unternimm-die-zukunft.de
Antwort von Prof. Dr. Klaus Buchner
18Empfehlungen
14.09.2008
Prof. Dr. Klaus Buchner
Seht geehrter Herr ,

die ödp hat hierzu noch keine einheitliche Meinung, weil es sehr viele unterschiedliche Konzepte für ein bedingungsloses Grundeinkommen gibt. Darunter sind einige, die zumindest nach einer ersten, oberflächlichen Prüfung volkswirtschaftlich möglich wären. Das Problem dabei ist allerdings, dass die nötigen Umbauten in unserem Steuersystem unmittelbare Auswirkungen auf unsere Wirtschaft hätten - angefangen von der Organisationsform der Unternehmen bis zur Wirtschaftlichkeit vieler Produktionsprozesse. Dies alles muss erst noch genauer untersucht werden. Zu klären ist außerdem die Frage, ob Deutschland so tiefgreifende Änderungen im Alleingang durchführen kann. Müssten wir dann nicht unsere Grenzen schließen?

Hier ist noch viel Arbeit nötig, bevor diese Konzepte für die Politik
relevant werden.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Buchner
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Frage zum Thema Forschung und Technologie
12.09.2008
Von:

Sehr geehrter Professor Buchner,

was halten Sie vom deutschen Mobilfunkforschungsprogramm ?

Rechtfertigt es die Entscheidung der bayerischen Regierung, mögliche
Gesundheitsgefahren zu ignorieren und Mobilfunkantennen auch in reinen Wohngebieten zuzulassen ?

Wie steht die ödp dazu ?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Prof. Dr. Klaus Buchner
25Empfehlungen
14.09.2008
Prof. Dr. Klaus Buchner
Sehr geehrter Herr ,

die Ergebnisse des Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramms spiegeln keineswegs den Stand der Forschung wieder. Denn dieses Programm und die Darstellung der Ergebnisse standen unter dem Einfluss der davon unmittelbar betroffenen Mobilfunkindustrie. Deshalb entsprechen sie nur sehr eingeschränkt den strengen Anforderungen an wissenschaftliche Arbeiten.

Tatsächlich gibt es seit mindestens 15 Jahren viele Ergebnisse von unabhängigen Wissenschaftlern, die eine schädliche Wirkungen der Mobilfunkstrahlung auf die menschliche Gesundheit nahelegen. Die Bundesregierung müsste dringend die Grenzwerte für die Strahlenbelastung senken. Ihr jetziges Verhalten zugunsten der Mobilfunkbetreiber ist unverantwortlich.

Technisch wäre eine Absenkung der Grenzwerte auf ein 10 000stel der heutigen Werte möglich, wie andere Länder vormachen. Mittelfristig könnte man sie sogar noch weiter absenken.

Mit den heutigen Grenzwerten sind Mobilfunkantennen natürlich besonders in Wohngebieten unverantwortlich. Die ödp hat deshalb ein Volksbegehren gestartet, das u.a. dies verhindern sollte.

MIt freundlichen Grüßen
Klaus Buchner
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Frage zum Thema Familie und Generationen
13.09.2008
Von:

Sehr geehrter Prof. Buchner,

am 29.6.1995 haben die CDU/CSU SPD und FDP die Neufassung des § 218 beschlossen.
Durch die damit einhergehende Liberalisierung ist die Zahl der Abtreibungen enorm in die Höhe geschwellt.
Im Jahre 2007 wurden officiell117000 Abtreibungen allein in Deutschland gemeldet, statistisches Bundesamt - die Dunkelziffer ist wesentlich höher!
Ist es richtig, dass ihre Partei gegen Abtreibungen ist und was gedenken sie zu tun, dass die Zahl der Abtreibungen reduciert wird?
Mit freundlichen Gruß
B.
Antwort von Prof. Dr. Klaus Buchner
36Empfehlungen
14.09.2008
Prof. Dr. Klaus Buchner
Sehr geehrter Herr ,

ja, es ist richtig, dass unsere ödp gegen Abtreibung ist. Damit steht sie auch hinter dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das Abtreibungen nach wie vor als illegal bezeichnet. Wir stehen aber auch hinter dem zweiten Teil dieses Urteils, nämlich hinter der Straffreiheit in den ersten Monaten der Schwangerschaft. Denn durch Strafen wird die Zahl der Abtreibungen nicht verringert, wie die Statistiken aus der Zeit der Weimarer Republik zeigen. Damals gab es sogar sehr strenge Strafen. Der Erfolg war, dass die Frauen heimlich zu Pfuschern gingen und nicht selten schwere körperliche Schäden davontrugen oder sogar starben.

Daher versucht die ödp ganz entschieden, die Gründe für die Abtreibungen zu bekämpfen. Ist es nicht eine Schande, dass Kinder heute in Deutschland das größte Armutsrisiko sind? Muss man nicht den Eltern eines Kindes die Möglichkeit geben, auch mit einem kleinen Kind ihre berufliche Laufbahn fortzusetzen? Müssen nicht die Voraussetzungen geschaffen werden, einem Elternteil, der das wünscht, die Möglichkeit zu geben, das Kind selbst zu betreuen, statt es in eine Krippe zu geben? Alle diese Fragen löst unser Erziehungsgehalt (siehe www.oedp.de), das deutschlandweit nur etwa 2 Milliarden Euro pro Jahr kostet? Jetzt nach der bayerischen Landtagswahl können wir - wenn es nach dem Willen der ödp geht - mit einem Landeserziehungsgeld von monatlich 1000 Euro für jedes Kind unter 3 Jahren beginnen, bis das Erziehungsgehalt der ödp bundesweit eingeführt ist.

Sicher ist Geld nicht das einzige Problem, dem sich junge Eltern ausgesetzt sehen. Ebenso wichtig ist ein Wandel in der Denkweise von uns Allen. Aber auch dazu kann unser Erziehungsgehalt beitragen, das den Eltern eine Anerkennung ihrer Arbeit bringt.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Buchner
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Frage zum Thema Wirtschaft
15.09.2008
Von:

Eine ganzheitliche Sichtweise verlangt, daß die Ziele der ÖDP auch im Zusammenhang mit den finanziellen Staatsressourcen gesehen werden.
Das Probem fehlender Staatsressourcen ist u.a. auch durch eine mangelhafte und unkoordinierte Ausgabenpolitik sowie unzureichende Kontrollen von staatlichen Bankaktivitäten, fehlgeleiteten Sozialausgaben und einen uneffizienten Einsatz von Entwicklungshilfe und Subventionen gekennzeichnet.

Welche Möglichkeiten der Ressourceneinsparung schlägt die ÖDP zur Gegenfinanzierung ihrer Ziele (z.B. Erziehungsgehalt) vor?
Antwort von Prof. Dr. Klaus Buchner
17Empfehlungen
18.09.2008
Prof. Dr. Klaus Buchner
Sehr geehrter Herr ,

vorweg: Ihre Ansicht wegen der Staatsfinanzen teile ich völlig. Die ödp ist z.B. im münchner Stadtrat der Rot-Grünen Koalition nicht beigetreten, weil sie die Verschuldung durch das Messeprojekt in Riem nicht mittragen wollte.

Wir sind grundsätzlich sehr skeptisch bei jeder Art von Subvention. Dafür ist es aber nötig, immer alle internen und externen Kosten einzurechnen. Sonst ergeben sich Verzerrungen.

Selbstverständlich fallen die Finanzierungsvorschläge für unsere politischen Projekte sehr unterschiedlich aus. Deshalb kann ich hier nur ein Beispiel bringen. Sie erwähnen unsere Forderung nach einem Erziehungsgehalt. Hierauf werden nach unseren Plänen Steuern und Sozialabgaben erhoben. Das sichert den Eltern später eine angemessene Rente und ist - im Gegensatz zum Erziehungsgehalt von Schwarz-Rot - sozial gerecht, weil so Eltern mit weniger Einkommen mehr Geld ausbezahlt wird.

Rechnet man die Einsparungen beim ALG II bzw. Hartz IV, die Einzahlungen in die Sozialkassen, die Steuern und die Entlastung von Kinderkrippen und Kindergärten (weil die Eltern das nötige Geld für die Beiträge haben und deshalb diese Einrichtungen weniger subventioniert werden müssen) mit ein, so bleiben etwa 2 Milliarden Euro übrig, die für das Erziehungsgehalt nach unseren Plänen gezahlt werden müssen. Das ist eine erschwingliche Summe. Bedenkt man die Vorteile: Verhinderung von Kinderarmut, echte Wahlfreiheit der Eltern, weiter voll im Beruf zu stehen oder sich ganz bzw. teilweise der Erziehung der eigenen Kinder zu widmen, bessere soziale Integration von Migrantenkindern usw., so muss uns das die 2 Milliarden wert sein. Sie können mühelos in anderen Bereichen eingespart werden oder durch gerechtere Steuern zusätzlich eingenommen werden. Dabei denke ich an die Steuerbefreiung von Flugbenzin, oder von Strom für bestimmte Großbetriebe. Oder soll uns der Finanzminister zurufen: "Wir können uns unsere Zukunft nicht mehr leisten!" ?

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Buchner
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Frage zum Thema Gesundheit und Verbraucherschutz
17.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Prof. Buchner,

Sie sind mit der ödp gegen "Genmanipulation".

Aber könnte man nicht auch einen Vorteil darin sehen, Pflanzen in ihren Genen so zu verändern, dass sie schädlingsresistenter und ertragreicher werden ?

Antwort von Prof. Dr. Klaus Buchner
25Empfehlungen
18.09.2008
Prof. Dr. Klaus Buchner
Sehr geehrte Frau ,

Ihre Frage, ob gentechnisch veränderte Pflanzen eine bessere Resistenz gegen Schädlinge haben können, muss man eindeutig mit "ja" beantworten. Das bekannteste Beispiel ist wohl der Monsanto-Mais MON810. Er enthält ein Gen, das ein Gift gegen den Maiszünsler produziert. Dieses Gift vernichtet aber auch die natürlichen Feinde des Maiszünslers. Die Maiszünsler werden jedoch voraussichtlich im Lauf der Zeit gegen dieses Gift immun. Dann haben wir ein Problem. Selbstverständlich werden Sie sagen: Wenn das eine Gift nicht mehr wirkt, entwickeln wir eben ein anderes. Wollen wir wirklich die natürliche Schädlingsbekämpfung kaputt machen und völlig von chemischen Giften abhängen, die selbstverständlich auch in die Nahrungskette kommen? Bei Tieren ist die schädliche Wirkung des heute verwendeten Gifts bereits nachgewiesen.

Zu Ihrer zweiten Frage: Trotz aller Versprechungen der Industrie kenne ich keine Pflanzensorte, die durch Genmanipulation ertragreicher geworden wäre und gleichzeitig die nötige Robustheit hat. Im Gegenteil: Denken wir nur an die 20 000 Selbstmorde indischer Bauern, weil die Gen-Industrie Ertragssteigerungen versprochen hatte, es aber zu katastrophalen Missernten kam? Auch hier können Sie sagen: Irgend wann einmal werden wir auch das in den Griff bekommen. Aber selbst wenn das richtig wäre: Ist der Preis dafür nicht zu hoch? Sollen wir heute unsere natürlichen Sorten durch Einkreuzungen kaputt machen, um später irgend wann vielleicht besseres Saatgut zu haben? Ist es nicht die sinnvollere Alternative, die sehr wirkungsvollen Zuchtmethoden weiter auszubauen?

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Buchner
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