Prof. Dr. Klaus Buchner (ÖDP)
Kandidat Landtagswahl Bayern 2008
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Prof. Dr. Klaus Buchner
Jahrgang
1941
Berufliche Qualifikation
Physiker
Ausgeübte Tätigkeit
Universitätsprofessor, Bundesvorsitzender der ÖDP
Wohnort
-
Stimmkreis
München-Milbertshofen
Landeslistenplatz
1, Oberbayern
(...) Damit steht sie auch hinter dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das Abtreibungen nach wie vor als illegal bezeichnet. (...) Denn durch Strafen wird die Zahl der Abtreibungen nicht verringert, wie die Statistiken aus der Zeit der Weimarer Republik zeigen. (...) Daher versucht die ödp ganz entschieden, die Gründe für die Abtreibungen zu bekämpfen. (...)
 
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Frage zum Thema Bürgerbeteiligung und Bürgergesellschaft
02.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Buchner,

ich finde viele Punkte des Partei- und Wahlprogramms der ödp sehr gut und würde auch sagen, dass die ödp von allen Parteien mit meinen Vorstellungen am besten übereinstimmt. Dennoch zögere ich der ödp bei der Landtagswahl meine Stimme zu geben. Sehr wahrscheinlich wird die ödp nämlich leider an der 5%-Hürde scheitern, so dass meine Stimme dann gar nichts zählt und verloren ist. Damit steigt dann auch die Wahrscheinlichkeit, dass die CSU ihre absolute Mehrheit (an Sitzen) verteidigt, was sicher nicht in meinem Interesse ist.

Was haben Sie zu diesem Dilemma zu sagen bzw. warum soll ich die ödp trotzdem wählen?

Vielen Dank!
Antwort von Prof. Dr. Klaus Buchner
24Empfehlungen
05.09.2008
Prof. Dr. Klaus Buchner
Sehr geehrter Herr ,

diese Frage wird uns oft gestellt. Die Antwort lautet: Wenn Sie mit einer der Parteien zufrieden sind, von der Sie vermuten, sie kommt in den Landtag, dann wählen Sie diese. Damit werden Sie aber wenig Grundsätzliches ändern; das "immer weiter so" läuft dann eben mit Schwarz-Gelb, Schwarz-Grün oder Schwarz-Rot. Mein Motiv, für die ödp zu arbeiten ist, dass es eine Partei geben muss, die sich ausschließlich um die Interessen ihrer Wähler kümmert. Das heißt konkret, dass wir die einzige bundesweit vertretene Partei sind, die keine Spenden von Firmen und Konzernen annimmt. Unsere Mandatsträger - immerhin rund 430 - und Bürgermeister müssen keine Rücksicht auf Lobbygruppen nehmen, die ihren Wahlkampf finanziert haben. Das ist wirklich ein wesentlicher Punkt. Oder meinen Sie, dass der von Rot-Grün vor der Wahl so vollmundig versprochene "endgültige Atomausstieg" nicht doch zustande gekommen wäre, wenn es keine finanziellen Verflechtungen mit den betroffenen Firmen gegeben hätte? Der Wählerwille war doch eindeutig. Warum kämpft Schwarz-Gelb für eine Laufzeitverlängerung und für neue Atomkraftwerke, obwohl diese von einem sehr großen Teil der Bevölkerung abgelehnt werden? Warum gibt die CSU so viele Steuergelder für die Grüne Gentechnik aus, die von 80% der Bevölkerung abgelehnt wird? Warum hat die Grüne Ministerin Künast durch ihre Stimmenthaltung die Grüne Gentechnik in Europa ermöglicht?

Die etablierten Parteien müssen sich nach den Lobbygruppen richten, von denen sie hohe Summen an Spendengeldern bekommen. Wollen Sie solche Parteien im Landtag?

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Buchner
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Frage zum Thema Bürgerbeteiligung und Bürgergesellschaft
03.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Buchner,

zuallererst würde mich interessieren, welche Ereignisse für Sie ausschlaggebend waren, dass Sie von einem Kernphysiker zum Atomkraftgegner geworden sind?

Aber meine eigentliche Frage: Warum taucht die ödp in den Medien so selten auf? Ich habe genaueres von Ihrer Partei nur zufällig durch einen Freund erfahren. Warum wollte der Wahlomat Sie nicht berücksichtigen? Warum wird die ödp in Umfragen nie erwähnt (außer bei GMS, da waren´s 2%)? Warum werden Ihre Spitzenkandidaten nie zu Podiumsdiskussionen eingeladen oder Interviews in Zeitungen geführt?

Das finde ich doch alles ganz seltsam, vor allem da die ödp in Bayern ja kommunalpolitisch stark und schon lange verwurzelt ist.
Antwort von Prof. Dr. Klaus Buchner
22Empfehlungen
04.09.2008
Prof. Dr. Klaus Buchner
Sehr geehrte Frau ,

zuerst zu meiner eigenen Biographie: Bei meinem Eintritt in die ödp war ich noch ein Befürworter der Kernenergie. Auf Grund der ödp-Schriften kamen mir aber bald Zweifel an meiner Haltung. Zum wirklich entschiedenen Gegner der Atomenergie wurde ich jedoch erst, als ich als Sachbeistand an einigen Genehmigungsprozessen für Atomkraftwerke teilnahm. Dabei lernte ich kennen, wie dort mit wichtigen Fragen zur Sicherheit umgegangen wird. Ein Beispiel: In den beiden AKW von Gundremmingen sollte der Einsatz von Plutonium genehmigt werden - immerhin weltweit die erste Genehmigung für diesen Reaktortyp. Während der mündlichen Verhandlung wies ich darauf hin, dass ein wichtiges sicherheitstechnisches Detail überhaupt nicht berechnet worden war. Eigentlich hätte das das Ende des ganzen Verfahrens sein müssen. Ich war bescheidener und verlangte nur die technischen Daten, die es mir erlauben würden, dies selbst zu berechnen. Ich war damals einer der Wenigen in Deutschland, die dazu in der Lage waren. Aber der Vorsitzende Richter lehnte den Antrag mit der Begründung ab, er sei selbst genug Fachmann, um beurteilen zu können, dass die Anlage sicher sei. Vor der Verhandlung bat er mich aber, nicht so viele Fachausdrücke zu verwenden, weil er diese nicht verstehen würde.

Ihre Frage, warum die ödp so selten in den Medien auftaucht, kann ich nicht beantworten. Sicher liegt es nicht daran, dass wir keine interessanten Nachrichten liefern würden. Auch hierzu ein Beispiel: Gegen den Vertrag von Lissabon, den sog. "EU-Reformvertrag", reichten die ödp (genauer: zwei Vorstandsmitglieder der ödp), Peter Gauweiler und einige Andere Beschwerden beim Bundesverfassungsgericht ein. Die Süddeutsche berichtete an einem Tag mehrspaltig auf Seite 1 und an zwei weiteren Stelle im überregionalen Teil über die Klage von Gauweiler, ohne die ödp zu erwähnen. Und das, obwohl wir sehr detailierte Informationen an diese Zeitung geschickt hatten und auch die informelle Zusage hatten, dass darüber berichtet wird. - Meiner Meinung nach haben die Bürger ein Recht darauf zu erfahren, was an diesem Vertrag problematisch ist, und wo das Verfahren gerade steht. Schließlich wird er ja in ihr Leben eingreifen und manches verändern. Über unsere Argumente haben jedoch nur einige wenige wirklich unabhängige Zeitungen berichtet, ebenso über unsere Nachricht, als das Verfahren in die nächste Runde ging.

Das ist nur ein Beispiel von vielen. Seit der letzten Kommunalwahl, bei der wir sehr erfolgreich waren, wird über uns noch weniger berichtet. Weil wir nicht objektiv unterrichtet werden, und weil einige Themen und Gruppierungen in den Medien "nicht vorkommen", müssen wir uns als mündige Bürger eben anders informieren. Das Internet ist hierfür eine wichtige Quelle.

Gegen den Wahlomat, der von der bayerischen Regierung betrieben wurde, haben wir eine einstweilige Verfügung beantragt, weil er uns nicht berücksichtigt hat.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Buchner
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Frage zum Thema Verkehr, Infrastruktur und Stadtentwicklung
03.09.2008
Von:

Der Flugverkehr wächst stetig, und offenbar wird eine 3. Startbahn notwendig. Der Flughafen ist ein enormer Faktor für den Standort München. Warum ist die ödp gegen die 3. Startbahn?
Antwort von Prof. Dr. Klaus Buchner
30Empfehlungen
05.09.2008
Prof. Dr. Klaus Buchner
Sehr geehrter Frau ,

Sie haben Recht: Der Flugverkehr wächst ständig, und der Flughafen ist ein enormer Faktor für den Standort München. Das ist für den Augenblick richtig. Aber der Bau der 3. Startbahn dauert einige Zeit, falls sie überhaupt realisiert wird. Und in 10 Jahren sieht die Welt anders aus. Die Änderungen unseres Klimas werden auch für Laien noch deutlicher sichtbar sein, wenn sie die Wirbelstürme, Überschwemmungen und Verkarstungen sehen. Wie Sie wissen, ist der Ausstoß der Klimagifte aus den Flugzeugen wesentlich schädlicher als derselbe aus den entsprechenden Quellen am Boden. Können wir es uns wirklich leisten, unser Klima noch schneller kaputt zu machen?

Außerdem wird der Flugverkehr hoch subventioniert. Wollen wir das noch weiter steigern? Trotzdem hat das Flugzeug als Massenverkehrsmittel keine Zukunft. Denn die Subventionen lassen sich nicht beliebig steigern, um die steigenden Treibstoffpreise auszugleichen. Wir müssen uns damit abfinden: Das "billige" Öl ist bald zuende. Wäre der Bau der 3. Startbahn angesichts dieser Tatsachen nicht eine gewaltige Fehlinvestition?

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Buchner
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Frage zum Thema Gesundheit und Verbraucherschutz
04.09.2008
Von:

Sehr geehrter Prof. Buchner,

immer wieder ist zu lesen, dass "Verbraucherschutz" ein
wichtiges Thema für die CSU ist. Zitat des Generalsekretärs, Hr. Söder:
"Keine andere Partei ist hier so glaubwürdig wie die CSU." Denn deren
umweltpolitisches Engagement speise sich nicht aus einem ideologischen
Bürokratismus, sondern aus ihren christlichen Grundüberzeugungen."

www.csu.de

In einem aktuellen taz-Interview meint Herr Söder vollmundig: "Die CSU
müsse "glaubwürdig" für Klimaschutz, Tierschutz und gesunde Lebensmittel
eintreten."

www.taz.de

Demzufolge stellt sich dann doch die Frage:

Was hat die CSU bisher getan?

Wieso taktiert der "CSU-Front-Mann Seehofer" dann so lange in Punkto
Grüner Gentechnik? Dieses Verhalten bemängelt auch die ödp laut folgender
Pressemitteilung:

www.merkur-online.de



Ein anderes Beispiel: BSE

Auf einer Glaubwürdigkeitsskala, die in Schulnoten eingeteilt ist, würde
die CSU, von mir, eine glatte SECHS minus bekommen.

Welche Note würden Sie der CSU,

unter Berücksichtigung von

  • Mitte der neunziger Jahre BSE-Risikorinder "versteckt",
  • bis Ende 2000 BSE-Test verboten
  • Imagekampange mit Herrn Stoiber und Herrn Sonnleitner

  • www.bio-angus.de

  • und 2003 zwar BSE-Risikoanalyse erstellt aber NIE offiziell
veröffentlicht.

home.hetnet.nl

  • Bis 2004 gemeinsam mit Fr. Künast den BSE-Datenabgleich
verhindert

www.stern.de

geben?

Eine beabsichtigte Allianz mit den GRÜNEN scheint demzufolge auch keine
erfolgsversprechende Gewähr für VerbraucherInnen zu sein!


Unter Umwelt- und Verbraucherschutz verstehe ich und die mir gut bekannte Gitta Grießer etwas anderes!
Antwort von Prof. Dr. Klaus Buchner
35Empfehlungen
06.09.2008
Prof. Dr. Klaus Buchner
Sehr geehrter Herr ,

wenn die CSU schon von ihren christlichen Glaubensüberzeugungen spricht, so muss sie zuerst ihre Todsünden beichten. Sie konnten mit Ihrer Frage nur einen kleinen Teil davon aufzählen.

Zu Ihrem ersten Beispiel: Seehofer und sein Ministerium sagen die Unwahrheit, wenn sie von der Koexistenz genmanipulierter und natürlicher Pflanzen sprechen - vielleicht auch, um die von ihnen vorgeschriebenen Mindestabstände zu rechtfertigen. Um die Wirklichkeit zu erfahren, braucht man nur in die USA oder Kanada zu fahren. Percy Schmeisser aus Kanada hat auf Einladung der ödp über seine Erfahrungen hierüber berichtet. Er bestätigt, was die Wissenschaft schon lange sagt: Pollen fliegen über weite Strecken; Auskreuzungen können aber auch auf andere Weise entstehen. Für mich ist es besonders schlimm, dass die CSU mit ihren Falschaussagen Gesetze begründet, die uns allen schaden.

Die SPD und die Grünen sind aber nicht besser. War es nicht die Grüne Ministerin Künast, die die Einführung der Grünen Gentechnik in Europa ermöglichte? Das geschah in der Rot-Grünen Regierung von Gerhard Schröder. Wenn jetzt die SPD und die Grünen mit ihrer Ablehnung von Gentechnik Wahlkampf machen, muss man sich wirklich fragen, für wie dumm sie den Wähler halten.

Ihr zweites Beispiel: "Narrische Rindviecher" hat es schon immer gegeben. Allerdings kam das sehr selten vor. Warum vertuscht die CSU jetzt die neuen Statistiken? Zweifel an den offiziellen Aussagen kamen schon vor langer Zeit auf. Hier gibt es wohl noch viel Zündstoff.

Kurz: Wenn Söder von "christlichen Glaubensüberzeugungen" spricht, dann darf er das Verbot, die Unwahrheit zu sagen, nicht ignorieren.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Buchner
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Frage zum Thema Forschung und Technologie
05.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Prof. Buchner,

wie steht die ödp zur Kernfusion. Sollten Kernfusionsreaktoren Teil einer zukunftsweisenden Energieversorgung sein? Wie schätzen Sie das Risikopotential solcher Anlagen ein?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Prof. Dr. Klaus Buchner
25Empfehlungen
09.09.2008
Prof. Dr. Klaus Buchner
Sehr geehrte Frau ,

die Kernfusion ist ein sehr interessantes Forschungsgebiet, auf dem ich selbst einmal kurze Zeit gearbeitet habe. Aber wir sollten keine schnellen Lösungen erwarten. Bis wir mit Kernfusion wirtschaftlich Strom erzeugen können, werden noch etliche Jahrzehnte vergehen - falls es überhaupt gelingt. Wir brauchen die Energiewende aber sofort. Denn das Erdöl aus den jetzigen Ölquellen geht bald zur Neige. Die Preise steigen. Wenn wir nicht bald etwas unternehmen, wird Heizen im Winter zum Luxus. Die einzige auf Dauer bezahlbare und sichere Energiequelle sind die Erneuerbaren Energien. Deshalb kann ich Ihnen leider keine positive Antwort auf Ihre Frage geben.

Das Unfall-Risiko einer Kernfusionsanlage wäre gering, auf jeden Fall deutlich geringer als das eines AKW, weil ein "Durchgehen" nicht möglich ist. Aber auch bei der Kernfusion hat man Probleme mit der Radioaktivität. Das radioaktive Tritium ist sehr flüchtig. Im praktischen Betrieb wird es immer wieder zu Freisetzungen kommen, so wie es in den Forschungsanlagen in Garching bei München geschehen ist. Auch die Wände der Reaktor-Gefäße werden radioaktiv. Aber das Problem dieser Radioaktivität ist wesentlich geringer als bei den heutigen Kernkraftwerken.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Buchner
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