Priska Hinz (GRÜNE)
Kandidatin Bundestagswahl 2009
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Grunddaten
Priska Hinz
Jahrgang
1959
Berufliche Qualifikation
Erzieherin, Staatsministerin a.D.
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Herborn
Wahlkreis
Lahn-Dill
Ergebnis
7,6%
Landeslistenplatz
1, Hessen
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(...) Die Konjunkturpakete I und II sind inhaltlich falsch. Weil die Koalition mit ihren Maßnahmen nachfolgenden Generationen drastisch höhere Belastungen aufbürdet, ohne dass für diese gleichzeitig ein Nutzen etwa durch ökologische Fortschritte oder verbesserte Bildung entsteht, haben wir diese abgelehnt. (...)
Kandidaten-Check
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Priska Hinz hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 32 Thesen Position bezogen.
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Frage zum Thema Bürgerrechte, Daten und Verbraucherschutz
12.08.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Hinz,

von vielen der im Bundestag etablierten Parteien hört man, wie auch von den Grünen, in letzter Zeit immer wieder die Aussage, das Internet sei ein rechtsfreier Raum und müsse stärker von staatlicher Seite kontrolliert werden. Mir erschließt sich das nicht ganz, schließlich gelten Gesetze wie etwa das Antidiskriminierungsgesetz für Äußerungen im Internet gleichermaßen wie im täglichen Leben. Ebenso kann die illegale Verbreitung von Software, Musik, Pornographie oder Gewalt bereits heute verfolgt werden, was sich auch in zahlreichen Prozessen und Abmahnungen wiederspiegelt.
Inwiefern kann man Ihrer Meinung nach da von einem "Rechtsfreien Raum" sprechen und wie sollte eine stärkere Regulierung aussehen?
Droht nicht durch eine Regulierung des Internets, wie etwa die Zensur von Kinderpornographie und anderen unliebsamen Inhalten, der Verlust der Netzneutralität, die seit der Begründung des Internets den wichtigsten Grundsatz und Merkmal dieses weltweiten Netzes darstellt?
Wie kann ich als Bürger sicher gehen, dass z.B. bei den Sperren zur Zensur von Kinderpornographie auch wirklich nur Kinderpornographie gesperrt wird und nicht weitere Inhalte, welcher Art auch immer diese sein sollten? Diese Möglichkeit habe ich nach meinem Erkenntnisstand nicht, was dazu führt, dass ich nicht mehr sicher sein kann, dass mir als Bürger keine Informationen vorenthalten werden.

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Priska Hinz
bisher keineEmpfehlungen
17.08.2009
Priska Hinz
Sehr geehrter Herr ,

natürlich ist das Internet kein rechtsfreier Raum. Deshalb gelten alle Gesetze und die Verfolgung von strafbaren Inhalten - dazu gehören eben auch kinderpornografische Inhalte. Und bereits jetzt werden solche Seiten aus dem Internet gelöscht.

Bei dem Gesetzentwurf der Großen Koalition geht es jedoch um die Möglichkeit, Seiten mit kinderpornografischen Inhalten kurzfristig sperren zu lassen, solange sie noch nicht gelöscht werden können. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn sich die Provider im Ausland befinden und nicht entsprechend kooperieren. Die Zielrichtung des Gesetzentwurfes ist also zu begrüßen. Da das Gesetz aus unserer Sicht jedoch nicht allen rechtsstaatlichen Erfordernissen entspricht, haben Bündnis 90/Die Grünen dem Entwurf nicht zugestimmt.

Ich habe mich mit einigen Fraktionskolleginnnen und -kollegen bei der Abstimmung enthalten, weil ich das Ziel, Kinderpornografie auch im Internet stärker zu bekämpfen, für richtig halte, die rechtlichen Bedenken gegen das Gesetz aber ebenfalls teile.

Herzliche Grüße

Priska Hinz
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Frage zum Thema Finanzpolitik
26.08.2009
Von:
Jan

Sehr geehrte Frau Hinz,

wie stehen Sie der Tatsache gegenüber, dass der Bund Jahr für Jahr Milliarden Schulden anhäuft, deren Rückzahlung in Frage gestellt ist. Stattdessen werden Milliarden in Banken und in die Wirtschaft gepumpt, ohne dass für den Bürger ein erkennbarer Nutzen herauskommt, im Gegenteil, er sieht sich immer mehr Steuern gegenüber, die erhoben werden, da der Schuldenberg des Staates immer mehr ansteigt.

Ein weiterer Punkt wäre die Gelder der Konjunkurpakete, die zweckgebunden sind und daher für Dinge ausgegeben werden müssen, die oftmals eine geringe Priorität besitzen (wie Sportplatzbau/- sanierung, die nicht benötigt wird). Stattdessen sind viele Schulgebäude und andere Einrichtungen marode, für die das Geld aus den Konjunkturpaketen nicht zur Verfügung steht.

Besteht in beiden Fällen nicht dringender Handlungs- und Änderungsbedarf, damit nicht weiterhin Gelder falsch ausgegeben werden, sondern auch dem Bürger wirklich zu Gute kommen?

Mit freundlichen Grüßen,

Jan
Antwort von Priska Hinz
bisher keineEmpfehlungen
08.09.2009
Priska Hinz
Sehr geehrter Herr ,

auch wenn wir Grünen an der konkreten Ausgestaltung der Rettungspakete für Banken erhebliche Kritik haben, waren diese aus unserer Sicht im Grundsatz notwendig, um Schlimmeres zu verhindern.

Anders verhält es sich mit den Konjunkturpaketen. Die Konjunkturpakete I und II sind inhaltlich falsch. Weil die Koalition mit ihren Maßnahmen nachfolgenden Generationen drastisch höhere Belastungen aufbürdet, ohne dass für diese gleichzeitig ein Nutzen etwa durch ökologische Fortschritte oder verbesserte Bildung entsteht, haben wir diese abgelehnt. 5 Milliarden Euro wurden allein mit der Abwrackprämie in die Verschrottung von Autos investiert. 6 Milliarden Euro wurden in Einkommensteuersenkungen gesteckt, die konjunkturell verpuffen, aber die Schulden in die Höhe treiben. Das ist eine unverantwortliche Politik.

Wir Grünen wollen mit Investitionen in Klimaschutz, Bildung und Gerechtigkeit 1 Million neue Jobs schaffen. Auch das kostet Geld, aber es ist sinnvoll angelegt. Zukünftige Generationen bekommen dadurch nicht nur Schulden, sondern eine gute Rendite: stabiles Klima, Bildungschancen für alle, zukunftsfähige Jobs und einen stärkeren gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Der Staat hat durch die Finanz- und Wirtschaftskrise enorme Lasten zu tragen. Die letzte Steuerschätzung geht von gesamtstaatlichen Steuerausfällen von 316 Mrd. Euro bis 2013 aus. Steuersenkungen, wie sie CDU und FDP versprechen, sind daher völlig unverantwortlich.

Wir Grünen stehen für eine solide Haushaltspolitik. Wir setzen uns für eine Schuldenbremse ein, die dafür sorgt, dass nur noch so viel Geld ausgegeben wird, wie auch tatsächlich an Einnahmen zur Verfügung steht. Schulden sollen aber nicht stur und grundsätzlich verboten werden, sondern Einnahmen und Ausgaben sollen über den Zeitraum eines Konjunkturzyklus hinweg in der Summe ausgeglichen sein. Dies bedeutet, dass in wirtschaftlich schwachen Zeiten Schulden möglich sind, aber in Boomphasen müssen sie wieder abgetragen werden.

Wir halten es für richtig, zur Bewältigung der dramatischen Schulden in Folge der Wirtschaftskrise starke Schultern auch stärker in die Verantwortung zu nehmen. Deshalb wollen wir eine einmalige Vermögensabgabe einführen, um die Folgekosten der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise zu bewältigen.

Herzliche Grüße

Priska Hinz
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