Peter Rzepka (CDU)
Kandidat Bundestagswahl 2005
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Grunddaten
Peter Rzepka
Jahrgang
1944
Berufliche Qualifikation
Steuerjurist
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wohnort
-
Wahlkreis
Berlin-Tempelhof-Schöneberg
Ergebnis
32,8%
Landeslistenplatz
4, Berlin
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Frage zum Thema Umwelt
14.09.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Rzepka,
ich habe einige Fragen zum Thema Atomenergie, die ich Ihnen gerne stellen würde. Die CDU will die Laufzeiten für Atomkaftwerke verlängern. Im Wahlprogramm Ihrer Partei taucht aber auch das Wort "Nachhaltigkeit" öfters auf. Inwieweit würden sie die Atomenergie als nachhaltig beurteilen, vor dem Hintergrund, dass auch Uran endlich ist und nur noch einige Jahre reichen wird und wir unseren Kindern und Enkelkindern einen 20.000 Tonnen schweren Atommüllberg hinterlassen, der noch 240.000 Jahre weiter strahlt?
Die CDU begründet eine Verlängerung der Laufzeiten auch mit der Erreichung von Klimaschutzzielen und Reduzierung von CO²-Emissionen. Allerdings ist der Klimawandel ein globales Problem und kein deutsches und weltweit macht die Atomkraft nur 3% des gesamten Energieverbrauchs aus. Um den Treibhauseffekt zu senken, hätte man hunderte neue AKWs auf der Welt bauen müssen. Wie beurteilen Sie das? Ihre Partei will die Förderung der Erneuerbaren Energien einschränken, da sie zu viel Geld vom Staat erhalten. Die Atomenergie erhielt Berechnungen zufolge bis dato fast 67 Milliarden Euro an Subventionen vom Staat und wird noch heute durch steuerliche Rücklagen jedes Jahr massiv gefördert. Ist das nicht ein Widerspruch in sich?

Vielen Dank im Voraus!
Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Peter Rzepka
bisher keineEmpfehlungen
16.09.2005
Peter Rzepka
Sehr geehrte Frau ,

haben Sie vielen Dank für Ihre Fragen. Ich bin der Meinung, die Verlängerung der Restlaufzeiten von Kernkraftwerken ist durchaus sowohl mit Argumenten des Klimaschutzes als auch mit Blick auf bezahlbare Strompreise zu begründen.

Die Kernenergie spielt für die Stromversorgung in Deutschland immer noch eine zentrale Rolle. Im Jahr 2004 stammten rund 30 Prozent der Stromerzeugung aus Kernkraftwerken. Damit war sie wichtigster Stromlieferant, noch vor der Braunkohle mit einem Anteil von 27 Prozent und der Steinkohle mit 22 Prozent. Bis heute konnte die rot-grüne Bundesregierung keine Antwort darauf geben, wie die Stromerzeugung aus der Kernenergie ökologisch und ökonomisch sinnvoll ersetzt werden soll.

Denn die durch die Kernenergie gesparten CO2-Emissionen entsprechen dem jährlichen Ausstoß des gesamten Straßenverkehrs. Würde man die Stromerzeugung aus der Kernenergie mit dem heutigen Energiemix kompensieren, würde dies Studien zu Folge zu zusätzlichen CO2-Emissionen von rund 150 Millionen Tonnen pro Jahr führen. Ein Ersatz der Stromerzeugung aus Kernenergie durch Kohle und Gas würde zu einer deutlichen Erhöhung des CO2-Ausstoßes führen und damit den internationalen Anstrengungen zum Klimaschutz zuwider laufen. Ein weitgehender Ersatz durch erneuerbare Energien wird auf absehbare Zeit nicht zu wirtschaftlich vernünftigen Bedingungen zu realisieren sein. Dafür sind die erneuerbaren Energien noch zu weit von der Wettbewerbsfähigkeit entfernt. Auch Anstrengungen zur Stromeinsparung werden kurzfristig kaum in der Lage sein, einen Beitrag in gleicher Größenordnung zu leisten. Die Restlaufzeiten bestehender Kernkraftwerke zu verlängern ist hingegen mit Sicherheit keine Maßnahme, die vom Staat finanziell gefördert werden muss. Sie erhöht vielmehr die Wirtschaftlichkeit der Kernenergie und muss sich auch in niedrigeren Strompreisen niederschlagen.

Ich möchte Sie darüber hinaus darauf hinweisen, dass sich CDU und CSU in ihrem Regierungsprogramm dafür aussprechen, die Betriebsdauer deutscher Kernkraftwerke ausschließlich an der Gewährleistung des größtmöglichen Sicherheitsniveaus jeder Anlage zu orientieren. Gegebenenfalls bedeutet dies, dass bestehende Anlagen mit modernsten Sicherheitstechnologien nachgerüstet werden müssten, um eine Verlängerung der Laufzeiten zu erlangen. Der Neubau von Kernkraftwerken ist dagegen eine Phantomdiskussion. Letztendlich stellt sich schon aus Gründen der fehlenden Akzeptanz in der Bevölkerung diese Frage nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Rzepka
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Frage zum Thema Wirtschaft
15.09.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Rzepka,
ausgerechnet im Wirtschaftsteil der Berliner Zeitung (15.9.05, S.14) werden, untermauert mit Aussagen von Ökonmen aus Großbanken, erhebliche Bedenken gegen Kernbestandteile ihre wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Vorschläge geäußert. Der Artikel fasst die Ursachen für die schleppende Binnenkonjunktur zusammen und zeigt dass steigende Exportüberschüsse und mangelnder Konsum im Inland gleiche Ursachen haben (Sinken von Reallöhnen). Er zeigt auch auf, dass die Verschärfung der Rezepte der Vorgängerregierung durch sie nur zu den selben negativen Ergebnissen für Konjunktur und Arbeitsmarkt führen wird.
Teilen Sie im Einzelnen solche Aussagen?
1) Ihre geplante Unternehmenssteuerreform würde durch zum Teil auf private Haushalte verschobene Steuerlast auf den Konsum (und Konjunktur) drücken.
2) Eine allgemeine Einkommenssteuerreform würde zwar Steuersätze sinken lassen, finanziert würde sie aber über wesentliche Einkommensbestandteile privater Haushalte (Steuerfreiheit von Zuschlägen, Pendlerpauschale, Eigenheimzulage)
3) "Eine Senkung der Lohnnebenkosten würde sich laut Commerzbank kurzfristig für die privaten Haushalte per saldo negativ auswirken." Weil sie durch Leistungskürzungen und Erhöhung der Mehrwertsteuer finanziert würden.
4) Arbeitsmarktreformen wie Aufweichung des Kündigungsschutzes und gesetzlicher Öffnungsregeln für Tarifverträgen: ">Das würde auf die Löhne drücken<, so Commerzbank-Ökonom Solveen. Er schätzt die gesamte Reform-Belastung der privaten Haushalte für 2006 auf knapp 13 Milliarden Euro..."
Sie werben damit, dass "Sozial ist, was Arbeit schafft". Nun bescheinigen ihnen selbst Bank-Ökonomen, dass ihre Maßnahmen unsozial sind und auf Binnenkonjunktur und damit Arbeitsmarkt negative Auswirkungen hätte.
Halten sie wirklich noch aufrecht, dass ihre sogenannten Reformpläne, die auf jeden Fall "kleine Leute" schröpft, ausgeglichen wird mit zunehmender Beschäftigung (von der man Leben kann)?

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