Nicolette Kressl (SPD)

Angaben zur Person
Nicolette Kressl
© spdfraktion.de
Geburtstag
29.10.1958
Berufliche Qualifikation
Gewerbeschullehrerin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Bühl
Wahlkreis
Rastatt
Landeslistenplatz
3, Baden-Württemberg
weitere Profile
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Finanzen
26.02.2010
Von:

IST INFLATION NICHT DIEBSTAHL AM SPARER ?

Sehr geehrte Damen und Herren,

SPD-Finanzpolitiker kritisieren die Bundesbank wegen Ihrer Politik der Geldwertstabilität und halten die Debatte des IWF für eine Aufweichung der Geldwertstabilität für passend und eine höhere Inflation für passend angesichts hoher Staatsschulden.

Finden Sie nicht, dass eine gewollte Inflation zur Schuldenbekämpfung des Staates auch ein Diebstahl an Kleinsparern ist und nur das Unvermögen der Politik zeigt mit Steuergeldern vernünftig umzugehen ?

MfG
D.H.M.
Antwort von Nicolette Kressl
bisher keineEmpfehlungen
01.03.2010
Nicolette Kressl
Sehr geehrter Herr Maghssudina,

Olivier Blanchard vom IWF hat in der Tat ein akademisches Papier veröffentlicht, in dem er anregt, über eine mögliche Erhöhung der Inflationsrate von 2 auf 4 % nachzudenken. Darauf hin hagelte es von vielen Seiten Kritik und von einigen Seiten gab Zustimmung dazu, darüber nachzudenken, ob die bisherige Politik, die Inflationsrate bei 2 % zu halten, unter bestimmten Bedingungen geändert werden könnte.
Die vom IWF angestoßene Diskussion über eine mögliche Erhöhung der Inflationsrate bewegt sich innerhalb einer wissenschaftlichen Debatte über makroökonomische Theorien. Manche dieser Theorien sind seit Jahrzehnten gesetzt und es ist sicher nicht verkehrt, sie von Zeit zu Zeit zu hinterfragen, um sie auf ihre Plausibilität für die Gegenwart abzuklopfen.
Mehr hat die SPD zu diesem Thema auch nicht gesagt. Deutschland hat in der Vergangenheit sowohl unter der rot-grünen Bundesregierung wie die darauf folgenden große Koalition im europäischen Raum stets stark auf die Erhaltung der Preisstabilität und eine niedrige Inflationsrate gedrängt und geachtet. Auch unser Engagement dafür, nicht - z.B. durch Steuersenkungen zur falschen Zeit - die Verschuldung weiter in die Höhe schnellen zu lassen, unterstützt einen Stabilitätskurs. Darüber hinaus wollen wir damit erreichen, dass nicht das Geld für nötige Investitionen - zum Beispiel in Bildung - fehlt.
Sie müssen sich daher keine Sorgen machen, dass die Inflationsrate demnächst erhöht wird und Ihre Ersparnisse dadurch entwertet werden. Ganz sicher ist steht das bei dieser Diskussion für uns Sozialdemokraten nicht zur Debatte.

Mit freundlichen Grüßen

Nicolette Kressl
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Frage zum Thema Finanzen
21.05.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Kressl,

was qualifiziert Sie als Berufsschullehrerin für Bäcker zum Amt der finanzpolitischen Sprecherin bzw. welche Zusatzqualifikationen besitzen Sie, um dieses zur Zeit wichtige Amt qualitativ gut ausführen zu können?


Viele Grüße,

Antwort von Nicolette Kressl
bisher keineEmpfehlungen
31.05.2010
Nicolette Kressl
Sehr geehrter Herr ,

das Wichtigste ist: ein klarer, gesunder Menschenverstand; eine breite Palette an Erfahrungen in der politischen Arbeit -- und regelmäßiger Kontakte mit vielen Bürgerinnen, Bürgern, Unternehmen, Verbänden etc. Aber es scheint mir ja anzuklingen, dass Sie das Ganze vor allem in formalistischer Hinsicht hinterfragen. Nun gut:
Eine Reihe von Vorlesungen und Scheinen in wirtschaftswissenschaftlichen Fächern (oder glauben Sie, junge Gesellen im Bäckerhandwerk lernen nur "Kuchen und Brot zu backen"?). Lehrtätigkeit bei der IHK auch in den Bereichen "Wirtschaftswissenschaften".
Seit 1994 Mitglied im Bundestag, bereits in meiner ersten Legislatur habe ich mich für den Finanzausschuss entschieden. 1999 wurde ich zur stellvertretenden Sprecherin für Finanzen der SPD-Bundestagsfraktion gewählt, 2007 bin ich als Staatssekretärin ins Finanzministerium berufen worden. Ich beschäftige mich also seit 16 Jahren intensiv und täglich mit Finanzpolitik.
Zudem können die Ausschüsse des Bundestages auf externen und internen Sachverstand zurückgreifen. Es gibt regelmäßig Anhörungen zu Gesetzgebungsverfahren, bei denen Spezialisten und Experten Stellung nehmen. Auch die Verwaltung des Bundestages erstellt Expertisen, schließlich entsenden die Ministerien ihre Fachkräfte in die Ausschüsse und stehen mit ihrem geballten Fachwissen bereit, wenn die Fragestellungen zu kompliziert oder speziell werden.

Mit freundlichen Grüßen
Nicolette Kressl
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