Monika Lazar (GRÜNE)
Kandidatin Bundestagswahl 2005
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Grunddaten
Monika Lazar
Jahrgang
1967
Berufliche Qualifikation
Bäckerin und Betriebswirtin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wohnort
-
Wahlkreis
Leipzig II
Ergebnis
7,2%
Landeslistenplatz
1, Sachsen
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Frage zum Thema Bürgerrechte
03.08.2005
Von:

Guten Tag,

machen Sie sich tatsächlich Hoffnungen auf ein Direktmandat oder dient die Kandidatur "nur" dem allgemeinen Bekanntmachen des bündnisgrünen Wahlprogramms? Mir scheint eine Erststimme für die Grünen in LeipzigII verschenkt zu sein, sehen Sie das genauso, und wenn nein, warum nicht?

MfG
Antwort von Monika Lazar
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04.08.2005
Monika Lazar
Hallo oder sehr geehrter Herr ,

bis jetzt hat es nur einen direkt gewählten Kandidaten von Bündnis 90/Die Grünen gegeben: 2002 Hans-Christian Ströbele in Berlin-Kreuzberg/Friedrichshain. Natürlich ist die Chance, in Leipzig II direkt gewählt zu werden recht gering. Die Chance einer Direktkandidatur ist allerdings, dass sich die KandidatInnen persönlich zu den verschiedenen Themen äußern können. So gibt es in jeden Wahlkreis viele Wahlforen, wo nur die DirektkandidatInnen eingeladen werden. Wenn es da von Bündnis 90/Die Grünen keine Person gibt, wird diese nicht eingeladen und kann so diese Positionen nicht vertreten. Die meisten BesucherInnen dieser Veranstaltungen sind auch an der "persönlichen Note" interessiert, neben dem jeweiligen Wahlprogramm. Da es zur Bundestagswahl zwei Stimmen gibt, wollen wir all denjenigen die Chance geben, uns zwei Stimmen zu geben, die uns gut finden. Manchmal gibt es auch in einem Wahlkreis Absprachen zwischen zwei BewerberInnen: z.B. Erststimme SPD und Zweitstimme Bündnis 90/Die Grünen. Das ist aber eine individuelle Note, die dazu motivieren soll, dass der SPD-Bewerber die meisten Erststimmen bekommt und somit direkt in den Bundestag einzieht. Für Bündnis 90/Die Grünen ist die Zweitstimme am wichtigsten, da über diese Lsienstimme entschieden wird, wieviele VertreterInnen der Partei in die Gesamtfraktion in Berlin einziehen. Z.Zt. sind es für Sachsen zwei von 55 für die bündnisgrüne Bundestagsfraktion. Sie können mich also mit der Erst- und Zweitstimme wählen, da ich in sachsen die Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen bin.

Mit freundlichen Grüßen
Monika Lazar
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Frage zum Thema Bürgerrechte
02.09.2005
Von:

Sehr geehrte Frau Lazar,

was meinen Sie als Grüne – Stichpunkt offener, kontroverser, politischer Meinungsaustausch – zum allgemeinen Auftreten der Grünen in der Bundesregierung oder zum nahezu patriarchalischen Auftreten ihres Spitzenkandidaten Joschka Fischer?

Und noch eine Frage: Wie wollen Sie konkret die Bürger aus Ihrem Wahlkreis Leipzig vertreten?
Antwort von Monika Lazar
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16.09.2005
Monika Lazar
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Frage ist nicht so leicht zu beantworten. Mir gefallen auch nicht alle Äußerungen von der Bundesebene der Bündnisgrünen, aber es ist einfach so: In einer Demokratie braucht man zum Durchsetzen seiner Ziele immer Mehrheiten. Dabei müssen in einer Koalition auch Kompromisse geschlossen werden. Das das nicht immer einfach ist, werden Sie sicher verstehen. Ich bin seit Anfang diesen Jahres im Bundestag und konnte in den letzten Monaten selbst miterleben, wie da bei manchen Entscheidúngen ein gewaltiger Druck aufgebaut werden kann. In der grünen Bundestagsfraktion wird immer viel diskutiert, natürlich auch kontrovers. Als Koalitionspartner ist man manchmal etwas eingeschränkt in seinem Entscheidungsspektrum. Ich hoffe, dass Sie bei aller Kritik sehen, welche Fortschritte die Rot-Grüne Koalition uns trotz aller Schwierigkeiten gebracht hat: Ohne die Bündnisgrünen hätte es sicher nicht den Atomausstieg, den Aufschwung der Erneuerbaren Energien, die neue Verbraucherschutzpolitik, die kritische Haltung zur Gentechnik, die eingetragene Partnerschaft für Lesben und Schwule und nicht zuletzt die gesellschaftliche Öffnung im öffentlichen Umgang mit Frauen, Männern, Minderheiten gegeben.

Das manchmal etwas patriarchale Auftreten von Joschka Fischer ist auch nicht meine Sache. Ich finde aber, in den letzten Wochen war es nicht ganz so schlimm und auch er hat gelernt, dass er nicht unverwundbar ist. Das hat man ihm m.E. im Wahlkampf schon angemerkt. Also auch Joschka ist lernfähig.

Wie ich die LeipzigerInnen vertreten will: Natürlich ist jede Abgeordnete im Bundestag für das ganze Land da und nicht jeder ist ein "Lobbyist" seiner Stadt oder Region. Aber da ich hier aufgeachsen bin und weiterhin hier lebe, kann ich meine persönlichen Erfahrungen in die Debatten im Bundestag mit einbringen. Auch kenne ich die Sorgen und Nöte der Leute hier vor Ort und weiß, wo der "Schuh drückt". Bevor ich am Anfang des Jahres in den Bundestag nachgerücht bin, habe ich selbst in einer kleinen Firma gearbeitet, habe nicht viel Geld verdient, habe unter meinen Bekannten und Freundinnen einige, die alleinerziehend und arbeitslos sind. Außerdem stamme ich aus einer Bäckersfamilie als Familienbetrieb und habe in den Jahren so mitbekommen, welche Schwierigkeiten die kleinen Unternehmen haben, die bei uns im Osten den allergrößten Teil der Betriebe bilden. Somit denke ich, dass ich einen ganz guten Überblick habe. Desweitern habe ich mein Wahlkreisbüro im Haus der Demokratie im Leipziger Süden, wo mich auch Leute aufsuchen und mich um Rat bitten und um Hilfe bitten.

Mit freundliche Grüßen
Monika Lazar
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Frage zum Thema Bürgerrechte
13.09.2005
Von:

Hallo Monika Lazar,

wird die Legalisierung von Marijuana bzw. zumindest die Entkriminaliserung der Konsumenten bei einem erneuten Regierungsantritt der Grünen durchgesetzt werden oder soll ich lieber die Linke wählen um dieses Ziel verwirklicht zu sehen?
Antwort von Monika Lazar
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13.09.2005
Monika Lazar
Hallo ,
in unserem Wahlprogramm steht das Problem nach wie vor drin und uns ist das Thema auch weiterhin wichtig. Wir wollten auf diesem Gebiet in den letzten Jahren der Regierung schon weiter sein. Leider war das aufgrund von Vorbehalten und anderer Prioritätensetzung der SPD nicht so ganz einfach. Ich würde mich daher freuen, wenn Sie uns noch mal die Chance Ihrer Stimme geben werden. Unsere "Jugendorganisation" Grüne Jugend ist bei dem Thema schon seit Jahren sehr aktiv und macht der "Altpartei" regelmäßig Druck, damit wir unser Ziel der Legalisierung und Entkriminalisierung nicht vergessen.
PDS (Linkspartei) zu wählen ist zu diesem Thema nicht sinnvoll, da die PDS auf alle Fälle nicht die Regierung stellen wird und somit sie die Umsetzung nicht realisieren wird. Außerdem bezweifle ich, ob diese Position bei der Mehrzahl der PDS-Mitglieder mehrheitsfähig ist. Ich würde mich daher freuen, wenn Sie wieder Bündnis 90/Die Grünen wählen würden.
Mit freundlichen Grüßen
Monika Lazar
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Frage zum Thema Familie
14.09.2005
Von:

Sehr geehrte Frau Lazar,
wie Sie ja wissen ist das Familienrecht absolut mütterzentriert. Väter sind völlig dem Willen der Mütter ausgeliefert, was immer wieder zu grotesken Situationen führt. Väter sind in unserer Gesellschaft Menschen zweiter Klasse, degradiert zum Zahlvater, steuerlich benachteiligt, etc. Die fehlenden u. benachteiligten Väter sind wegen dieser Situation aus der Erziehung der Kinder heraus, die Gesellschaft muß die Zeche für diese Entwicklung, das viele Kinder nur von Müttern aufgezogen werden zahlen (Kriminalität, Drogenkonsum, psych. Probleme, Bindungsprobleme etc.). Wie wollen Sie die Väter wieder in die Verantwortung für unsere Kinder u. unsere Zukunft bekommen? Wie stehen Sie zur Gleichberechtigung der Männer generell im Familien- u. Kindschaftsrecht (gemeinsame Sorge, Erziehung u. Betreuung- Wechselmodell- trotz Trennung)? Trotz Beteuerung der Förderung der Familie werden aber nur Alleinerziehende massiv unterstützt, u. durch die vorhandenen Möglichkeiten der finanziellen Unterstützungen durch den Staat werden Familien zerstört. Auf den Punkt gebracht werden Singles mit Kindern die nicht arbeiten massiv gefördert, u. Familien die arbeiten müssen um jeden Cent kämpfen. Was will Ihre Partei zur Lösung dieser wichtigen Probleme tun?
Antwort von Monika Lazar
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16.09.2005
Monika Lazar
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Sicht ist leider sehr einseitig. Bündnis 90/Die Grünen vertreten den Grundsatz der Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Leider sieht es in der Praxis oft noch so aus, dass das Kinderthema automatisch den Frauen zugeordnet wird. Wir unterstützen es, wenn Männer(Väter) sich mehr um Kinder und Familie kümmern wollen. Denn Gleichberechtigung ist erst dann hergestellt, wenn die Rechte und Pflichten von Frauen und Männern in Familie und Beruf Praxis ist. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Wir begrüßen es, wenn Männer auch Erziehungszeit nehmen und bei getrennten Paaren, das Sorgerecht mit beanspruchen. Leider beteiligen sich die Männer nur zu ca. 2% an der Erziehnungszeit und bei getrennten Paaren bleiben viele Männer bei den Unterhaltszahlungen zurückhaltend.
Das nur Alleinerziehende unterstützt werden entspricht nicht den Tatsachen. Wir haben in den letzten Jahren das Kindergeld und den Kinderfreistellungsbetrag erhöht. Viele Alleinerziehende haben es immer noch schwerer, besonders was die Berufstätigkeit betrifft.
Außerdem haben wir einweit gefasstes Familienbild: Für uns Grünen ist dort Familie, wo Kinder sind, egal ab das Alleinerziehende, verheiratete Paare, Partnerschaften, Patchworkfamilie oder Lesben und Schwule sind.

Mit freundlichen Grüßen
Monika Lazar
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