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Sehr geehrte Frau Lazar,
die öffentlichen Äußerungen Ihrer Partei in den letzten Wochen betreffend Bürgerrechte - insbesondere das Internet-Sperrgesetz betreffend - waren für mich unzweideutig: Ihre Partei hatte sich unmissverständlich pro Bürgerrechte und gegen das Sperrgesetz positioniert.
Die Abstimmung am Donnerstag hat ergeben, dass über 35% der Mitglieder Ihrer Partei nicht entsprechend Ihrer Außendarstellung gestimmt haben (15 Enthaltungen, 3 Stimmberechtigte nicht teilgenommen). Ihr Abstimmungsverhalten dabei ist mir bekannt.
Ich als Bürger möchte, dass sich meine Interessen in der aktuellen Politik widerspiegeln. Leider bleibt mir dabei selten mehr als die Möglichkeit, mich an der Außendarstellung einer Partei zu orientieren und dementsprechend alle 4 Jahre meine Stimme abzugeben.
Weitere Optionen, wie Petitonen, Demonstartionen etc., stehen mir zwar frei. Jedoch ist mir die Unwirksamkeit dieser Mittel, relevant am politischen Geschehen teilzunehmen, gerade letzen Donnerstag noch einmal unzweifelhaft demonstriert worden (s. Petition gegen das Internet-Sperrgesetz).
Umso wichtiger ist es dadurch für mich, Partei- und Wahlprogramme mit dem tatsächlichen politischen Verhalten einer Partei zu vergleichen und für mich daraus zu schließen, ob ich eine Chance habe – sollte ich meine Interessen in einem Programm wiederfinden – dass dieses Programm auch umgesetzt wird. Allgemein wird dies als "Glaubwürdigkeit" einer Partei bezeichnet.
Daher meine Frage an Sie: können Sie mir bitte erklären, wie Ihre Partei sich einerseits klar gegen das Internet-Sperrgesetz positionieren kann, andererseits aber zu über einem Drittel dies nicht in der Abstimmung repräsentiert? Wie kann ich zukünftig davon ausgehen, dass Ihre Partei das, was sie vorgibt umsetzen zu wollen, auch mit aller Kraft und Entschlossenheit tun wird – gerade nach dem diese Woche erlebten?
Ich danke Ihnen im Voraus für Ihre Antwort!