Sehr geehrte Frau

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ich bedanke mich recht herzlich für Ihre EMail und möchte Ihnen gerne antworten und Ihnen meine Beweggründe schildern, warum ich dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) - wie im übrigen auch überfraktionell der ganz überwiegende Teil des Deutschen Bundestages - trotz berechtigter Bedenken zugestimmt habe.
Um die Finanzstabilität des Euro-Währungsgebiets zu bewahren, bedarf es diverser Maßnahmen, denn angesichts der starken Interdependenzen innerhalb des Euro-Währungsgebiets können ernsthafte Risiken für die Finanzstabilität der Mitgliedstaaten, deren Währung der Euro ist, die Finanzstabilität des gesamten Euro-Währungsgebiets gefährden.
Ein Zahlungsausfall einzelner Mitgliedstaaten könnte einen nicht zu kalkulierenden Dominoeffekt und weitreichende Konsequenzen haben. Politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich würde ein Scheitern des Euro einen schwerwiegenden Rückschlag für Europa bedeuten. Der politische und wirtschaftliche Nutzen für die Bundesrepublik übersteigt die Kosten der EU-Mitgliedschaft bei weitem und ein Auseinanderbrechen der Währungsunion hätte für Deutschland als Exportnation gravierende Folgen.
Mit dem ESM und dem Fiskalpakt werden wesentliche Schritte hin zur Bewältigung der Schuldenkrise gemacht. Die Alternativen zu diesem Vorgehen wären eine unkalkulierbare und von uns nicht gewollte Vergemeinschaftung der Staatsschulden oder die unkontrollierte Insolvenz von Staaten mit unübersehbaren Folgen für die gesamte Eurozone und die Weltwirtschaft.
Mit der Ablösung der EFSF durch den ESM werden wir in der Lage sein, überschuldete Euro-Staaten in kontrollierbaren Schritten zu sanieren, ohne den Bestand der Eurozone zu gefährden. Im Gegenzug müssen jene notleidenden Länder die damit verbundenen Auflagen konsequent einhalten und umsetzen.
Es gilt, eine Balance von Eigenverantwortung und Solidarität zu wahren und für die CDU gilt der Grundsatz: "Keine Hilfe ohne Gegenleistung". Deshalb müssen die hilfsbedürftigen Staaten umfassende Reformen durchführen, um wieder stabil und wettbewerbsfähig zu werden.
Um dauerhaft zu einer nachhaltigen Finanzpolitik zu kommen, setzen wir, die CDU, uns weiterhin für die Einführung einer Schuldenbremse nach deutschem Vorbild in allen Euro-Staaten ein. Wir wollen Vorbild in Europa sein und möglichst zügig ohne Neuverschuldung auskommen, denn den nachfolgenden Generationen dürfen keine unnötigen Lasten aufgebürdet werden!
Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Urteil vom 12.September 2012 den ESM grundsätzlich für verfassungskonform gehalten. Die geforderten Klarstellungen sind in der Zwischenzeit verhandelt und beschlossen worden.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Stübgen, MdB