Michael Leutert (DIE LINKE)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Michael Leutert
© Die LINKE
Geburtstag
08.08.1974
Berufliche Qualifikation
Diplom-Soziologe
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wohnort
Chemnitz
Wahlkreis
Chemnitz
Ergebnis
27,9%
Landeslistenplatz
6, Sachsen
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(...) Bei abgeordnetencheck.de handelt es sich nicht um ein politisch neutrales Politikportal mit dem Ziel, die Mitwirkung von Bürgerinnen und Bürgern zu stärken, sondern um eine Homepage, die für erzkonservative Inhalte steht und diese vermitteln will. Schon die Art der Fragen ist oftmals tendenziös. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Euro-Rettungsschirm
05.09.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Leutert,

ich wende mich an Sie wegen der anstehenden parlamentarischen Abstimmung zum Vertragsentwurf des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM).

Auf abgeordneten-check.de ist zu ersehen, dass an Sie bereits 30 Anfragen diesbezügliche gerichtet wurden, die Sie im Gegensatz zu anderen Abgeordneten unbeantwortet gelassen haben.

Der Vertragsentwurf weckt bei mir folgende Bedenken hinsichtlich seiner demokratischen Legitimation:
Gemäß Art. 8 Abs. 4 verpflichten sich die ESM-Mitglieder, bedingungslos und unwiderruflich, ihre Einlage auf das Grundkapital (700 Milliarden €) zu leisten. Dem Wortlaut nach sind damit auch zukünftige Regierungen gebunden. Nach Art. 10 Abs. 1 kann der Gouverneursrat Änderungen des Grundkapitals, d.h. auch Aufstockungen, beschliessen.
Darüberhinaus ist der ESM gem. Art. 17 Abs. 1 ermächtigt, zur Erfüllung seiner Aufgaben auf den Kapitalmärkten Kredite von Banken, Finanzinstituten oder sonstigen Personen oder Einrichtungen aufzunehmen. Eine parlamentarische Kontrolle dieser Kreditaufnahmen ist nicht vorgesehen.
Die Kontrolle des Organs wird durch Art. 25 geregelt "Die Prüfung der Rechnungsführung des ESM erfolgt durch unabhängige externe Prüfer, die vom Gouverneursrat bestätigt werden." D.h. der zu Prüfende wählt seine Prüfer selbst aus.
Durch die Immunitätsklauseln der Art. 27 und 30 sind die Mitglieder des Gouverneursrats sowie seine Direktoren der parlamentarischen und gerichtlichen Kontrolle gänzlich entzogen.
Der Vertragsentwurf beschränkt in der vorliegenden Form die Budgethoheit des Bundestages wesentlich.
Ich bitte Sie daher Ihre Entscheidung bei der für den 23.09. geplanten Abstimmung wohl abzuwägen. Sie stehen in Ihrer Fraktion nicht allein, wenn Sie sich dagegen aussprechen.
Ihrer öffentlichen Antwort sehe ich mit Interesse entgegen.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Michael Leutert
2Empfehlungen
04.10.2012
Michael Leutert
Sehr geehrte Frau ,

bitte entschuldigen Sie die späte Antwort. Die Fragen von Abgeordnetenwatch sind an eine zwischenzeitlich nicht mehr gültige Mailadresse weitergeleitet worden, wie mir erst kürzlich aufgefallen ist.

Bei abgeordnetencheck.de handelt es sich nicht um ein politisch neutrales Politikportal mit dem Ziel, die Mitwirkung von Bürgerinnen und Bürgern zu stärken, sondern um eine Homepage, die für erzkonservative Inhalte steht und diese vermitteln will. Schon die Art der Fragen ist oftmals tendenziös. Hinter dieser Seite steht das Freie-Welt-Netzwerk, "ein rechtskonservatives Netzwerk von Internetpräsenzen, in dessen Zentrum das Ehepaar Sven von Storch und Beatrix von Storch stehen". ( sozialeswiki.de ) Aus diesem Grund beantworte ich keine Anfragen von dieser Seite.

Zu ihrer Frage: In dieser Sache stimme ich dem von ihnen genannten Argument - Einschränkung der Budgethoheit des Bundestages ohne Kompetenzübertragung an ein demokratisch legitimiertes europäisches Gremien - zu und habe unter anderem aus diesem Grund gegen den ESM gestimmt.

mit freundlichen Grüßen

Michael Leutert
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Frage zum Thema Finanzen
14.04.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Leutert,

im Fiskalpakt wurde festgelegt, dass die einzelnen Staaten eine Schuldenbremse gesetzlich einführen. Auf europäischer Ebene gibt es bereits eine Schuldenbremse, nur halten sich die wenigsten Staaten daran, auch Deutschland nicht. Wie eine Schuldengrenze funktionieren kann, haben die USA im August 2011 demonstriert. Wäre die Grenze nicht erhöht worden, so wären die USA binnen weniger Wochen zahlungsunfähig geworden. Meinen Sie, dass in Europa eine Schuldenbremse bessere Wirkungen hat? Wer hindert die Parlamente daran, auch ohne Schuldenbremse einen ausgeglichenen und nachhaltigen Haushalt zu beschließen?

Mit freundlichen Grüßen

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Frage zum Thema Offenlegung von Nebeneinkünften auf Euro und Cent
15.11.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Leutert,

Sie sind ein gewählter Volksvertreter. Warum haben Sie sich der Abstimmung gegen die Offenlegung der Nebeneinkünfte von Poltikern enthalten? Haben Sie keine Meinung dazu oder wollten Sie, dass die Abstimmung scheitert. Keine Meinung ist auch eine Meinung, denn immer wenn man sich für keine Seite entscheidet, hilft man der Gegenseite. In diesem Fall haben Sie ein sehr wichtiges Thema verhindert. Es geht nicht darum, das komplette Leben von Politikern offen zu legen, sondern darum, Interessenskonflikte zu erkennen und zu sehen, wo wer wie involviert ist. Damit haben Sie allen sehr geschadet,ihrer Partei und uns dem Volk. Was haben Sie zu verbergen? Ein Abgeordneter, der zu viele und zu hoch bezahlte Nebentätigkeiten hat, kann seinen eigentliche Aufgaben als Abgeordneter nicht mehr gerecht werden und kann die Interessen des Volkes nicht konfliktfrei vertreten . Das passt für mich nicht zusammen!
Leider lässt Sie das in keinem guten Licht dastehen.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit!
Antwort von Michael Leutert
1Empfehlung
16.11.2012
Michael Leutert
Sehr geehrte Frau ,

Vielen Dank für Ihre Frage! Um es gleich vorwegzunehmen: Ich stimme mit Ihnen in der Sache völlig überein. Transparenz ist kein Zugeständnis der Abgeordneten, sondern ein berechtigter Anspruch der Wählerinnen und Wähler. Dehalb veröffentliche ich mein eigenes Einkommen, ebenso wie meine Spenden und Mitgliedsbeiträge, seit Jahren freiwillig auf meiner Homepage www.michael-leutert.de

Nun zu der Abstimmung: Ich habe mich bei der Abstimmung nicht enthalten, ich konnte an der Abstimmung gar nicht teilnehmen. Leider liegen wegen des dichten Zeitplans im Bundestag regelmäßig Ausschusssitzungen parallel zum Plenum. An dem Tag fand parallel zu der Abstimmung über die Offenlegung der Nebeneinkünfte von Bundestagsabgeordneten die Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses statt. In dieser Sitzung wird zum Ende der Haushaltsberatungen sozusagen ´letzte Hand´ an den Bundeshaushalt für das jeweils nächste Jahr gelegt. Als Haushaltspolitiker der LINKEN, der für vier Ministerien zuständig ist, musste ich dort anwesend sein.

Hätte ich an der Abstimmung teilnehmen können, hätte ich dem Antrag der CDU/CSU-FDP-Koalition aber tatsächlich nicht zugestimmt. Er ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, geht aber nicht weit genug. Nebeneinkünfte von Abgeordneten sollten vom ersten Euro an vollständig angegeben werden müssen. Es muss vollständig klar sein, wieviel Geld woher kommt und dass die Abgeordneten dadurch nicht beeinflusst werden. Deshalb war und ist meine Fraktion für eine noch umfassendere Offenlegung der Nebeneinkünfte. In anderen europäischen Ländern ist das üblich, warum soll das hier nicht gehen?

Aus Ihrem Schreiben schließe ich, dass Sie sich schon eine - leider nicht so gute - Meinung über mich gebildet haben. Ich hoffe sehr, dass meine Antwort dazu beiträgt, diese zu revidieren.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Leutert
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
28.02.2013
Von:

Hallo,

mich würde Interessen, wie Sie zu den Rechten von Homosexuellen stehen. Ob Sie es befürworten oder eher dagegen sind. beziehungsweise, in wieweit man deren Rechte zurücksetzten, bzw. vorantreiben sollte?

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