Markus Grübel (CDU)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Markus Grübel
Jahrgang
1959
Berufliche Qualifikation
Notar
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Esslingen
Landeslistenplatz
keinen, Baden-Württemberg
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(...) Unsere Finanzpolitik ist dem Prinzip der Generationengerechtigkeit verpflichtet. Um unsere Kinder und Kindeskinder nicht weiter zu belasten und Steuererhöhungen zu vermeiden, müssen wir die Neuverschuldung zurückführen und unsere Haushalte soweit sanieren, dass wir bald mit der Tilgung beginnen können. Daher müssen wir Haushaltsdisziplin üben und die staatlich übernommenen Aufgaben auf ihre Notwendigkeit hin überprüfen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
23.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Grübel,

Sie haben - wie die Mehrheit Ihrer Fraktion - für das "Zugangserschwerungsgesetz" gestimmt. Ich bin sicher, dass Ihnen die massive Kritik an dem Gesetz nicht entgangen ist. Als Mitglied im Parlamentsausschuss der das von-der-Leyen-Ministeium abbildet würde mich interessieren, welcher der öffentlich immer wieder verbreiteten Gründe Sie motiviert haben dafür zu stimmen:

1. Sie glauben wirklich mit dem Gesetz etwas zur Verhinderung von Kindesmißbrauch zu tun/die Kinderpornoindustire empfindlich zu treffen.

2. Ihnen waren die mit diesem Gesetz verbundenen Probleme im Vorfeld nicht bekannt.

3. Sie wussten, das das Gesetz kritisch ist, wollten in der öffentlichen Meinung aber nicht als Förderer von Kinderpornographie dargestellt werden können.

4. Sie haben sich an der Mehrheit Ihrer Franktion orientiert.

5. ...

Um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen, ich bin gegen das Gesetz. Ich halte keines der genannten Argumente für besonders gut oder schlecht. Mich würde einfach nur interessieren, was Ihre Gründe waren. Vielen Dank für Ihre Antwort.
Antwort von Markus Grübel
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26.08.2009
Markus Grübel
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Mail zum Thema Kinderpornographie.
Die von Ihnen vorgegebene Antwort 1 war für mich entscheidend. Ich bin mir bewusst, dass die Maßnahme keinen 100%tigen Schutz sicherstellt. Zufällige Besuche und Besuche von Menschen, die im Umgang mit dem Medium durchschnittlich vertraut sind, werden aber deutlich erschwert.

Ergänzend teile ich Ihnen folgendes mit:
1. Durch die Sperrung der kinderpornographischen Seiten im Internet wird der Kampf gegen dieses Verbrechen um präventive Maßnahmen ergänzt. Zufällige Besuche auf diesen Seiten werden durch eine Stopp-Seite verhindert. Die Stopp-Seite setzt ein deutliches gesamtgesellschaftliches Signal für das Netz: Stopp, hier geht es nicht weiter, hier wird der legale Raum verlassen. Die Sperrung solcher Seiten ist eine zusätzliche und ergänzende Maßnahme, wenn ein wirksameres Vorgehen direkt gegen die schrecklichen Inhalte bei ausländischen Angeboten nicht möglich ist. Die Stoppseite ist ein wichtiger Baustein einer Gesamtstrategie gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern und seiner Darstellung im Internet.

2. Nutzer, die z.B. durch Links in Spam-Mails auf diese Stopp-Seite gelangen, müssen nicht mit Strafverfolgung rechnen. Die Daten, die an der Stopp-Seite anfallen, dürfen für die Strafverfolgung nicht genutzt werden. Damit ist ein anderslautender Entwurf des SPD-geführten Justizministeriums vom Tisch. Für uns ist klar, dass Hersteller und Konsumenten von Kinderpornographie mit aller Härte des Gesetzes verfolgt werden. Genauso klar ist aber auch, dass wir harmlose Nutzer nicht durch – letztlich unbegründete – staatliche Verfolgungsmaßnahmen stigmatisieren und ihre bürgerliche Existenz vernichten dürfen.

3. Der Vorschlag von Bundesministerin von der Leyen, ein Expertengremium einzurichten, wurde realisiert: Der Datenschutzbeauftragte benennt fünf Mitglieder, die berechtigt sind, jederzeit die Sperrliste beim Bundeskriminalamt einzusehen und zu überprüfen.

4. Löschen geht vor Sperren: Wir bekämpfen das Übel an der Wurzel und werden nur dann sperren, wenn wir gegen die Inhalte nicht oder nicht zeitnah vorgehen können.

5. Wir haben klargestellt, dass Sperrmaßnahmen auf kinderpornographische Internet-Seiten beschränkt bleiben.

6. Nach zwei Jahren wird eine Evaluierung durch die Bundesregierung stattfinden. Ein Jahr später wird das Gesetz auf Grund der gewonnenen Erfahrungen optimiert werden. Das ist moderne Gesetzgebung, wenn man mit einer zukunftsfähigen Regelung Neuland betritt.

Insgesamt ist durch die massiven Nachbesserungen durch die Union ein ausgewogenes Gesetz entstanden, das energisches Vorgehen gegen die Kinderpornographie mit einem ausgeprägten Grundrechtsschutz verbindet.

Mit freundlichen Grüßen aus Berlin

Markus Grübel MdB
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Frage zum Thema Familie
04.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Grübel!

Sie sind Mitglied im Familienausschuss.

Vor ca. zwei Jahren habe ich erfahren, daß ein entfernter Verwandter von mir über Jahre hinweg Opfer von schwerer physischer Gewalt durch seine Partnerin geworden ist. Er selber - obwohl physisch stärker - hat sich niemals gewehrt. Ich konnte das anfangs kaum glauben, habe mich jedoch zwischenzeitlich über dieses Thema informiert.

Das Familienministerium hat im Jahre 2004 eine Pilotstudie zum Thema "Gewalt gegen Männer" herausgegeben. Die Ergebnisse waren für viele überraschend:

im häuslichen Bereich werden Männer genauso häufig und genauso schwer Opfer von Gewalt durch ihre Partnerin wie umgekehrt, im öffentlichen Bereich werden männer häufiger Opfer von Gewalt.

www.gewalt-gegen-maenner.de

Die Studie kommt zu dem Schluß,

daß weitere, umfassendere Studien und Forschungen zu diesem Thema notwendig sind

daß die Öffentlichkeit über dieses Thema informiert werden soll

daß Beratungs- und Hilfsangebote für Betroffene einzurichten sind.

Meine Fragen an Sie:

1. Was haben Sie, Ihre Partei und das Familienministerium seither unternommen, um den Ergebnissen Ihrer eigenen Studie gerecht zu werden?

2. Halten Sie es für richtig, daß das Familienministerium, Frau von der Leyen und die CDU beim Thema "Häusliche Gewalt" ausschließlich von Gewalt von Männern gegen Frauen sprechen, obwohl Ihre eigene Studie (und zahlreiche weitere!) bewiesen haben, daß häusliche Gewalt von Frauen gegen Männer genauso häufig und schwer ist?

Es geht mir nicht darum, hier männliche Gewalt gegen weibliche aufzuwiegen, ganz im Gegenteil: Jeder Fall ist einer zuviel. Aber mein Verwandter hat damals solange stillgehalten, weil er glaubte, es würde ihm sowieso niemand glauben. Und genauso ist es gekommen, als er sein Schweigen gebrochen hat: Polizei, Jugendamt, Bekannte, auch ich hatten Mühe, das zu glauben. Aufklärung tut Not, bitte setzen Sie sich dafür ein!

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Markus Grübel
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18.09.2009
Markus Grübel
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Mail zum Thema Gewalt gegen Männer. Sie haben ein sehr wichtiges Thema angesprochen, das in der Tat noch mehr in den Fokus der Öffentlichkeit kommen sollte.

Dennoch teile ich nicht Ihre persönliche Interpretation und Auswertung der Studie "Gewalt gegen Männer". Sie folgern, dass häusliche Gewalt von Frauen gegen Männer genauso oft vorkommt und genauso schwer ist.
Experten gehen davon aus, dass häusliche Gewalt in ca. 95 Prozent gegen Frauen von Männern verübt wird. Bei den restlichen ca. 5 Prozent sind die Männer die Opfer. Es sind zwar "nur" 5 Prozent. Gewalt gegen Männer kommt in der politischen und öffentlichen Diskussion aber so gut wie nicht vor.
Allein durch die Kräfteverhältnisse müssen Frauen besser geschützt werden. In der Studie "Gewalt gegen Männer" wird deutlich, dass es sich bei der Gewalt gegenüber Männern insbesondere um psychische Gewalt und Kontrolle, die Frauen gegen bzw. über ihre Beziehungspartner ausüben, handelt.
Misshandelte Männer können auch vom "Gesetz zur Verbesserung des zivilgerichtlichen Schutzes bei Gewalttaten sowie zur Erleichterung der Überlassung der Ehewohnung bei Trennung", das geschlechtsneutral formuliert ist, profitieren, sofern sie bereit sind, Hilfe zu suchen.
Außerdem können von familiärer Gewalt betroffene Männer bei allgemeinen Ehe- und Familienberatungsstellen Rat und Hilfe suchen.
Zudem hat die CDU-geführte Bundesregierung auch zum Schutz vor häuslicher Gewalt bei ihren Präventionsmaßnahmen im "Aktionsplan zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung" und im Nationalen Aktionsplan "Für ein kindgerechtes Deutschland 2005-2010" die geschlechtsspezifischen Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen ganz bewusst in den Blick genommen.

Mit freundlichen Grüßen aus Berlin

Markus Grübel MdB
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Frage zum Thema Finanzen
07.09.2009
Von:
-

Sehr geehrter Herr Grübel,

mir machen besonders unsere immensen Staatsschulden und mögliche Steuererhöhungen große Sorgen. Sie haben bei der Schuldenbremse mit Ja gestimmt. Ich hätte hierzu 3 Fragen:

1. Können Sie kurz darlegen, wie Sie neue Schulden zukünftig vermeiden wollen und ob dies auch ohne neue Belastungen für die Bürger möglich ist?

2. Wenn sich herraus stellt, dass die Schuldenbremse nicht eingehalten werden kann, unter welchen Umständen würden Sie einer Änderung des Gesetzes oder gar einer Abschaffung der Schuldenbremse zustimmen?

3. Wie stellen Sie sich zum Schwarzbuch der Steuerzahler und zu oftmals sinnlosen Steuerverschwendungen?

Vielen Danke und beste Grüße
-
Antwort von Markus Grübel
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09.09.2009
Markus Grübel
1. Können Sie kurz darlegen, wie Sie neue Schulden zukünftig vermeiden wollen und ob dies auch ohne neue Belastungen für die Bürger möglich ist?

Markus Grübel MdB: Unsere Finanzpolitik ist dem Prinzip der Generationengerechtigkeit verpflichtet. Um unsere Kinder und Kindeskinder nicht weiter zu belasten und Steuererhöhungen zu vermeiden, müssen wir die Neuverschuldung zurückführen und unsere Haushalte soweit sanieren, dass wir bald mit der Tilgung beginnen können. Daher müssen wir Haushaltsdisziplin üben und die staatlich übernommenen Aufgaben auf ihre Notwendigkeit hin überprüfen. Dauerhaft lässt sich die Schieflage der öffentlichen Haushalte nur durch eine konsequente Reformpolitik korrigieren. Hier gilt die einfache Regel, dass auch der Staat dauerhaft nicht mehr ausgeben kann als er einnimmt.

2. Wenn sich herraus stellt, dass die Schuldenbremse nicht eingehalten werden kann, unter welchen Umständen würden Sie einer Änderung des Gesetzes oder gar einer Abschaffung der Schuldenbremse zustimmen?

Markus Grübel MdB: Die Schuldenbremse ist ein wichtiges Instrument zur Sanierung der Staatsfinanzen, das ich befürworte und an dem wir festhalten werden.

3. Wie stellen Sie sich zum Schwarzbuch der Steuerzahler und zu oftmals sinnlosen Steuerverschwendungen?

Markus Grübel MdB: Die Verschwendung von Steuergeldern ist generell verwerflich. Daher finde ich es gut, wenn die Bürgerinnen und Bürger oder auch bestimmte Organisationen die Arbeit der Regierung und Verwaltungen sowie der Volksvertreter kritisch begleiten. Aber ob Staat oder Privatwirtschaft: Wo Menschen arbeiten oder Geld ausgeben, werden auch Fehler gemacht. Wichtig ist, dass es eine wirksame Kontrolle gibt und dass Systemfehler erkannt werden.
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
30.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Grübel,

mich beschäftigt schon seit längerem die Frage, warum Deutschland eigentlich keine Autobahnbenutzungsgebühren für PKW ( z.B. Pickerl wie in Österreich ) einführt, wie ziemlich alle unsere Nachbarn in Europa seit vielen Jahren, mit diesen Einnahmen könnte in Bildung, Straßenbau, Soziale Bereiche, Gesundheit u.v.m investiert werden.

Wenn man bedenkt was sich vor allem in Ferienzeiten über unsere deutschen Autobahnen bewegt, sind das nach meiner Ansicht schon seit vielen Jahren entgangene Milliardenbeträge .

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Markus Grübel
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01.10.2009
Markus Grübel
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Anfrage vom 30. September 2009.

Die von Ihnen angesprochene Pkw-Maut kommt jedes Jahr, vor allem in den Sommermonaten ins Gespräch. Vereinzelt wird sie auch von Politikern gefordert.
Wir als CDU wollen keine Mehrbelastung für die Autofahrer. Deshalb befürworten wir derzeit auch keine Pkw-Maut. Problematisch ist auch die Erhebung. Eine Vignette erbringt keine nutzungsabhängige Belastung (wer viel fährt zahlt mehr als jemand der wenig fährt). Ein Erfassungssystem wie bei den Lkws ergibt ein Bewegungsprofil und damit eine Überwachbarkeit. Klar ist, dass man mit den zusätzlichen Einnahmen in die Verkehrsinfrastruktur investieren könnte. Andererseits würde man das Autofahren verteuern. Ich denke, dass eine solche Maßnahme zur Zeit nur schwer zu vermitteln wäre. Eine Pkw-Maut wäre nur im Zusammenhang mit einer Senkung der Benzin- und Dieselsteuer bzw. einem Wegfall der Kfz-Steuern denkbar. Dies würde aber zu Steuerausfällen führen und so insgesamt in einem Nullsummenspiel enden. Eventuell würden ausländische Autofahrer zu gewissen Mehreinnahmen führen.
Eine Pkw-Maut hätte auch zur Folge, dass viele Fahrer die Autobahnen meiden und Nebenstrecken verstopfen.

Mit freundlichen Grüßen

Markus Grübel MdB
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