Mark-Oliver Potzahr (CDU)
Kandidat Landtagswahl Schleswig-Holstein 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Mark-Oliver Potzahr
Jahrgang
1970
Berufliche Qualifikation
kaufm. Angestellter
Ausgeübte Tätigkeit
-
Wohnort
Reinbek
Wahlkreis
Reinbek , über Wahlkreis eingezogen
Ergebnis
37,2%
Landeslistenplatz
40
(...) Nicht nur Barsbüttel weist eine Vielzahl von Senioren auf. Deswegen ist es eine dringende Aufgabe, Antworten auf den demographischen Wandel zu geben, die auch die Lebensumstände von Senioren im Blick haben. Ich halte es für richtig, dass Menschen so lange wie möglich und so lange wie von ihnen gewünscht in ihrer gewohnten Umgebung leben. (...)
 
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Frage zum Thema Senioren
12.09.2009
Von:

Hallo Mark-Oliver,

mein Wohnort Barsbüttel weist eine Vielzahl von Sonioren auf. Diese wohnen sehr oft bis ins hohe Alter im eigenen Heim, da sie Angst und Sorge vor einem Heim haben.
Was wollen Sie denn tun, um alterswürdige Bleiben zu schaffen und den älteren Bürgern die Sorge im Hinblick auf menschenwürdige Betreuung und ggf. Pflege zu nehmen?

Frdl. Gruß
Antwort von Mark-Oliver Potzahr
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16.09.2009
Mark-Oliver Potzahr
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Nicht nur Barsbüttel weist eine Vielzahl von Senioren auf. Deswegen ist es eine dringende Aufgabe, Antworten auf den demographischen Wandel zu geben, die auch die Lebensumstände von Senioren im Blick haben. Ich halte es für richtig, dass Menschen so lange wie möglich und so lange wie von ihnen gewünscht in ihrer gewohnten Umgebung leben. Um dieses zu ermöglichen brauchen wir u.a. wohnortnahe Einkaufsmöglichkeiten und wohnortnahe ärztliche Versorgung aber auch eine Vielzahl von Unterstützungsmöglichkeiten. Die CDU setzt sich dabei zum Beispiel für die Sanierung von Immobilien sowie für deren Umbau in altersgerechte und barrierefreie Wohnungen ein. Dabei geht es auch um die Weiterentwicklung von Förderinstrumenten gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft.

Das zweite Stichwort zu diesem Thema ist für mich ein soziales Miteinander der Generationen. Eine Gemeinde oder Stadt, in der eine gegenseitige Hilfskultur gelebt wird, macht es auch für Senioren leichter, sich bis ins hohe Alter wohlzufühlen. Dazu gehören Nachbarschaftshilfe, Förderung des ehrenamtlichen Engagements und auch ambulante Pflege- und Hilfsdienste vor Ort.

Letztendlich geht es dann natürlich auch darum, den Menschen die Angst vor Alters- und Pflegeheim zu nehmen. Dazu gehören das Angebot von Beratung, die Qualitätssicherung, die Mitwirkungsrechte von Senioren und die Förderung von ambulant unterstützten Wohn-, Pflege- und Betreuungsformen. Wir müssen sicherstellen, dass Menschen am Ende eines arbeitsreichen Leben nicht zu einer Betreuungsnummer werden, sondern dass auch in Pflegeeinrichtungen auf individuelle Bedürfnisse eingegangen werden kann. Als Konsequenz daraus ist es wichtig, den Berufsbildern in der Pflege mehr gesellschaftliche Anerkennung und Attraktivität zu geben. Auch dieser Aufgabe will ich mich im Falle meiner Wahl widmen.

Mit freundlichen Grüßen

Mark-Oliver Potzahr
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Frage zum Thema Soziales
13.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Potzahr,

wie wollen Sie eine gerechtere Seniorenpolitik durchsetzen? Speziell: bessere öffentliche Verkehrsanbindung auf dem flachen Land, bessere Versorgung mit Einzelhandel und ärztlicher Versorgung?

Mit freundlichen Grüsssen

Antwort von Mark-Oliver Potzahr
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16.09.2009
Mark-Oliver Potzahr
Sehr geehrter Herr ,

Wie Sie an meiner Antwort an Herrn Frank aus Barsbüttel nachlesen können sehe ich eine ganze Reihe von Herausforderungen an die Politik, um Senioren stärker zu integrieren. Diese Gedanken möchte ich deswegen nicht noch einmal wiederholen und auf die drei konkreten Bereiche eingehen, zu denen Sie gefragt haben.

Beginnen möchte ich mit der ärztlichen Versorgung: Alle am Gesundheitswesen Beteiligten müssen ihren Beitrag dazu leisten, dass auch im Flächenland Schleswig-Holstein eine wohnortnahe Hausarztversorgung sichergestellt ist. Dazu gehört unter anderem die Berücksichtigung dieser Anforderung im Honorarwesen. Medizinische Versorgungszentren dürfen dabei nicht die Landärzte vertreiben. Meine Beobachtung ist, dass Kommunalpolitik und die kassenärztliche Vereinigung die Gefahren erkannt haben und daran arbeiten, die ärztliche Versorgung auch auf dem Land sicherzustellen.

Die Themen Einzelhandel und öffentliche Verkehrsanbindung sind für mich deutlich schwieriger zu beantworten. Ich lebe in Reinbek, also mitten in der Hamburger Metropolregion. Folglich sind Probleme mit erreichbarem Einzelhandel und Busverbindungen in meinem Wahlkreis zwar vorhanden, aber natürlich im Vergleich zu Dithmarschen eher ein Luxusproblem. Im Verkehrsausschuss des Stormarner Kreistages, dem ich angehöre, versuchen wir auch in den ländlichen Gebieten Stormarns mit Buslinien und Anruf-Sammeltaxi ein Grundangebot sicherzustellen. Regelmäßig untersuchen wir die Angebote müssen aber auch teilweise eine sehr geringe Auslastung feststellen. Dieses hat unter anderem auch mit einem sehr erfreulichen Aspekt zu tun: Senioren sind heute bis ins hohe Alter sehr aktiv und viele fahren in der eigenen Umgebung noch mit eigenem Auto.

Da es sich bei den Themen ÖPNV und Einzelhandel zuerst um kommunale Themen handelt, würde ich Sie bitten, mit Ihren Dithmarscher Kandidaten und Kommunalpolitikern die konkreten Herausforderungen vor Ort zu diskutieren.

Mit freundlichen Grüßen

Mark-Oliver Potzahr
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
21.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Potzahr,

wie ist Ihre Haltung zum gegliederten Schulsystem ?
Ich persönlich habe sowohl die Haupt- und Realschule durchlaufen als auch später das Abitur erfolgreich absolviert. Ich bin der Auffassung, dass jede(r) durch Leistung (Prinzip fördern und fordern) die eigenen Ziele sehr gut erreichen kann. Auch in der Schulzeit sollte das Leistungsprinzip groß geschrieben werden und nicht etwa Gleichmachei! Chancengerechtigkeit statt Chancengleichheit! Wie sehen Sie das ? Vielen Dank im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Mark-Oliver Potzahr
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22.09.2009
Mark-Oliver Potzahr
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Ich persönlich bin seit langem ein Befürworter des gegliederten Schulsystems. Ich halte dieses System auch für ausreichend durchlässig und erlebe in meinem Berufsleben eine Reihe von Beispielen, wo sich dieses auch bewahrheitet hat. In der Bundesrepublik haben Schulen dieses gegliederten Schulwesens bessere Vergleichsergebnisse erzielt als die Gesamtschulen.

Was bedeutet dieses nun für die bildungspolitische Zukunft in Schleswig-Holstein: In der letzten Wahlperiode wurde ein neues Schulgesetz verabschiedet. Die SPD setzte damit die Gemeinschaftsschule durch (formal übrigens bis heute nur als Angebotsschule), die CDU brachte die Zusammenfassung von Haupt- und Realschule zur Regionalschule ein, dieses nicht zuletzt mit Rücksicht auf die demographische Entwicklung. Befördert durch Ministerialbürokratie und einige Tricks wurde nun eine Gemeinschaftsschule nach der anderen beschlossen, bevor überhaupt die Regionalschulverordnung auf den Weg gebracht wurde. Die wenigen Regionalschulen im Lande will die SPD nach der Wahl auch noch abschaffen. Ob die Gemeinschafsschule auch die gewünschten Ergebnisse bringt, wird sich erst noch erweisen müssen, zumal die wenigsten Lehrer ausreichend auf die neue Form des gemeinsamen Lernens vorbereitet sind.

Die CDU wird die Schulträgerentscheidungen nach der Wahl nicht wieder zurückdrehen. Regionalschulen und Gemeinschaftsschulen werden von innen weiterentwickelt. Dabei wird sich dann noch erweisen, wie viel gemeinsames Lernen zum Erfolg führt oder wie viele Stunden doch in abschlussbezogenen homogeneren Lerngruppen verbracht werden. Unser Ziel ist klar: Der mittlere Abschluss muss eine Qualität erhalten, die den Absolventen sowohl gute Chancen bei der Suche nach Ausbildungsplätzen öffnet als auch alle Chancen für Weiterbildung, die dann auch zum Hochschulstudium führen kann. Und wir brauchen einen "Hauptschulabschluss", der solide Qualifikationen vermittelt, die ebenfalls in vielen Bereichen gute Chancen für Ausbildungsplätze bieten. Gleichzeitig müssen wir Anstrengungen unternehmen, dass wir alle Schüler mitnehmen und keinen ohne Abschluss verlieren..

Die CDU wird das Gymnasium stärken. Ich habe große Befürchtungen um die Zukunft des Gymnasiums, wenn die SPD mit ihrer Zukunftsvision einer Schule für alle mit Grünen und SSW sowie ggfs. Noch der Linken koaliert, die sehr offen schon heute die Gemeinschaftsschule für alle fordern. Deswegen müssen wir alles tun, um in die Lehrerversorgung der Gymnasien zu investieren. Gleichzeitig müssen wir alles unterlassen, was diese Schulen gefährdet. Dieses hat auch Auswirkungen auf die Frage, wie viele gymnasiale Oberstufen wir uns an Gemeinschaftsschulen leisten wollen.

Mit freundlichen Grüßen

Mark-Oliver Potzahr
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