Margit Reiser-Schober (Newropeans)
Kandidatin Europawahl 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Margit Reiser-Schober
Jahrgang
1957
Berufliche Qualifikation
Diplompolitologin
Ausgeübte Tätigkeit
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für eine Stadtverwaltung
Wohnort
-
Bundesland
Hessen
Bundeslistenplatz
1
(...) Wir wollen gesamteuropäische Volksabstimmungen, die an einem Tag in der gesamten EU durchgeführt werden. (...)
 
Persönliche Website
www.newropeans2009.com
Fragen an Margit Reiser-Schober
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Frage zum Thema Bürgerrechte, Datenschutz und politische Teilhabe
28.05.2009
Von:

Guten Tag Frau Reiser-Schober,

im Februar (mündliche Verhandlungen) sind diverse Klagen gegen die sogen.
"Lissabonner EU-Verfassung(Vertrag)" beim Bundesverfassungsgericht in
Karlsruhe in die "heisse Phase" eingetreten.
Ein Urteil wird evtl. noch vor der EU-Wahl im Juni erwartet.

Wie stehen Sie und die Newropeans zu dieser schleichenden Entwertung
unseres weltweit anerkannten Grundgesetzes, welches ggfls. unter
Missachtung von Art. 146 durch eine EU-Verfassung ersetzt werden und eine
Entwertung wesentlicher Verfassungsartikel (z. B. Art. 1 ff, Art. 20, 25,
79, 101 etc.) mit sich bringen würde.
Die derzeit bereits laufende EU-Gesetzgebung (im Juni 2008 von
Bundeskanzlerin, Bundespräsident, Justizministerin gezeichnet und
umgesetzt) zeigt deutlich die Richtung zu einer neoliberalen
EU-Verfassungs-Diktatur an mit eingeschränkten Grundrechten, im EU-Vertrag
festgeschriebener Militarisierung Europas etc. pp. - sozusagen ein
verfassungsfeindlicher "Putsch" gegen unser Grundgesetz von "oben" aus der
EU-Ebene ... !

(Quelle u. A.: Artikel "Letzte Ausfahrt" aus Focus 09/2009 zu den aktuell am BVG verhandelten Klagen gegen den Lissaboner Vertrag)

Ihr Kommentar ... ??! Danke !
Antwort von Margit Reiser-Schober
7Empfehlungen
01.06.2009
Margit Reiser-Schober
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Wie Sie vielleicht anderen Antworten schon entnehmen konnten, lehnt Newropeans den Lissabonner Vertrag ab. Um Verfassung, Verträge und Erweiterungen in Kraft zu setzen, fordern wir außerdem gesamteuropäische Debatten und gesamteuropäische Volksabstimmungen.

Ich betrachte es als ein schweres Versäumnis für das insbesondere die nationalen Parteien Verantwortung tragen, dass zur Verabschiedung des Verfassungsvertrags 2005 keine breite öffentliche Debatte in Gang gebracht wurde. Der Text des Verfassungsvertrags war für den normalen Bürger kaum zu erhalten und die Politik in Deutschland - ob nun national oder europäisch - fühlte sich nicht in der Pflicht, wenigstens mit dem Bürger zu reden - wenn sie ihn schon nicht fragte.

Das Grundgesetz in Deutschland genießt in weiten Kreisen der Bevölkerung Achtung und Zustimmung. Seine zentralen Aussagen sollten deshalb nicht von europäischer Ebene her überlagert und damit verändert werden, sofern die Zustimmung der Bevölkerung dazu nicht vorliegt. Um die Werte des Grundgesetzes zu erhalten, ist die Demokratisierung der EU also dringend erforderlich. Womit wir wieder beim Thema wären....!

Mit herzlichem Gruß

Margit Reiser-Schober
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Frage zum Thema EU-Erweiterung
01.06.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Reiser-Schober,

wie stehen Sie bzw. Ihre Partei zum Thema "Türkei Beitritt zur EU"? Da die Parteien im EP im übernationalen Fraktionen sitzen, interessiert mich mit welcher Franktion würde Newropeans zusammenarbeiten? Ziehen Sie es in Betracht mit nationalistischen Grupierungen wie die Front National, FPÖ etc. in einer gemeinsamen Fraktion zu sitzen?

Mit freundlichem Gruß

Antwort von Margit Reiser-Schober
4Empfehlungen
02.06.2009
Margit Reiser-Schober
Sehr geehrter Her ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Der Türkei bieten wir vonseiten der EU eine Strategische Partnerschaft an, sie steht damit in einer Reihe mit den USA, Russland, Japan, China und Indien. Denn wir sind der Meinung, dass die politische und demokratische Sackgasse, in der sich ihr Beitritt zur EU befindet, eine schnelle und alternative Form der Zusammenarbeit erfordert, die außerdem dem "Gewicht" beider Partner gerecht wird.

Die Strategischen Partnerschaften werden in unserem 42 Seiten umfassenden Programm, in dem eine wertebasierte Internationale Politik (=Außenpolitik) eine wichtige Rolle spielt, mit dem Körper eines Flugzeuges verglichen: Das Cockpit steht beispielsweise für die Regierungen der EU und des Partnerlandes sowie das Europäische Parlament; die Flügel für mittel- und langfristige universitäre Austauschprogramme sowie für Kooperationen zwischen NGOs und Kommunen als Tragflächen.

Ich denke, schon aus diesen Ausführungen geht hervor, dass wir nicht mit den von Ihnen aufgezählten Parteien zusammenarbeiten werden sondern in einer anderen Liga spielen - in der Liga der Demokraten und Europäer. Newropeans wurde übrigens auch gegründet, um diesen Parteien, die das Demokratiedefizit der EU für ihre unguten Zwecke nutzen, das Wasser abzugraben. Dass sie mehr Zulauf gewinnen werden, konnte man schon vor Jahren absehen.

Das Thema Demokratie wollen wir also nicht nicht Anti-Europäern überlassen; wir werden im Rahmen eines Europäischen Demokratischen Bundes mit Parteien und Menschen zusammenarbeiten, die unsere Werte der Demokratie teilen.

Mit freundlichem Gruß

Margit Reiser-Schober
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