Klaus-Peter Willsch (CDU)
Kandidat Bundestagswahl 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich. Besuchen Sie das aktuelle Profil.

Grunddaten
Klaus-Peter Willsch
Jahrgang
1961
Berufliche Qualifikation
Diplom- Volkswirt
Ausgeübte Tätigkeit
MdB, beratender Volkswirt (freiberuflich)
Wohnort
Hohenstein-Holzhausen
Wahlkreis
Rheingau-Taunus - Limburg , über Wahlkreis eingezogen
Ergebnis
46,1%
Landeslistenplatz
16, Hessen
weitere Profile
(...) Die Behauptung, die Union plane nach der Wahl die Einführung einer "Zwangsarbeit für Arbeitslose" oder "Workfare" (wie immer man es auch nennen möge), ist völliger Quatsch. Anders kann man es leider nicht ausdrücken. (...)
Kandidaten-Check
Beim Kandidaten-Check können Sie Ihre eigenen politischen
Überzeugungen mit denen Ihrer Kandidaten vergleichen.
Klaus-Peter Willsch hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 32 Thesen Position bezogen.
Fragen an Klaus-Peter Willsch
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Soziales und Familie
25.07.2009
Von:

Guten Tag, Herr Willsch,

ich möchte mich als einen typischen "Wechselwähler" bezeichnen, der erst kurz vor dem Urnengang seine Stimme der Partei gibt, deren Konzept mich am meisten überzeugt. Als 72-jähriger Rentner lege ich dabei aus verständlichen Gründen u.a. großen Wert auf die Ausgestaltung des Renten- und Gesundheitssystems.

Meine Frage an Sie lautet: Wenn die CDU/CSU weiterhin am Regieren (evtl. mit der FDP als Koalitionspartner) bleibt, mit welchen Einschnitten müssen die Rentner im genannten Sozialbereich in absehbarer Zukunft rechnen. Oder glauben Sie, daß sich an der derzeitigen Situation - zumindest in der kom- menden Legistraturperiode - nichts ändern wird. Weiterhin interessiert mich Ihre Meinung bezüglich Atomkraftwerke und dem Gegrummel hinsichtlich einer Mehrwertsteuererhöhung nach der Bundestagswahl. Ich wünsche Ihnen - und selbstverständlich allen anderen Personen, die sich dem Votum der Wähler stellen - viel Erfolg beim Prozentesammeln und anschließend die Kraft. alle Versprechungen zum Wohle der Bürger umzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Klaus-Peter Willsch
5Empfehlungen
28.07.2009
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage vom 26. Juli.

Eine zukunftsfeste Altersvorsorge ruht auf drei Säulen: gesetzliche Rente, private und betriebliche Vorsorge. Die Ergänzung der gesetzlichen Rente durch private oder betriebliche Altersvorsorge und zusätzliche Einkommen bieten auch bei geringen Renten in fast allen Fällen einen auskömmlichen Lebensunterhalt. Die Anbindung der Rente an die Lohnentwicklung wirkt der Altersarmut zusätzlich entgegen. Wir können stolz darauf sein, dass nur wenige Menschen im Alter auf ergänzende Sozialleistungen angewiesen sind.

Wir verschließen aber auch nicht die Augen davor, dass durch veränderte wirtschaftliche und demografische Strukturen in Zukunft die Gefahr einer ansteigenden Altersarmut besteht. Wir werden diese Gefahr eindämmen und uns dafür stark machen, dass Bürger, die ein Leben lang Vollzeit beschäftigt waren, eine Rente oberhalb des Existenzminimums erhalten. Diese werden wir bedarfsabhängig ausgestalten und aus Steuermitteln finanzieren.

Wir werden uns auch künftig für eine Rentenentwicklung einsetzen, die für Rentner eine verlässliche und gerechte Beteiligung an der allgemeinen Einkommensentwicklung gewährleistet, ohne der jüngeren Generation Chancen auf Entfaltung und Wohlstand zu nehmen.

Die Politik für Gesundheit und Pflege wollen wir ebenfalls zukunftsfähig gestalten. Jeder in Deutschland soll - unabhängig von Einkommen, Alter, sozialer Herkunft oder gesundheitlichem Risiko - eine qualitativ hochwertige, wohnortnahe medizinische Versorgung erhalten und am medizinischen Fortschritt teilhaben können. Im Mittelpunkt unserer Gesundheitspolitik stehen die Patienten und Versicherten. Gerade im Umgang mit Kranken, Älteren und Schwachen zeigt die Gesellschaft ihr soziales Gesicht und ihr Wertefundament.

Aufgrund des medizinischen und medizinisch-technischen Fortschritts und des demografischen Wandels müssen Struktur, Organisation und Finanzierung sowohl der gesetzlichen als auch der privaten Krankenversicherung ständig weiterentwickelt werden. Wir brauchen mehr Transparenz und Wettbewerb und weniger Bürokratie im Gesundheitswesen, damit die Qualität weiter steigt und die Mittel effizienter eingesetzt werden.

Therapiefreiheit, freie Arzt- und Krankenhauswahl sowie freie Gesundheitsberufe gehören für uns zum Kern eines freiheitlichen Gesundheitswesens. Niedergelassene freiberuflich tätige Haus-, Fach- und Zahnärzte, Apotheker, selbständige Gesundheitshandwerker und Heilmittelerbringer sind für uns auch in Zukunft Garanten für eine qualitativ hochwertige, patientennahe Versorgung. Diese Strukturen gilt es, neben dem Bereich der stationären Krankenhausversorgung, zu bewahren und geänderten gesellschaftlichen Verhältnissen anzupassen. Der Sicherung einer wohnortnahen Versorgung vor allem in ländlichen Regionen werden wir besondere Aufmerksamkeit widmen.

Wir werden Eigenverantwortung, Vorsorge und Prävention weiter stärken, Effizienz- und Wirtschaftlichkeitspotenziale ausschöpfen sowie individuelle Wahlmöglichkeiten und Entscheidungsspielräume ausweiten. Wir wollen, dass Versicherte und Patienten bundesweit unkomplizierten Zugang zu unabhängiger Information und Beratung im Gesundheitswesen erhalten. Angesichts der Vielfalt der Angebote wollen wir über verlässliche und verständliche Kriterien zu Leistung, Qualität und Preis zu mehr Transparenz und besserer Orientierung - sowohl bei der Inanspruchnahme von Sachleistungen als auch bei Kostenerstattungstarifen beitragen. Wir werden auch die unabhängige Patientenberatung stärken und die Patientenrechte in einem eigenen Patientenschutzgesetz weiterentwickeln.

Unser Ziel ist es, die Finanzierbarkeit der gesundheitlichen Versorgung zu sichern und die gesetzliche Krankenversicherung mittelfristig auch im Hinblick auf mehr Generationengerechtigkeit konsequent weiterzuentwickeln. Wir wollen für die Versicherten zusätzliche Belastungen in Grenzen halten und Entlastungsspielräume nutzen. Die Steuerfinanzierung versicherungsfremder Leistungen ist dabei ein wichtiges Element. Hohe Qualitätsstandards müssen auch in Zukunft in allen Versorgungsbereichen gewährleistet bleiben. Hinzukommen muss mehr Transparenz und echte Wahlfreiheit für Versicherte.

Bei der von CDU und CSU 1995 eingeführten Pflegeversicherung wurden in der vergangenen Legislaturperiode erstmals die Leistungen angehoben. Dadurch ist es gelungen, mehr Zuwendung für die Betroffenen, insbesondere für Demenzkranke, mehr Qualität und Transparenz und weniger Bürokratie durchzusetzen. Ziel ist es, ein hohes Niveau der Pflegeleistung sicherzustellen und einen steigenden Zuzahlungsbedarf zu Lasten der Pflegebedürftigen, ihrer Angehörigen und der Sozialhilfeträger zu verhindern. Wir verstehen Pflege als einen wichtigen Dienst am Mitmenschen. Wir wissen, dass dafür Zeit für die persönliche Ansprache und Zuwendung notwendig sind.

Wir wollen eine neue, differenziertere Definition der Pflegebedürftigkeit. Wir wollen mehr Leistungsgerechtigkeit in der Pflegeversicherung. Die Pflegebedürftigen sollen die sie betreffenden Entscheidungen soweit wie möglich selbst treffen können. Die daraus folgenden notwendigen Maßnahmen werden von uns am Beginn der Legislaturperiode in Angriff genommen.

Wir achten die Leistung pflegender Angehöriger und wollen die Pflege in der Familie stärken. Wir wollen die Pflege- und Betreuungsqualität älterer Menschen und die Vereinbarkeit von beruflichen Tätigkeiten und privater Pflege verbessern. Die Unternehmen sollen motiviert werden, sich an Programmen zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu beteiligen. Dazu sollen auch Kooperationen der Unternehmen mit Tagespflegeeinrichtungen angestoßen und organisiert werden. Wir wollen Pflegestützpunkte als Anlaufstellen für Angehörige qualifizieren. Wir werden die bereits bestehenden Netzwerke wie z. B. "Erfolgsfaktor Familie", "Lokale Bündnisse" und Mehrgenerationenhäuser für die Unternehmen nutzbar machen.

Nun zu Ihrer Frage bzgl. der Atomkraftwerke: Die Kernenergie ist ein vorerst unverzichtbarer Teil in einem ausgewogenen Energiemix. Wir verstehen den Beitrag der Kernenergie zur Stromversorgung als Brückentechnologie, weil heute klimafreundliche und kostengünstige Alternativen noch nicht in ausreichendem Maße verfügbar sind. Daher streben wir eine Laufzeitverlängerung der sicheren deutschen Anlagen an. Der größte Teil des zusätzlich generierten Gewinns aus der Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke soll nach einer verbindlichen Vereinbarung mit den Energieversorgungsunternehmen zur Forschung im Bereich der Energieeffizienz und der erneuerbaren Energien sowie zur Senkung der Strompreise genutzt werden.

Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer ist nicht geplant.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus-Peter Willsch MdB
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Arbeit
09.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Willsch,

in den Medien wird immer wieder davon berichtet, dass die CDU nach einem Wahlsieg am 27.September die 1 Euro Jobs für die Wirtschaft freigeben will und die derzeitigen 1 Euro Jobs im Sinne einer "Workfare" Tätigkeit in 0 Euro Jobs umwandeln will. Zusätzlich wurden aus CDU nahen Verbänden Forderungen laut, dass man auch Bezieher von ALG zu diesen 1 Euro Jobs verpflichten will.

In wie weit ist an diesen Gerüchten etwas Wahres? Denn würde man wirklich derartig drastische Veränderungen vornehmen, würde das doch dem Lohndumping endgültig Tür und Tor öffnen. Wie könnte man dann verhindern, dass Arbeitgber ihr Humankapital freisetzen und dann genau diese Arbeiter, die zuvor zu Löhnen von 8-9 Euro tätig waren, wieder genau an den Arbeitsplatz zurück holt, allerdings dann nur noch für einen Stundenlohn von gerade mal einem Euro? Das Resultat einer solchen Veränderung wäre auf der einen Seite natürlich eine deutliche Gewinnsteigerung für die Unternehmen, würde aber die öffentlichen Kassen extrem belasten. Auch das Thema der Altersarmut würde durch ein solches Szenario in einem völlig anderen Licht stehen. Wie soll ein Mensch, der für einen Euro arbeitet dann noch eine private Vorsorge treffen?

Zusätzlich hätte ich noch eine weitere Frage, die eigentlich in den Bereich Soziales gehört. Momentan ist es ja so, dass eine Anpassung der Hartz IV Regelsätze ausschliesslich an die Anpassung der Renten gekoppelt ist. Sollte man hier nicht her der allgemeinen Preisentwicklung Rechnung tragen und Regelsätze den steigenden Preisen anpassen? In den Regelsätzen sind ja Pauschalen für den ÖPNV und die Energiekosten enthalten. Es ist ja eine nicht bestreitbare Tatsache, dass besonders diese Kosten in den letzten Jahren gestiegen sind und dies auch zukünfitg weiterhin kräftig werden.

Über eine schnelle und ehrliche Antwort würde ich mich sehr freuen und bedanke mich dafür bereits im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Klaus-Peter Willsch
bisher keineEmpfehlungen
14.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage vom 9. September.

Die Behauptung, die Union plane nach der Wahl die Einführung einer "Zwangsarbeit für Arbeitslose" oder "Workfare" (wie immer man es auch nennen möge), ist völliger Quatsch. Anders kann man es leider nicht ausdrücken. Ich habe mich diesbzgl. aber noch einmal mit unserer Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales in Verbindung gesetzt, die mir dies noch einmal bestätigt hat.

An der Art und Weise der Berechnung der Hartz IV Regelsätze sollten wir meiner Meinung nach nichts ändern. Arbeitslosengeld II-Empfänger bekommen eine Pauschale für Miete und Heizung. Ein Anstieg der Energiepreise macht sich hier also ohnehin nicht bemerkbar. Ich vermute zudem, mit Ihrem Vorschlag würden Sie sich derzeit bei Arbeitslosengeld II-Empfängern keine Freunde machen, da die Preise dieses Jahr sogar zurückgehen.

Wie ich bereits vor einiger Zeit bei Abgeordnetenwatch geschrieben habe, sind wir mit der Regelsatzerhöhung zum 1. Juli an den Rand des haushaltspolitisch Vertretbaren gegangen. Die Leistungsausweitungen machen einen jährlichen finanziellen Mehrbedarf von mehr als einer halben Milliarde Euro aus.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus-Peter Willsch MdB
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Gesundheit
09.09.2009
Von:

Guten Tag Herr Wilsch,

wie ist Ihre Meinung, dass Wirte in Ihrer eigenen Wirtschaft nicht mehr selbst bestimmen dürfen, ob Gäste rauchen dürfen. SPD, Grüne und Linke befürworten ein Rauchverbot am Arbeitsplatz, also auch für Gaststätten, Freiberufler usw., also praktisch das totale Rauchverbot. Ist Ihnen bewusst, dass durch dieses totale Rauchverbot basierend auf dem Nichtraucher Schutzgesetz abertausende Arbeitsplätze verloren gehen in Industrie, Großhandel, Fachhandel ( Kioske + Tabakwarengeschäfte ) Automatenhandel + Hersteller, Gastronomie usw. usw. Hierzu interessiert mich Ihre Antworten.

Mit freundlichen Grüssen

Antwort von Klaus-Peter Willsch
bisher keineEmpfehlungen
11.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

wie ich dem Tonfall Ihrer Anfrage entnehmen kann, gehören Sie wie ich zu den Kritikern des Rauchverbotes.
Der Staat sollte sich generell mit der Gesetzgebung immer dann zurückhalten, wenn sie nicht zwingend notwendig ist. Im Fall des Rauchverbots in Gaststätten hätte eine Vereinbarung zwischen dem Gastwirt und den Gästen zu Raucherbereichen etc. völlig ausgereicht. Mit der derzeitigen Regelung ist vor allem der Gastwirt der Leidtragende. Das ist meiner Meinung nach nicht fair. Wie Sie richtig schreiben, sind Negativ-Folgen auch in anderen Bereichen zu beobachten.

Dieses Jahr soll in Hessen noch ein neues Nichtraucherschutzgesetz verabschiedet werden, das sich stark an dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts orientiert. Demnach wären Gaststätten grundsätzlich rauchfrei, Einraumkneipen könnten aber wählen, ob sie das Rauchen erlauben wollen.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus-Peter Willsch MdB
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Gesundheit
18.09.2009
Von:

Hallo Herr Willsch,

bevor ich zu meiner Frage komme, vorab meine Bitte den Nichtraucherschutz nicht fallen zu lassen. Ich gehe mit meiner Frau und meiner kleinen Tochter jetzt öfters aus und genieße esnicht zu stinken und zu wissen dass ich meinem Kind nicht schade.
So, jetzt aber die Frage: Die CDU hat jetzt vier Jahre Regierungsverantwortung gehabt. Was ist Ihrer Meinung nach die beste Veränderung für die Bürger dieses Landes die diese Regierung gebracht hat. Was ist das größte Ziel in der nächsten Legislaturperiode und was hat sie abgehalten dieses Ziel als Regierungspartei zu erreichen ?
Sind Sie zufrieden mit dem "Gesundheitsfond" ?
Freue mich auf Ihre Antwort.
Antwort von Klaus-Peter Willsch
bisher keineEmpfehlungen
24.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage vom 18. September.

Die beste Veränderung war meines Erachtens, dass die Zahl der Arbeitslosen von über 5 Millionen auf 3,5 Millionen gesunken ist. Das war der niedrigste Stand seit 16 Jahren. Keine andere Bundesregierung konnte jemals eine erfolgreichere arbeitsmarktpolitische Bilanz vorlegen als die unionsgeführte Bundesregierung unter Angela Merkel. Bis zu Beginn der Krise der internationalen Finanzmärkte und der Weltwirtschaft wurde mit weit über 40 Millionen Erwerbstätigen ein historischer Höchststand erreicht.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist seit Amtsantritt von Angela Merkel um über 1 Million auf weit über 27 Millionen angestiegen. Dabei ist es zudem erstmals seit der deutschen Wiedervereinigung gelungen, den Rückgang der Vollzeitbeschäftigung umzukehren. So waren noch im Herbst knapp 600.000 Menschen mehr sozialversicherungspflichtig beschäftigt als ein Jahr zuvor, davon entfielen knapp zwei Drittel auf Vollzeitstellen. Diese herausragend positive Entwicklung am Arbeitsmarkt vor der Krise haben wir dazu genutzt, Arbeitgeber und Arbeitnehmer durch eine Rekordsenkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung von 6,5 Prozent auf heute 2,8 Prozent um insgesamt 30 Milliarden Euro zu entlasten.

Unsere Konsolidierungserfolge in dieser Legislaturperiode haben gezeigt, dass Wachstum die Voraussetzung zur Bekämpfung des Haushaltsdefizits ist. 2007 hatte Deutschland zum ersten Mal seit rund zwanzig Jahren wieder einen ausgeglichenen Gesamthaushalt. Wachstum und der damit verbundene Aufwuchs von Steuer- und Beitragseinnahmen sind der beste Weg zur Konsolidierung der Staatsfinanzen. Wachstum, Entlastung der Bürger und Haushaltskonsolidierung schließen sich nicht aus, sondern gehen bei klugen Politik miteinander einher. Daran wollen wir nach der Wahl wieder anknüpfen.

Außerdem haben wir die Rente zukunftssicher gemacht. Die Anhebung der Regelaltersgrenze auf das 67. Lebensjahr im Jahr 2029 war eine wichtige rentenpolitische Maßnahme. Durch die Veränderungen im Altersaufbau der Bevölkerung bedarf es ein Umdenken in der Haltung zur Rolle der älteren Arbeitnehmer und konkreter Verhaltensänderungen. Deshalb ist die Anhebung des Renteneintrittsalters auch ein verbindliches Signal an Wirtschaft und Gesellschaft.

Um Härten für Versicherte mit besonders langjähriger und daher regelmäßig besonders belastender Berufstätigkeit abzufedern, wird eine neue Altersrente eingeführt: Wer mindestens 45 Jahre Pflichtbeitragsjahre hat, kann wie bisher mit 65 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. Damit wird langjährige Beitragszahlung als Teil der Lebensleistung in den sozialen Sicherungssystemen honoriert.

Für die nächste Wahlperiode haben wir uns viel vorgenommen. Wir dürfen uns nicht auf dem bereits erreichten zurücklehnen. Das Ziel ist jeden in Lohn und Brot zu bekommen. Und für dieses Ziel möchte ich auch in den nächsten vier Jahren kämpfen. Angesichts der Dimensionen der weltweiten Wirtschaftskrise ist der deutsche Arbeitsmarkt im Vergleich zu anderen westlichen Industrieländern gut aufgestellt. Darauf lässt sich aufbauen. Ich bin zuversichtlich, dass sich der beliebte Slogan "Gestärkt aus der Krise" bewahrheiten wird.

Wichtig ist, den Leistungsträgern durch Steuersenkung Anreize zu geben und Leistung zu fördern. Hier haben die Sozialdemokraten einiges verhindert. Steuererhöhungen - wie sie die SPD will - sind Gift für die Konjunktur. Entlastung der Leistungsträger, nicht neue Belastungen, ist der Weg zu mehr Wachstum und Beschäftigung.

Mit der Gesundheitsversorgung sprechen Sie ein extrem wichtiges Thema an. Wir verfügen in Deutschland über ein Gesundheitssystem, das allen Versicherten unabhängig von ihrem Einkommen oder der Schwere ihrer Erkrankung Zugang zu allen notwendigen medizinischen Leistungen auf der Höhe des wissenschaftlichen Fortschritts bietet. Damit dies aber trotz der demographischen Entwicklung so bleibt, haben wir die Gesundheitsreform auf den Weg gebracht.

Bei der für unser Land so wichtigen Reform war für uns maßgebend, dass das neue System trotz substanzieller Einsparungen durch Transparenz und Wettbewerb insgesamt leistungsfähiger wird, aber nicht mit Einschnitten im Leistungskatalog verbunden sein darf. Wir haben sogar zusätzliche Leistungen vereinbart (z.B. in der Palliativmedizin, im Hospizbereich, bei Impfungen und Vater-Mutter-Kind-Kuren). Auch in anderen Bereichen haben wir deutliche Verbesserungen erreicht: Die Verschärfung des Wettbewerbs zwischen den Krankenkassen und eine erhöhte Kostentransparenz. Denn wir in der Union möchten sichergehen, dass die Beitrags- und Steuermittel auch wirtschaftlich verwendet werden!

Gerade in der derzeitigen allumfassenden Wirtschaftskrise zeigt sich, dass der Gesundheitsfonds gar nicht so schlecht ist wie sein Ruf. Wie Sie sicherlich wissen, zieht der Fonds über die Krankenkassen die Beiträge ein, verteilt sie nach einem festgelegten Schlüssel und leitet sie letztendlich an rund 200 gesetzliche Versicherer weiter. 2009 werden auf diese Weise circa 167,6 Milliarden Euro verteilt.

Die gegenwärtige Wirtschafts- und Finanzkrise bleibt natürlich nicht ohne Auswirkungen auf unsere Sozialsysteme. Denn Konjunkturabschwung bedeutet mehr Arbeitslosigkeit, was wiederum zu sinkenden Einnahmen in den Sozialkassen führt. Dank der Gesundheitsreform und dem mit ihr eingeführten Gesundheitsfonds sind die Versicherten auf der sicheren Seite und müssen nicht befürchten, dass das Defizit an sie weitergegeben wird. Denn an dieser Stelle springt das Finanzministerium in die Bresche. Ohne diese Regelung müssten die Krankenkassen ihre Beiträge auf 18 Prozent oder sogar mehr erhöhen.

Im Mittelpunkt unserer Gesundheitspolitik stehen die Patienten und Versicherten. Die Union will, dass auch in Zukunft jeder in Deutschland - unabhängig von Einkommen, Alter und gesundheitlichem Risiko - eine qualitativ hochwertige, wohnortnahe medizinische Versorgung erhält und alle am medizinischen Fortschritt teilhaben können. Dazu müssen aufgrund des demographischen Wandels und des medizinischen und medizinisch-technischen Fortschritts jedoch Struktur, Organisation und Finanzierung sowohl der gesetzlichen als auch der privaten Krankenversicherung ständig weiterentwickelt werden.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus-Peter Willsch MdB
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Klaus-Peter Willsch
Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.