Klaus Ernst (DIE LINKE)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Klaus Ernst
Jahrgang
1954
Berufliche Qualifikation
Elektromechaniker, Diplom Volkswirt und Diplom Sozialökonom
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, Gewerkschaftssekretär
Wahlkreis
Schweinfurt
Landeslistenplatz
1, Bayern
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(...) Für einen Generalstreik – also den gleichzeitigen Ausstand in weiten Teilen der Wirtschaft und Gesellschaft – brauchen wir jedoch mehr als nur ein politisches Streikrecht. Wir brauchen starke und unabhängige Gewerkschaften mit vielen Mitgliedern. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Internetsperren
27.08.2009
Von:

Guten Tag

da Sie Abgeordneter des angrenzenden Wahlkreises sind, richte ich mich mit meiner Frage an Sie, stellvertretend für die Fraktion der Linken.

Als regelmäßiger und überzeugter Internetnutzer habe ich bzgl. der anstehenden Bundestagswahl erhöhtes Interesse an den entsprechenden Themengebieten wie Datenschutz, Informationsfreiheit und ähnlichen Bereichen. Erhöhten gespärchsbedarf sehe ich bei der drohenden sinkenden Zensur-Hemschwelle aufgrund der von Minsiterin von der Leyen angestrebten und von einer Mehrheit im Bundestag abgesgneten Sperrung von Seiten mit kinderpornogrpahischen Inhalten, die Kritikpunkte, die auch vo der Piratenpartei vertreten werden, sind Ihnen sicherlich bekannt.

Mich interssiert die Position der Linken zu diesem Themenbereich, der meiner Ansicht nach in der Politik vollkommen unzureichend und wenig zeitgemäß diskutiert wird. Ist von der Linken eine Aufgreifung dieses Themenkomplexes zu erwarten und wie wird sich die Fraktion im Bundestag diesbezüglich verhalten?

Vielen Dank für Ihre Zeit
Antwort von Klaus Ernst
3Empfehlungen
31.08.2009
Klaus Ernst
Sehr geehrter Herr ,

sehr gern antworte ich auf Ihre Frage.

Die LINKE sieht wie Sie die große Bedeutung des von Ihnen angesprochenen Themenkomplexes. Wir setzen uns ein für die Schaffung einer demokratischen Medienordnung, auch für das Internet.

In unserem Bundestagsprogramm heißt es dazu: "DIE LINKE steht deshalb für die Schaffung einer demokratischen Medienordnung, die die digitale Wissensverarbeitung wieder öffentlicher Regulierung unterstellt. Es geht um nicht weniger, als die Programm- und Inhaltsvielfalt zu schützen, die Freiheit im Internet zu erhalten und auszubauen sowie die menschliche Kreativität gegen fortschreitende Kommerzialisierung zu verteidigen. Die je nach Bundesland unterschiedlichen Formen des Bürgerfunks leisten hier einen guten Beitrag."

Wir sprechen uns gegen jede Zensur des Internets aus sowie gegen Vorratsspeicherung. Deswegen haben wir auch die Online-Petition gegen Internetzensur unterstützt. Das Vorhaben von Familienministerin von der Leyen (CDU), weitere Internet-Seiten zensieren und sperren zu lassen, hat im Nachhinein alle Befürchtungen bestätigt. Der Kampf gegen Kinderpornografie war nur der Einstieg in eine weiter gehende Zensur-Debatte.

Generell wenden wir uns gegen den Abbau von Bürgerrechten im Namen des "Kriegs gegen den Terror" und halten die bestehenden Gesetze für ausreichend. Wir fordern weiterhin die strikte Trennung von Polizei und Geheimdiensten und keinen Einsatz der Bundeswehr im Innern. Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung verteidigen wir.

Datenschutz und Datenschutzrecht wollen wir modernisieren, dazu heißt es im Wahlprogramm : "Großprojekte, von Gesundheitskarte über biometrische Ausweise bis zu elektronischen Identitätskarten und einheitlicher Steuernummer, überprüfen und nach strengen datenschutzrechtlichen Kriterien korrigieren; wirksamen Arbeitnehmerdatenschutz schaffen; umfassendes Akteneinsichtsrecht und Verbandsklage einführen".

Falls Sie sich intensiver für diese Fragen interessieren, stehe ich Ihnen natürlich gerne für tiefergehende Informationen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,
Klaus Ernst
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Frage zum Thema Arbeit
22.09.2009
Von:

seit 26. märz 2009 ist das übereinkommen der vereinten nationen für menschen mit behinderung in deuschland verbindlich.

Laut artikel 27 haben behinderte menschen das recht auf frei gewälte arbeit. wie sollen die behinderten an arbeit kommen?gibt es ein programm wie den menschen geholfen werden kann?
Antwort von Klaus Ernst
1Empfehlung
24.09.2009
Klaus Ernst
Sehr geehrter Herr Haertle,

herzlichen Dank für Ihr Frage bzgl. des Übereinkommens der Vereinten Nationen für Menschen mit Behinderung.
Ihre Frage nach den Möglichkeiten für Menschen mit Behinderungen Arbeit zu bekommen ist mehr als berechtigt. Ich verweise höflich auf die Antwort des behindertenpolitischen Sprechers meiner Fraktion DIE LINKE Dr. Ilja Seifert.

Für DIE LINKE ist inakzeptabel, dass die Arbeitslosenquote bei Schwerbehinderten doppelt so hoch ist, wie bei anderen Personengruppen, dass zunehmend mehr Menschen mit Behinderungen in Werkstätten und sonstige Maßnahmen abgeschoben werden, dass viele Unternehmen keine oder nur sehr wenige Menschen mit Behinderungen einstellen und beschäftigen. Es ist inakzeptabel, dass Menschen mit Behinderungen im Durchschnitt deutlich weniger verdienen und dass junge Menschen mit Behinderungen fast nur noch Ausbildungsplätze außerhalb des ersten Arbeitsmarktes erhalten.

Zu unseren Vorschlägen:
DIE LINKE unterstützt alle Maßnahmen, um Menschen mit Behinderungen eine Teilhabe am allgemeinen Arbeitsleben zu ermöglichen und hier meinen wir Arbeit, von der man (gut) leben kann. Notwendig sind u.a. die Erhöhung der sogenannten Schwerbehindertenquote wieder auf 6 Prozent und die spürbare Erhöhung der Ausgleichsabgabe für die Unternehmen, die diese Quote nicht erfüllen, die Stärkung der Schwerbehindertenvertretungen und die Abwehr jeglicher Versuche, die für Schwerbehinderte geschaffenen Regelungen im Arbeitsrecht auszuhöhlen oder zu unterlaufen.
Andererseits sind Unternehmen, die Menschen mit Behinderungen beschäftigen, stärker zu fördern, z.B. durch Lohnkostenzuschüsse, spezielle Ausbildungsbeihilfen und Investitionshilfen zur Schaffung von entsprechenden Arbeitsplätzen aus der Ausgleichsabgabe.
Die Beschäftigten in den Werkstätten (WfMB) sollten endlich einen Arbeitnehmerstatus erhalten und angemessen entlohnt werden.
Auch das Recht auf Arbeitsassistenz muss unbürokratisch erfüllt werden. Außerdem sollen die Möglichkeiten der barrierefreien Umgestaltung von Arbeitsstätten und verschiedenen Formen geschützter Einzelarbeitsplätze bzw. Abteilungen in regulären Betrieben ausprobiert bzw. besser genutzt werden.

Gemeinsam mit meinem Kollege Dr. Ilja Seifert, behindertenpolitischer Sprecher sowie der gesamten Fraktion der LINKEN setzte ich mich für ein einkommens- und vermögensunabhängiges Teilhabesicherungsgesetz ein, um Menschen mit Behinderungen umfassende Teilhabe, Persönlichkeitsentwicklung und Selbstbestimmung zu ermöglichen. Dafür stellten wir in der letzten Wahlperiode einen Antrag für ein Nachteilsausgleichsgesetz, der leider abgelehnt wurde. In der kommende Wahlperiode werden wir erneut einen Vorstoß in diese Richtung unternehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Ernst
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Frage zum Thema Mindestlöhne (Antrag Die Linke.)
24.09.2009
Von:

Lieber Klaus Ernst,

ich habe zwei Fragen zu Mindestlöhnen allgemein. Es gibt verschiedene Auffassungen über einen Mindestlohn. Gewerkschaften und SPD fordern 7,50€, DIE LINKE im Verlaufe der nächsten vier Jahre 10€ und andere lehnen ihn komplett ab.

Nun wundert mich, das Schwaz-Gelb den Staat zulässt, wenn er Löhne aufstocken soll, hingegen den Mindestlohn nicht festlegen soll.

1) Argumentieren Sie auch immer volkswirtschaftlich, nämlich dass der Lohn nicht nur ein betriebswirtschafticher Produktionsfaktor, sondern ein volkswirtschaftlicher Konsumfaktor wäre?
2) Haben Sie einmal verglichen, wie hoch ein fiktiver Stundenlohn nach Aufstockung wäre im Vergleich zu den 7,50€- und den 10€-Forderungen? Daran ließe sich ggf. aufzeigen, dass eine Aufstockung ein Quasi-Mindestlohn wäre.

Ich hoffe, meine Fragen sind verständlich und beantwortbar. Für den Sonntag drücke ich Ihnen die Daumen. Meine Stimmen hat DIE LINKE!

Antwort von Klaus Ernst
bisher keineEmpfehlungen
25.10.2012
Klaus Ernst
Sehr geehrter Herr ,

Klaus Ernst hat mich gebeten, nachzusehen, ob es noch offene Fragen bei Abgeordnetenwatch gibt und diese gegebenenfalls zu beantworten. Dabei ist mir aufgefallen, dass Sie noch keine Antwort auf Ihre Fragen zum Mindestlohn bekommen haben. Das tut mir wirklich Leid und ich hoffe, dass Sie die ausführliche Antwort für die Verspätung entschädigen kann.

Ihre Frage, ob Klaus Ernst in Bezug auf den Mindestlohn volkswirtschaftlich argumentiert, also den Lohn auch als einen volkswirtschaftlichen Konsumfaktor betrachtet, kann ich ganz klar mit einem "Ja" beantworten. Als Diplom-Volkswirt weiß Herr Ernst, dass der volkswirtschaftliche Effekt eins der stärksten Argumente für den Mindestlohn ist.

Gerade in der aktuellen Krise der europäischen Volkswirtschaften ist ein gesetzlicher Mindestlohn unabdingbar, um die Realwirtschaft über eine gestärkte Binnennachfrage zu stabilisieren, vorhandene Arbeitsplätze zu sichern und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Nach Berechnungen der PROGNOS AG würde ein Mindestlohn von zehn Euro pro Stunde die Realeinkommen um 17,7 Milliarden Euro erhöhen. Der Untersuchung zufolge hätte das einen Beschäftigungseffekt 200.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen.

Entscheidend ist aber die Höhe des Mindestlohns! Ein Mindestlohn, der sich beispielsweise auf dem Niveau der geplanten Lohnuntergrenze in der Leiharbeit bewegt, verfehlt diese positiven Effekte. Vollzeitbeschäftigte müssen von ihrer Arbeit leben können! Außerdem hat das heutige Arbeitseinkommen eine auskömmliche Rente im Alter zu ermöglichen, die nach 45 Beitragsjahren oberhalb der Höhe der Grundsicherung im Alter liegt.

Das macht bei einer Vollzeitbeschäftigung selbst nach Berechnungen der Bundesregierung einen Mindestlohn in Höhe von etwa 10 Euro pro Stunde notwendig. Die Gewerkschaften fordern inzwischen, mit einem Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde einzusteigen und ihn zügig auf 10 Euro zu erhöhen. Und Sie haben Recht: DIE LINKE setzt sich für die Einführung eines flächendeckenden, gesetzlichen Mindestlohns von 10 Euro ein. In dieser Höhe entspricht er dem gesetzlichen Mindestlohn in vergleichbaren europäischen Volkswirtschaften wie Frankreich. Und nur in dieser Höhe wäre er ein Garant dafür, dass sich die Schere zwischen Arm und Reich in der stärksten Volkswirtschaft Europas nicht immer weiter öffnet.

Ihre zweite Frage muss ich hingegen mit einem "Nein" beantworten. Es würde keinen Sinn machen zu vergleichen, "wie hoch ein fiktiver Stundenlohn nach Aufstockung wäre", denn Aufstockungen erfolgen unabhängig von der Zahl der gearbeiteten Stunden.

Ich hoffe sehr Ihnen mit dieser Antwort weiter geholfen zu haben.

Mit freundlichem Gruß

i.A. Björn Resener
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Frage zum Thema Soziales
16.10.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Ernst,

ich als Linken Wähler bin ein wenig enttäuscht, als ich Ihre Aussagen zu den Neuregelungen der schwarz-gelben Koalition zum Thema Hartz 4 Zuverdienste las. Gönnt ausgerechnet die Linkspartei den Menschen die Hartz 4 beziehen, die besseren Zuverdienstmöglichkeiten nicht???
Ich bin froh, dass ich endlich einen 400 Euro Job haben kann, ohne das mir knapp 300 Euro davon abgeknöpft werden. Ich teile Ihre Auffassung, dass die baldige Regierung eher den Niedriglohnsektor ausweiten will. ABER ES IST ZUR ZEIT EINFACH EINE VERBESSERUNG der Lebensumstände für mich. Ich hoffe Sie lehnen den Gesetzentwurf als linke Partei nicht ab. Auch kleine Verbesserungen sind gold wert. Ich verstehe Ihre Bedenken, glauben Sie mir. Aber verstehen Sie, dass ich zur zeit auf 1 Euro Jobs angewiesen bin. Ich darf nicht mehr als 160 Euro behalten wenn ich einen 400 Euro Job annehmen will. Ich käme mit der neuen Regelung um 300 Euro besser weg im Monat. Ebenso die Immobilienregelung: ich habe ein Eigenheim und streite gerade mit der ARGE vor dem Sozialgericht. Sie wollen, dass ich erst mein Haus verscherbele bevor ich Hartz 4 beziehen kann. Hartz 4 richtig reformieren oder abschaffen, können Sie dann wenn sie an der Regierung sind. Aber Herr Ernst, die neuen Regelungen sind für viele erstmal eine Verbesserung. Nehmen Sie in der Sache bitte keine grundsätzliche Anti-Haltung ein.

Im übrigen: Ich hätte mit den neuen Zuverdienstmöglichkeiten ca. 750 Euro zur Verfügung, mit dem von der Linken geforderten Regelsatz von 500 Euro wäre ich ohne Zuverdientmöglichkeiten deutlich darunter. Bitte nehmen Sie für eine Sekunde die Parteipolitik und das große Ganze erstmal bei Seite und denken sie an Menschen wie mich. Dafür ist die Linke doch da. Bitte erkennen Sie an, dass diese Regelungen erstmal eine Verbesserung sind...

oder:

Verdeutlichen sie mir warum die neuen Hartz4 Regelungen Menschen wie mir nicht helfen? Und werden Sie gegen den Gesetzentwurf stimmen?
Antwort von Klaus Ernst
bisher keineEmpfehlungen
25.10.2012
Klaus Ernst
Sehr geehrter Herr ,

Klaus Ernst hat mich gebeten, nachzusehen, ob es noch offene Fragen bei Abgeordnetenwatch gibt und diese gegebenenfalls zu beantworten. Dabei ist mir aufgefallen, dass Sie noch keine Antwort auf Ihre Frage zur Ausweitung der Zuverdienst-Grenzen für Hartz-IV bekommen haben. Das möchte ich hiermit nachholen.

Ihr persönlicher Standpunkt ist durchaus verständlich. In der von Ihnen geschilderten Situation, wäre eine Anhebung der Zuverdienst-Grenzen für Bezieher von Hartz-IV mit Sicherheit eine Verbesserung der Lebensbedingungen. Sicher ist auch, dass Sie nicht der einzige Hartz-IV Bezieher wären, dem eine solche Regelung helfen würde.

Allerdings würde diese Verbesserung der Lebensbedingungen von einigen Hartz-IV Beziehern auf Kosten der Verschlechterung der Lebensbedingungen vieler anderer Menschen erfolgen. Denn die Ausweitung der Zuverdienst-Grenzen wäre ein weiterer Anreiz für Arbeitgeber, ihren Beschäftigten Hungerlöhne zu zahlen. Schließlich findet bereits jetzt eine indirekte Subvention für Arbeitgeber im Niedriglohnsektor statt, denn sie werden indirekt durch die staatlichen Zuschüsse an die betroffenen Arbeitnehmer subventioniert.

Eine Anhebung der Zuverdienst-Grenzen wäre also - zusammen mit der zeitgleich diskutierten Ausweitung der Mini-Jobs - ein vergiftetes Bonbon. Denn obwohl einige Niedriglöhner zunächst mehr in der Tasche hätten, wäre es im Kern ein Programm zum Abbau von regulären Jobs. Wie sollte DIE LINKE ihre Zustimmung zu einem solchen Programm vor den Menschen rechtfertigen, die dadurch ihre reguläre Beschäftigung verlieren?

Eine Alternative, der auch DIE LINKE zustimmen könnte, wäre hingegen eine deutliche Anhebung der Regelsätze für alle Hartz-IV-Bezieher!

Ich hoffe sehr Ihnen mit dieser Antwort weiter geholfen zu haben.

Mit freundlichem Gruß

i.A. Björn Resener
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