Klaus Ernst (DIE LINKE)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Geburtstag
01.11.1954
Berufliche Qualifikation
Gewerkschaftssekretär
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Arnstein
Wahlkreis
Schweinfurt
Ergebnis
10,4%
Landeslistenplatz
1, Bayern
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(...) In diesem Gespräch wurde damals bestätigt, dass die Neufassung der "Richtlinie über die Verordnung von Heilmitteln in der vertragsärztlichen Versorgung/ Heilmittelrichtlinie" in den letzten Zügen liegt. Jedenfalls sieht diese Neufassung im §11 vor, dass Leistungen der Heilmittelversorgung ausnahmsweise für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr auch in Tageseinrichtungen erbracht werden dürfen, wenn diese ganztägig in einer auf deren Förderung ausgerichteten Einrichtung untergebracht sind. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Arbeit
16.05.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Ernst,

in dieser Woche fand der Demografiegipfel statt.

Während Innenminister Friedrich die vorhandene Potenziale besser ausschöpfen möchte, forderte Frau Merkel mehr Zuwanderung. Auch die FDP forderte das öfters, obwohl erst kürzlich bekannt wurde, dass die Zuwanderung in 2012 sehr hoch war. Was ist Ihre Position dazu?

Dabei zeigt die offizielle Statistik ein verzerrtes Bild über die tatsächliche Lage am Arbeitsmarkt.
Außerdem gibt es sehr viel Unterbeschäftigung, die die Bundeszentrale für Arbeit auch auflistet.
Warum verschweigen das viele Politiker?

Zukunftsforscher sagen vorher das die digitalen Entwicklungen noch viele Arbeitsplätze überflüssig machen werden.

Warum werden die Menschen die in Deutschland sind nicht besser gebildet, ausgebildet und warum werden sie nach der vierten Klasse einfach ausselektiert?
In einigen anderen Ländern ist das anders, da kann man m.W. ein Leben lang Abschlüsse nachholen und wird vom Staat dahingehend gefördert.

Warum bekommt man bei einer Zweitausbildung keine Hartz-IV-Leistungen?
Viele die keinen Job haben, könnten auch mit 35, 40 oder 45 Jahren noch eine Zweitausbildung machen, haben aber nicht die finanziellen Mittel um das zu machen.

Zum besseren Verständnis sende ich Ihnen folgende Links als Beleg mit:

www.gegen-hartz.de

de.wikipedia.org


www.faz.net


statistik.arbeitsagentur.de

Ich bedanke mich im vorraus, für eine möglichst konkrete Antwort und verbleibe,
mit freundlichen Grüßen

Antwort von Klaus Ernst
1Empfehlung
16.05.2013
Klaus Ernst
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihr Interesse. Herr Ernst hat mich gebeten, Ihnen zu antworten.

Die Bundesregierung, SPD und Grüne benutzen die demografische Entwicklung in der Regel als Scheinargument für Einschnitte in die sozialen Sicherungssysteme, für die Privatisierung der Daseinsvorsorge und die Erhöhung des Renteneintrittsalters. So wurden auch in diesem Jahr unmittelbar vor dem Demografiegipfel aus der Union Stimmen laut, den älteren Erwerbslosen das Arbeitslosengeld zu kürzen. So etwas ist kein Ausrutscher, sondern Kerngedanke der Demografiepolitik der Bundesregierung.

Zwar stellt die demografische Veränderung tatsächlich eine große Herausforderung für die Politik dar, doch es gibt Alternativen zur aktuellen Herangehensweise. DIE LINKE ist der Überzeugung, dass die Folgen des demografischen Wandels solidarisch bewältigt werden können. Selbst geringe Produktivitätsfortschritte sind bei entsprechender Verteilung geeignet, die Folgen des demografischen Wandels abzufangen.

Dabei ist nicht unbedingt das Verhältnis von Jungen und Alten, sondern zwischen "arm" und "reich" entscheidend. Außerdem kommt es auf eine gute Relation von Beitragszahlenden und Leistungsbeziehenden an. Es muss also - neben der Umverteilung von oben nach unten - vor allem auch um die Schaffung gut entlohnter und sozialversicherungspflichtiger Arbeit gehen. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob die Beitragszahlenden einen Migrationshintergrund haben, oder nicht.

Allerdings ist es für die deutschen Unternehmen deutlich günstiger, gut ausgebildete Fachkräfte aus dem Ausland abzuwerben, anstatt selbst auszubilden. Noch nicht einmal jedes vierte Unternehmen in Deutschland bildet heute noch aus. Dieser Mangel an betrieblichen Ausbildungsplätzen hat dazu geführt, dass jährlich hunderttausende junge Menschen in Warteschleifen des sogenannten Übergangssystems landen und mittlerweile 1,5 Millionen Menschen zwischen 20 und 29 Jahren keine abgeschlossene Berufsausbildung haben. Doch die Bundesregierung weigert sich beharrlich, die Unternehmen per Gesetz zur Ausbildung zu verpflichten.

DIE LINKE tritt gemeinsam mit den Gewerkschaften für eine Ausbildungsplatzumlage ein. Demnach sollen alle Betriebe, die sich nicht an der Ausbildung junger Menschen beteiligen, in einen Fonds einzahlen. Wer ausbildet, wird hieraus unterstützt.

Ich hoffe Ihnen mit dieser Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichem Gruß
i.A. Björn Resener
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