Kai Voet van Vormizeele (CDU)
Abgeordneter Hamburg 2004-2008
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Grunddaten
Kai Voet van Vormizeele
Jahrgang
1962
Berufliche Qualifikation
Jurist
Ausgeübte Tätigkeit
Angestellter in einem Planungsbüro
Wohnort
-
Bezirk
Hamburg-Nord
Landeslistenplatz
38, über Liste eingezogen
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(...) Wir werden jetzt abwarten müssen wie diese Wahl abläuft und auch wie sich dieses neue Wahlrecht in der Praxis bewährt. Dazu gehört für mich auch die Frage, ob die derzeitigen riesigen Mehrmandatswahlkreise wirklich die beste aller Ideen ist, oder ob sie nicht vielmehr die Ferne von Bürger und Wahlkreisabgeordneten fördern. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
20.11.2007
Von:

Sehr geehrter Herr van Vormizeele,

als Nachfahre eines Holocaust Opfers empfinde ich tiefe Sorge darüber, dass scheinbar immer mehr deutsche Politiker öffentlich die Meinung zur Schau tragen, die hiesige Demokratie sei den ganzen Aufwand nicht mehr Wert. Es heisst:

"Demokratie und Freiheit, sind kein Geburtsrecht. Man muss täglich dafür kämpfen!"

Der immer deutlicher zur Schau getragene Wunsch nach vereinfachenden Wahlverfahren, vor allem von Seiten der Regierung, hinterlässt bei mir aber den Eindruck, dass die hiesigen politischen Entscheidungsträger des Kämpfens um Demokratie und Freiheit, auf rechtsstaatliche Art und Weise, überdrüssig geworden sind. Um aufzuzeigen das Sie nicht auch Sie dieser niederen wie bequemen Gesinnung zu verdächtigen sind, bitte ich Sie mir folgende Frage zu beantworten:

Bitte teilen Sie mir mit, ob Ihnen vor Ihrem Engagement für technische Wahlgeräte und das hierdurch zwingende Involvieren privatwirtschaftlicher Unternehmungen, bekannt war, dass Herr Moore in seinem Buch "Stupid White Men" den Nachweis erbracht hat, dass der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika Herr G.W. Bush sich durch die Manipulation solcher Firmen und auch Wahlgeräte im Jahre 2000 sein Amt erschlichen hat.

Mit bestem Gruß

gez.
Antwort von Kai Voet van Vormizeele
3Empfehlungen
20.11.2007
Kai Voet van Vormizeele
Sehr geehrter Herr !

Ich engagiere mich seit meinem 14. Lebensjahr aktiv für die Demokratie! Ich werde mir weder von Ihnen noch von anderen in der Auseinandersetzung um eine Sachfrage vorwerfen lassen, dass ich meinem Engagement nachgelassen habe. Vielmehr kann ich feststellen, dass so mancher, der die Meinungsfreiheit für sich in Anspruch nimmt, diese bei anderen nur sehr bedingt achtet.

Kai Voet van Vormizeele
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
20.11.2007
Von:

Sehr geehrter Her van Vormizeele,

vielen Dank für ihre Antwort. Bitte erlauben Sie mir, einen Teil Ihrer Antwort zu kommentieren, damit meine Frage / mein Vorschlag nicht falsch verstanden wird.
Sie schreiben Prof. Brunnstein "kritisiere eine Reihe von Formalitäten". Nun gut, wir sind beide nicht Prof. Brunnstein, aber es ist doch davon auszugehen, daß Prof. Brunnstein als Urliberalen wenig an Formalitäten selbst liegt. Eher ist davon auszugehen, dass er die Unsicherheiten fürchtet, die durch das Unterlassen von Tests und Prüfungen entstanden sind.
Sie schreiben, Sie würden einen flächendeckenden Feldversuch begrüßen. Ich auch - aber auf freiwilliger Basis. Schließlich soll ein Feldversuch z. B. die Wahrung des Wahlgeheimnisses sicherstellen. Wenn Sie die Bürger noch vor dem Ergebnis des Feldversuches zu Nutzung des DWS zwingen, beißt sich die Katze in den Schwanz. Oder etwa nicht?
Was das Nichthacken des DWS durch den CCC angeht, so hat dies herzlich wenig zu sagen. Zum Vergleich: Wenn Sie laut verkünden, Sie werden ihre Wohnung für 15 Minuten nicht abschließen, dazu die Presse einladen und wieder erwarten in den 15 Minuten kein Unhold in ihre Wohnung eindringt, so sollten Sie daraus nicht schließen, man bräuchte Wohnungen nicht abschließen.
Hier nun mein Vorschlag: Sicherheitsrelevante Systeme in der IT (und anderswo) werden "Penetration Tests" unter Realbedingungen unterzogen. Dabei wird ein ext. Dienstleister beauftragt, zu versuchen, das System zu umgehen. Scheitert er, heisst zwar nicht, dass das System gegen alle Angriffe sicher ist, jedoch macht es wahrscheinlich das der Aufwand unverhältnismäßig hoch ist. Da bei dem Feldversuch im Februar allein das Papier relevant für das Wahlergebnis ist, könnten Sie den CCC und andere Kritiker zu einem solchen Versuch einladen. Wie gesagt: Banken, Militär u. ä. tun dies auch.
Was halten Sie davon? Werden Sie das System testen, so wie es andere mit ähnlich schützenswerten Gütern auch tun?

Mit freundlichem Gruß,

Antwort von Kai Voet van Vormizeele
6Empfehlungen
21.11.2007
Kai Voet van Vormizeele
Sehr geehrter Herr !

Herr Prof. Brunnstein hat insbesondere die Einstufung des Schutzprofils nach Common Criteria 3+ kritisiert. Er würde eine höhere Klassifizierung für notwendig halten. Das meinte ich mit "Formalien".

Zu ihrem Beispiel hinsichtlich des "Einbruchs in meine Wohnung": Der von Ihnen kreierte "Unhold", ist damit in der Tat nicht ausgeschlossen. Nur das Gegenbeispiel lautet: Nur weil ich meine Wohnung "nur" abschließe und nicht mit Panzerglas versehe, steht nicht automatisch ein "Unhold" bei mir in der Wohnung!
Die Diskussion über einen Feldversuch hat sich erledigt. In Hamburg wird es keinen Feldversuch geben. Ob und ggf. wann der Hersteller dieses Systems einen Penetrationsversuchs starten wird ist ihm überlassen. Für Hamburg wir es in absehbaren Zeiträumen keine Anwendung von Technik in irgendeiner Art (das schließt die Verwendung von Taschenrechnern ein)bei den Wahlen geben.

Insofern haben die Technik-Puristen auf der ganzen Linie gesiegt. Eine Kollegin sagt neulich einmal so schön, die letzte technische Innovation, die in unserer Gesellschaft allgemein begrüßt wurde, war wohl die Einführung des Farbfernsehens. Das muß wohl auch etwas typisch Deutsches sein!

Mit freundlichem Gruß

Kai Voet van Vormizeele, MdHB
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Frage zum Thema CDU-Wahlrecht
21.11.2007
Von:

Hallo Herr Voet van Vormizeele,

in der Ausgabe des Hamburger Abendblattes vom 20.11.07 wird berichtet:
"CDU: Digitaler Wahlstift endgültig vom Tisch / Die CDU-Bürgerschaftsfraktion hat sich gestern endgültig gegen den Einsatz des digitalen Wahlstiftes bei der Bürgerschaftswahl entschieden. Wie der verfassungspolitische Sprecher, Kai Voet van Vormizeele, nach der Fraktionssitzung sagte, sei auch der Einsatz für einen Feldversuch endgültig vom Tisch. Einen erneuten Anlauf für den Wahlstift in vier Jahren sieht van Vormizeele ebenfalls nicht. ..."

"Rien ne va plus" - mehr als 5 Mio. Steuergelder werden also einfach zum Fenster hinausgeworfen, ohne dass auch nur annähernd nachgewiesen wurde, dass die Vorwürfe gegen den Digitalen Wahlstift wirklich zutreffen? Die Ausgaben noch nicht einmal mehr als Investition für die Zukunft in Betracht kommen? Das kann ich nicht glauben!

So wie der Digitale Wahlstift urplötzlich und ohne Begründung von den Fraktionsvorsitzenden vollständig "ad acta" gelegt wurde, stellt sich bei mir die Frage, ob es nicht sein könnte sein, dass für das vollständige Scheitern des Digitalen Wahlstiftes ganz andere Gründe verantwortlich sind, als die bisher angeführten und nicht nachgewiesenen Sicherheitsbedenken?

Ich halte den Vorschlag von Herrn Michaelsen für eine sehr gute Idee, dem Digitalen Wahlstift im Rahmen eines sog. "Penetrationstests" die Chance zu geben, seine Einsatztauglichkeit zumindest für künftige Wahlen unter Beweis zu stellen.

Mit freundlichen Grüße
Antwort von Kai Voet van Vormizeele
6Empfehlungen
21.11.2007
Kai Voet van Vormizeele
Hallo Frau !

Ich stimme Ihnen voll und ganz zu. Ein flächendeckend Test wäre mehr als wünschenswert gewesen. Tatsache ist aber, dass nicht wir dies abgelehnt haben, sondern die GAL und die SPD sich ihr angeschlossen hat. Wir waren und sind der Auffassung, dass eine solche Entscheidung nicht mit einer knappen Parlamentsmehrheit getroffen werden kann.

Die Formulierung, die immer wieder in der Presse kolportiert wird, dass die Fraktionsvorsitzenden aus dem Stift ausgestiegen sind, trifft nicht zu. SPD und GAL haben dem Vorsitzenden meiner Fraktion mitgeteilt, dass sie aussteigen. Wir hatten dass zur Kenntnis zu nehmen.
Es bleibt die mehr als bedauernswerte Tatsache, dass dieser Stift letztendlich von einer einzigen Person alleine aus dem Feld geschlagen wurde.

Inwieweit ein Penetrationstest jetzt stattfindet ist Sache des Herstellers. Ich würde es begrüßen. Der zwischenzeitlich diskutierte Vorschlag jetzt in 17 Wahllokalen einen Test durchzuführen, bei dem wir dem Wähler freistellen, ob er den Stift nutzen will oder nicht, lehne ich ab, da er letztendlich nichts beweist und noch nicht mal eine "Gewöhnungsprozeß" bei Wähler verursacht.

Mit freundlichem Gruß

Kai Voet van Vormizeele, MdHB
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
21.11.2007
Von:

Sehr geehrter Herr van Vormizeele,

mit Bestürzung habe ich auf Ihrem Blog im Artikel "Kein Wahlstift in Hamburg" kai.van-vormizeele.de ) gelesen "Wie leicht dort [in Hamburg] ein vermeintlicher Innentäter mal eine Urne oder ein paar Stimmen verschwinden lassen kann".

Hier in München wäre es völlig undenkbar, dass eine Wahlurne abhanden kommt. Wie kann es sein, dass das in Hamburg offenbar denkbar ist?
Welche Vorkehrungen werden Sie treffen, um diese Gefahr in Zukunft abzuwenden?

Mit freundlichem Gruß,
Antwort von Kai Voet van Vormizeele
3Empfehlungen
21.11.2007
Kai Voet van Vormizeele
Sehr geehrter Herr !

Auch wenn diese Seite eigentlich ein Forum für die Kommunikation zwischen Hamburgern Wählern und Abgeordneten ist, will ich Ihre Frage gerne beantworten!

Natürlich hoffe ich nicht, dass eine Wahlurne verschwindet oder ähnliches. Aber hier in Hamburg hatten wir uns in den vergangenen Wochen mit den Vorwürfen auseinanderzusetzen, dass vor allem Innentäter ein hohes Risiko darstellen würden. Wir werden hier in Hamburg jetzt aus 1550 Wahlbezirken mehrere Urnen am Wahlabend zu einer zentralen Sammenstelle (wahrscheinlich die Hamburger Messenhallen) transportieren müssen. Dort werden 3-4 Tage ca. 10 Mio Stimmen von ca. 15.500 Menschen per Hand ausgezählt werden. Wir alle sind jetzt gespannt, wie diese logistischen und sicherheitstechnische Meisterleistung vollbrachten werden wird. Aber jeden Zweifel ausschließen können wir leider nicht und das Risiko ist erheblich gestiegen!

Mit freundlichem Gruß nach München

Kai Voet van Vormizeele, MdHB
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Frage zum Thema CDU-Wahlrecht
22.11.2007
Von:

Sehr geehrter Herr van Vormizeele,

ich möchte mich bei Ihnen auf diesem Wege für Ihre schnellen und vor allem kompetenten Antworten auf meine Fragen im abgeordnetenwatch herzlich bedanken.
Dies wird meine letzte Frage an Sie sein und danach werde ich das Thema "Digitaler Wahlstift in Hamburg" zumindest bis nach der Bürgerschaftswahl im Februar 2008 "ad acta" legen.

In der Ausgabe des Hamburger Abendblattes vom 20.11.07 werden Sie u.a. wie folgt zitiert:
"… Einen erneuten Anlauf für den Wahlstift in vier Jahren sieht van Vormizeele ebenfalls nicht. ...".

Alt-Bundeskanzler Konrad Adenauer sagte einmal:

"Man darf niemals "zu spät" sagen. Auch in der Politik ist es niemals zu spät. Es ist immer Zeit für einen neuen Anfang." und "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?"

Vorausgesetzt, die Hamburger CDU erhält nach der Bürgerschaftswahl 2008 wieder die absolute Mehrheit in der Hamburger Bürgerschaft. Könnten Sie sich vorstellen, dass nach der Bürgerschaftswahl die og. Zitate Konrad Adenauers in Bezug auf den Digitalen Wahlstift im übertragendem Sinne Anwendung finden könnten, sofern alle ernst zu nehmenden Sicherheitsbedenken bis dahin ausgeräumt sind?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Kai Voet van Vormizeele
6Empfehlungen
22.11.2007
Kai Voet van Vormizeele
Liebe Frau !

Vielen Dank für das Lob! Natürlich ist es niemals zu spät. Meine etwas pessimistische Aussage war auch dem Umstand geschuldet, dass wir Politiker in dem Bestreben ein technisches Problem zu lösen, unversehens in eine grundsätzliche Debatte der Technik-Kritiker und Befürworter geraten sind. Diese Debatte wird sich nach meiner Befürchtung jedesmal wiederholen, wenn der Wahlstift oder andere technische Anwendungen in Rede stehen. Insofern bin ich eher zurückhaltend was die Zukunftsaussichten solcher Systeme angeht.

Die Frage ist auch nicht über die Wahlen zu lösen. Eine absolute Mehrheit haben wir jetzt auch. Trotzdem waren und sind wir der Auffassung, dass man eine solche Frage nicht alleine "durchpauken" kann. Dafür bedarf es eines breiten gesellschaftlichen und parlamentarischen Konsenses. Dieser ist derzeit nicht vorhanden. Das haben wir in den letzten Wochen schmerzhaft lernen müssen. Erst wenn eine solche breite Mehrheit vorhanden ist, kann man darüber wieder ernsthaft reden. Das mag unbefriedigend sein. Aber die Realität ist so!

Mit freundlichem Gruß

Kai Voet van Vormizeele, MdHB
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