Jürgen Trittin (GRÜNE)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Jürgen Trittin
Jahrgang
1954
Berufliche Qualifikation
Diplom Sozialwirt, Journalist, Bundesminister a.D.
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Göttingen
Landeslistenplatz
2, über Liste eingezogen, Niedersachsen
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(...) Bezogen auf den Ex-Minsiter Glos, war der Eindruck entstanden, dass er sein Amt nicht ausgefüllt hat und die Erwartungen an sein Amt - auch gerade die der Mitgliedern seiner eigenen Partei - nicht erfüllt hat. Die Ankündigung, dass der Außenpolitiker von Guttenberg Wirtschaftsminister werden soll, hat nicht nur bei mir Verwunderung hervorgerufen. Man hatte damit gerechnet, dass Angesichts der Finanzkrise ein Kandidat mit ausgewiesener wirtschaftlicher Kompetenz gesucht wird. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Finanzen
22.09.2009
Von:

Jeder weiß, dass es in der Natur für jedes Wachstum eine optimale Obergrenze gibt - kein Baum wächst in den Himmel und kein Mensch über das 20. Lebensjahr hinaus.
Jeder weiß auch, dass man bei gleichbleibender Leistung und gleichbleibendem Einkommen eigentlich nicht ärmer werden kann. Im Gegenteil: Auch ohne Wirtschaftswachstum kann jeder seinen Wohlstand durch Anhäufungen langlebiger materieller und geistiger Güter steigern, bei Produktivitätssteigerungen sogar mit sinkender Arbeitszeit! Warum aber drohen uns Ökonomen Verluste an, wenn sich die Wirtschaftsleistung stabilisiert? Warum werden Politikern die Knie weich, wenn die Wachstumsraten gegen Null zu sinken drohen? Warum rufen Gewerkschaften und Unternehmerverbände unisono nach Wirtschaftswachstum und warum wagt kaum noch jemand, auf die damit verbundenen Umweltfolgen hinzuweisen? Einen Lösungsansatz für das Dilemma, in dem sich Wirtschaft und Politik mit dem Zwang zu immer mehr Wachstum befinden, findet man bei den Vertretern der Freiwirtschaft:
Bekanntlich wird das Sozialprodukt in jedem Jahr zwischen Kapital und Arbeit aufgeteilt. Dem Kapital werden die Zinsen garantiert, das Arbeitseinkommen ist variabel. Sinkt das Wachstum unter das Zinsniveau kann es daher nur auf Kosten der Arbeitseinkommen gehen, das dann mit einem entsprechend kleineren Teil vom Kuchen des BIP vorlieb nehmen muss. Sinken die Zinsen wird das Geld zunehmend gehortet und dem Geldkreislauf entzogen oder geht in die Spekulation. Dieser Mechanismus führt zu einer immer stärkeren Umverteilung von der Arbeit zum Kapital und zu extrem unsicheren Finanzmärkten. Die Folgen: zunehmender Nachfragemangel, Arbeitslosigkeit, soziale Unruhen, Wirtschaftskrisen letztlich bis zum Kollaps.
Die Freiwirtschaft schlägt zur Überwindung dieses Systemfehlers eine kleine Änderung vor: anstatt dem Geld zur Sicherung des Geldumlaufes mittels Zinsen und Inflation Beine zu machen, sollte dies mit einer Gebühr auf Liquidität erreicht werden. Wie stehen Sie dazu?

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Frage zum Thema Soziales
25.09.2009
Von:
-

Sehr geehrter Herr Trittin,

die Frage könnte auch zum Bereich Finanzpolitik/Witschaft gezählt werden.
Ich bin alleinerziehende Mutter von zwei Kindern und im August arbeitslos geworden.
ich finde die Politik tut zu wenig für uns.
Ich bin Erziehungswissenschaftlerin und mich regen viele Dinge auf.
Wenn man Kindergeldzuschlag beantragt werden einem Prügel, wo es nur geht in den Weg gelegt.
Steuerlich stehen wir meiner Meinung nach zu schlecht da. Man darf nicht vergesse, dass wir oft alles alleine schultern, deshalb finde ich Alleinerziehende müssten steuerlich besser gestellt sein, v.a. wenn sie keinen Unterhalt bekommen, was oft genug der Fall ist. Auch hier müsste die Politik die Männer mehr in die Pflicht nehmen.
Arbeitspolitisch ist es v.a. für Frauen eine Katastophe, dass im sozialen Bereich nur noch mit befristeten Verträgen gearbeitet wird.
Diese prekären Arbeitsverhältnisse miüssen aufhören. Da hat man dann mehr Sicherheit udn in die Staatskassen kommt mehr Geld.
Ich finde es, nur noch einmal zum Abschluss meiner Frage gesagt, ein Unding, dass Randgruoppen, und dazu zähle ich Alleinerziehende, was zahlenmäßig ja gar nicht stimmt, so vernachlässigt werden. Es wid meist von einer vollständigen Familie ausgegangen, was leider oft der Realität nicht mehr entspricht.
Was wollen Sie bzw. ihre Partei gegen diese genannten Probleme in Zukunft tun?

Mit freundlichen Grüßen

N.-

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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
25.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Trittin,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort auf meine Frage vom 22.9.2009.

Auch nach der Antwort bleiben mir jedoch noch Dinge unklar, weswegen ich eine weitere Frage zu dem Thema an Sie stellen möchte.

Der Journalist Hugo Müller-Vogg schreibt bei bild.de, dass auch Gerhard Schröders rot-grüne Bundesregierung im Jahre 2001 die Vertrauensfrage nur aufgrund von Überhangmandaten überstand www.bild.de Mit anderen Worten: Ohne Überhangmandate hätte es Rot-Grün ab 2001 nicht mehr gegeben. Nach Ihrer eigenen Logik müsste man demnach das rot-grüne Weiterregieren in den Jahren 2002-2005 als verfassungswidrig werten. Müller-Vogg schreibt zudem: "Sein [Schröders] damaliger Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) nennt Überhangmandate inzwischen ´ergaunerte´ Sitze. Damals durfte auch Trittin dank der Überhangmandate Minister bleiben."

Welche Konsequenzen ziehen Sie persönlich aus der Tatsache, dass "ergaunerte Sitze" im Jahre 2005 Ihren Ministerposten gerettet haben?

Beste Grüße
T.

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Frage zum Thema Arbeit
30.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Trittin,

in der Wahlsendung mit Stefan Raab hatten Sie Einkommensteuerzahler mit der oberen Hälfte der Gesellschaft in Verbindung gebracht. Das ist nicht der Fall - z.B. hat der Spiegel vor kurzem über einen ehemaligen Banker (Lohnsteuerzahler) berichtet, der jetzt eine Frittenbude im Frankfurter Bankenviertel betreibt und damit zum EInkommensteuerzahler wurde.
Kann es sein, dass die sog. Ich-AGs (ein Projekt, das den Weg aus der Arbeitslosigkeit in die Selbständigkeit förderte) sogar ein Produkt der rot-grünen Koalition waren?
Könnten die Grünen bei einer jetzt zu erwartenden Diskussion über die Krankenkassen sich auch mal für die kleinen Selbständigen einsetzen, deren Krankenkassenbeitrag nicht nach dem realen Einkommen berechnet wird, sondern nach 3/4 der Bemessungsgrenze

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Frage zum Thema Familie
09.10.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Trittin,

als Angela Hoffmeyer vom Bundesvorstand des "Väteraufbruch für Kinder" im Rahmen einer Veranstaltung die Ergebnisse einer Befragung der Bundestagskandidaten aller Parteien zur Väterpolitik im Vorfeld der Wahlen präsentierte und sich dabei zeigte, dass von allen fünf im Bundestag vertretenen Parteien, Bundestagskandidaten der Grünen mit großem Abstand am seltensten zugestimmt hatten bei der Frage: "Soll in Deutschland - so wie europaweit Standard - das gemeinsame Sorgerecht auch für nicht miteinander verheiratete Eltern ab Geburt ihres Kindes bzw. ab Vaterschaftsanerkennung eingeführt werden?" (Was eine tatsächliche Gleichstellung ehelicher und nichtehelich geborener Kinder bedeuten würde), rief ein Besucher ungläubig: "Waaas? Ich dachte immer, die Grünen wäre so fortschrittlich." Darauf kam aus einer anderen Ecke: "Die Grünen sind doch von Feministinnen dominiert. Die vertreten Fraueninteressen auf Kosten von Vätern und Kindern." Hat er Recht?

Freundliche Grüße

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Ihre Frage an Jürgen Trittin
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