Jürgen Trittin (GRÜNE)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Jürgen Trittin
Jahrgang
1954
Berufliche Qualifikation
Diplom Sozialwirt, Journalist, Bundesminister a.D.
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Göttingen
Landeslistenplatz
2, über Liste eingezogen, Niedersachsen
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(...) Bündnis 90/DIE GRÜNEN haben Alternativen: im Zentrum der grünen Verkehrspolitik steht die Fortbewegung zu Fuß, per Rad und mit Bussen und Bahnen. Unsere Initiativen im Parlament zielten auf verstärkte Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr, die Schiene und den Nationalen Radverkehrsplan. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Arbeit
21.12.2006
Von:

Sehr geehrter Herr Trittin,

es ist mir ein Anliegen Ihnen eine kurze Frage zu stellen. Ich schließe im Sommersemester 2007 mein Studium als "Sozialmanager" ab. Ich studiere an der Fachhochschule im DRK Göttingen. Ich möchte nun von Ihnen wissen, was Sie einem motivierten, engagierten und interessierten Absolventen raten würden. Ich möchte im Sozialsektor arbeiten und erhoffe mir eine kurze Einschätzung von Ihrer Seite. Ich kann mir sehr gut vorstellen an der Politik in unserem Land mitzuarbeiten, vielleicht können Sie ja auch so einen Sozialmanager wie mich gut gebrauchen.

Mit freundlichen Grüßen

J.
Antwort von Jürgen Trittin
1Empfehlung
23.03.2007
Jürgen Trittin
Sehr geehrter Herr ,

Vielen Dank für Ihr Schreiben. Die Weiterbildung zum Sozialmanager ist eine umfassende und professionelle Qualifikation. Management in sozialen Organisationen bietet eine Antwort auf die Herausforderungen, die der schnelle gesellschaftliche Wandel, an Organisationen der sozialen Arbeit stellt.Stichworte sind hier u.a. Wettbewerb, neue Politik- und Managementkonzepte, Sozialmarketing, Fundraising, Controlling.

In der gegenwärtigen Umbruchsituation, in der sich die öffentliche Verwaltung als auch die Organisationen der sozialen Arbeit befinden, werden neue Schlüsselqualifikationen für die Bewältigung und Weiterentwicklung von Strukturen verlangt. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und den vielfältigen fachlichen und organisationsbezogenen Entwicklungsaufgaben werden gerade in der Altenhilfe und Altenpflege Kompetenzen für Innovation und Entwicklung benötigt, denn im Spannungsfeld zwischen diakonischem Auftrag, Kundenorientierung und ökonomischen Sachzwängen stehen Einrichtungen der Altenhilfe vor deutlich veränderten Herausforderungen. Diesen alltäglichen Herausforderungen, wie z.B. dem effizienten Einsatz von personellen und finanziellen Ressourcen sowie der nachhaltigen Sicherung der Pflegequalität, dem wachsenden Belegungs- und Wettbewerbsdruck von Einrichtungen, und der bestmöglichen Unterstützung und Versorgung einer veränderten Kundenstruktur von Einrichtungen, kann der Sozialmanager Rechnung tragen.

In dem Bereich der Gerontologie sehe ich daher ein wachsendes Beschäftigungsfeld für Sozialmanager/innen. Mehr denn je brauchen Einrichtungen Leitungskräfte und Mitgestalter/innen, die über die Kompetenz von Sozialmanager/innen verfügen, zudem die DRK-Fachschule bewusst nicht einseitig betriebswirtschaftlich-technologisch ausbildet.

"Quereinsteiger" sind in der Politik gern gesehene Menschen mit hoher Fach- und Handlungskompetenz und aus der Sicht meines langjährigen politischen Wirkens immer eine Bewerbung wert.

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Trittin
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
19.01.2007
Von:

Finden Sie nicht auch, daß die Abstimmung über eine Verfassung wie der für Europa nicht in einem Stück erfolgen sollte, sondern die Bürger über die strittigen Punkte mitentscheiden können sollten. Wenn ein Bürger eine einzige Regelung absolut nicht mittragen will, muß er das ganze Werk ablehnen. Da viele Bürger auch viele unterschiedliche Bedenken haben, kann es zu keiner Zustimmung zur ganzen Verfassung kommen, obwohl die Bürger der Verfassung zu vielleicht 99 % zustimmen könnten.

Konkret:
Der Bürger sollte der Verfassung mit Ausnahme ihm bedenklich erscheinender Punkte zustimmen können. Wenn die kritischen Punkte von einer Mehrheit abgelehnt würden, kämen wenigstens im übrigen Teile der Verfassung zustande. Über den Rest könnten die Gremien nochmals beraten. Es kann doch gut sein, daß dann eine konsensfähige Fassung der Streitpunkte gefunden werden könnte. In einer weiteren Abstimmung könnte auch noch der Rest geklärt werden.
Ich weiß, daß Sie der falsche Ansprechpartner sind, aber evt. haben Sie in der Oppositionsrolle Zeit und Lust, sich auch mal um "Nebensächliches" zu bemühen.
Antwort von Jürgen Trittin
bisher keineEmpfehlungen
14.12.2007
Jürgen Trittin
Sehr geehrter Herr ,

Der Verfassungsentwurf wurde in einem mehrjährigen Prozess unter Einbeziehung vieler Bürger und Vertreter aus Parlamenten und Institutionen in einem Konvent erarbeitet. Dabei war es für die interessierten Bürger jederzeit möglich, sich an dem Diskussionsprozess durch Eingaben oder Beteiligung an den zahlreichen Diskussionsveranstaltungen zu beteiligen. Ich glaube kaum, dass es eine Verfassung oder ein anderes komplexeres Regelwerk gibt, bei dem den Bürgern annähernd eine so breite Einflussmöglichkeit gegeben wurde.
Wie dies üblich ist, wurde der Verfassungsentwurf von den Regierungen zu ende verhandelt und von den gewählten Vertretern in den Parlamenten ratifiziert.

Leider ist der Verfassungsentwurf an den Referenden in Frankreich und den Niederlanden gescheitert. Deswegen war ein neuer Prozess notwendig, wie man große Teile des Verfassungsentwurfes noch retten kann.

Ein neuer Konvent hätte vermutlich kein anderes Ergebnis gebracht, als der erste Konvent, aber sehr viel Zeit gekostet, deswegen stehen wir bei aller Kritik an einzelnen Teilen des Vertrages von Lissabon zu diesem Vertrag, auch weil es dazu keine Alternative gibt und es eine wesentliche Verbesserung der bestehenden Situation darstellt. Die EU wird damit demokratischer, transparenter, handlungsfähiger und bürgerfreundlicher.

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Trittin
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Frage zum Thema Umwelt
22.02.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Tritin,

Thema: globale Erwärmung, Treibhausgase.
Könnten Sie stichhaltige Argumente aufzählen, die gegen folgenden Vorschlag sprächen?
Der Ausstoss von sogg. Treibhausgasen, v.a. CO2, wird - nach einer Übergangsfrist von z.B. 10 Jahren - ab dem Jahr 2016 per Gesetz verboten.

Anfang der 80er hat man festgestellt, dass Blei im Benzin schädlich ist und es verboten. Etwa zugleich hat man die tödiche Wirkung von Asbest erkannt und es verboten. An beiden Massnahmen sind die entspr. Industriezweige nicht zugrunde gegangen.

Ich bin überzeugt, Wissenschaft und Industrie hätten keinerlei Probleme innerhalb von 10 Jahren effektive und rentable Alternativen (oder Vermeidungsmassnahmen) zu entwickeln, wären sie tatsächlich vor die Alternative gestellt, entweder den CO2 Ausstoss zu beenden oder "den Laden dicht zu machen". Ein solches Verbot hiesse ja nicht zwangsläufig z.B. auf Verbrennung fossiler Brennstoffe zu verzichten. Abgase können eingesammelt, gefilter, "geklärt" werden.

Wir wissen heute, dass die globale Erwärmung Millionen, wenn nicht Milliarden von Menschleben kosten und Existenzen vernichten wird. CO2 (nebst übrigen Klimagasen) ist damit bei weitem gefährlicher als Rauchen, Drogen, Asbest und verbleites Benzin zusammen.

Natürlich kommt sofort das Argument: "Deutschland könne da im Alleingang nichts bewirken, da sonst Industrie und Arbeitsplätze abwandern würden." Ich kann mir nicht vorstellen, dass die weltweite Autoindustrie tatsächlich auf einen Markt von rund 60 Millionen Kunden, iim Durchschnitt und im weltweiten Vergleich mit sehr hoher Kaufkraft ausgestattet, gänzlich verzichten wollen. Und selbst wenn. Es wird zweifellos mutige Jungunternehmer geben, die gerne von GM und VW verlassene Werke zu einem Spottpreis übernähmen, um den deutschen Markt konkurrenzlos mit CO2-freien Automobilen zu versorgen.

Ich würde mich freuen, weitere Argumente zu hören, die gegen ein generelles CO2 Verbot sprächen.

Mit besten Grüssen,

Antwort von Jürgen Trittin
bisher keineEmpfehlungen
23.02.2007
Jürgen Trittin
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für ihre Frage. Bei der Beimengung von Blei in die Kraftstoffe ging es darum, die Laufruhe und Haltbarkeit der Motoren zu verbessern. Aufgrund des technischen Fortschrittes war dies bereits zum Zeitpunkt des Verbotes nicht mehr notwendig. Daher war ein Verbot relativ leicht durchsetzbar (z.b. bestätigte VW, dass auch ihre in den 70er Jahren gebauten Motoren ohne Blei auskommen). Bei den Treibhausgasen kommt erschwerend hinzu, dass es sich um eine Reihe von Gasen handelt, die auch in natürlichen Prozessen entstehen. (Methan in der Viehzucht oder CO2 bei der Verbrennung von Holz). Daher ist eine generelles Verbot nicht realistisch. Sicherlich sind aber die Verbrennung fossiler Energiestoffe, die Stickstoffdüngung, die Massentierhaltung und viele andere Quellen von Treibhausgasen deutlich einzuschränken und weitgehend kohlenstoffarm zu gestalten.

Sicherlich muss die deutliche Reduzierung der Treibhausgase unser Ziel sein, dabei wird aber ein längerer Transformationsprozess benötigt um zu der notwendigen Umstellung zu kommen. Gerade in den noch nicht entwickelten Ländern (auch in Schwellenländern oder den osteuropäischen Ländern) steht der wirtschaftliche Aufbau (aus deren Sicht) im Vordergrund.

Grundsätzlich sehen wir aber den Erfolg einer guten Klimaschutzpolitik nicht im Verbot von bestimmten Technologien, sondern in einer ständigen Steigerung der Anforderung an diese immer sauberer und effizienter zu arbeiten.

i.A. Olaf Denter (wiss. Mitarbeiter)
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Frage zum Thema Umwelt
15.03.2007
Von:

Lieber Herr Trittin,

anachronistischerweise soll in Ihrer Heimatregion mitten zwischen Wohn- und Naherholungsgebieten ein dreigeschossiges Autobahnkreuz (BS-Südwest) ohne ausreichenden oder gar optimalen Lärmschutz (von der Schadstoffproblematik ganz zu schweigen) gebaut werden. Was können und wollen Sie als niedersächsischer Grüner und als Bundestagsabgeordneter tun, um nicht nur Mindestwerte, sondern einen optimalen Schutz für Ihre Wähler und die Natur durchzusetzen? Könnten zum Beispiel einschlägige Bundesgesetze so ergänzt werden, dass für die Berechnung von Lärmschutz-Maßnahmen ausgewiesene Naherholungsgebiete den Landschaftsschutz- und Naturschutzgebieten gleichgestellt werden?
Bitte lesen Sie auch nach unter www.A391.de.

Mit besten Grüßen
Ihr

, Anwohner und Bezirksrat Heidberg-Melverode.
Antwort von Jürgen Trittin
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16.03.2007
Jürgen Trittin
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihr Schreiben.
Lärm ist eine Umweltbelastung, die leider in der Vergangenheit wenig Beachtung fand. In den letzten Jahren ist es auch unter meiner Amtsführung gelungen die Gesetzgebung erheblich zu verbessern. Mit der Umsetzung der Umgebungslärmrichtlinie der EU wird erstmals eine Lärmkartierung als Grundlage für die Aufstellung von Lärmaktionsplänen zur Lärmminderung vorgeschrieben. Durch diese Regelung ist eine ständige Überprüfung der Lärmbeslastung und eine Minderung dieser geschaffen worden. Vor diesem Hintergrund ist bei allen Planungen ein möglichst weitgehender Lärmschutz sinnvoll.

Ich werde aber der Frage noch einmal nachgehen, ob es Regelungslücken in der Bundesgesetzgebung gibt und wie diese zu ändern wären.

Mit freundlichem Gruß
Jürgen Trittin
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Frage zum Thema Umwelt
16.03.2007
Von:

Alle reden von Umweltschutz und machen Vorschläge von Sparlampen Treibstoffreduzierung in Autos usw. Der größte Umweltverschmutzer ist doch die Globalisierung. Dadurch werden Waren sinnlos auf der ganzen Erde hin und her gekarrt, weil diese irgendwo ein paar Cent billiger sind. Die größte Sparmaßnahme wäre Regionalisierung. Wieso müssen wir einfaches Wasser aus Italien oder Frankreich nach Deutschland karren, oder Bier von Norden Deutschlands in den Süden fahren?
oder die Äpfel aus Polen an den Bodensee, um daraus Bodensee-Apfelsaft zu machen. Hier wäre der größte Umweltschutz zu erzielen und eine Wohlstandssteigerung brauchen wir sicher nicht, den die meisten verwechseln Wohlstand mit gesteigertem Konsum und die Umwelt bleibt auf der Strecke.
Antwort von Jürgen Trittin
3Empfehlungen
23.03.2007
Jürgen Trittin
Sehr geehrter Herr ,

seit langem setzen sich die Grünen für eine Stärkung der regionale Vermarktung gerade von landwirtschaftlichen Produkten ein. Gerade auch der Ökolandbau ist hier stark engagiert. Darüber hinaus ist aber vor allem eine andere Verkehrspolitik notwendig. Die Transportkosten müssen endlich die ökologische Wahrheit sagen. Daher fordern wir z.B. höher Maut, die nach und nach auf allen Straßen erhoben wird.

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Trittin
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