Jörn Wunderlich (DIE LINKE)
Kandidat Bundestagswahl 2005
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Grunddaten
Jörn Wunderlich
Jahrgang
1960
Berufliche Qualifikation
Jurist
Ausgeübte Tätigkeit
Familienrichter am Amtsgericht Chemnitz
Wohnort
-
Wahlkreis
Chemnitzer Land - Stollberg
Ergebnis
23,1%
Landeslistenplatz
4, Sachsen
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Frage zum Thema Wirtschaft
04.09.2005
Von:

Wie stehen Sie und Ihre Partei zur Globalisierung, wie wollen Sie die Wirtschaft im Lande halten?
Antwort von Jörn Wunderlich
bisher keineEmpfehlungen
08.09.2005
Jörn Wunderlich
Sehr geehrter Herr ,

Vielen Dank für Ihre zwei Fragen, die ich gerne beantworten möchte:

In der gesellschaftlichen Diskussion erscheint Globalisierung oft als eine Schicksalsfrage, die eine Logik der Sicherung des "Standortes Deutschland" und damit den Abbau sozialer Standards geradezu gesetzmäßig zu erfordern scheint. Dies verdeckt, dass auch die Globalisierung von Menschen gemacht und damit beeinflussbar ist. Wir wollen den negativen Auswirkungen der Globalisierung gegenwärtig durch politisches Handeln gegensteuern:

a) Spekulationsgeschäfte und Steuerhinterziehung sollen bekämpft werden,
b) Konzerne und Investoren sollen in die soziale Verantwortung genommen, dazu der Spitzensteuersatz erhöht und die Steuerfreistellung für Gewinne bei Beteiligungsverkäufen zurückgenommen werden,
c) Die "Entwicklungsländer" sollen durch die Öffnung der internationalen Märkte und durch zeitweiligen Schutz ihrer nationalen Märkte die Chance auf eine selbstbestimmte Entwicklung erhalten.

Zu Ihrer Sorge um die Wirtschaft: Ihr geht es gut, und sie bleibt auch im Land. Die Unternehmen erzielen Höchstgewinne - schaffen aber keine Arbeitsplätze. Dies ist verständlich, denn bei steigender Produktivität wird immer weniger Arbeit benötigt, um immer mehr (in unserem Falle: hauptsächlich für den boomenden Export) produzieren zu können. Unsere Arbeitsmarktpolitik enthält zwei Forderungen, welche die Entstehung neuer Arbeitsplätze (kein Niedriglohn!) zur Folge haben:
a) Einen öffentlich geförderten Beschäftigungssektor mit regulären, tariflich entlohnten Arbeitsplätzen. Die Kosten hierfür liegen niedriger als die dauerhafte Finanzierung der Massenarbeitslosigkeit.
b) Die Einführung eines Mindesteinkommens von 1.400 Euro brutto, der jährlich an die Tarifentwicklung angepasst wird. Dadurch wird die Binnenanfrage angekurbelt, es kommt zu mehr Wirtschaftswachstum (der Export läuft ja schon gut).

Ich hoffe, hiermit zur Klärung Ihrer Frage beigetragen zu haben. Das von Ihnen angesprochene Themengebiet ist allerdings sehr umfangreich. Wenn Sie ausführlichere Informationen wünschen, wird Ihnen unser Wahlprogramm, zu finden unter
www.sozialisten.de/wahlen2005/positionen/wahlprogramm von Interesse sein.

Mit freundlichen Grüßen

Jörn Wunderlich
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Frage zum Thema Wirtschaft
12.09.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Wunderlich,

die Staatsverschuldung hat bereits Billionenhöhe erreicht. Angesichts eines exponentiellen Wachstuns der Schulden ist es rechnerisch schon nicht mehr erklärbar wie der Staat das Schuldenproblem lösen konnte - zumal jetzt schon zum Tilgen der Schulden neue Kredite aufgenommen werden müssen.

Als Initiatoren des Stollberger Erzgebirgs-REGIO´s fragen wir Sie, ob Sie sich vorstellen könnten, viele Geldprobleme (nicht alle) mit Freigeld zu lösen?

Mit freundlichem Gruß.


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