Jörg Rupp (GRÜNE)
Kandidat Bundestagswahl 2009
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Jörg Rupp
Jahrgang
1966
Berufliche Qualifikation
IT- System- Kaufmann
Ausgeübte Tätigkeit
Sozialpädagoge
Wohnort
76316 Malsch
Wahlkreis
Karlsruhe-Land
Ergebnis
10,1%
Landeslistenplatz
20, Baden-Württemberg
(...) Für mich steht außer Frage, dass der grüne Kandidat auch die Erststimmen haben sollte. Und ein kleiner Nachsatz: angesichts dessen, was uns an sozialen Einschnitten von einer schwarz-gelben Regierung erwartet, von den Unabwägbarkeiten in der Atomfrage ganz abgesehen, halte ich den Begriff "Tigerentenkoalition" für zu verniedlichend. Atomkoalition träfe es besser. (...)
 
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Frage zum Thema Arbeit
14.08.2009
Von:

Mein Chef hat angedeutet bei der Einführung eines Mindestlohnes, Mitarbeiter entlassen zu müssen um selbst über die Runden zu kommen und die Mehrarbeit auf andere Mitarbeiter zu verlagern. Was sieht ihre Partei zu dieser Problematik vor?
Antwort von Jörg Rupp
bisher keineEmpfehlungen
16.08.2009
Jörg Rupp
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Leider teilen Sie mir nicht mit, in welcher Branche Sie arbeiten.
WIr GRÜNEN setzen uns für einen Mindestlohn von mindestens 7,50 € ein. Das ist der Betrag, von dem wir meinen, dass er notwendig ist, damit ArbeitnehmerInnen mit einer Vollzeittätigkeit ohne Hilfe seinen/ihren Lebensunterhalt finanzieren können. Das entspricht einem ungefähren Nettogehalt von 936 € bei einem unverheirateten Arbeitnehmer.
Dabei ist uns jedoch klar, dass es eine Reihe von Arbeitsstellen im Niedriglohnbereich gibt - gerade im arbeitsintensiven Dienstleistungsgewerbe oder bei einfachen Hilfstätigkeiten - wo ein solcher Lohn nur sehr schwer bezahlt werden kann und wo schnelle und praktische Erleichterungen für die ArbeitgeberInnen notwendig sind. Wir GRÜNEN schlagen daher vor, dass die Sozialversicherungsbeiträge im unteren Einkommensbereich deutlich gesenkt werden sollen. Das bringt Geringverdienern mehr Netto und die UnternehmerInnen müssen weniger Sozialversicherungsbeiträge abführen.
Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage zufriedenstellend beantworten. Wenn nicht, fragen Sie gerne nach.

Mit freundlichen Grüßen
Jörg Rupp
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Frage zum Thema Bürgerrechte, Daten und Verbraucherschutz
31.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Rupp,

wie stehen Sie persönlich zu der Positionen der Piratenpartei. Was denken Sie z.B. über Zensur im Internet. Ich persönlich finde es gut, dass Kinderpornographische Seiten nicht erreichbar sind. Ich denke, mann müsste im Sinne des Jugendschutzes sogar weitergehen und jugendgefährende Seiten hinter einem Warnschild (hier dann keinem Stoppschild, weil inhalt für erwachsene legal) versehen. Ein "weiter-klicken" könnte auch erst nach einer Volljährigkeitskontrolle erfolgen. Ich denke hier nicht nur an andere pornographische Seiten sondern auch Spiele (FSK 18), Tabakwerbung, ....

Aber wie kann verhindert werden, dass diese technische Möglichkeit des Stop-Schildes nicht zur (unkontrollierten) Sperre anderer Webseiten verwendet wird? Sollte es hier kein parlamentarisches Kontrollorgan (evtl. einen Ausschuss des Bundestages) geben, der regelmäßig (z.B. vierteljährlich) überprüft ob die Sperren seit der letzten Prüfung nur korrekt eingesetzt wurden.
Bzgl. der Warnschilder (evltl. mit Altersüberprüfung) wäre sowas nicht nötig, da ja jeder volljährige Bürger selbst (legal) prüfen kann, ob der Inhalt dahinter richtig eingeordnet wurde und wenn nicht sich "beschweren" kann.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Jörg Rupp
5Empfehlungen
04.09.2009
Jörg Rupp
Sehr geehrter Herr ,

im Großen und Ganzen stehe ich den Positionen der Piratenpartei positiv gegenüber. Die Problematik ist mit Kinderpornografie alleine als Aufhänger nicht zu betrachten. Ein Stoppschild im Internet klingt ja zunächst einmal nach einer gute Idee. Aber es fängt ja schon bei der Alterskontrolle an - wer soll denn das kontrollieren, wie wollen Sie das umsetzen? Das geht nicht. Niemand kann wissen, wer am PC sitzt. Wenn Sie das wollen, müssen Sie den Internetzugang zu Hause kontrollieren - vielleicht mit einer Karte, die sie einschieben müssen oder einem Passwort, bevor der Internetzugang aktiviert wird. Klingt absurd, oder?

Fakt ist, dass alle Gesetze in diesem Land - und damit für jeden Server, der hier steht, gelten. Für die Verbreitung von Kinderpornografie gibt es einen Paragrafen im Strafgesetzbuch, der gilt, ob Sie im Internet Kinderpornos verbreiten oder auf dem Postweg. Insofern sind neue Regelungen gar nicht notwendig. Die Erfahrung zeigt, dass, wenn man Serverbetreiber informiert, dass sich Kinderpornos auf ihren Servern befindet, diese diese Inhalte sehr schnell aus dem Netz nehmen - da reicht eine einfache Informations-E-Mail. Den Betreiber kann man parallel dazu anzeigen - und dann wird er verurteilt, nach jeweiligem Landesrecht.

Und es gibt keine Möglichkeit, diese Listen zu kontrollieren - vor allem ist der Zeitraum 3 Monate völlig willkürlich gewählt - und auch viel zu lange. Stellen Sie sich vor, kurz vor Wahlen kommen "aus Versehen" Parteien- oder KandidatInnenseiten auf den Index. Wenn Sie das erst 3 Monate später korrigieren können....Wäre so etwas sinnvoll,dass müssten diese Listen, bevor sie angewendet werden, parlamentarisch kontrolliert werden. Bis diese Prüfung rum ist, ist die Seite vermutlich schon aus dem Netz und umgezogen. Dann geht das Ganze von vorne los. Es darf solche Zensurlisten nicht geben, es darf überhaupt keine Zensur geben. Rechtswidrige Inhalte sind per Gesetz, einstweiliger Verfügung aus dem Netz zu bekommen - auch international. Und wenn Sie beim Internet ansetzen - machen Sie dann bei den Bibliotheken weiter? Es gibt genügend kinderpornografisches Material in form von Bildern, Texten - nur wird es als "Kunst" deklariert - und ist damit legal. Sie finden Bombenbauanleitungen in jeder gut sortierten Bibliothek. Sie finden gewaltverherrlichende Filme im Abendprogramm im Fernsehen. Wenn Sie Tabakwerbung mit einbeziehen - wer weiß, was sonst noch störend ist.

Nein, es gibt Gesetze, die gewisse Dinge regeln. Diese Gesetze gelten ebenfalls für den Standort des Servers. Der Rest liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen. Um Kinderpornografie zu verhindern, bedarf es der Verhinderung von Kindesmissbrauch. Dazu muss man in Polizei investieren. Um die Bilder aus dem Netz zu bekommen - nicht nur aus dem www, sondern usenet, ftp-server, foren, groups, chats - müssen Sie in Ermittler investieren, die sich damit auskennen und etwas auch beurteilen können. Und sie müssen so schnell sein, wie es das Netz auch ist. Die auf eine Anzeige auch reagieren. Die ermitteln ohne Scheuklappen. Und um Missbrauch zu verhindern, müssen Sie etwas gegen die Ausbeutung von Kindern tun und dafür sorgen, dass sie überall auf der Welt gut versorgt sind und die Eltern ebenfalls. Das ist etwas schwieriger als einfach mal so eine Zensurmöglichkeit zu installieren. Sie müssen etwas gegen Kindermissbrauch in Familien tun. Das ist schwer - aber nicht völlig unmöglich. Aber den letzten Missbrauch wirdniemand wirklich verhindern können. So wenig wie einen Banküberfall, einen Mord, eine Vergewaltigung. Das geht leider nicht. Solche Verbrechen passieren und sie sind schrecklich. Und mancher veröffentlicht dann noch Bilder davon. Andere machen einen Kinofilm draus und nennen das dann Kunst, oder Splatter oder was weiß ich. Das ist verabscheuungswürdig. Aber es wird es vermutlich immer geben.

Im Grundgesetz steht: eine Zensur findet nicht statt. Dieser Anspruch ist zu verteidigen. Ohne wenn und aber. Infos zu Kinderpornografie finden Sie auch in meinem Blog unter: www.joergrupp.de

Wenn Sie noch Fragen haben, schreiben Sie mir.

Mit freundlichen Grüßen

Jörg Rupp
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Frage zum Thema Arbeit
01.09.2009
Von:
Max

Sehr geehrter Herr Rupp,

da ich bezüglich der Idee "Bedingungsloses Grundeinkommen" noch keinen eindeutigen Standpunkt vonseiten der Grünen gefunden habe, wollte ich mich auf diesem Weg nach Ihrer Meinung dazu erkundigen.
Das bedingungslose Grundeinkommen definiert das Netzwerk Grundeinkommen als "ein Einkommen, das bedingungslos jedem Mitglied einer politischen Gemeinschaft gewährt wird".

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Jörg Rupp
2Empfehlungen
01.09.2009
Jörg Rupp
Sehr geehrter Herr Max,

ich persönlich trete für ein bedigungsloses Grundeinkommen ein. Die grüne Partei insgesamt hat sich jedoch im Wahlprogramm für eine Grundsicherung entschieden. Das bedeutet, dass weiterhin Bedingungen an den Erhalt dieser Zahlungen geknüpft sind. Wir treten aber als Partei für ein Moratorium bei den Sanktionen für Hartz IV ein, wie es bspw. unter www.sanktionsmoratorium.de gefordert wird - Sie finden dort meine Unterschrift in der Unterschriftsliste. Gleichzeitig plädieren wir für eine Kindergrundsicherung. Alles, was diese Kindergrundischerung von einem Kindergrundeinkommen unterscheidet ist, dass der Betrag versteuert werden muss - was ca. 60 € im Jahr ausmachen würde, und auch nur dann bei der Überschreitung entsprechender Einkommensgrenzen. Ich denke, die grüne Partei ist auf dem Weg zu einem bedingungslosen Grundeinkommen für alle. Erste Schritte sind getan. Ich persönlich werde mich weiterhin für ein bedingsloses Grundeinkommen, das über dem soziokulururellen Existenzminimum liegt, einsetzen.

Mit grünen Grüßen

Jörg Rupp
Ergänzung vom 21.09.2009
Hallo Herr Max,

leider habe ich doch keine Mailadresse von Ihnen in der Frage mit drin. Schicken Sie mir bitte eine kurze Mail mit Ihrer Anschrift.

Danke

Jörg Rupp
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Frage zum Thema Bürgerrechte, Daten und Verbraucherschutz
03.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Rupp,
kurz und knapp, mich und meine Familie würde interessieren wie Sie und Ihre Partei im Zuge der kommenden Wahlen zu dem geplanten Paintballverbot stehen.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Jörg Rupp
1Empfehlung
04.09.2009
Jörg Rupp
Hallo Her ,

ich hatte ja schon in meinem Blog auf www.joergrupp.de geantwortet: Ebenso kurz und knapp: ein Verbot ist Quatsch. Wir Grüne sehen das so – Einzelmeinungen immer ausgenommen, für alle kann man nie sprechen.

Mit freundlichen Grüßen
Jörg Rupp
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Frage zum Thema Rolle der Regionen und Kommunen
23.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Rupp,

in anbetracht der drohenden Mehrheit einer Tigerentenkoalition mit Hilfe von Überhangmandaten haben sich mehrere Kandidaten Ihrer Partei dafür ausgesprochen die Erststimme im Wahlkreis dem SPD Kandidaten zu geben.
Wie ist Ihre Meinung dazu?

Mit freundlichem Gruß
H.
Antwort von Jörg Rupp
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24.09.2009
Jörg Rupp
Hallo Herr ,

für mich kommt es nicht in Betracht - ich schreibe das auch so in meinem Blog auf www.joergrupp.de - dazu aufzurufen, mit der Erststimme Ingo Juchler zu wählen. Herr Juchler ist in vielen, für mich wichtigen Positionen eben doch recht weit weg von grünen Positionen - Kohlefrage und Außenpolitik zum Beispiel. Ich habe auch nicht vergessen, dass der Atomausstieg ein Kompromiss mit der SPD war - wir wären heute viel weiter, hätte die sich nicht gegen einen schnelleren Ausstieg gesperrt. Auch die Reststrommengenvereinbarungen ist den mit der Energieoligopol verschränkten SPD-Größen zu verdanken. Einzig bei Hermann Scheer würde ich vielleicht dazu aufrufen...aber der steht hier nicht zu Wahl.
Darüber hinaus erwarte ich kein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Axel Fischer - obwohl der sicher Verluste hinnehmen wird müssen. Für mich steht außer Frage, dass der grüne Kandidat auch die Erststimmen haben sollte. Und ein kleiner Nachsatz: angesichts dessen, was uns an sozialen Einschnitten von einer schwarz-gelben Regierung erwartet, von den Unabwägbarkeiten in der Atomfrage ganz abgesehen, halte ich den Begriff "Tigerentenkoalition" für zu verniedlichend. Atomkoalition träfe es besser.

Viele Grüße

Jörg Rupp
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