Sehr geehrter Herr

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herzlichen Dank für Ihre Zuschrift zum möglichen Verbot von sogenannten "Killerspielen". Das Waffenrecht ist derweil vom Parlament geändert worden. Ich denke es ist verständlich und wichtig, dass Gesellschaft und Politik auf eine Katastrophe wie den Amoklauf in Winnenden reagieren. Das zeigt, dass unsere Gesellschaft gegenüber den Mitmenschen nicht gleichgültig ist. Wir trauern mit den Angehörigen und verstehen ihre Fassungslosigkeit und Wut.
Ich habe mich in den politischen Diskussionen auch immer dafür eingesetzt, dass die Ursachen solcher Katastrophen betrachtet und bekämpft werden. Die Ursache lag viel weiter zurück als der Griff zur Waffe. Wir brauchen eine Gesellschaft mit mehr Anteilnahme füreinander, mit mehr Aufmerksamkeit für unsere Kinder und Jugendlichen, die in ihrer Umgebung nicht mehr zurecht kommen. Wir brauchen eine Stärkung der Familien und Schulen bei der Erbringung ihrer für uns alle wichtigen Erziehungsleistung. Das ist eine der wichtigsten Aufgaben für die Zukunft.
Sie haben nachgefragt, warum überlegt wurde Computerspiele bzw. sogenannte "Killerspiele" zu verbieten. Zunächst möchte ich klarstellen, dass dies nicht mehr Teil des verabschiedeten Gesetzes ist. Ein Verbot von Spielen wie Paintball/Gotcha oder Simulationen am Computer ist darin nicht enthalten.
Die CDU/CSU-Fraktion des Deutschen Bundestages hat sich dafür ausgesprochen die Gefährlichkeit dieser Spiele erst einer wissenschaftlichen Prüfung unterziehen zu müssen, bevor ein Verbot ausgesprochen wird. Für alle ersichtlich ist aber ein deutlicher Unterschied: die Ausbildung eines Sportschützen an einer echten Waffe erfolgt auf Schießscheiben. Nie wird das Töten eines Menschen simuliert, dies ist ein auffälliger Unterschied zu den sogenannten "Killerspielen", aber die sachliche Bewertung der Gefährlichkeit muss die Wissenschaft klären, alles andere ist nur der erste Blick.
Mit freundlichen Grüßen
Jochen Borchert MdB