Ingo Schmitt (CDU)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Ingo Schmitt
Jahrgang
1957
Berufliche Qualifikation
Jurist
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, Rechtsanwalt
Wahlkreis
Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf
Landeslistenplatz
2, über Liste eingezogen, Berlin
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(...) So ist es natürlich ein Unding gewesen, dass Herr Wowereit im Alleingang einen Zehnjahres-Vertrag mit der Modemesse Bread & Butter abgeschlossen hat und dessen Details nicht einmal dem Parlament preisgeben wollte. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Ingo Schmitt
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Frage zum Thema Arbeit
08.12.2006
Von:

sehr geehrter herr schmidt,

würden Sie Ihre kinder in kreuzberg zur schule schicken?

besten gruss
Ihr hs
Antwort von Ingo Schmitt
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12.12.2006
Ingo Schmitt
Sehr geehrter Herr Schumacher,

vielen Dank für Ihre Frage. Diese möchte ich gern wie folgt beantworten:

Ich halte die derzeitige Diskussion, um die Stigmatisierung bestimmter Berliner Bezirke für komplett überzogen. Zusätzlichen Auftrieb erhielt die Thematik natürlich durch die unangemessene bzw. sogar schädliche Aussage des Regierenden Bürgermeisters in der letzten Woche, die eine Herabwürdigung der Arbeit aller in Kreuzberg tätigen Pädagogen, Lehrkräfte und Sozialarbeiter darstellt. Seit dem Jahr 1996 wird das Senatsressort für Bildung von der SPD geführt. Zehn Jahre verfehlte Bildungspolitik haben nun dazu geführt, dass es an vielen Berliner Schulen nachhaltige Mißstände gibt, die nicht von heute auf morgen zu bewältigen sind. Gefragt sind hier dauerhafte Bildungs- und Integrationskonzepte. Mit einer pauschalen Verurteilung bestimmter Bezirke - wie der von Herrn Wowereit - ist weder Schülern, noch Lehrern und Eltern geholfen. Das politische Ziel muss es sein, Schülern in der gesamten Stadt gute Lernbedingungen zur Verfügung zu stellen.

Mit freundlichen Grüßen
Ingo Schmitt
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Frage zum Thema Schulen
12.12.2006
Von:

Sehr geehrter Herr Schmitt,

danke für die ausführliche Antwort.
Sie geht allerdings NICHT auf die gestellte Frage ein.

Auch mich interessiert:
Würden Sie Ihre Kinder in Kreuzberg zur Schule schicken?

Wäre fein, wenn Sie sich mit Ihrer Antwort an die gestellten Fragen gebunden fühlen.

Mit besten Grüßen,

Antwort von Ingo Schmitt
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03.09.2009
Ingo Schmitt
Sehr geehrter Herr ,

gern werde ich auf Ihre Nachfrage noch konkreter, auch wenn der Sachverhalt inzwischen zumindest medial an Aktualität verloren hat.

Gerade für Grundschulkinder ist die Entfernung zur eigenen Schule und damit die Länge des Schulweges von großer Bedeutung. Außerdem sollen Kinder natürlich Freunde in ihrer Umgebung finden, mit denen sie sich unproblematisch auch außerhalb der Schulzeit verabreden können. Dementsprechend werden Kinder in der Regel in Schulen ihrer Umgebung eingeschult. Ich halte dieses für sinnvoll und dieses impliziert, dass ich es auch so praktizieren würde.

Nichtsdestotrotz ist die Situation vieler Schulen absolut verbesserungswürdig und ein Umschwenk in Richtung Einheitsschule, wie ihn der rot-rote Senat vollzieht bzw. bereits vollzogen hat, alles andere als eine Lösung dieses Problems.


Mit freundlichen Grüßen
Ingo Schmitt
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Frage zum Thema Schulen
14.12.2006
Von:

Guten Tag Herr Schmitt,

es ist schön zu sehen, dass Sie eine offene Haltung zu Berliner Bezirken haben. Interessanterweise haben Sie wirklich nicht auf die Frage des Herrn Schumacher geantwortet. Das ist auch eigentlich gar nicht nötig. Vielmehr glaube ich generell, dass Eltern ihren Kindern möglichst wenig schlechte Erfahrungen erleben lassen wollen. Insofern nehme ich Ihre Antwort mal als "nicht gern" an.

Nun kann man aber auch anders im Bereich der Verantwortung argumentieren. Und dazu gehört sicherlich, dass man nicht nur Schuldige sucht. Und davon gab es in Ihrer Antwort recht viele. Ich persönlich glaube, dass Ihnen vorschwebt, dass in den Bezirken Berlins die Bürger es schaffen, sich durch Eigeninitiative und Engagement gegen Missstände zur Wehr setzen. Witziger weise wäre daher möglich, dass Sie ihre Kindern auf eine Kreuzberger Schule schicken und dann als Elternbeirat und aktives Elternteil genau die Missstände angehen, die dort tagtäglich passieren. Außerdem würden Sie sich wünschen, dass Ihre Kinder positive Bezugspersonen haben, von denen sie lernen können. Dazu würde sicherlich auch ein gutes Team von Lehrern zählen. Allerdings sind die im Ansehen der Bevölkerung jetzt nicht so hoch angesiedelt, geschweige denn entlohnt für die (soziale) Arbeit, die sie leisten, wenn die Eltern durch Beruf und Eigeninitiative wenig Zeit haben.

Verstehen Sie jetzt, warum das Vorführen von Schuldigen so wenig bei Bürgern wirkt?
Und was Bildungspolitik angeht, da gibt es wunderbare Varianten, denen man als Ganzes folgen kann. Ein Kompromiss ist manchmal die schlechter Alternative. 2.Teil einer Regierung kann auch heißen, dass man auf Kompromisse zugunsten des Großen Ganzen verzichtet und es eher unterstützt. Darüber ließe sich beachtlich streiten.

Vielleicht später mehr.
Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Ingo Schmitt
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03.09.2009
Ingo Schmitt
Sehr geehrter Herr ,

Ihren Ergänzungen bezüglich eigenem Engagement und der Möglichkeit, als Bürger (natürlich bin auch ich als Politiker ein Bürger) die von schlechter Politik verursachten Missstände anzugehen, stimme ich voll und ganz zu. Auch ist das schlechte Ansehen des Berufsstands Lehrer alles andere als förderlich.
In diesem Sinne weise ich gern auf meine Antwort der vorherigen Frage hin, in welcher ich die Frage nach einer Einschulung in Kreuzberg positiv beantwortet habe.

Zum zweiten Teil Ihrer Anfrage: Kompromisse sind Teil der Demokratie. Dass diese generell schlechter sind als 100%iges Folgen einer Idee halte ich pauschal nicht für richtig. Salopp gesagt ist ein Schritt in die falsche Richtung wohl kaum besser als stehen zu bleiben - nichtsdestominder ist Stehenbleiben politisch natürlich keine Option.
Dennoch sieht auch die Politik einige Dinge als derart wichtig an, dass sie diesen trotz einiger Kritikpunkte zustimmen. Ein aktuelles Beispiel wäre die Abstimmung über das Begleitgesetz des Lissabonvertrages: Zwar gab es zahlreiche Kritikpunkte, bis auf die Linke haben jedoch alle Parteien im Bundestag diesem Gesetz zugestimmt. In diesem Sinne findet Ihre Theorie also durchaus in einigen Fällen Zuspruch und Anwendung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Schmitt
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Frage zum Thema Schulen
24.12.2006
Von:

Sehr geehrter Herr Schmitt,

Ihre Antwort trifft leider die Problematik nicht.Es steht ausser Frage, dass das Schulpersonal im Rahmen seiner Möglichkeiten eine gute Arbeit leistet. Die Frage muss lauten: "Wollen Sie Ihr Kind auf eine Schule schicken, deren Schüler zu 80% - 90% aus Ausländern besteht, wo sich Ihr Kind also von der ersten Klasse an als Ausländer fühlen muss?"

Mit freundlichen Grüßen


(1. Vorsitzender BLBS Berlin)
Antwort von Ingo Schmitt
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03.09.2009
Ingo Schmitt
Sehr geehrter Herr ,

da ich obige Fragen inzwischen eindeutig beantwortet habe, gehe ich davon aus, nicht nochmals darauf eingehen zu müssen, ob ich meine Kinder auf eine Schule in Kreuzberg schicken würde. Ich möchte auf Ihre Frage allerdings insoweit eingehen, dass sie einen so konkret noch nicht angesprochenen Sachverhalt bezeichnet:
Schulen, in denen Ausländer eine deutliche Mehrheit stellen. Dieses ist in Innenstadtbezirken an einigen Schulen der Fall. Ich sehe als Problem an diesen Schulen nicht den Ausländeranteil selbst, als Problem daran erachte ich, dass in solchen Schulen auf dem Schulhof häufig andere Werte als die deutschen weitergegeben und eine andere Muttersprache als die deutsche gepflegt wird, sodass eine Segregation und damit die Bildung von Parallelgesellschaften vorangetrieben wird. Hierbei möchte ich nicht verurteilen, dass man seine eigene Muttersprache - unabhängig davon, welche es sein mag - pflegt, oder andere Werte neben den deutschen pflegt. Was ich verurteile, ist, die deutschen Werte nicht zu respektieren und sich der deutschen Sprache zu verweigern.
Denn dieses schadet nicht nur dem Staat immens, sondern auch den Schülern, welche später auf dem Arbeitsmarkt und damit in allen folgenden Bereichen deutlich schlechtere, wenn nicht sogar gar keine Perspektiven für sich entdecken können.

Mit freundlichen Grüßen
Ingo Schmitt
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Frage zum Thema Finanzen
21.01.2007
Von:
Zel

Es ist ruhig geworden um unsere Opernhäuser. Sind denn da Ergebnisse erzielt worden. Meine Frage: Warum werden die Opernhäusern nicht an Investoren (Heuschrecken)verkauft, wie man es ja mit Wohnungen auch macht. Warum sollen alle Bürger etwas subventionieren, was nur eine kleie eletäre Clique benötigt. Stellen Sie doch mal diese Frage in den Raum. Wenn ich zu Chris de Burgh oder anderer Popgrössen gehen will, so muss ich auch den vollen Eintrittspreis bezahlen, da wird auch nichts subventioniert. Warum also die Opernhäuser?
Antwort von Ingo Schmitt
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12.03.2007
Ingo Schmitt
Sehr geehrter Herr Zel,

vielen Dank für Ihre Frage zum Thema "Opernhäuser in Berlin".

In der von Ihnen angesprochenen Angelegenheit gibt es keine politischen Aktivitäten. Ein Verkauf von Opernhäusern an Investoren würde der Annahme, Deutschland sei ein "Kulturstaat", wie es die Formulierung im Einigungsvertrag Art. 35 (1) aussagt, nicht gerecht werden. Für Berlin ergibt sich aufgrund seiner Hauptstadtfunktion darüber hinaus eine Sondersituation in der Kulturfrage. Es besteht ein gesamtstaatliches, d.h. nationales Interesse an der Kulturvielfalt in der Bundeshauptstadt Berlin. Die Förderung der Kultur, einschließlich der von Ihnen angesprochenen Opernhäuser, kommt nicht ausschließlich einer kleinen elitären Gruppe zugute, sondern stellt ein gesamtgesellschaftliches Interesse dar. Vor allem muss der Kultursektor auch in seiner übergreifenden Rolle als Träger und Produzent von längerfristig wirkenden ideellen Grundlagen der Gesellschaft verstanden werden. Hinzu kommen die Attraktionswirkung im Tourismus, die Standortqualität und die Arbeitsmarktbewertung. In allen diesen Rollen leistet das Kulturangebot (als öffentliches Gut) allen Verwendern den gleichen Nutzen. Das Problem dabei ist, dass diese Kulturgüter ohne öffentliche Förderung nicht immer in ausreichendem Maß verfügbar sind und sich auch nicht frei entfalten könnten – die Freiheit der Kultur ist immerhin grundgesetzlich geschützt.

Staatliche Finanzierungen sind letztendlich dort gerechtfertigt, wo eine rein private Bereitstellung kultureller Güter die gesellschaftlichen Bedürfnisse nach kultureller Güterversorgung nicht in ausreichendem Maß sicherstellen kann. Ohne einen öffentlichen Zuschuss wäre schließlich tatsächlich von einer Bereitstellung dieses öffentlichen Gutes für eine ausschließlich elitäre Gruppe auszugehen. Durch die Subventionierung ermöglicht der Staat jedoch jedem Bürger, am kulturellen Gemeinwohl teilzuhaben.

Ich hoffe, ich konnte Ihrem Anliegen mit meinen Ausführungen Rechnung tragen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Ingo Schmitt, MdB
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Ihre Frage an Ingo Schmitt
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