Von:


Guten Tag Herr Schmitt,
es ist schön zu sehen, dass Sie eine offene Haltung zu Berliner Bezirken haben. Interessanterweise haben Sie wirklich nicht auf die Frage des Herrn Schumacher geantwortet. Das ist auch eigentlich gar nicht nötig. Vielmehr glaube ich generell, dass Eltern ihren Kindern möglichst wenig schlechte Erfahrungen erleben lassen wollen. Insofern nehme ich Ihre Antwort mal als "nicht gern" an.
Nun kann man aber auch anders im Bereich der Verantwortung argumentieren. Und dazu gehört sicherlich, dass man nicht nur Schuldige sucht. Und davon gab es in Ihrer Antwort recht viele. Ich persönlich glaube, dass Ihnen vorschwebt, dass in den Bezirken Berlins die Bürger es schaffen, sich durch Eigeninitiative und Engagement gegen Missstände zur Wehr setzen. Witziger weise wäre daher möglich, dass Sie ihre Kindern auf eine Kreuzberger Schule schicken und dann als Elternbeirat und aktives Elternteil genau die Missstände angehen, die dort tagtäglich passieren. Außerdem würden Sie sich wünschen, dass Ihre Kinder positive Bezugspersonen haben, von denen sie lernen können. Dazu würde sicherlich auch ein gutes Team von Lehrern zählen. Allerdings sind die im Ansehen der Bevölkerung jetzt nicht so hoch angesiedelt, geschweige denn entlohnt für die (soziale) Arbeit, die sie leisten, wenn die Eltern durch Beruf und Eigeninitiative wenig Zeit haben.
Verstehen Sie jetzt, warum das Vorführen von Schuldigen so wenig bei Bürgern wirkt?
Und was Bildungspolitik angeht, da gibt es wunderbare Varianten, denen man als Ganzes folgen kann. Ein Kompromiss ist manchmal die schlechter Alternative. 2.Teil einer Regierung kann auch heißen, dass man auf Kompromisse zugunsten des Großen Ganzen verzichtet und es eher unterstützt. Darüber ließe sich beachtlich streiten.
Vielleicht später mehr.
Mit freundlichen Grüßen
