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Sehr geehrter Herr Schmitt,
ich wende mich an Sie in Ihrer Funktion als Berliner Abgeordneter und Mitglied des Verkehrsausschusses. Was mich bedrückt, ist die anstehende (Teil-)Privatisierung der Bahn.
Als Viel- und Gerne-Bahnfahrerin habe ich die Erfahrung gemacht, dass der Service und die Zuverlässigkeit der Deutschen Bahn stetig nachlässt. Kleine Bahnhöfe werden geschlossen, Mitarbeiter entlassen, die Wartung der Züge zurückgefahren. Der Grund: Profitmaximierung.
Diese Missstände werden mit zunehmender Privatisierung mehr und gravierender werden, da in einem privatisierten Unternehmen allein der Gewinn zählt.
M.E. ist die Bahn jedoch kein Unternehmen, das in erster Linie Gewinn abwerfen muss, sondern das in erster Linie dafür Sorge tragen muss, seine Fahrgäste pünktlich, zuverlässig und zu erschwinglichen Preisen zu möglichst vielen Orten befördern zu können. Gerade in Anbetracht der Klimadiskussion sollte die Deutsche Bahn ihre Aufgabe, dem Auto Konkurrenz zu machen, wahrnehmen und ausbauen.
Dazu kommt, dass die Bahn mit Steuergeldern aufgebaut wurde, d.h. sie ist im Besitz der Bevölkerung. Wie kann es angehen, dass dieser Allgemeinbesitz an ein privates Unternehmen "verscherbelt" wird, das zukünftig die Gewinne dieser Steuerinvestition abschöpft? Noch unverständlicher wird diese Idee, wenn man bedenkt, dass auch in Zukunft staatliche Subventionen fließen werden, um das Unternehmen in Schuss zu halten. Überspitzt ausgedrückt:
Der Bürger zahlt, Hr. Mehdorn kassiert.
Mich würde Ihre persönliche Meinung zu diesem Thema interessieren sowie der Standpunkt des Verkehrsausschusses.
Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort
