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Sehr geehrte Frau Korter
Ich möchte Sie über eine Sache informieren, die die Schulpolitik betrifft. Ich bin 60 Jahre alt und in der passiven Phase der Altersteilzeit. Ehrenamtlich bin ich in der Grundschule in Rehburg tätig und "beaufsichtige" Kinder dienstags und donnerstags im Rahmen einer PC- und einer Sport -AG.
Mit Beginn des neuen Schuljahres mußte ich bei der Stadt ein "erweitertes" polizeiliches Führungszeugnis beantragen und auch selbst finanzieren(11 €). Es wurde der Schule direkt zugeschickt und ich bekam es nie zu sehen. Ich habe Verständnis dafür, dass keine Kinderschänder sich "ehrenamtlich" den Kindern nähern und erklärte mir so diese Maßnahme. Im November aber hatte ich drei Seiten mit den persönlichsten Informationen auszufüllen, Bankdaten,Familienstand,Beschäftigungsverhältnis,Rentenversicherungsnummer, Bruttoverdienst, Arbeitgeber......Dazu mußte ich noch einen schriftlichen Lebenslauf verfassen. Diese Unterlagen hatte der Direktor der Grundschule an wen auch immer zu schicken. Ich schätze mal, dass für Hannover 10.000 solcher Datensätze zusammen kommen.
Wie viele Beamte benötigt man, um diese Daten auszuwerten? Wie und Wo werden diese Daten "gespeichert", was ist mit dem Datenschutz? Eine Antwort konnte mir der Direktor auch nicht geben, er muß seine Pflicht erfüllen. Wenn es nicht um die Kinder ginge, die sehr an mir hängen, dann könnte man mich einmal gerne haben.
Wenn es Mißbrauch geben sollte, dann muss man dies klar benennen und nicht in dieser unmöglichen Form Daten sammeln, deren Auswertung äußerst fraglich erscheint.
Der Zeitung konnte ich entnehmen, dass 5 Verträge von "Ehrenamtlichen" problemhaft sind. Eine anonyme Anzeige führt zu Ermittlungen im Kultusministerium. Wenn man die Kraft darauf verwenden würde die Direktoren bei der Organisation der Ganztagsschulen zu unterstützen wäre allen mehr geholfen als Parteiengezänk im Landtag.
Ich wünsche Ihnen weiterhin Erfolg.
Mit freundlichen Grüßen
