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Sehr geehrter Herr Kramer,
im Mai habe ich Sie gefragt, wie Sie die Einführung des Pflichtfachs Informatik einschätzen:
abgeordnetenwatch.spiegel.de
Ihrer Antwort entnehme ich, dass Sie eine Aufnahme in die Stundentafeln aller allgemeinbildenden Schulen positiv sehen. Allerdings ist Ihre Einlassung zu dem Punkt Informatische Modellierung nicht tragfähig - jede Schülerin und jeder Schüler muss die Informatische Modellierung auch umsetzen und dazu bedarf es der Implementierung - vgl.
fa-ibs.gi.de
auch wenn darunter keine Programmierausbildung zu verstehen ist.
Die Informatikfachdidaktik beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dieser Frage und es ist unzweifelhaft notwendig, gewisse Kenntnisse in diesem Bereich auszuformen, um die Möglichkeiten, aber vor allem auch die Grenzen der Informatischen Modellierung einschätzen zu können.
Es würde mich interessieren, in welcher Form Sie aktiv sind, um die Aufnahme des Pflichtfachs Informatik in die Stundentafeln aller Schulen mindestens der Sekundarstufe I vorantreiben.
Dass andernorts - z.B. in der Schweiz, vgl.
www.nzz.ch
darüber diskutiert wird, Informatik bereits in der Primarstufe zu verankern, sollte ein weiterer Grund sein, sich mindest für das Pflichtfach Informatik in der Sekundarstufe I stark zu machen.
Informatik ist kein Programmierunterricht, aber Informatische Modellierung (inkl. beispielhafter Implementierung) ist unabdingbarer Bestandteil des Informatikunterrichts.
Sowohl in Belgien, wie auch in den Niederlanden ist Informatik Pflichtbestandteil der Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher, da für die qualifizierte Arbeit im Kindergarten informatische Kompetenzen unabdingbar geworden sind.
Ohne ein Pflichtfach Informatik kann keine Medienbildung gelingen.
Danke
L.