Sehr geehrter Herr

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vielen Dank für Ihre Frage zum Themenkomplex Kostenreduzierung im Gesundheitswesen und hier speziell Zulassung eines bestimmten Medikamentes. Ich bitte Sie jedoch um Verständnis, dass ich mich aufgrund der Komplexität des Themas und da es sich hierbei nicht um ein originär landespolitischen Fachthema handelt, zunächst bei den Fachpolitikern auf Bundesebene informieren möchte. Im Nachgang werde ich Ihnen gerne eine entsprechende Antwort zukommen lassen.
Mit freundlichen Grüßen
Hubertus Kramer
Ergänzung vom 16.03.2010
Sehr geehrter Herr

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wie zugesagt, möchte ich Ihnen heute abschließend die Frage zum Thema Kostenreduzierung im Gesundheitswesen durch eine geänderte Zulassungspraxis für Arzneimittel beantworten.
Die SPD-Bundestagsfraktion ist sich der von Ihnen beschriebenen Problematik durchaus bewusst und hat bereits in der zurückliegenden Legislaturperiode einen entsprechenden Antrag auf den Weg gebracht. Bislang gibt es zu wenig nichtkommerzielle Studien in Deutschland, die - im Gegensatz zu jenen der Hersteller - auch Forschungen dahingehend betreiben, ob ein Medikament auch für zusätzliche Indikatoren angewendet werden kann. Die Fachpolitiker der SPD-Bundestagsfraktion haben zugesichert, dass sie im Gesundheitsausschuss des Bundestages konkrete Vorschläge im Bereich Erstattungs- und Arzneimittelrecht machen werden.
Als Nichtfachmann ist es für mich generell natürlich schwierig, die gesamte Problematik zu bewerten. Lassen Sie mich dennoch einige Anmerkungen machen: Es ist nicht unproblematisch, wenn Medikamente außerhalb der für sie vorgesehenen Indikationsstellungen angewandt werden - unbestritten ihrer möglichen Wirksamkeit-, wenn hierfür nicht ausreichend Studien vorliegen, die alle Pros und Contras wissenschaftlich fundiert bewerten. Die rot-grüne Bundesregierung hat hierfür seinerzeit u.a. das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) eingerichtet. Für die weitere Entwicklung im Arzneimittelbereich ist es jedoch sehr bezeichnend, wenn die schwarz-gelbe Bundesregierung den Leiter des Instituts jetzt mehr oder weniger zur Aufgabe gedrängt hat.
Deshalb noch einmal: Es ist zum einen wichtig, unabhängige Einrichtungen zu schaffen, die vor der Neuzulassung von Medikamenten Kosten und Nutzen abwägen, um damit Scheininnovationen verhindern. Zum anderen müssen die Voraussetzungen für mehr nichtkommerzielle klinische Studien in Deutschland verbessert werden. Mein Bundestagskollege René Röspel hat mir versichert, dass es auf seine initiative hin schon bald konkrete Vorschläge hierzu im Bundestag geben wird, damit die Bundesregierung zu diesem Punkt Stellung bezieht.
Übrigens hatte die ehemalige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt den Roche-Konzern bereits dazu aufgefordert, die erweiterte Zulassung des Medikaments Avastin zu beantragen. Aufgrund welcher wirtschaftlichen Interessen bzw. Verflechtungen der Konzern sich jedoch dagegen entschieden hat, kann ich leider nicht beurteilen.
Mit freundlichen Grüßen
Hubertus Kramer