Hermann Hofstetter (ÖDP)
Kandidat Bundestagswahl 2009
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Hermann Hofstetter
© privat
Jahrgang
1962
Berufliche Qualifikation
MSc
Ausgeübte Tätigkeit
Selbst. Unternehmensberater
Wohnort
Seebruck am Chiemsee
Wahlkreis
Traunstein
Ergebnis
1,7%
Landeslistenplatz
23, Bayern
(...) Damit muss sofort Schluss sein! Da die deutschen Stromkonzerne jährlich 20 Mrd. € Gewinn machen, können die 2 Mrd. € freiwerdende Atomsubventionen sofort für den Ausbau der regenerativen Energieversorgung verwendet werden. (...)
 
Kandidaten-Check
Beim Kandidaten-Check können Sie Ihre eigenen politischen
Überzeugungen mit denen Ihrer Kandidaten vergleichen.
Hermann Hofstetter hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 32 Thesen Position bezogen.
Fragen an Hermann Hofstetter
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
06.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Hofstetter

Mich würde Ihre Meinung zum gegliederten Schulsystem interessieren. Welche Vorteile sehen Sie darin, im Vergleich zum Modell "Gesamtschule"?. Welche Veränderungen sollen konkret in Angriff genommen, in Hinblick auf die aktuelle Situation?
Antwort von Hermann Hofstetter
9Empfehlungen
11.09.2009
Hermann Hofstetter
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage die ich wie folgt beantworte:

Ich setze mich besonders ein für ein Schul- und Bildungssystem, das die Fähigkeiten der einzelnen Menschen bestmöglich fördert, das Lernen mit allen Sinnen beinhaltet und die Entfaltung des Einzelnen im Rahmen seiner Möglichkeiten zum Ziel hat. Dabei geht es um Chancengleichheit, deren Ziel nicht darin besteht, möglichst viele Kinder zum Abitur zu bringen.

Die ÖDP vertritt ein ganzheitliches Bildungskonzept. Dementsprechend soll die Schullandschaft möglichst vielfältig sein. Dazu gehören sowohl ein dreigliedriges, durchlässiges Schulsystem als auch Gesamtschulen und Modelle freier Träger. Staatlich anerkannte und genehmigte private Schulen sind staatlichen Schulen gleichzustellen. Ganztagesschulen und Ganztagesbetreuungsangebote sollen bedarfsgerecht das bisherige Schulangebot ergänzen.

Während der ersten 6 Schuljahre soll der Unterricht mit innerer Differenzierung für alle gemeinsam erteilt werden. Im dreigliedrigen Schulsystem erfolgt danach die äußere Differenzierung in Hauptschule, Mittelschule und Gymnasium. Dies verbessert die Entscheidungsgrundlage für die Schulempfehlung erheblich und führt zu einer besseren Förderung lernschwacher Schüler. Die Durchlässigkeit zwischen den Schultypen ist in beiden Richtungen signifikant zu erhöhen.

Die ÖDP will ein neues Hauptschulkonzept realisieren, bei dem Projektunterricht und häufige, ausgedehnte Praktika einen besonders praxisorientierten Unterricht unterstützen. Dabei sollen neuartige Unterrichtsinhalte wie etwa Ökologie, Landwirtschaft und Ernährung, Technisch-Kreatives Grundwissen, Soziales Verhalten, Gesundheit, Umgang mit Geld, eingeführt bzw. deutlich stärker vermittelt werden. Außerdem müssen in jeder Lerngruppe zusätzliche Tutoren eingesetzt werden, um auch auf Kinder aus schwierigem sozialem Umfeld eingehen zu können. Ein noch intensiverer Kontakt zu den lokalen Betrieben als bisher soll Zukunftsperspektiven eröffnen, die die anderen Schultypen so nicht bieten können.

Die ÖDP tritt für eine Qualitätsoffensive ein. Die Lehrerausbildung ist stärker didaktisch auszurichten, ohne dass sich dabei die fachliche Ausbildung verschlechtert. Die kontinuierliche Weiterbildung der Lehrkräfte auch im Hinblick auf Konfliktbewältigung und Führungskompetenz ist sicherzustellen. Eine zweite pädagogisch gebildete Kraft in der Klasse dient zB zur Einzelförderung.

Die ÖDP fordert die verstärkte Integration von Kindern aus anderen Sprachbereichen und Kulturen, die gezielte Förderung lernschwacher Kinder durch zusätzliche Maßnahmen, aber auch die Förderung besonders begabter Kinder zB im Rahmen selbst gewählter Projekte. Die Integration von behinderten Kindern in den Regelunterricht ist im Rahmen des Möglichen anzustreben.

Mitmenschlichkeit, soziale Sensibilisierung sowie Erfahrungen in der Arbeitswelt sind durch das Angebot von Sozial- und Betriebspraktika zu fördern. Je nach Schultyp ist dieses Angebot zu intensivieren.

Grundsätzlich ist der seit Jahrzehnten verfolgte Irrweg, dass Wissensvermittlung vor Vermittlung sozialer Kompetenz geschieht, schnellstens aufzugeben! Um die Aufgaben der Zukunft zu bewältigen brauchen wir keine "Fachidioten" sondern aufgeklärte, selbstbewußte Persönlichkeiten mit dem Wissen um die eigenen Fähigkeiten, die Zusammenhänge der Schöpfung und optimal ausgebildeten Fähigkeiten des Zusammenlebens und Zusammenarbeitens.
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Frage zum Thema Soziales und Familie
06.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Hofstetter,
hat ihre Partei ein Konzept, wie Familien geholfen werden kann, damit ein Elternteil länger bei der Erziehung der Kinder zuhause bleiben kann und nicht aus finanziellen Gründen bereits nach einem Jahr wieder berufstätig werden muss?
Antwort von Hermann Hofstetter
9Empfehlungen
11.09.2009
Hermann Hofstetter
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich wie folgt beantworte:

Ich fordere die Einführung eines Erziehungsgehalts um endlich Leistungsgerechtigkeit und Gleichbehandlung von Eltern und Kinderlosen herzustellen! Dieser Lohn für Erziehungsleistung ist von allen Einkommensbeziehern zu finanzieren und wirkt so Familienarmut wirksam entgegen. Die von der Regierung eingeleitete einseitige Förderung der Krippenerzeihung lehne ich ab. Für die Eltern muss Wahlfreiheit bestehen, unabhängig davon ob sie ihre Kinder in Krippen geben wollen oder zuhause erziehen möchten! Dabei kombiniert das Konzept der ÖDP folgende Vorteile:
  • Kinder werden nicht mehr von durch Beruf und Kinder überforderte Eltern vernachlässigt;
  • Wahlfreiheit für die Art der Kindererziehung auch für Alleinerziehende, Geringverdienende und ALGII-Bezieher;
  • Das Erziehungsgeld wird versteuert und verrentet, damit entsteht auch Gerechtigkeit in den sozialen Sicherungssystemen;
  • Ungenügende Kindergeldanpassung und Elterngeld für Besserverdienende gehören der Vergangenheit an;
  • Leistungsgerechte Renten für Eltern;
  • Entlastung der oft überforderten Familien statt Steuergeschenke.
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Frage zum Thema Energieversorgung
07.09.2009
Von:
Dr.

lieber herr hofstetter,
sind sie für den ausbau der windkraft in ihrem wahlkreis?
mit umweltfreundlichen grüßen
dr. rainer schenk
Antwort von Hermann Hofstetter
10Empfehlungen
11.09.2009
Hermann Hofstetter
Sehr geehrter Herr Dr. ,

vielen Dank für Ihre Frage die ich wie folgt beantworte:

Ich bin generell für den möglichst schnellen Ausbau aller regenerativen Energieträger; in meinem Wahlkreis können mit der Umsetzung der nachhaltigen ÖDP-Konzepte bereits 2015 100% der Energieversorgung ohne Kernkraft und fossile Energieträger und ohne dass die Windkraft über Gebühr ausgebaut werden muss, erfolgen. Dabei ist allerdings wichtig, maßvoll und mit Sachverstand vorzugehen. Das heißt auch, besonders leicht verfügbaren regenerativen Energieträgern der Region (kann sein: Solarenergie, Geothermie, Wasserkraft, Biogas aus Abfall/C4-Pflanzen, Windkraft usw.) soll der Vorzug gegeben werden, wobei die Umweltfolgen immer abzuwägen sind. Es gibt jetzt eine bayerische Neuentwicklung, welche zu einem großen Innovationsschub werden könnte: Ein Windrad in Form einer liegenden Acht für Kleinanlagen zB auf Flachdächern. Die bekannten Störgeräusche und optischen Belästigungen entfallen damit!
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Frage zum Thema Rolle der Regionen und Kommunen
12.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Hofstetter!


Welche 4 Projekte in Ihrem Wahlkreis würden Sie bei einer Wahl in den Deutschen Bundestag besonders unterstützen?


Viele Grüße


Antwort von Hermann Hofstetter
7Empfehlungen
13.09.2009
Hermann Hofstetter
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich wie folgt beantworte:

  • Möglichst viele nachhaltige Arbeitsplätze in einer gesunden Lebens- und Arbeitsumgebung und ein faires Entgelt für Alle also auch Erziehende, Pflegende, Rentner usw.
  • Wieder verstärktes "Miteinander" der Generationen und auseinanderdriftenden Bevölkerungsteile durch Beachten der ethischen Zielsetzungen aus der christlichen Soziallehre - obwohl mir bewußt ist, daß heutzutage die Themen "Teilen, Helfen, Maßhalten usw." bei vielen nicht gerade Begeisterungsstürme auslösen.
  • Schnellstmögliche Umsetzung einer 100%igen Energieversorgung mit regenerativen Energieträgern.
  • Umstellung der Strukturen auf maßvollen Tourismus, möglichst nachhaltige Land- und Forstwirtschaft und eine Versorgung mit kleinteiligen Strukturen und Kreisläufen in der Region bei gleichzeitiger Umstellung der Verkehrsstrukturen.
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Frage zum Thema Landwirtschaft
22.09.2009
Von:

sehr geehrter Herr Hoffstetter,

bei dem Besuch von Angela Merkel in Waging haben sich sehr viele Landwirte, Milchbauern
über den derzeit niedrigen Milchpreis beklagt und demonstriert.
Wie könnte nach Meinung der ÖDP den Milch-Bauern sofort geholfen werden.

Ist die Mengenregulierung der richtige Weg,
oder geht es in Zukunft nur über eine vielfältiger ökologische Bewirtschaftung in unserem Landkreis bzw. im vermeintlich kleinen Deutschland?

lg
Antwort von Hermann Hofstetter
1Empfehlung
24.09.2009
Hermann Hofstetter
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich wie folgt beantworte:

Durch die irrsinnigen Entscheidungen und "Nichtentscheidungen" der etablierten Parteien werden in den nächsten Monaten viele Bauern Pleite gehen oder aufgeben. Da die Umstellung der Existenzsicherung der Bauern weg von der reinen Subventionspolitik noch eine Zeitlang dauern wird, sind unbedingt Soforthilfen und Mengenregulierungen erforderlich; dies kann aber nur eine Notmaßnahme und ein Überbrückungsszenario sein! Die Bauern bräuchten dringend Kostengerechtigkeit und faire Preise. Sie müssten in Form einer Existenzsicherung eine Grundsicherung erfahren; sofort abzuschaffen ist die Subventionierung der fabrikmäßigen Landwirtschaft und die Massentierhaltung, die neben der Missachtung von Tierschutz und Umwelt, zunehmende Resistenzen von Bakterien und Viren schafft.

Wie ist vorzugehen: Abschaffung von Aufzucht-/ Schlachtprämien und mengenorientierter Agrarsubvention; stattdessen Flächen- /Qualitätsprämien abhängig von Arbeitskräfteanzahl und extensiver umweltverträglicher Produktionsmethoden. Das bisherige Subventionsmodell hat die Landwirte an den Abgrund gebracht. Gefördert werden muss die nachhaltige Nahrungs-, Rohstoff- und Energieproduktion aus der Region. Dies ist effizient, schafft Arbeitsplätze im Nahbereich, verhindert Verkehr, macht unabhängiger, ist umweltschonend, beläßt die Wertschöpfung in der Region und führt letztlich zu kleinteiligen, belastbaren und dauerhaft gut funktionierenden Wirtschafts- und Versorgungskreisläufen.

Die bäuerliche Landwirtschaft wird immer stärker zurückgedrängt und kämpft um das Überleben. Es ist doch ein Irrsinn und verwerflich, dass durch fehlgeleitete Subventionen bei uns die Überproduktion gefördert werde und dann über Exportbeihilfen die mühsam entstandenen landwirtschaftlichen Strukturen in den ärmeren Ländern geschädigt werden. So wie die dezentrale Energieerzeugung vor allem die regionale Wertschöpfung steigert und neue und sichere Arbeitsplätze herausbildet, könnte sich in dieselbe Richtung auch die Landwirtschaft entwickeln, da derzeit die dort geschaffenen Großstrukturen zusammenbrechen. Die Bauern müssen aktiv mitgestalten und sich in Genossenschaften zusammenschließen. Die Zukunft für Alle ist die vielfältige ökologische Land- und Forstwirtschaft, so wie im Programm der ÖDP hervorragend konzipiert.

Viele Grüße

Hermann Hofstetter
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