Hermann Hofstetter (ÖDP)
Kandidat Bundestagswahl 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Hermann Hofstetter
© privat
Jahrgang
1962
Berufliche Qualifikation
MSc
Ausgeübte Tätigkeit
Selbst. Unternehmensberater
Wohnort
Seebruck am Chiemsee
Wahlkreis
Traunstein
Ergebnis
1,7%
Landeslistenplatz
23, Bayern
(...) Die ÖDP will ein neues Hauptschulkonzept realisieren, bei dem Projektunterricht und häufige, ausgedehnte Praktika einen besonders praxisorientierten Unterricht unterstützen. Dabei sollen neuartige Unterrichtsinhalte wie etwa Ökologie, Landwirtschaft und Ernährung, Technisch-Kreatives Grundwissen, Soziales Verhalten, Gesundheit, Umgang mit Geld, eingeführt bzw. deutlich stärker vermittelt werden. (...)
 
Fragen an Hermann Hofstetter
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Frage zum Thema Innere Sicherheit und Justiz
05.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Hofstetter,

im Grundsatzprogramm Ihrer Partei wird der Verzicht von Gewaltdarstellungen in den Medien als Mittel zur Erhöhung der inneren Sicherheit propagiert. Ich würde Sie bitten, mir diesen Standpunkt näher zu erläutern. Wie weit soll dieser Verzicht gehen? Was verstehen Sie unter Gewaltdarstellungen im Sinne Ihres Parteiprogrammes? Müsste ich bei einer evtl. Regierungsbeteiligung der ÖdP mit einem mäßig verschärften Jugendschutz oder eher mit einer langweiligen Herz-Jesu-Medienlandschaft inkl. vermehrter Verbote und Beschlagnahmen rechnen? Irgendwo im Grundgesetz steht ja "Eine Zensur findet nicht statt" !!!

Vielen Dank im Voraus für die Antwort auf meine Frage

mfg

Antwort von Hermann Hofstetter
2Empfehlungen
13.09.2009
Hermann Hofstetter
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich wie folgt beantworte:

Ich habe sehr lange überlegt, wie ich kurz aber dennoch treffend den wesentlichen Punkt herausstreichen kann. Sollte ich dabei etwas außer acht gelassen haben, so bitte ich Sie mir nochmals eine Frage "hinterherzuschicken".

Grundsätzlich bin ich - und das drückt auch das ÖDP-Programm aus - gegen einen weiteren hemmungslosen Liberalismus in der Medienlandschaft, da dieser auf Kosten der Gesundheit von Kindern und Erwachsenen geschieht. Die Würde des Menschen muss gewahrt bleiben! Gewalt verharmlosende Inhalte sind zu verbieten. Seichten Inhalten, zynischer Gewalt, Pornographie, Konsumwerbung und Dauerberieselung ist entgegenzuwirken. Um es kurz zu fassen, käme dies Ihrer Formulierung mit dem "mäßig verschärftem Jugendschutz" nahe.

Kriminalität kann nur an ihren realen Wurzeln und nicht ausschließlich in der virtuellen Welt bekämpft werden. Einzig ein verantwortlicher und selbstbestimmter Umgang der Internet- und Mediennutzer kann Freiheit und Kultur garantieren. Kriminalität muss allerorts effektiv bekämpft werden und unsere Gesellschaft muss sich in dieser Hinsicht auch an die neuen Möglichkeiten des Internet anpassen und diesbezüglich Lösungen finden.

Der Einstieg in eine allgemeine Internetzensur ist mit der Gefahr eines Abbaus bürgerlicher Freiheitsrechte verbunden, wie man sie etwa durch jene Zensur von Internetseiten in totalitären Staaten kennt. Antidemokratische Bestrebungen müssen sensibel beobachtet werden, damit wir nicht im präventiven Überwachungsstaat landen.
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
06.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Hofstetter,

derzeit laufen Planungen für den sechsspurigen Ausbau mit Standstreifen der A8 zwischen Rosenheim und Österreichischer Landesgrenze. Befürworten Sie diese Überlegungen von Autobahndirektion und Bundesverkehrsministerium? Falls nein, welche Konzepte schweben Ihnen vor?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Hermann Hofstetter
5Empfehlungen
08.09.2009
Hermann Hofstetter
Sehr geehrter Herr Siglreitmeier,

vielen Dank für Ihre Frage die ich wie folgt beantworte:

Der von der Regierung und der CSU gewollte 6spurige Ausbau ist verkehrs- und umweltpolitischer Wahnsinn und geht völlig an der Sachlage und den Notwendigkeiten vorbei. Bekannt ist, dass ein Ausbau auf mehr Fahrspuren zu noch mehr Transitverkehr führen wird – das ist für die Region und die nachfolgenden Generationen nicht vertretbar. Eine aktuelle Studie hat bewiesen, dass ein Engpass nur an maximal zwei Wochenenden im Jahr (Ferienverkehr) besteht. Außerdem sind die sichersten Autobahnen in Deutschland, das zeigen die Unfallstatistiken, zweispurige mit jeweils einer angebauten Standspur. Nachdem wegen der Klima- und Energiekrise sowieso der Scheitelpunkt des Verkehrs erreicht ist, würde man außerdem im Ausbauwahnsinn weitere wunderbare Landstriche in unserem Heimatland verwüsten. Was allerdings schon längst überfällig ist und unter anderem von der ÖDP seit vielen Jahren gefordert wird, ist die Verbesserung der Sicherheit und des Umweltschutzes. Dazu schlägt die ÖDP vor: a) Ergänzung mit zwei Standspuren. b) Ausbau des Lärmschutzes. c) Verkehrsleitsystem zur besseren Verkehrsregulierung. d) Geschwindigkeitsbeschränkung auf vertretbare 100-130 km/h. e) Zeitgemäße bauliche Maßnahmen wie Grünbrücken und dekorative Schallschutzelemente. Durch die ökologisch-soziale Steuerreform der ÖDP werden weiters Anreize geschaffen, überflüssigen Verkehr zu vermeiden. Das immer wieder an den Haaren herbeigezogene Argument mit den Arbeitsplätzen stimmt nicht: Eine Gesamtkosten- und Umweltfolgenrechnung stellt dar, dass der Schaden und die negativen Auswirkungen für die Landwirtschaft, die Umwelt und den Tourismus mit dem von der Regierung priorisierten Modell maximal sind; Zusatzeffekte für die Arbeitsplätze der Region entstehen eindeutig mit dem ÖDP-Konzept – außerdem sollte man die dadurch frei werdenden Millionen € den Gemeinden und der Region zur Verbesserung und Instandhaltung der kleinen Strassen, Brücken und Radwege zur Verfügung stellen; da besteht ein seit Jahren wachsender Bedarf. Daher ist die ÖDP kategorisch gegen einen sechsspurigen Ausbau der A8 und teilt hiermit die Auffassungen der Bürgerinitiative "Ausbau A8 – Bürger setzen Grenzen"!
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Frage zum Thema Landwirtschaft
06.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Hofstetter,

da ich in einer ländlichen Gegend wohne ist Landwirtschaft ein wichtiges Thema für mich.
Wie stehen Sie zum Thema Agro-Gentechnik (Mon 810)?

Viele Grüße,

Antwort von Hermann Hofstetter
6Empfehlungen
08.09.2009
Hermann Hofstetter
Sehr geehrte Frau Siglreithmeier,

vielen Dank für Ihre Frage die ich wie folgt beantworte:

Die ÖDP lehnt die Agrogentechnik kategorisch ab! Durch die Initiative der ÖDP konnte der Genmaisanbau (Mon810) in Deutschland gestoppt werden. Weitere Sorten (Kartoffel, Soja etc.) warten aber bereits und sollen den Nahrungsmittelkonzernen die Zukunft mit Lebensmittelmonopolen sichern. Gentechnisch veränderte Nahrungs- und Futtermittel müssen verboten werden. Niemand weiß, wie sich Genmanipulationen langfristig auf Mensch und Umwelt auswirken. Rund 80 Prozent der Verbraucher lehnen Gentechnik ab. Gen-Bauern haben bei informierten Bürgern folglich keinen Absatzmarkt. Außerdem begeben sich Bauern durch Knebelverträge mit Gentechnik-Konzernen in große Abhängigkeiten. Grundsätzlich muss – wenn man den gesunden Menschenverstand bemüht – gelten: Was einmal in die Kreisläufe der Natur ausgebracht ist, ist vom Menschen nie wieder rückholbar. Die von der Politik vorgesehenen "Sicherheitsabstände" sind eine Lachnummer, weil sich bzgl. der weiteren Verbreitung von genverseuchten Lebewesen die Natur an ihre eigenen Regeln hält. Eine lückenlose Kennzeichnung ist umzusetzen. Ganz neu in der Forschung sind Berichte von Milchbauern, dass die Milch für den Menschen schlechter verträglich ist, wenn gentechnisch verändertes Soja (Kraftfutter) gefüttert wird. Hier würde sich bestätigen, dass der Mensch nicht in die Schöpfung "pfuschen" darf.
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Frage zum Thema Außenpolitik
06.09.2009
Von:

Wie steht die ÖDP zum Auslandseinsatz Deutscher Soldaten?
Antwort von Hermann Hofstetter
5Empfehlungen
08.09.2009
Hermann Hofstetter
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich wie folgt beantworte:

1. Wir wenden uns gegen die Kampfeinsätze der Bundeswehr in Afghanistan. Die ÖDP fordert langfristig den Abzug der deutschen Truppen aus Afghanistan. Kurzfristig darf man das Land aber in der jetzigen Situation nicht alleine lassen. Die Arbeit der deutschen Soldaten muss sich in erster Linie auf Hilfe beim zivilen Wiederaufbau beschränken.
2. Union, SPD, FDP und Grüne haben dem Vertrag von Lissabon zugestimmt, der eine Aufrüstung fordert und Kriege, zum Beispiel um Öl, ermöglicht. Die ÖDP hat dagegen vor dem Bundesverfassungsgericht geklagt.
3. Grundsätzlich tritt die ÖDP für eine aktive und kreative Rolle der Bundesrepublik zB im Rahmen der UN ein. Um zu einer gerechteren Weltordnung zu kommen will die ÖDP vor allem die friedliche Konfliktlösung, Konfliktvorbeugung und – als letztes Mittel – die Herstellung des Friedens mit einem möglichst geringen militärischen Aufwand im Rahmen der UN. Ziel ist die Sicherung der Menschenrechte und die Herstellung eines hohen Maßes an Wohlfahrt und Gerechtigkeit in allen Ländern der Erde. Alle Mächte sollen schrittweise ihre Waffensysteme abrüsten.
Kurz zusammengefasst: Die ÖDP fordert, deutsche und europäische Soldaten nur im Rahmen friedenssichernder Maßnahmen in Krisengebiete zu entsenden. Deutsche Soldaten dürfen in Afghanistan nur für Blauhelm-Einsätze und zur Unterstützung der Polizei eingesetzt werden. Keinesfalls dürfen sie in kriegerische Handlungen verwickelt werden, unter denen die dortige Bevölkerung leidet.
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Frage zum Thema Energieversorgung
06.09.2009
Von:

Arbeiten Sie am Stop der Atomsubventionen?
Antwort von Hermann Hofstetter
6Empfehlungen
08.09.2009
Hermann Hofstetter
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage die ich wie folgt beantworte:

Die ÖDP ist für den möglichst schnellen Ausstieg aus der Atomtechnologie, zB durch schrittweise Abschaltung der noch funktionsfähigen Kernreaktoren bei uns innerhalb der nächsten 4 Jahre (7 Meiler sind sowieso wegen Lebensdauerende oder technischen Mängeln abgeschaltet). Die Atomsubventionen sind an keine Verträge gebunden und eine rein freiwillige Leistung des deutschen Staates an die Atomlobby, welche letztlich durch überhöhte Gebühren von den Bürgern bezahlt wird. Damit muss sofort Schluss sein! Da die deutschen Stromkonzerne jährlich 20 Mrd. € Gewinn machen, können die 2 Mrd. € freiwerdende Atomsubventionen sofort für den Ausbau der regenerativen Energieversorgung verwendet werden. Dies ist dann aufkommensneutral, nachhaltig, senkt den CO²-Ausstoß und reduziert unsere Abhängigkeit von fossilen Energieimporten und vom russischen Erdgas.
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