Henning Otte (CDU)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Henning Otte
© Bundestagsfraktion CDU/CSU
Geburtstag
27.10.1968
Berufliche Qualifikation
Prokurist, Jurist
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Bergen
Wahlkreis
Celle - Uelzen
Ergebnis
44,2%
Landeslistenplatz
19, Niedersachsen
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(...) Der Weg in die Einheitskasse und ein staatlich zentralistisches Gesundheitssystem ist der falsche Weg, um die zukünftigen Herausforderungen bürgernah zu bewältigen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Land- und Forstwirtschaft
24.05.2011
Von:

Wie Sie wissen, entsteht in Ihrem Wahlkreis - in Wietze - Europas größte Hähnchenschlachtanlage. 420 Hähnchenmastställe mit einem Besatz von 39.999 Tieren je Stall sollen diesen Schlachthof beiefern.Damit diese Hähnchen, die vor allem in der Endphase kaum einen Bewegungsraum zur Verfügung haben, sich nicht gegenseitig verletzen können, werden ihnen ohne Betäubung die Schnäbel gekürzt. Dürfen wir so mit der Kreatur umgehen? Mich würde Ihre Stellung dazu als Mitglied einer christlichen Partei interessieren. Und sollten Sie solchen brutalen Umgang mit der Tierwelt im weitesten Sinne - man kann hier an die Massentierhaltung von Puten, Schweinen und was sich der Mensch in Zukunft noch einfallen läßt - nicht in Ordnung finden, was wollen und was können Sie tun um dem Abhilfe zu schaffen? Denn ich verstehe Sie auch als Volksvertreter für die Tiere.
Mit freundlichen Grüßen
P.

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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
26.06.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Otte,

auf Landesebene gibt es bereits Instrumente der direkten Demokratie (Bürgerbefragung etc.). Auf Bundesebene wird dies von vielen Politikern der Union weiterhin abgelehnt, oftmals mit fragwürdigen Begründungen, wonach das Volk nach Ansicht dieser Politiker wohl nicht mündig genug sei, bestimmte Entscheidungen zu treffen. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Mit freundlichem Gruß
Antwort von Henning Otte
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12.09.2011
Henning Otte
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihr Schreiben, in dem Sie sich zu dem Thema der direkten Demokratie auf Bundesebene äußern.

Seit über 60 Jahren hat die repräsentative Demokratie unserem Land Stabilität in Frieden und Freiheit gegeben. Das gilt auch für die innerstaatliche Beständigkeit unseres gesellschaftlichen Gefüges. Großprojekte erfordern oftmals jahrzehntelange Planungsverfahren. In dieser Zeit können Stimmungen und Meinungen der Bürger zu den oftmals schwierigen Projekten durchaus schwanken. Bei Volksentscheiden birgt dies die Gefahr wahltaktischer Stimmungsmache, wie das Beispiel von Stuttgart21 deutlich zeigt. Die repräsentative Demokratie leistet die dazu notwendige Kontinuität und Stabilität und das unabhängig von Stimmungsmache.
Es ist verständlich, dass die Bürgerinnen und Bürger in die Entscheidungsprozesse der Regierung mit eingebunden werden möchten. Auf der Landesebene und in den Kommunen wird das Prinzip der direkten Demokratie bereits erfolgreich umgesetzt. Aber im Gegensatz zu einem Volksentscheid, dessen Fragen mit Ja oder Nein zu beantworten sind, können bundespolitische Fragen nicht einfach entschieden werden. Im Deutschen Bundestag wird ein Verfahren zur Gesetzgebung angewandt, dass ein hohes Maß an thematischer Tiefe und Flexibilität erlaubt. Dieser Weg bietet den notwendigen Spielraum für Änderungen und Anpassungen. Es wird eine dokumentierte und transparente Methode mit detailreicher Abstimmung gewährleistet, das bei Volksentscheiden in dieser Intensität schlichtweg fehlt.
Denn unser bestehendes Gesetzgebungsverfahren ist ein lernendes Verfahren. Nach der ersten Lesung schließt sich eine intensive Beratung in den Ausschüssen an, in dem auch Sachverständigenanhörungen und Gespräche mit Experten und Berichterstattern durchgeführt werden.

Abschließend kann ich Ihnen mitteilen, dass ich der repräsentativen Demokratie, wie wir sie schon seit 60 Jahren in Deutschland ausführen, vertraue und mich zukünftig weiter für diese Form von Demokratie auf Bundeseben in Deutschland einsetzen werde.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen behilflich sein und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Henning Otte
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Frage zum Thema Arbeit
13.08.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Otte,

ich stamme aus dem Landkreis Celle und bin mittlerweile im Studium kurz vor meinem Masterabschluss in Ingenieurwissenschaften.
Ich bin interessiert an eine Selbständige Tätigkeit und spüre immer mehr das Heimweh zur Heide.

Die Aufnahme der Selbständigkeit hat immer ein Risiko und als junger Absolvent ist Eigenkapital nicht unbedingt vorhanden.
Ich sehe wie in vielen Orten in Deutschland selbständige Tätigkeiten Lokal gefördert werden.
Leider vermisse ich solche Förderungen in meiner Heimat. Besonders strukturschwächere Regionen versuchen in Deutschland Industrie mit Förderungen anzusiedeln.

Da es anderswo offensichtlich integriert worden ist und Sie sich stark für klein- und mittelständische Unternehmen machen, würde ich Ihre Meinung diesbezüglich hören.
Antwort von Henning Otte
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03.11.2011
Henning Otte
Sehr geehrter Herr ,

in Ihrer Anfrage wenden Sie sich mit der Frage nach einer lokalen Förderung an mich, da Sie sich selbständig machen wollen.
Natürlich fördert der Landkreis Celle Existenzgründer. Der Landkreis Celle hat bereits 2007 im Rahmen der sog. Ziel 1-Förderung und dem daraus zur Verfügung gestellten regionalisierten Teilbudget die "KMU-Förderrichtlinie" aufgelegt (s. www.wr-celle.de ). Diese soll Investitionen von Unternehmen und Existenzgründern mit einem nicht rückzahlbaren Zuschuss in Höhe von 25% (bei kleinen Unternehmen) zu den Investitionskosten unterstützen. Rahmenbedingung für einen Existenzgründer wäre lediglich, dass mindestens 25.000 € investiert werden und diese Investition fünf Jahre vor Ort gehalten wird. Im Rahmen einer zweimal im Jahr stattfindenden Einplanungsrunde werden die Gelder vergeben. Bisher konnten alle entscheidungsreif vorliegenden Anträge positiv entschieden werden. Der Fördertopf ist nach inzwischen ca. 4 Mio. € verteilten Mitteln aber endlich.

Zudem gibt es auch im Landkreis Celle die Möglichkeit, Existenzgründungen mit verschiedenen Finanzierungs- und sonstigen Förderprogrammen zu unterstützen. Ob es nun Mikrofinanzierungen oder spezielle Gründerdarlehen der KfW oder der Förderbank des Landes, der NBank (www.nbank.de), sind oder die Bezuschussung von Marketingmaßnahmen, Designberatung u.ä. bei Existenzgründern (ebenfalls NBank): durch den Ziel 1-Status sind besonders hohe Förderquoten möglich.

Ein weiteres Projekt vor Ort ist die "Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft von Stadt und Landkreis Celle", zu der allerdings aus förderrechtlichen Aspekten Männer nur mit einer geringen Quote Zugang haben. Deswegen dürfte es für Sie schwierig sein, in dieses Projekt aufgenommen zu werden. Ansonsten gäbe es spezielle Unterstützung für Gründer, Seminare, Trainings, Begleitung bei der Businessplanerstellung, ggf. Finanzierungsberatung und -begleitung u.a. .

Ähnliche Angebote bestehen bei den Mitgliedern des Gründungsnetzwerks Celle. Beispielsweise sind die Wirtschaftssenioren im vorher genannten Bereich ebenso tätig wie natürlich die IHK oder HWK. Existenzgründer werden in Stadt und Landkreis Celle von der jeweiligen Wirtschaftsförderung im Rahmen einer Art "Lotsenfunktion" begleitet, die Bedarfe geklärt und bei der Kontaktaufnahme zu den weiterhelfenden Stellen des Netzwerks unterstützt.

Somit würde ich mich freuen, wenn Sie den Entschluss fassen, sich im Landkreis Celle selbständig zu machen. Bitte wenden Sie wegen der möglichen Förderung an eine der oben genannten Stellen.


Mit freundlichen Grüßen
Henning Otte
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Frage zum Thema Wirtschaft
08.09.2011
Von:
Jan

Guten Tag Herr Otte,

kennen Sie den ESM-Vertrag (Vertrag zum europäischen Stabilitätsmechanismus)? Ich würde mir wünschen, dass Sie Sich damit etwas genauer beschäftigen,

1. Frage: Im Artikel 8 des ESM-Vertrag wird das Grundkapital mit 700 Mrd. Euro festgelegt. Wie setzt sich dieses riesige Stammkapital zusammen und auf welcher Grundlage wurde es errechnet?

2.Frage: Im Artikel 10 "Änderung des Grundkapitals" "1. Der Gouverneursrat kann Änderungen des Grundkapitals beschließen und Artikel 8 … entsprechend ändern." Wie bitte, die 700 Mrd. Euro sind erst der Anfang und der ESM kann beliebig und unbegrenzt nachforder?

3. Frage: Im Artikel 9 "Kapitalabrufe" steht geschrieben "… Die ESM-Mitglieder sagen hiermit bedingungslos und unwiderruflich zu, bei Anforderungen jeglichem … Kapitalabruf binnen 7 (sieben) Tagen nach Erhalt dieser Aufforderung nachzukommen." Finden sich nicht, dass es sehr unverschämt ist, bedingungslos und unwiderruflich irgendeine Forderung, welche wie Artikel 10 zeigt, beliebt hoch sein kann, zu stellen?

4.Frage: Was soll das?
  • Artikel 27 "Rechtsstellung des ESM, Immunitäten und Vorrechte" "2. Der ESM … verfügt über volle Rechts- und Geschäftsfähigkeit für … das Anstrengen von Gerichts verfahren." "3. Der ESM, sein Eigentum, seine Finanzmittel und Vermögenswerte genießen umfassende gerichtliche Immunität…" "4. Das Eigentum, die Finanzmittel und Vermögenswerte des ESM sind von Zugriff durch Durchsuchung, Beschlagnahme, Einziehung, Enteignung und jede andere Form der Inbesitznahme … durch Regierungshandeln oder auf dem Gerichts-, Verwaltungs- oder Gesetzeswege befreit."
  • Artikel 30 "Immunität von Personen" "1. Die Gouverneursratsmitglieder, Direktoren und Stellvertreter und das Personal genießen Immunität von der Gerichtsbarkeit hinsichtlich ihrer … Handlungen und Unverletzlichkeit ihrer amtlichen Schriftstücke…"

Ich bin wirklich sehr besorgt um die Zukunft unseres Landes. Der ESM setzt dem Lissabonvertag die Krone auf.

MfG
J.
Antwort von Henning Otte
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21.10.2011
Henning Otte
Sehr geehrter Herr ,

Sie beziehen sich in Ihren Fragen detailliert auf den ESM-Vertrag. Lassen Sie mich hierzu eines vorweg sagen: Die Summen, über die wir hier sprechen sind unvorstellbar hoch. Mit der Entscheidung zu den Rettungsmechanismen haben wir es uns nicht leicht gemacht. Allerdings käme es bei einem fortgesetzten Vertrauensverlust in den Euro zu Verwerfungen, die recht schnell der einzelne Bürger zu spüren bekäme. Griechenland hat nur eine sehr geringe Wirtschaftskraft. Wenn das Land jedoch fallengelassen würde, könnten die Finanzmärkte dies als Ermunterung sehen, um gegen weitere, größere Volkswirtschaften zu spekulieren. Dieser folgende Dominoeffekt ist die eigentliche Gefahr, die Deutschland als Euro-Land und als wichtigste Wirtschaftsnation besonders hart träfe. Deswegen ist es unser Anliegen, die Märkte zu stabilisieren und mit Auflagen an die schwächelnden Länder zukunftsfähig zu gestalten.

Mit der konkreten Festlegung der Kapitalstruktur des ESM – Gesamtvolumen: 700 Mrd. Euro, davon eingezahltes Kapital: 80 Mrd. €, abrufbares Kapital: 620 Mrd. € – wird die angestrebte tatsächliche Kreditvergabekapazität von 500 Mrd. € mit einem Spitzen-Rating durch die Rating-Agenturen (AAA) erreicht. Als tragfähiges Rettungsnetz für den Notfall sendet der so ausgestattete ESM ein nachhaltig glaubwürdiges Signal an die Finanzmärkte und wird zu einer weiteren Beruhigung der Märkte führen. Gleichzeitig stellt die beschlossene ESM-Struktur eine gerechte Lastenverteilung unter den Euroländern sicher. Denn: Alle Euro-Mitgliedstaaten tragen gemäß dem vereinbarten Beitragsschlüssel zur Finanzierung des ESM bei.

Durch die vereinbarte Bareinzahlungssumme von 80 Mrd. € (davon in Deutschland gemäß Bevölkerung und Wirtschaftskraft 22 Mrd. €) werden zudem die Unzulänglichkeiten des bisherigen, temporären Rettungsschirms (EFSF) vermieden. Wenn der ESM sich am Markt Geld besorgt, wird dies nicht in die Verschuldung der Mitgliedstaaten eingerechnet. Der Kapitalstock wird über 5 Jahre in gleichen Raten aufgebaut. Bis zum Inkrafttreten des ESM wird die vereinbarte Darlehenskapazität des EFSF in Höhe von 440 Mrd. € in vollem Umfang bereitgestellt.

Würden die einzelnen ESM-Mitglieder bei Kapitalbedarf ein Einspruchsrecht haben, käme es unter Umständen zu einem Voranstellen kurzfristiger innenpolitischer Interessen. Dies liefe der Handlungsfähigkeit und den Zielen des Stabilisierungsmechanismus zuwider. Ebenso ist eine Immunität notwendig, damit nicht einzelstaatliche Interessen oder deren Maßnahmen das Rettungssystem als Ganzes gefährdet wird. Würde der ESM dem nationalen Recht aller Mitglieder unterliegen, wäre es nicht möglich, im Bedarfsfall schnell einzugreifen.

Sehr geehrter Herr , ich stimme mit Ihnen überein, dass die Bürgschaftssummen, die Deutschland übernimmt, mir Sorgen bereiten. Deswegen wird das Geld auch nur unter strikten Auflagen bereitgestellt. Bisher sind aus diesem Instrument keine Bürgschaftsgelder geflossen, da es sich allein um Garantien handelt.


Mit freundlichen Grüßen

Henning Otte
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
27.09.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Otte

am Donnerstag stimmen Sie über die Zukunft Europas ab.

EFSF und ESM, sind erste Schritte zur Bundesrepublik Europa! Damit sind dann die Vereinigten Staaten von Europa hinfällig. Der EFSF ist quasi ein Länderfinanzausgleich. Über die folgenden Anträge wird am Donnerstag im Bundestag entschieden, die sind die ersten Schritte auf dem Weg zum Europäischen Länderfinanzausgleich. Ich finde das erschreckend! Meine Vorstellung von einem geeinten Europa münzte immer auf dem Vorbild der USA, souveräne Staaten, die die Finanzhoheit behalten und qausi nur überörtlich zusammenarbeiten und ansonsten in gesunder Konkurrenz zueinander stehen. Die Einführung von EFSF und ESM, aber ist der sichere Weg in die Schuldenunion, also in einen ewigen Länderfinanzausgleich. Das heißt die starken Regionen geben ihre erwirtschafteten Überschüsse ab an die schwachen Regionen. Also werden wir so immer den Griechen deren Beamte bezahlen. So stelle ich mir Europa nicht vor, ich möchte die United States of Europe und nicht die Federal Republic of Europe!

dipbt.bundestag.de

dipbt.bundestag.de

Und hier mal der ESM Vertrag:
www.youblisher.com

Aus meiner Sicht ist damit ein Europa wie ich es mir immer erdacht habe unmöglich. Sie entscheiden also über mehr als nur eine Finanzhilfe, Sie stellen die Weichen in welche Richtung Europa zu gehen hat. Wenn Sie also den Gesetzen am Donnerstag zustimmen und dann demnächst auch noch dem ESM zustimmen, somit haben Sie dann das Schicksal von Europa besiegelt. Ich werde dann nicht mehr in diesem Europa leben wollen. Mir bliebe dann nur noch eine Wahl, die USA!

Warum wollen Sie die Bundesrepublik Europa?

Mit freundlichen Grüßen


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