Hans-Joachim Otto (FDP)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Hans-Joachim Otto
Jahrgang
1952
Berufliche Qualifikation
Jurist
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, Rechtsanwalt und Notar in Frankfurt
Wahlkreis
Frankfurt am Main I
Landeslistenplatz
4, über Liste eingezogen, Hessen
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(...) Sie zu erhalten, zu bewahren und ihre Schönheit den Menschen zugänglich zu machen, muß das Ziel unserer Politik sein. An der Rechtmäßigkeit des Erwerbs der Nofretete bestand im Ausschuss Kultur und Medien des Deutschen Bundestages nie ein Zweifel, da der Weg von der Ausgrabungsstätte nach Berlin ausführlich dokumentiert worden ist und in allen Einzelheiten belegt werden kann. Auch die ägyptische Regierung hat die Rechtmäßigkeit des Übergangs der Büste in den Besitz der Stiftung Preußischer Kulturbesitz nie infrage gestellt. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Umwelt
16.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Otto,

meine Frage zielt auf Technik, hat aber auch vor allem mit Umwelt zu tun. Ich hoffe ich darf Ihnen diese Frage trotzdem stellen.
Windräder und Solaranlagen revolutionieren den deutschen Strommix, sie schaffen Arbeitsplätze und machen das Land unabhängiger von Importen.
Doch sie ändern auch etwas im Klimawandel ?
Im schlimmsten Fall schadet derzeit der Zubau der Ökoenergien dem Klima sogar. Denn je mehr Windräder ans Netz gehen, desto weniger Strom können Kohlekraftwerke absetzen - an sich eine wünschenswerte Entwicklung. Das Problem ist jedoch, dass die Menge der insgesamt zur Verfügung stehenden CO2-Zertifikate gleich bleibt. Mit anderen Worten: Pro Kilowattstunde Kohlestrom stehen auf einmal mehr Zertifikate zur Verfügung als bisher - der Preis der Verschmutzungsrechte fällt. In der vergangenen Handelsperiode ist genau dies geschehen: Eine Tonne CO2 kostete zeitweise nur knapp mehr als null Euro. Die großen Energiekonzerne haben damit keinerlei Anreiz, in klimaschonende Technologien zu investieren. Im Gegenteil: Ihre überschüssigen Zertifikate verkaufen die Unternehmen im europaweiten Handel, zum Beispiel an polnische oder slowakische Kohlekraftwerke. Diese dürfen dann mehr CO2 emittieren als eigentlich geplant - und das dank der deutschen Windräder. Angesichts der geringen Effizienzgrade in osteuropäischen Kraftwerken ist das alles andere als klimafreundlich. Besonders krass macht sich der Effekt bemerkbar, wenn die Ökobranche schneller wächst als angenommen. In den vergangenen Jahren war dies stets der Fall - die CO2-Planungen der EU-Kommission wurden damit von der Realität überholt.
Natürlich ist, wie schon gesagt, die Zunahme umweltfreundlicher Energiegewinnung absolut wünschenswert, aber wäre es denn nicht auch zu erwarten gewesen, dass die entsprechenden EU-Kommisionen darauf vorbereitet sind, um diesen negativen Auswirkungen einer ansonsten positiven Basis-Entwicklung entgegenzuwirken ?

MfG
Antwort von Hans-Joachim Otto
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28.09.2009
Hans-Joachim Otto
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 16.09.2009.
Der von Ihnen vorgetragene Einwand ist vollkommen berechtigt, und ich teile Ihre Einschätzung - zumindest bei bei statischer Betrachtung, also wenn man von dem derzeit gegebenem Kraftwerkspark ausgeht. Unter diesen Bedingungen lassen sich die Treibhausgasemissionen mit Hilfe der erneuerbaren Energien nicht verringern. Und zwar aus demselben Grunde nicht, warum dies auch nicht funktioniert, wenn man Energiesparlampen verwendet. Ursache für diese Wirkungslosigkeit ist die von Ihnen beschriebene Doppelregelung mit Blick auf den Emissionshandel: Wenn die Nachfrage nach konventionellem Strom beispielsweise wegen der Windenergie zurückgeht, benötigt man für fossile Kraftwerke weniger Zertifikate, weil sie weniger Strom produzieren und damit auch weniger CO2. Die frei werdenden Zertifikate werden jedoch an andere Emittenten im Inland oder europäischen Ausland verkauft. Wenn wegen der verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien tatsächlich weniger CO2 bei der Stromerzeugung emittiert wird, sorgt der Emissionshandel also lediglich dafür, dass die vermiedenen Emissionen an anderer Stelle stattfinden. Eine zum Emissionshandel zusätzlich stattfindende Förderung erneuerbarer Energien ist für den Klimaschutz also zunächst einmal wirkungslos.

Die FDP engagiert sich aber dennoch für die Förderung erneuerbarer Energien und unterstützt das EEG. Der Grund dafür ist aber nicht so sehr, dass wir uns davon eine unmittelbare Verringerung der Treibhausgasemissionen versprechen würden. Vielmehr liefern die erneuerbaren Energien einen Beitrag, um den Energieträgermix in Deutschland zu verbreitern. Dies kann die Versorgungssicherheit erhöhen, soweit hierdurch die Abhängigkeit von Lieferländern fossiler Energieträger geringer wird. Außerdem wollen wir die Nutzung erneuerbarer Energien auf die Bereiche Verkehr (Elektromobilität) und Gebäude ausweiten. Wenn das gelingt, wären die zugehörigen Emissionen tatsächlich zusätzlich vermieden. Dasselbe gilt auch für weitere Bereiche, in denen echte Substitution fossiler Brennstoffe stattfindet und die nicht im Emissionshandel sind. Und schließlich: Die Branche der erneuerbaren Energien ist eine High-Tech-Branche, in der deutsche Unternehmen sich auf dem Weltmarkt eine Führungsposition erobert haben. Diese Position gilt es zu erhalten und auszubauen - im Interesse der Arbeitsplätze in Deutschland und auch im Interesse des weltweiten Klimaschutzes. Denn wenn es gelingt, die Stromerzeugung in den Schwellen- und Entwicklungsländern durch die Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien weniger CO2-intensivv zu machen, dann hat der weltweite Klimaschutz eine echte Chance - und zwar auch mit Hilfe der Leistung deutscher Ingenieure.

Die FDP folgt Ihrem Argument also im Prinzip. Ich habe aber die Hoffnung, dass die Förderung der erneuerbaren Energien in weltweiter Perspektive und auch bei längerfristiger Betrachtung sinnvoll sein kann. Wenn man die Struktur des Kraftwerksparks - auch in Deutschland und Europa - als veränderlich annimmt, also längerfristig betrachtet, sieht die Sache vielleicht auch herzulande anders aus: Sinkt die Nachfrage nach Strom aus fossilen Energieträgern, dann nimmt für die Energieversorger auch der Anreiz ab, in fossile Stromerzeugungstechniken zu investieren - zumal dann, wenn der Emissionshandel à la longue die Verstromung von Kohle relativ immer teurer werden lässt.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Joachim Otto
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Frage zum Thema Wirtschaft
25.10.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Otto,

die Frage geht an Sie, da Sie am fleißigsten die Fragen der Bürger dieses Forums beantworten :-) :

Im gestern (24. Oktober 2009) veröffentlichten Koalitionsvertrag wird ist das Bestreben der Regierung festgelegt, den Schutz des geistigen Eigentums stärken.

Ich kann die Problematik verstehen, doch im Markt der Software-Dienstleistungen, haben sogenannte "Trivialpatente" besonders der Giganten der Software-Industrie für Existenzängste im Mittelstand hierzulande gesorgt. Hier wird das Patentrecht missbraucht, um unliebsame Konkurrenz aus dem Markt zu drängen. Dabei werden Softwareentwicklungsprojekte, die keine "nennenswerte" Innovation darstellen, als Patent einem hoffnunglos überforderten Patentamt eingereicht, das die Anträge der "Großen" der Industrie ohne kritische Überprüfung des Innovationsgehalts annimmt. Die Konsequenz ist für den IT Markt der Dienstleistungen mit Sofwareentwicklung verheerend.

Ich hoffe, dass sich hier zumindest die FDP klar zugunsten des Wettbewerbs und zugusten der Mittelständler positionieren und sie schützen wird. Zu diesem für eine gesamte Branche empfindlichen Thema würde ich gerne eine Insider-Meinung der FDP hören.

Mehr zu diesem Thema:
bvsi.de

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