Gert Winkelmeier (fraktionslos)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Gert Winkelmeier
Jahrgang
1956
Berufliche Qualifikation
Universalfräser
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, selbstständiger Werbekaufmann
Wahlkreis
Neuwied
Landeslistenplatz
1, über Liste eingezogen, Rheinland-Pfalz
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(...) Sie fragen danach, ob ich bezüglich des Kirchhof-Papieres und Äußerungen anderer namhafter Verfassungsexperten auch Verfassungsrechtliche Probleme der Erbschaftssteuer sehe? Nun, ich bin kein Verfassungsrechtler, ich kann das auch mit gesundem Menschenverstand nicht beurteilen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Gert Winkelmeier
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
11.06.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Winkelmeier,

ich überlege schon seit längerem, Ihrer Partei beizutreten. Ich habe ja eine relativ klare Vorstellung von den Zielen Ihrer Partei, und davon kann ich viel mehr befürworten, als es bei den anderen Parteien der Fall ist.
Aber eigentlich möchte ich erst beitreten, wenn die Linke ein Parteiprogramm hat, um ganz genau zu wissen, woran ich bin. Können Sie mir vielleicht beantworten, wann Ihre Partei ein Parteiprogramm haben wird?

Mit freundlichem Gruss, O.
Antwort von Gert Winkelmeier
5Empfehlungen
17.06.2008
Gert Winkelmeier
Sehr geehrter Herr ,

es freut mich zu hören, dass Sie mit einer Mitgliedschaft in der Partei DIE LINKE liebäugeln. Allerdings verstehe ich auch, wenn sie gewisse Bedenken vor einer vermeintlichen Katze im Sack hegen. Wenn sie sich aber die programmatischen Eckpunkte ( die-linke.de ) anschauen, werden sie bereits jetzt wesentliche Einzelheiten des künftigen Programms entdecken.

Die Programmkommission der Partei hat sich Ende letzten Jahres konstituiert und wird in nächster Zeit einen Entwurf vorlegen. Da DIE LINKE aber den Anspruch hat, dieses so wichtige Papier mit möglichst vielen Mitgliedern ausführlich zu diskutieren, ist davon auszugehen, dass die endgültige Fassung erst im Laufe des kommenden Jahres abgestimmt werden kann.

Wie heißt es so schön: "Gut Ding braucht Weile!" Was hielten Sie davon, sich schon jetzt für eine Mitgliedschaft zu entscheiden und sich an der Programmdiskussion zu beteiligen? Dann hätten Sie selbst Einfluss auf das künftige Programm Ihrer Partei...

Auch wenn ich Ihnen derzeit keinen konkreten Termin für das Erscheinen nennen kann, freue ich mich über Ihr Interesse an der Partei DIE LINKE und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Gert Winkelmeier
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
18.06.2008
Von:
Kay

Sehr geehrter Herr Winkelmeier,

in Rheinland-Pfalz soll demnächst ein Informationsfreiheitsgesetz auf den Weg gebracht werden. Auf Bundesebene gibt es ja bereits seit einiger Zeit ein solches Gesetz.
Wissen Sie als Abgeordneter schon Näheres, ob und wenn ja wie dieses Gesetz sich auswirkt?

Ich freue mich auf Ihre Antwort.

Kay
Antwort von Gert Winkelmeier
4Empfehlungen
19.06.2008
Gert Winkelmeier
Sehr geehrter Herr ,

ehrlich gesagt weiß ich nicht so wirklich, wie ich mit Ihrer Frage umgehen soll.

Ist dies ein Gedächtnistest? Ansonsten kann ich mir nur schwer erklären, weshalb Sie wortwörtlich dieselbe Frage stellen, die ich Herrn Thiel bereits vor drei Wochen an dieser Stelle beantwortet habe.

Sollten Sie an der Antwort interessiert sein, möchte ich Sie bitten, eben jene Antwort vom 26. Mai zu lesen -- meine Ansichten haben sich seither nicht grundlegend geändert.

Mit freundlichen Grüßen

Gert Winkelmeier
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Frage zum Thema Verlängerung Afghanistan-Einsatz (ISAF, Tornado)
28.06.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Winkelmeier,

im Zusammenhang mit dem Afghanistankrieg fällt mir manchmal Vietnam ein. Geht es Ihnen auch so?

Haben die Taliban ein Rückzugsgebiet in Pakistan und können sie schon deshalb nicht entscheidend besiegt werden?

Fehlt eine umfassende Strategie zur Beseitigung des Drogenproblems und haben die Taliban somit eine dauerhafte Einnahmequelle?

Hat Isaf- Kommandant McNeill behauptet, daß für die Erreichung der NATO-Ziele 400.000 Mann erforderlich sind und nach dem Hinzukommen der afghanischen Armee immer noch 260.000 Soldaten fehlen werden?

Ist die Terrorgefahr in den USA und in Europa in den fast 7 Jahren des Afghanistankrieges größer oder kleiner geworden?

Liegt ein Bündnisfall vor, wenn nicht der Bündniszweck sondern das Gegenteil erreicht wird?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Gert Winkelmeier
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06.08.2008
Gert Winkelmeier
Sehr geehrter Herr ,
vielen Dank für Ihre Fragen. Aus meinem persönlichen Umfeld weiß ich, dass vielen Menschen beim Thema Afghanistan Vietnam einfällt. Allerdings mit einem kleinen Unterschied: Diesmal ist Deutschland mit dabei. Nun sind historische Vergleich immer problematisch, aber es gibt durchaus Parallelen. Dies betrifft die militärische Lageentwicklung und die strategischen Ziele beider Kriege. In Vietnam führten die USA mit den Verbündeten aus Australien und Südkorea Krieg gegen das kommunistische Nordvietnam, um ihren strategischen Einfluss in Asien gegenüber der Sowjetunion und China zu behaupten. Für die Weltöffentlichkeit erklärten sie ihn als Kreuzzug gegen den Kommunismus zur "Verteidigung der Werte der freien Welt". Das hinderte die westliche Vormacht jedoch keineswegs daran, in Lateinamerika gleichzeitig Diktatoren der übelsten Sorte zu unterstützten. In Deutschland wurde der Propagandaspruch ausgegeben: Die Freiheit Westberlins wird in Vietnam verteidigt. Peter Struck, der heutige SPD-Fraktionsvorsitzende, hat damals offensichtlich gut aufgepasst. Er wandelte als Verteidigungsminister die Parole ab in "Deutschland wird am Hindukusch verteidigt".

Die USA haben nach dem Ende des Ost-West-Konflikts den Anspruch formuliert, keinem Staat und keiner Staatenkoalition zu erlauben, auch nur annähernd so stark zu werden, wie sie. Afghanistan steht bereits seit 1979 im geostrategischen Fokus der USA. Dies ist hier nachzulesen:

www.globalresearch.ca

Nachdem das von ihnen mit Hilfe des pakistanischen Geheimdienstes ISI ab 1994 installierte Regime der Taliban nicht so funktionierte, wie sich dies die US-Strategen vorgestellt hatten, ließ man die Gotteskrieger fallen und setzte wieder auf die Warlords der sogenannten Nordallianz. Der Überfall auf Afghanistan im Jahr 2001 wurde damit begründet, dass die Taliban die Planung und Ausführung der Attentate des 11. September von ihrem Territorium zugelassen hätten. Die USA reklamierten deswegen das Recht auf Selbstverteidigung. Dazu nur so viel: Es gibt weder Beweise für die behauptete mittelbare Täterschaft der Talibanregierung noch eine rechtliche Grundlage für diesen Krieg. Keine der beiden Resolutionen des Sicherheitsrates der UNO vom September 2001 -- 1368 und 1373 -- ermächtigt die USA zur militärischen Gewaltanwendung.

Die heutige offizielle Begründung für den Afghanistankrieg lautet: Wir wollen dem Land Demokratie und Rechtsstaatlichkeit bringen. Vor dem Hintergrund der vom US-Präsidenten angeordneten Foltermethoden bei Verhören und dem jeder Rechtsstaatlichkeit Hohn sprechenden Gefangenenlager Guantánamo kann sich jedermann seinen Reim darauf machen.

Tatsächlich geht es ausschließlich darum, einen dauerhaften strategischen Brückenkopf gegen China und den Einfluss Russlands und Irans in Zentralasien zu bilden. Wegen seiner Lage und des Fehlens einer noch nie in seiner Geschichte vorhandenen starken Zentralgewalt bietet sich hierfür Afghanistan aus Sicht der USA besonders an. Militärisch wird dieses Ziel nicht zu erreichen sein, alle Anzeichen sprechen dagegen. Die Zahl der Anschläge, Gefechte und Scharmützel hat ein hohes Niveau erreicht und steigt weiter an. Die Afghanen wehren sich gegen die Fremdherrschaft. Was dies bedeutet, musste England im 19. Jahrhundert bereits mehrfach erleben. Die NATO und die Koalition der übrigen Willigen hat daraus jedoch offensichtlich nichts gelernt.

Der vor kurzem als Oberbefehlshaber in Afghanistan ausgeschiedene General McNeill hat in seiner Abschiedspressekonferenz in der Tat von 500 000 Soldaten gesprochen, die erforderlich wären, um das Land militärisch zu kontrollieren und den Aufstand niederzuschlagen. Ich habe keine Veranlassung, an dieser Einschätzung eines Fachmannes zu zweifeln, die auch von russischen Militärs geteilt wird. Und die wissen, wovon sie reden. Mc Neills Nachfolger verfügt über eine Truppenstärke von ca. 60 000. Allein dieser Zahlenvergleich genügt, um den Irrsinn von Forderungen nach mehr Kampftruppen zu verdeutlichen: Welcher Politiker wäre wohl bereit, die Zahl der Soldaten um 800 Prozent zu erhöhen? Und: Wo sollten sie denn auch herkommen!

Ja, die Taliban haben ein Rückzugsgebiet in den sogenannten Stammesgebieten Pakistans. Das sind Teile des Landes im Grenzgebiet zu Afghanistan, über die die pakistanischen Regierungen seit der Unabhängigkeit im Jahr 1947 noch nie die volle Staatsgewalt ausüben konnten. Den lokalen Führer und Stammesfürsten ist ein autonomer Status zugestanden worden. Hier leben beiderseits der 2 400 Kilometer langen Grenze überwiegend Paschtunen, die in Afghanistan die größte Ethnie bilden. Sie erkennen diese Grenze mitten durch ihr Stammesgebiet nicht an. Dabei haben sie das Völkerrecht auf ihrer Seite: Sie geht auf die sogenannte Durand-Linie zurück, die 1893 zwischen dem englischen Vizekönig von Britisch-Indien und dem russischen Zaren auf 99 Jahre vertraglich als Grenze des jeweiligen Einflussgebietes festgelegt worden war. In diesen Stammesgebieten tummeln sich die Geheimdienste jeglicher Couleur und spielen ihr jeweils eigenes Spiel. Der britische MI6 hat übrigens seit 1947 beste Beziehungen zum pakistanischen ISI. England hat seine Ambitionen in diesem Raum nie aufgegeben und geht nach dem Motto vor: Teile und herrsche. Viele regionale Probleme -- unabhängig von den strategischen Zielen der einzig verbliebenen Supermacht USA und ihrem Vorgehen -- haben hier ihre Ursache. Schon aus diesem Grund verbietet sich eine Beteiligung unseres Landes an diesem Krieg.

Am Mohnanbau für die Herstellung von Drogen verdienen in erster Linie die oben erwähnten Warlords. Die Drogenmafia reicht bis weit in hohe Repräsentanten der derzeitigen afghanischen Regierung hinein, die Taliban sind hier nicht das Hauptproblem. Eine konsequente Gegenstrategie ist daher nur schwer durchzusetzen, denn die Verbündeten für die eigenen Absichten müssen schließlich bei Laune gehalten werden. Im Übrigen darf mit Fug und Recht bezweifelt werden, dass die USA überhaupt an einer solchen Strategie interessiert sind. Ich empfehle Ihnen dazu das Buch des amerikanischen Professors McCoy mit dem Titel: "Die CIA und das Heroin: Weltpolitik durch Drogenhandel".

Die Frage nach der Bedrohung durch den Terrorismus in den USA und in Europa will ich so beantworten: Dies hängt ganz davon ab, welche Ziele diejenigen verfolgen, die in den meisten Fällen die unsichtbaren Fäden des Terrorismus ziehen, unsichtbar auch für diejenigen, die Terrorakte durchführen. Ich möchte in diesem Zusammenhang auf einige historische Beispiele verweisen.

* Die von Präsident Kennedy verworfene "Operation Northwoods" von 1962, von den US-Stabschefs entworfen mit dem Ziel, CIA-geführte Attentate in den USA so anzulegen, dass man sie Kuba in die Schuhe schieben konnte ( www.gwu.edu );
* Das Attentat von Bologna 1980, das vom italienischen Geheimdienst organisiert worden war ( www.dradio.de );
* Das "Celler Loch" in Deutschland ( de.wikipedia.org )

Dass die Taliban hingegen Europa oder die USA im Visier hätten, wird von Fachleuten verneint. Im Übrigen dient das Schüren der Ängste vor der Terrorgefahr nur einem Zweck: der Einführung eines Präventionsstaats. Der Kabarettist Georg Schramm hat das neulich in der ZDF-Sendung "Neues aus der Anstalt" sehr schön auf den Punkt gebracht.

de.youtube.com

Ihre Frage nach dem Bündnisfall, den der NATO-Rat 2001 nach Artikel 5 des Nordatlantikvertrages beschlossen hat, möchte ich ausschließlich unter rechtlichen Gesichtspunkten beurteilen. Die Terroranschläge des 11. September sind hochkriminell, aber kein Angriff auf die USA. Deswegen hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen auch in den beiden oben erwähnten Resolutionen Maßnahmen beschlossen, die der Bekämpfung dieses kriminellen Aktes angemessen sind: polizeiliche, geheimdienstliche und juristische. Für die Ausrufung des Bündnisfalls gab es somit keine völkerrechtliche Grundlage. Dies gilt übrigens selbst dann, wenn man die Sichtweise des NATO-Rates teilen würde, es habe sich um einen militärischen Angriff auf das Territorium der USA gehandelt. Denn das Recht auf individuelle und kollektive Selbstverteidigung endet nach Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen dann, wenn der Sicherheitsrat in einem solchen Fall Maßnahmen ergriffen hat. Exakt dies ist mit den beiden Resolutionen aber geschehen. Die Beteiligung der Bundesrepublik Deutschland an der "Operation Enduring Freedom" (die von der Bundesregierung im Gegensatz zu ISAF mit dem Bündnisfall begründet wird) ist mithin völkerrechts- und damit verfassungswidrig.

Mit freundlichen Grüßen

Gert Winkelmeier
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Frage zum Thema Soziales
15.07.2008
Von:
E.

Sehr geehrter Herr Winkelmeier,

ich habe heute gelesen, dass sich die Regierung trotz der Teuerungswelle bei den Energiekosten gegen Sozialtarife ausspricht.

Das ist mir unverständlich, weil die Steuereinnahmen ebenfalls steigen und viele Geringverdiener mit den Kosten überlastet werden.

Wie denken Sie darüber und welche Maßnahmen würden Sie zur Entlastung der Bevölkerung empfehlen?

Mit freundlichen Grüßen
E.
Antwort von Gert Winkelmeier
7Empfehlungen
05.08.2008
Gert Winkelmeier
Sehr geehrte Frau ,

Ihr Unverständnis kann ich gut nachvollziehen. Auch mir ist es ein Rätsel, weshalb die Regierung bezüglich der Energiekosten nicht endlich handelt. Dass Handlungsbedarf besteht, liegt schließlich auf der Hand. Die Bundestagsfraktion DIE LINKE hatte einen Antrag (Drucksache16/7745) zu diesem Thema eingebracht, der in einer der letzten Debatten vor der Sommerpause abgelehnt wurde. Liest man jedoch die Debatte dazu, ist die Verweigerung durch die Regierungsparteien, aber auch durch FDP und Grüne nicht wirklich nachvollziehbar. Denn eigentlich waren sich alle Rednerinnen und Redner einig, dass vor allem Menschen aus schwierigen sozialen Verhältnissen unter den steigenden Energiekosten zu leiden haben. Wir haben es wieder mit dem Problem zu tun, wie viel staatliche Kontrolle darf eine soziale Marktwirtschaft zulassen. Und hier unterscheidet sich die Position meiner Partei dann doch erheblich von denen anderer Parteien. Während DIE LINKE für Sozialtarife und eine Strom- und Gaspreisaufsicht durch die Bundesländer streitet, lehnen dies die anderen unter anderem mit der Begründung ab, dass "ein funktionierender Wettbewerb alleine schon zu Kostensenkungen und damit auch zur Senkung der Verbrauchspreise" führe.
Bei der derzeitigen Entwicklung der Energiepreise klingt dies ziemlich zynisch und zeigt wieder einmal, dass diese Regierung keine Politik für die Menschen im Land macht. Denn gleichzeitig ist es kein Geheimnis, dass die Energiekonzerne Milliarden an Gewinnen einfahren -- unter anderem durch die kostenlose Vergabe von 90% der Emissionszertifikate im Rahmen des EU-Emissionshandels, die nicht einmal besteuert werden... Die Vorschläge meiner Partei -- Strom- und Gaspreisaufsicht durch die Bundesländer; verpflichtende Sozialtarife für die Energieversorgungsunternehmen; Änderung am Wohngeldgesetz; Gewinnabschöpfungssteuer im Rahmen des Emissionshandels -- liegen auf dem Tisch, finden aber derzeit im Bundestag keine Unterstützung durch die anderen Parteien. Für DIE LINKE kann das nur heißen, dass wir weiter für unsere Positionen streiten müssen, um möglichst viele Menschen in diesem Land hinter uns zu bringen, die gemeinsam mit uns darauf dringen, dass die Politik wieder sozialer und gerecht wird.
Es tut mir Leid, dass ich Ihnen keine erfreulichere Antwort zukommen lassen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Gert Winkelmeier
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Frage zum Thema Gesundheit
27.07.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Winkelmeier,

man trat an mich mit der Frage, ob ich wüßte, wie hoch die Krankenkassenbeiträge ab 2009 sein werden.
Ist in Berlin schon über die Höhe der Krankenkassenbeiträge etwas beschlossen worden? Meines Wissens ist doch ein einheitlicher Beitrag vorgesehen. Ich gehe mal davon aus, dass der zukünftige monatliche Beitrag nicht unter 15% liegen wird, da ja einige Kassen bereits jetzt schon die Beiträge auf 15% angehoben haben.

Im Zuge der Erhöhung der Krankenkassenbeiträge könnte man die 10 Euro Praxisgebühr wieder streichen, die Arztpraxen für die Krankenkassen kassieren müssen. Krankenkassen sollen, wie auch wir, sparsamer mit den Beiträgen haushalten.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Gert Winkelmeier
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07.08.2008
Gert Winkelmeier
Sehr geehrte Frau ,

die Entscheidung über die zukünftige Höhe der Krankenkassenbeiträge ist noch nicht getroffen worden. Diese wird das Bundesgesundheitsministerium voraussichtlich erst Anfang Oktober festlegen, da das BMG die Statistiken des 3. Quartals 2008 noch in die Berechnung mit einbeziehen möchte. Die Festlegung des gemeinsamen einheitlichen Beitrags der gesetzlichen Krankenversicherungen findet übrigens per Verordnung statt. Die Bundestagsabgeordneten können also darüber nicht abstimmen.

In der Höhe des Beitrages gebe ich Ihnen Recht. Derzeit deutet alles auf einen zukünftigen Beitragssatz 15plusx hin. Dies liegt meiner Ansicht nach aber weniger an der Tatsache, dass endlich ein gemeinsamer einheitlicher Beitrag erhoben wird, mit dem die Kassen nur nicht Haushalten können, als daran, dass die Gesundheitspolitik der Regierung in den vergangenen Jahren grundsätzlich versagt hat. Die Krankenkassen sind auf Grund des stetigen Abflusses von Versicherten in die private Krankenversicherung und durch die geförderte ungerechte Lastenverteilung zwischen den Krankenkassen derart verschuldet und überlastet, dass ein einheitlicher Beitragssatz von dieser Höhe notwendig wird, um das Solidarsystem am Laufen zu halten und die Kassen vor eventuell bald drohenden Insolvenzen zu schützen. Die Bundesregierung hat es einfach versäumt, in der Gesundheitspolitik einen Systemwechsel zu vollziehen. Daher wird im derzeitigen System eine Verlagerung der "Mehreinnahmen" (die in Wirklichkeit keine sind, weil sie die in Zukunft drohenden Insolvenzen abfedern müssen) auf die Zuzahlungen nicht möglich sein.

DIE LINKE hingegen fordert seit Jahren, diesen Systemwechsel zu vollziehen. Wir streiten für eine solidarische Bürgerinnen- und Bürgerversicherung, in der jeder Mensch versichert ist und in die er oder sie einen gewissen Prozentsatz seines gesamten Einkommens, einschließlich der Mieteinkünfte und der Kapitaleinkünfte jenseits des Sparerfreibetrages, bei Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze einzahlen muss. So würden wir jede Bürgerin und jeden Bürger in das Solidarsystem der gesetzlichen Krankenversicherung einbeziehen und die Menschen könnten es nach ihren Möglichkeiten finanzieren. Durch die erwartenden Mehreinahmen würde jedem Menschen eine umfassende Gesundheitsversorgung ohne jede Zuzahlung bei einem zugänglich werden, nach unseren Berechnungen bei einem Beitragssatz von nur 10 Prozent. Die Private Krankenversicherung würde in diesem System nur noch als Zusatzversicherung für besondere Bedürfnisse, wie z. B. das Einzelzimmer im Krankenhaus, existieren. So könnte denn auch die real existierende Zwei-Klassen-Medizin abgeschafft werden, da Ärzte fortan keinen Anreiz mehr hätten, privat Versicherte zu bevorzugen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Gert Winkelmeier
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