Gabriele Lösekrug-Möller (SPD)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Gabriele Lösekrug-Möller
Jahrgang
1951
Berufliche Qualifikation
Diplom Sozialpädagogin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Hameln-Pyrmont - Holzminden
Landeslistenplatz
7, Niedersachsen
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(...) Zweitens wurde außerdem der ursprüngliche v.d.Leyen Entwurf, gegen den sich nicht nur die Mitzeichner der Petition sondern auch die SPD Bundestagsfraktion ausgesprochen hatten, erheblich verbessert. So gibt es nun u.a. den Grundsatz Löschen vor Sperren sowie ein festes Gültigkeitsende des Gesetzes in drei Jahren. Dann muss es ein neues Gesetz geben, dann können Erfahrungen der vorrangegangenen Jahre berücksichtigt werden und ein wirksameres Gesetz gezimmert oder auch kein weiteres Gesetz verabschiedet werden. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
02.04.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Lösekrug-Möller,

wie stehen Sie zum Vorschlag der Grünen und Linken, den privaten Waffenbesitz ganz abzuschaffen, bzw. die Zahl der Waffen für Sportschützen und Jäger zu begrenzen?
Antwort von Gabriele Lösekrug-Möller
1Empfehlung
02.04.2009
Gabriele Lösekrug-Möller
Sehr geehrter Herr ,

Ich danke für Ihr Mail.

Anlässlich der Diskussion über den Amoklauf sind einfache Antworten und schnelle Lösungen nicht das Gebot der Stunde.
Wir wissen in letzter Konsequenz bis heute nicht, was den Amoklauf in Winnenden ausgelöst hat. Deshalb war ich sehr erleichtert, wie besonnen und wohlüberlegt die Politik reagiert hat. Ich möchte mich auch daran halten. Ein offenen Nachdenken und Sprechen ist vorschnellen Forderungen nach Verschärfungen des Waffenrechts gewichen. Das ist gut.

Ich denke, das wir ein ausreichend geregeltes Waffenrecht haben. Trotzdem lohnt es sich, sich mit verschiedenen Vorschlägen, so auch den von Ihnen angesprochenen Anträgen, zu beschäftigen. Ich denke, eine Begrenzung der Waffen pro Person ist vielleicht überlegenswert. Vor allem eine wirklich getrennte Lagerung von Waffen und Munition. Auch kann ich nicht erkennen, warum Sportschützen ihre Waffen zu Hause lagern müssen. Wir werden nach der Osterpause dazu in einen fruchtbaren Dialog im Parlament einsteigen und ich bin überzeugt, einen Wissenszuwachs erzielen.

Mir ist aber klar, dass auch mit oben erwähnten Überlegungen solche Ereignisse nicht gänzlich zu verhindern sind. Deshalb steht für mich im Vordergrund, die Hintergründe der Tat zu verstehen, Probleme und Bedürfnisse von Jugendlichen zu kennen und der Bildung und einer respektvollen Gesprächskultur den Vorrang einzuräumen.

Mit freundlichen Grüßen

Gabriele Lösekrug-Möller
Mitglied des Deutschen Bundestages
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
14.04.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Lösekrug-Möller,

bereits vor Monaten informierte ich Sie,

• dass sich die Bundesregierung mit unlauteren Mitteln – Falschaussagen – vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) gegen die von meiner Ehefrau und mir eingereichte Beschwerde (Nr. 37290/97) verteidigte, und

• dass sich die Bundesregierung jetzt der Aufklärung des Sachverhaltes und der Abmilderung des meiner Frau und mir dadurch entstandenen Schadens verweigert.

Ich bat Sie wiederholt eindringlich, zuletzt mit e-Mail vom 11.02.2009 und 04.03.2009, um Ihre Unterstützung bei der Sachverhaltsaufklärung und bei der Schadensbegrenzung. Außerdem bat ich Sie um eine zügige Bearbeitung, da die Angelegenheit für mich wegen meiner Schwerbehinderung und Dauerkrankheit besonders belastend ist.

Bislang unternahmen Sie nichts bzw. nichts Wirksames. Zuletzt ließen Sie meine Post unbeantwortet liegen.

Das folgende Beispiel möge Sie noch einmal daran erinnern, mit welchen fragwürdigen Mitteln die Bundesregierung in ihren Stellungnahmen zum Gerichtshof gegen unsere Beschwerde vorgegangen ist.

Um sich nicht mit der von uns vorgetragenen Rechtsauffassung auseinandersetzen zu müssen, erfand die Bundesregierung eine ihr genehme Rechtsauffassung, die sie meiner Ehefrau und mir unterschob und von der sie dann behauptete, dass "unsere" Rechtsauffassung falsch sei.

Der EGMR fügte dann die von der Bundesregierung manipulierte Auffassung als unsere Rechtsauffassung in seine Entscheidung ein, übernahm noch eine weitere Falschaussage der Bundesregierung in die Entscheidung, verfälschte den Sachverhalt von sich aus noch zusätzlich – und entschied dann gegen uns.

Durch die wahrheitswidrigen Stellungnahmen der Bundesregierung wurde unser in der Europäischen Menschenrechtskonvention verbrieftes Recht auf ein faires Verfahren verletzt und der Menschenrechtsgerichtshof missbraucht.

Warum gehen Sie meinen Vorwürfen gegenüber der Bundesregierung nicht nach?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Gabriele Lösekrug-Möller
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30.04.2009
Gabriele Lösekrug-Möller
Sehr geehrter Herr ,

In Ihrer Frage schildern Sie Ihr Anliegen aus Ihrer Sicht. In zwei Gesprächen in meinem Bürgerbüro in Hameln und mehreren Telefonaten haben wir darüber gesprochen und ich habe daraufhin nach einer Lösung gesucht.

Das ging Ihnen nicht schnell genug. Sie setzten mir Fristen und entschieden sich dann, vor meinem Büro zu demonstrieren. Es trifft zu, dass ich infolgedessen den persönlichen Kontakt mit Ihnen nicht aufrecht erhalten habe. Dennoch will ich Ihnen auf diesem Weg in der Sache antworten:

Ich musste leider feststellen, dass alle meine Gesprächspartner Ihre Rechtsauffassung nicht teilen. Soweit mir bekannt ist, haben Sie auch versucht, über den Rechtsweg Ihre Forderung durchzusetzen. Das ist Ihr gutes Recht.

Am Ende eines Rechtswegs aber nicht erfolgreich zu sein führt Sie zu grundsätzlichen Zweifeln an der Rechtsstaatlichkeit der Bundesrepublik Deutschland.

Ich teile diese Auffassung nicht.

Gabriele Lösekrug-Möller
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
23.04.2009
Von:

Am gestrigen Tag, dem 22. April 2009, hat das Bundeskabinett ein Gesetzesinitiative - namentlich "Zugangserschwernis" - zur Sperrung von Websites beschlossen, die Kinderpornografie darstellen oder anbieten. Ich unterstütze die Bundesregierung in ihrem Bestreben, dem Missbrauch von Menschen und speziell Kindern ein Ende zu bereiten, bezweifel jedoch auf Grundlage vieler Expertenmeinungen, dass dieses Bestreben der wahre Grund für die angekündigten Sperrungen ist.

Wie stehen Sie zur beschlossenen Gesetzesinitiative, anscheinend bereits bekannte illegale Internetseiten nicht zu schließen und ihre Urheber bzw. Betreiber strafrechtlich zu verfolgen, sondern ein Instrument zu schaffen, welches ob seiner Intransparenz und technischen Zweifelhaftigkeit eine Gefahr für die Demokratie in Deutschland ist?
Antwort von Gabriele Lösekrug-Möller
2Empfehlungen
11.06.2009
Gabriele Lösekrug-Möller
Sehr geehrter Herr ,

Vielen Dank für Ihre Frage zu diesem drängendem Thema.

Sie haben Recht, dass das Bundeskabinett am 22.4. auf Vorlage der Justizministerin und des Wirtschaftsministers einen Entwurf für ein "Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornografie in Kommunikationsnetzen" beschlossen hat. Am 6.5. wurde der Gesetzentwurf in erster Lesung im Bundestag behandelt.

Die SPD-Bundestagsfraktion verfolgt darüber hinaus den Kampf gegen Kinderpornographie seit jeher in einen umfassenden Ansatz. Hierzu haben wir am 5.5. einen Zehn-Punkte-Plan mit weiteren konkreten Maßnahmen verabschiedet.

Ich freue mich, dass wir in der Ansicht übereinstimmen, den Kampf gegen Kinderpornografie im Internet mit allen denkbaren und verfassungskonformen Mitteln zu führen, um dieses Verbrechen einzudämmen.
Ich hoffe, dass die aktuelle Diskussion um neue gesetzliche Regelungen die berechtigten Bedenken der Internet Gemeinde, wie Sie sie auch äußern, berücksichtigt.
Da wir persönlichen Kontakt im Wahlkreis haben, freue ich mich auf konkrete Vorschläge, die den Schutz von Kindern vor sexuelle Gewalt und Ausbeutung verbessert.

Ihre Gabriele Lösekrug-Möller
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
04.06.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Lösekrug-Möller,

am 14.04.2009 fragte ich Sie, warum Sie meinen Vorwürfen, dass die Bundesregierung vor dem EGMR wahrheitswidrig ausgesagt hat, nicht nachgehen. In Ihrer Antwort vom 30.04.2009 stellten Sie dazu lediglich fest, dass alle Ihre Gesprächspartner meine Rechtsauffassung nicht teilen.

Dies entkräftet nicht meine Vorwürfe, sondern wirft vielmehr weitere Fragen auf:

Warum haben Sie Ihre Bemühungen um Aufklärung des Sachverhaltes ergebnislos beendet, zumal die Aufklärung nicht nur in meinem, sondern auch im Interesse des Staates liegt?

Warum haben Sie sich – obwohl ich Sie darum bat – nicht dafür eingesetzt, dass sich die Bundesregierung bei meiner Frau und mir entschuldigt, und den uns durch die Falschaussagen entstandenen Schaden ersetzt?

Sie sind auch darüber informiert, dass die Bundesregierung meine Vorwürfe bestreitet, mir aber ihre Argumente gegen meine Vorwürfe vorenthält. Warum haben Sie sich nicht dafür eingesetzt, dass sich die Bundesregierung in fairer Weise gegen meine Vorwürfe verteidigt und ihre Argumente offenlegt? Macht Sie das Verhalten der Bundesregierung nicht nachdenklich?

Warum musste ich Sie über neun Monate hinweg immer wieder zu einer Klärung der Angelegenheit drängen, obwohl ich Sie wegen meiner Schwerbehinderung und Dauerkrankheit ausdrücklich um eine unverzügliche Lösung des Problems bat? Warum stellten Sie Ihre Bemühungen ein, als ich nach den neun Monaten mit demokratischen Mitteln – wie Fristsetzung und Demo vor Ihrem Wahlkreisbüro – auf eine zügige Bearbeitung drängte?

Sie schreiben in Ihrer Antwort an mich weiter: "Am Ende eines Rechtswegs aber nicht erfolgreich zu sein führt Sie zu grundsätzlichen Zweifeln an der Rechtsstaatlichkeit der Bundesrepublik Deutschland." Ich habe aus der Erfolglosigkeit der Rechtswegverfolgung nie Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit unseres Staates geäußert. Wo habe ich dies – Ihrer Meinung nach – geäußert? Ich bitte um eine genaue Quellenangabe.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Gabriele Lösekrug-Möller
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17.06.2009
Gabriele Lösekrug-Möller
Sehr geehrter Herr ,

Ihr Schreiben hat mich überrascht.

Ich möchte Sie auf eine Äußerung auf Ihrer Internetseite hinweisen:

"Die von Bundesregierung und EGMR begangenen Manipulationen des Gerichtsverfahrens und der Gerichtsentscheidung sind unvorstellbar und unglaublich. Sie erinnern mehr an Sciencefiction oder Diktatur, nicht aber an einen deutschen Rechtsstaat und an ein europäisches Menschrechtssystem."

Ich entnehme unter anderem dieser Äußerung und überhaupt Ihrer Wortwahl, dass Sie erhebliche Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit der Bundesrepublik haben.

Es bleibt also bei meiner Antwort.

Weitere Korrespondenz werde ich nicht mit Ihnen führen.

Mit freundlichen Grüßen

Gabriele Lösekrug-Möller MdB
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Frage zum Thema Finanzen
11.06.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Lösekrug-Möller,
wie stehen Sie zur Wiedereinführung der Vermögenssteuer?

In einem Land, in dem über eine Million Menschen sich über die "Tafel" mit Grundnahrungsmitteln versorgen müssen, zahlen Vermögensmillionäre ( s. auch ARD > Monitor vom 11.06.2009) weit weniger Steuern als ein Handwerksgeselle und können damit wahrscheinlich auch noch Staatshilfen wie BAFÖG usw. in Anspruch nehmen.


Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Gabriele Lösekrug-Möller
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23.06.2009
Gabriele Lösekrug-Möller
Sehr geehrter Herr ,

ein wesentlicher Abschnitt des Regierungsprogramms der SPD für die kommende Legislaturperiode und die Bundestagswahl am 27. September steht unter dem Motto: Eigentum verpflichtet in der sozialen Marktwirtschaft.

Hinter diesem Grundsatz des Grundgesetzes wie unseres Regierungsprogramms stehe ich voll und ganz. In diesem Sinne stehe ich für die stärkere Heranziehung von Vermögen zur Finanzierung des Gemeinwohls. Vor allem in der Steuergesetzgebung ist es mir wichtig, dass nicht nur der Faktor Arbeit sondern auch Eigentum stärker bei der Besteuerung herangezogen wird. Dies geschieht zur Zeit zu wenig und schafft ein Ungleichgewicht unter der Besteuerung der Einkommen.
Bei dem Projekt der Bürgerversicherung der SPD sehen sie zum Beispiel, wie zur Finanzierung des Gesundheitssystem Einkommen stärker mit herangezogen werden sollen.

Ich bin selbst Mitglied der Hamelner Tafel und engagiere mich dort seit vielen Jahren. Ich schätze die Einrichtung sehr, sehe wie notwendig für viele Menschen sie geworden ist. Sehe aber auch den Überfluss an Lebensmitteln, der durch die Tafeln sinnvoll verteilt wird. Somit freut mich neben der Hilfe für Menschen auch, dass ein Vernichten von Lebensmitteln damit z.T. verhindert wird.

Ein weiterer Punkt unseres Regierungsprogramms ist, Lasten gerecht verteilen. Die Lasten der Krise dürfen nicht einseitig den Bürgerinnen und Bürgern aufgebürdet werden. Wir brauchen einen solidarischen Lastenausgleich, der die für die Krise Verantwortlichen und die Vermögenden an der finanziellen Bewältigung der Lasten beteiligt. Die faire Teilhabe der Arbeitnehmer am gesellschaftlichen Wohlstand und eine gerechte Verteilung von Einkommen und Vermögen – aus sozialen und aus volkswirtschaftlichen Gründen.

So planen wir die Senkung des Eingangssteuersatzes von 14 auf 10% ab 2010, die Anhebung des Spitzensteuersatzes von 45 auf 47% und z.B. die Anhebung des Kinderfreibetrages um 200 €.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre Gabriele Lösekrug-Möller
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