Gabriele Frechen (SPD)
Kandidatin Bundestagswahl 2009
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Grunddaten
Gabriele Frechen
Jahrgang
1956
Berufliche Qualifikation
Steuerberaterin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Hürth
Wahlkreis
Erftkreis I
Ergebnis
35,8%
Landeslistenplatz
37, Nordrhein-Westfalen
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(...) Zu Ihrer Frage: Ich werde keine Erhöhung der Diäten beanspruchen und habe das bisher auch nicht getan. Wenn die Anlehnung an die Besoldungsgruppe R6 allgemein für gerechtfertigt und angemessen angesehen wird, muss das aber auch stattfinden. (...)
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Gabriele Frechen hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 32 Thesen Position bezogen.
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Frage zum Thema Soziales und Familie
15.09.2009
Von:

Sehr geehrter Frau Frechen,

seit vielen Jahren befasse ich mich mit den sozialen Aspekten Deutschlands und der besonderen Diskrepanz zwischen dem vermeintlich allein selig machenden Wirtschaftswachstum in Bezug zu dem Überbordenden Verbrauch der endlichen Ressourcen, nebst Verschmutzung/Zerstörung unserer Natur. Es kann so nicht mehr weitergehen, die Bäume wachsen schließlich nicht in den Himmel! Es bedarf eines grundlegenden Wechsels unseres krankenden Systems, eines Paradigmen-Wechsels, an breiter Front! Dies beginnt bei der Ausmerzung der stetig zunehmenden Armut einer zunehmend wachsenden, ins Neo-Prekariat abdriftenden Bevölkerungsgruppe, über die unsägliche Zweiklassenmedizin, bis zu der breiten Ungerechtigkeit in unserem Lande, die betreffend die nichts haben und denen, die es Dank ihrer Lobbyisten, von allen Seiten noch kräftig rein gestopft kriegen.
Es bedarf innovativer Ideen und tatkräftiger Menschen in der Politik mit der Chuzpe, diese unbeirrt zu realisieren.

Ein solches bahnbrechendes Konzept ist das bedingungslose Grundeinkommen, wie es seit geraumer Zeit schon diskutiert wird und nun seit wenigen Jahren einer wachsenden Beliebtheit erfreut; Bei Menschen aller "Klassen", die bereits über die Weitsichtigkeit verfügen, was die Etablierung des bGE an Potential in sich birgt zur Lösung nahezu aller bekannten sozialen und ökologischen Verwerfungen unserer Gesellschaft! Sicher ist Ihnen, sehr geehrter Frau Frechen, das bGE keine Unbekannte, denn auch in ihrer Partei (gerade in der RheinErft-Kreisgruppe, die mich diesbezüglich einmal zu einem Vortrag eingeladen hat), gibt es Protagonisten, die an diesem innovativen zukunftsweisenden Instrument arbeiten und es transportieren, bzw. etablieren wollen!

Wie stehen Sie persönlich dazu, die Frage die mich gerade vor der anstehenden Wahl bewegt? Sind Sie als potentieller zukünftiger Abgeordneter meiner Kommune die Frau, die auch über den Tellerrand hinaus schaut und das bGE ebenfalls gern weiter befördern möchte!?
Antwort von Gabriele Frechen
1Empfehlung
24.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens ist mir bekannt. Als Sozialdemokratin teile ich natürlich den Gedanken, dass jeder Mensch ganz unabhängig von seiner persönlichen Situation ein Anrecht auf Teilhabe an der Gesellschaft haben und über ein Einkommen verfügen soll, dass ihm ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht. Niemand darf von der Gesellschaft im Stich gelassen werden.

Das bedingungslose Grundeinkommen ist ein Instrument, das allen Bürgerinnen und Bürger unabhängig von Ausbildung, Beruf und Erwerbseinkommen die Teilhabe an der Gesellschaft und ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht. Mir sind viele Aufsätze und Beispielrechnungen bekannt, die durchaus sinnvoll und gut durchdacht sind. Ich stehe dem bedingungslosen Grundeinkommen daher aufgeschlossen gegenüber.

Ich sehe allerdings noch wichtige ungeklärte Fragen. Als Finanzpolitikerin interessieren mich natürlich auch die unterschiedlichen Finanzierungskonzepte. Hier gibt es aus meiner Sicht noch kein schlüssiges Finanzierungskonzept, dass den Ansprüchen eines bedingungslosen Grundeinkommens nach gesellschaftlicher Teilhabe gerecht wird. Entweder ist das ausgezahlte Grundeinkommen sehr niedrig (wie zum Beispiel beim Bürgergeld-Modell von Dieter Althaus oder dem Straubhaar-Modell des HWWI). Oder die Steuerbelastung zur Auszahlung eines hohen Grundeinkommens (wie zum Beispiel beim Modell meiner Kollegin Katja Kipping von der BAG Linke) steigt in Bereiche, die politisch kaum durchzusetzen sein werden. Auch das radikale Modell von Götz Werner, alle Steuern durch eine Mehrwertsteuer zu ersetzen, birgt Probleme (z.B. hohe Anreize zum Schwarzhandel und zur Schwarzarbeit).

Sehr geehrter Herr ,
ich halte es für wichtig, dass über die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens weiter diskutiert wird. Der Austausch von Argumenten führt hoffentlich dazu, ein Konzept zu finden, dass allen Bürgerinnen und Bürgern ein faires Einkommen garantiert wird. Daher lade ich Sie ein, auch in Zukunft mit mir im Gespräch zu bleiben.

Herzliche Grüße,

Ihre Gabi Frechen
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Frage zum Thema Finanzpolitik
24.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Frechen,
nach der Wahl wird der Bürger sicherlich manche kostenintensive Zusatzbelastung erleben. Ich bin jedoch der Meinung, dass die/der Abgeordnete für sich selbst eine Ausnahme machen wird. Die nächste Diätenerhöhung wird sicherlich über 8% ausfallen.
Kann/sollte die/der Abgeordnete sich nicht an Rentenerhöhung oder dem öffentlichen Dienst orientieren?
Welche Diätenerhöhung (in %) werden Sie beanspruchen und werden Sie in der angespannten Finanzlage ein Vorbild sein?

Beste Grüße
Antwort von Gabriele Frechen
bisher keineEmpfehlungen
25.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

ich danke Ihnen für Ihre Frage, die ich gerne beantworten werde:

Ihre Aussage, wonach die Abgeordneten des 17. Deutschen Bundestages eine Diätenerhöhung von über 8 Prozent beschließen werden, verwundert mich. Derlei Pläne sind mir nicht bekannt. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das realistisch wäre.

Sie schlagen vor, die Höhe der Diäten an die Höhe der Rentenentwicklung bzw. an den Einkünften des öffentlichen Dienstes angepasst wird. Das kann ich Ihnen nur zustimmen, denn genau letzteres haben wir beschlossen. Vom Bundesverfassungsgericht wurde als Richtwert für die Diäten, die Bezüge eines einfachen Richters am obersten Gerichtshof des Bundes oder eines Bürgermeisters einer Stadt bis 60.000 Einwohner, also wie Hürth, als Orientierung vorgeschlagen. Das entspricht der Besoldungsgruppe B6/R6. Außerdem müssen wir selbst und kein Anderer im Lichte der Öffentlichkeit, wie es in dem Urteil so schön heißt, jede Erhöhung beschließen. Seit dem 1. Januar 2008 lehnen sich Erhöhungen der Abgeordnetenentschädigung nun an die Entwicklung der Gehälter der Richter und Bürgermeister an.

Zu Ihrer Frage: Ich werde keine Erhöhung der Diäten beanspruchen und habe das bisher auch nicht getan. Wenn die Anlehnung an die Besoldungsgruppe R6 allgemein für gerechtfertigt und angemessen angesehen wird, muss das aber auch stattfinden. In den letzten sieben Jahren, seit ich dem Deutschen Bundestag angehöre, haben wir uns wegen der Null- Runden immer weiter von den Bezügen der Richter oder der Bürgermeister nach unten entfernt.

Herzliche Grüße und eine aufrichtige Bitte: Bitte gehen Sie zur Wahl. Wahlrecht ist Grundrecht. Das sollte man im Sinne der Demokratie nicht verschenken.

Gabi Frechen MdB
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Ihre Frage an Gabriele Frechen
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