Felix Bosseler (Piratenpartei)

Grunddaten
Jahrgang
1968
Berufliche Qualifikation
Betriebswirt, Projektmanager u. IT-Spezialist
Ausgeübte Tätigkeit
Freiberufler
Wohnort
Aachen
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(...) Könnte ich jetzt einfach "ja" schreiben. Ich halte das Engagement tatsächlich für unterstützenswert. Das gilt für viele andere Engagements ebenfalls. (...)
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Frage zum Thema Umwelt
18.01.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Bosseler,

Tierschutz ist ein gesamtgesellschaftliches Anliegen mit Verfassungsrang. Das heißt, der Schutz von Tieren ist als Staatszielbestimmung formuliert und somit in der Rechtsetzung, Rechtsprechung und im Verwaltungshandeln in besonderem Maße zu berücksichtigen.

Momentan liegt mir ein Problembereich in Aachen sehr am Herzen:

Es gibt in Aachen eine regelrechte Katzenschwemme. Die zunehmende Anzahl von Fundkatzen in der Stadt Aachen hat mittlerweile Dimensionen erreicht, denen die Tierschützer nicht mehr gewachsen sind. Regelmäßig muss das Tierheim wegen Überbelegung einen Aufnahmestopp verhängen. Die Katzenhilfe betreut rund 200 Katzen an Futterstellen in der Stadt. Es handelt sich hier um verwilderte Abkömmlinge von unkastrierten Hauskatzen. Die Kommunen sind originär zuständig für die tierschutzgerechte Versorgung von Fundtieren.
Um das Elend der Katzen zu stoppen, fordern Tierschützer seit langem von den Aachener Stadtpolitikern eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Freigängerkatzen. Die Städte Herzogenrath, Würselen, Eschweiler und Stolberg haben die "Katzenschutz-Verordnung" nach dem "Paderborner-Modell" – wie rund 50 weitere Kommunen – bereits eingeführt. Wird in Aachen nichts unternommen und das Katzenproblem wächst weiter, dann werden neben dem Tierleid auch die Kosten für die Kommune steigen.
Warum tut sich Aachen mit dem Staatsziel Tierschutz so schwer?

Ich würde gerne von Ihnen wissen:
1. Ist Ihnen sowohl in der Sach- als auch in der Rechtslage die Problematik der Katzenpopulation in Aachen bekannt?
2. Sehen Sie als Kommunalpolitiker dieses Thema als dringlich?
3. Würden Sie die Forderung der Tierschützer unterstützen?
4. Falls ja, können die Tierschützer mit Ihrem politischen Engagement in dieser Sache rechnen?

Vielen Dank für Ihre Antwort und
mit freundlichen Grüßen
Antwort von Felix Bosseler
4Empfehlungen
20.01.2012
Felix Bosseler
Sehr geehrter Herr ,

entschuldigen Sie die verzögerte Rückmeldung. Das Thema gehört schlicht nicht zu meinen politischen Kernkompetenzen. Daher musste ich mir zunächst mal eine eigene Meinung dazu bilden.

Ihre Fragen:

1. Ist Ihnen sowohl in der Sach- als auch in der Rechtslage die Problematik der Katzenpopulation in Aachen bekannt?

2. Sehen Sie als Kommunalpolitiker dieses Thema als dringlich?

3. Würden Sie die Forderung der Tierschützer unterstützen?

4. Falls ja, können die Tierschützer mit Ihrem politischen Engagement in dieser Sache rechnen?


Zu 1.)

Ja, nachdem ich mich jetzt ein wenig eingefunden habe, habe ich eine gute Vorstellung der Rechtslage und auch der Problematik. Den Umfang des Problems in Aachen selbst kann ich nicht beurteilen, da vertraue ich jetzt einfach mal Ihren Angaben. Ich würde hier nicht die Stadt als durchführendes und prüfendes Organ einsetzen wollen. Viel besser und zielführender erscheint mir ein gute Unterstützung der Interessengruppen durch die Stadt. Dort liegt das Know-How, nicht in der Verwaltung.


Zu 2.)

Nein, ich sehe im Kontext der aktuellen Fragestellungen im Rat der Stadt Aachen nicht als dringlich an. Das mag eine Fehleinschätzung sein. Bitte sehen Sie diese Antwort auch im Kontext meiner Partei. Natürlich kann man aus den Grundsätzen der Piratenpartei ableiten, dass wir uns auch für Tierschutz einsetzen. Gar keine Frage. Formulierte Programmatik dazu ist in Diskussion. Es ist aber nicht mein politischer Schwerpunkt. Mir ist auch in Aachen niemand in der Partei bekannt, der dieses Thema treibt. Es ist aber durchaus Kompetenz dazu vorhanden. Beispielsweise in unserem Arbeitskreis Kommunalpolitik. Wir sind eine Mitmachpartei und wenn sich jemand mit diesem Thema einbringt, Mitstreiter und Mehrheiten findet, dann besteht durchaus die Möglichkeit hier zu gestalten.


Zu 3.)

Könnte ich jetzt einfach "ja" schreiben. Ich halte das Engagement tatsächlich für unterstützenswert. Das gilt für viele andere Engagements ebenfalls. Nur könnte ich persönlich das zur Zeit gar nicht, weil mir dazu schlicht die Zeit fehlen würde. Wenn es sich darauf beschränkt z. B. im Rat kompetent mit "ja" oder "nein" zu stimmen ist das eine Sache, sich aber dafür ernsthaft und glaubwürdig dafür einzusetzen eine ganz andere. Da sehe ich für mich im Moment leider ganz andere, mir persönlich wichtigere Schwerpunkte in der Stadt.

Zu 4.)

Ergibt sich denke ich aus 3.)

Die Antwort mag etwas unbefriedigend ausfallen, aber mir ist daran gelegen, glaubwürdig zu vermitteln wo wir als Partei oder ich als Mitglied im Rat an der Stelle stehen.

Freundliche Grüße,

Felix Bosseler
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