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Sehr geehrter Herr Ferlemann,
im Freundeskreis diskutierten wir vor kurzem um Lobbyismus und ob dies eine Form der Korruption sei.
Als Beispiel seien hier Altkanzler Schröder´s putinfreundliche Politik und seine jetzige Aufsichtsratsposition bei Gazprom oder um Herrn Clements Versuch die Wahlen in Hessen gegen seine eigene Partei, und für seinen jetzigen Arbeitgeber zu beeinflussen.
Zugebenermaßen handelt es sich bei den beiden Fällen um SPD-Politiker, ich hätte hier aber auch gut gerne CDU-Politiker nennen können.
Zurück zur Frage.
Die herrschende rechtliche Definition von Korruption ist folgende: Korruption ist rechtlich gesehen ein Missbrauch von anvertrauter Macht zum eigenen Vorteil. Es gibt aktive und passive Korruption.
Die Frage ist ob es eine Korruption ist, wenn Lobbisten Politikern Honig ums Maul schmiert, mit Prämien und Posten hantieren und Geld versprechen ...
Das ist eigentlich ganz einfach.
Bietet es die Lobby an? Ja!
Fließt Geld/Geldwerte Vorteile? Ja!
Beabsichtigt man Vorteile? Ja!
Daher korrumpiert die Lobby aktiv!
Sind die Politiker passiv korrupt?
Nehmen sie die STellen an? Ja!
Erhalten sie Geld oder andere Vorteile dadurch? Ja!
Handeln sie im Interesse der Firma? - anzunehmen -
Ja, die Politiker sind passiv korrupt!
Somit handelt es sich populärwissenschaftlich betrachtet um eine legale Art der Korruption.
Meine Frage ist jetzt, warum der Bundestag das für letztes Jahr beabsichtige Antikorruptionsgesetz so sehr stiefkindlich handhabt und doch gar nicht erst zur Abstimmung angenommen wurde. Die UN hat dies zurecht sehr kritisch beäugt und m.M nach stehen wir dadurch in Sachen der Korruption von Politikern auf gleicher Stufe wie irgendwelche kaum entwickelte südafrikanische Staaten.
Ich bedanke mich für Ihre Zeit und Mühe diesen doch etwas länger gewordenen Kommentar durchzulesen und evtl. sogar zu beantworten.
Mit freundlichen Grüßen
