Elvira Drobinski-Weiß (SPD)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich. Besuchen Sie das aktuelle Profil.

Grunddaten
Elvira Drobinski-Weiß
Jahrgang
1951
Berufliche Qualifikation
Diplom Pädagogin, Rektorin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Offenburg
Landeslistenplatz
19, über Liste eingezogen, Baden-Württemberg
weitere Profile
(...) Ich habe Tibet selbst bereist. Eine positive Entwicklung für die Tibeter liegt mir sehr am Herzen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Elvira Drobinski-Weiß
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Arbeit
01.08.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Drobinski-Weiß,

bin Selbstständiger Gastwirt und mich würde interessieren wie sie zu der MwSt. senkung in der Gastronomie auf den geminderten Mwst. Satz stehen. Ich finde das als Gastwirt ein Skandal das wir für Speisen nur 7% als vorsteuer absetzen und 19 % MwSt. bezahlen müssen. Das heist wir müssen 12 % mehr steuern bezahlen als andere Betriebe. Die gastronomie hat momentan so schwer zu kämpfen, wäre das nicht eines der besten Konjukturprogramme in der Krise. Weil wir Gastwirte können keine Kurzarbeit anmelden. Aber bei den vielen neuen Gesetzen, Vorschriften etc. wäre das eine richtige alternative.
Zudem würde es viel weniger lebensmittelskandale in der Gastronomie geben, könnte nicht jeder(auch ohne Lebensmittelkentnissen) nach einem 8 Stunden Kurs bei der IHK zu absolvieren eine Gastronomieschen Betrieb eröffnen. Ich habe 3 Jahre Koch gelernt eine Menge zusatzqualifikationen mir angeeignet und andere sollen in 8 Stunden das alles über Sauberkeit etc. lernen?!?!?
Was ist Ihre Meinung dazu?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Elvira Drobinski-Weiß
bisher keineEmpfehlungen
20.08.2009
Elvira Drobinski-Weiß
Sehr geehrter Herr ,

rückläufige Umsätze und damit auch sinkende Erträge im Hotellerie- und Gaststättenbereich wie in zahlreichen anderen Dienstleistungsbereichen sind auch für uns ein relevantes Problem.

Aus diesem Grunde senkte bereits die rot-grüne Koalition den Eingangssteuersatz bei der Einkommensteuer von seinerzeit 25,9 auf 15 Prozent – weiter vermindert durch das Konjunkturpaket II auf 14 Prozent – und den Höchststeuersatz von 53 auf 42 Prozent. Außerdem konnten wir durchsetzen, dass der Grundfreibetrag auf 7.664 Euro anstieg und sich durch die aktuellen Beschlüsse der Großen Koalition zum 1. Januar 2010 auf 8.004 Euro erhöhen wird. Das Bürgerentlastungsgesetz bringt zusätzliche steuerliche Erleichterungen von rund 9,6 Mrd. Euro jährlich.

Komplettiert werden diese Maßnahmen durch die in Deutschland nochmals verbesserte Verrechnung der Gewerbesteuer mit der Einkommensteuer. Im Interesse der betroffenen Städte und Gemeinden hat die SPD damit die Gewerbesteuer nicht nur erhalten, sondern stabilisiert und gleichzeitig eine nachhaltige ertragsteuerliche Entlastung aller Gewerbetreibenden erreicht. Dies kommt insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen zugute.

Forderungen zur Ermäßigung der Umsatzbesteuerung einzelner Produkte und Dienstleistungen gibt es seit Jahren. Sie werden mit sozial- oder wirtschaftspolitisch anerkannten Zielen begründet. So sollen beispielsweise Familien ("Kinderprodukte") und gesetzlich Krankenversicherte (Arzneimittel) finanziell begünstigt, eine gesunde Ernährung (Mineralwasser), ökologische Gebäudesanierungen (Baugewerbe) oder der Tourismus (Hotel- und Gaststättengewerbe) gefördert werden.

Allen Initiativen gemeinsam ist die Kritik am aktuellen Anwendungsbereich des ermäßigten Umsatzsteuersatzes in Deutschland. Da dieser Katalog zweifelsohne eine überzeugende Systematik vermissen lässt, hat die SPD-Bundestagsfraktion vor einigen Monaten das Bundesfinanzministerium der Finanzen aufgefordert, Handlungsempfehlungen für den Gesetzgeber zu erarbeiten. Hierzu wird ein Gutachten in Auftrag gegeben werden, das mögliche künftige Ausgestaltungen aufzeigen und unter wirtschafts-, finanz- und steuerpolitischen Aspekten bewerten soll. Das Ergebnis dieser wissenschaftlichen Untersuchung wird in einigen Monaten vorliegen.

Etwaige gesetzgeberische Konsequenzen hieraus stehen natürlich unter dem Vorbehalt der Bewältigung der derzeitigen Finanz- und Wirtschaftskrise. Mit milliardenschweren Maßnahmenpaketen zur Sicherung der Arbeitsplätze in Deutschland dämpfen wir den Wirtschaftseinbruch. Die konjunkturbedingten Auswirkungen auf die öffentlichen Haushalte sind trotzdem dramatisch. Die aktuelle Steuerschätzung prognostiziert Bund und Ländern für den Zeitraum von 2009 bis 2012 Steuerausfälle von 316 Mrd. Euro. Krisenbezogene Mehrausgaben werden die öffentlichen Kassen zusätzlich belasten. Deshalb können Bund, Länder und Gemeinden auf absehbare Zeit keine weiteren Einnahmeausfälle durch neue Steuersenkungen verkraften. Dies gilt insbesondere nach Einführung einer Schuldenbremse.

Allerdings wird die Umsatzgrenze für die sog. Ist-Versteuerung bis Ende 2011 auf bundeseinheitlich 500.000 Euro angehoben. Für die SPD war es wichtig, diese gezielte Stärkung der Liquidität kleiner und mittlerer Betriebe in der aktuellen Krise auch auf die westdeutschen Unternehmen auszudehnen.

Mit freundlichen Grüßen

Elvira Drobinski-Weiß
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Internetsperren
18.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Drobinski-Weiß,

ich bin Bürger Ihres Wahlkreises und mir über die Vergabe meiner Erststimme noch nicht schlüssig. Um meine Entscheidung zu treffen, würde mich sehr eine thematische Antwort zu der Ihnen von am 19.07.2009 gestellten Frage bzgl. "Zugangserschwernisgesetz" interessieren.
Dieses Gesetz diente offensichtlich hauptsächlich einem Zweck: nämlich dem, dass sich eine CDU-Ministerin bei ihrer Stammwählerschaft profilieren konnte. Sämtliche sachlichen Argumente sprechen gegen dieses Gesetz. Im Gegenteil; dieses Gesetz schafft eine Grundlage und eine Infrastruktur für eine schrittweise immer größer werdende Zensur des Internet in Deutschland.
Mich würde nun sehr interessieren, warum Sie diesem Gesetz zugestimmt haben und die objektiv richtigen Argumente der Gesetzesgegner ignoriert haben.

Mit Interesse erwarte ich Ihre Antwort.
Antwort von Elvira Drobinski-Weiß
bisher keineEmpfehlungen
25.09.2009
Elvira Drobinski-Weiß
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage.
Ich gebe Ihnen soweit Recht, als dass das Gesetz zur Profilierung bei bestimmten Wählergruppen genutzt worden ist. An dieser Stelle bin ich auch sehr kritisch. Inhaltlich kann ich Ihnen nur teilweise folgen, denn unser Konzept ist nicht zuletzt gegen die Verbreitung kinderpornographischen Materials, unterscheidet sich fundamental von dem der CDU/CSU. Unsere Vorschläge haben wir in einem 10-Punkte-Plan zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung dargelegt.

Das verabschiedete Gesetz wiederum ist gewiss nicht die Lösung des Problems. Ich halte allerdings die Befürchtungen, damit würden Zensur Tür und Tor geöffnet für übertrieben und kann voller Überzeugung sagen: Als SPD sind und bleiben wir die Partei der Bürgerrechte. Daher werden wir auch in Zukunft darauf achten, dass diese - nicht zuletzt gegen weitergehende Begehrlichkeiten seitens der CDU/CSU geschützt bleiben.

Mit freundlichen Grüßen

Elvira Drobinski-Weiß
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
25.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Drobinski-Weiß,

nachdem Sie nun meine am 18.09. gestellte Frage nicht beantwortet haben und wohl auch nicht mehr beantworten werden habe ich nun noch eine 2. Frage an Sie:

Warum sollte ich Sie wählen?

Es wird immer wieder über Politikverdrossenheit und rückläufige Wahlbeteiligung geklagt. Nun, in diesem Forum sind Bürger die sich definitiv für Politik interessieren und sich die Mühe machen sich kritisch für unsere Demokratie zu engagieren. Und genau diese Bürger werden von Ihnen (gilt auch für Ihren Gegenkandidaten Dr. W. Schäuble) geflissentlich ignoriert. Warum? Liegt es etwa daran dass sowohl Sie als auch Hr. Schäuble über die Landesliste abgesichert sind und unabhängig von Ihrem Ergebnis im Wahlkreis Ihr Bundestagsmandat bereits sicher haben?

Die SPD ist eine großartige Partei mit einer großartigen Vergangenheit. Lange Zeit war ich überzeugter Anhänger und Wähler. Gar nicht hoch genug einzuschätzende Verdienste der Regierung Schröder waren z.B. die Durchführung lange notwendiger Reformen sowie das heraushalten Deutschlands aus dem Irak-Krieg. Es wurde im besten Sinne "Schaden von dem deutschen Volk" abgewendet.

Die Zustimmung der SPD zum "Ineternetzensurgesetz" war für mich jedoch ein Wendepunkt. Es wurde wider besseres Wissen und wider den Rat sämtlicher Experten aus rein populistischen Gründen ein schädliches Gesetz verabschiedet was eben nicht "Schaden vom deutschen Volk" abwendet sondern im Gegenteil langfristig massiven Schaden für das deutsche Volk verursachen wird. Die zugehörige Geistehaltung und Einstellung der verantwortlichen Personen ist für mich erschreckend. Die Erhaltung der eigenen Macht geht über das Wohl der Bürger.

Wie erwähnt, die SPD ist eine Partei mit großartiger Vergangenheit die sich um Deutschland sehr verdient gemacht hat. Nur sehe ich bei einem Großteil der derzeit im Bundestag sitzenden VertreterInnen dieser Partei nicht die Befähigung oder den Willen, diese Tradition fortzuführen.
Antwort von Elvira Drobinski-Weiß
bisher keineEmpfehlungen
23.10.2009
Elvira Drobinski-Weiß
Sehr geehrter Herr ,

wie Sie auf der Seite www.abgeordnetenwatch.de sehen, hatte ich Ihnen geantwortet. Vermutlich haben sich Ihre Nachfrage und meine Antwort zeitlich überschnitten.

Mit freundlichen Grüßen

Elvira Drobinski-Weiß
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Bundestagswahlrecht
30.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Drobinski-Weiß,

Sicher ist es Ihnen schon passiert, dass Sie aufgrund der Fraktionsdisziplin einen Gesetzesbeschluss unterstützt haben, dem Sie nicht zugestimmt haben. Wie geht man damit um und welche solcher Fälle haben Sie schon erlebt?
Antwort von Elvira Drobinski-Weiß
bisher keineEmpfehlungen
26.10.2009
Elvira Drobinski-Weiß
Sehr geehrter Herr ,

eine Regierungsmehrheit besteht im Deutschen Bundestag aus mehreren hundert Abgeordneten. Jede und jeder hat seine eigenen Schwerpunkte, seine eigene Lebenserfahrung, seine eigenen Überzeugungen. Das ist für eine Vertretung des Volkes auch richtig so. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass keine Abgeordnete sich bei jedem Gesetz zu 100% durchsetzen kann. Wenn jede Abgeordnete nur dem zustimmen würde, mit dem sie auch vollständig einverstanden ist, gäbe es keine Mehrheiten mehr. Dann gäbe es Stillstand.

Das Verbraucherinformationsgesetz, das CDU und SPD in der großen Koalition auf den weg gebracht haben, ging mir beispielsweise nicht weit genug. Die CDU hat immerzu Verbesserungen für die Rechte der Verbraucher blockiert. Trotzdem habe ich zugestimmt, denn ein bisschen Fortschritt ist besser als gar keiner. Manchmal muss man auch hier und da "eine Kröte" schlucken, um ein eigenes Vorhaben voranzubringen.

Es kann auch vorkommen, dass Gesetze zur Abstimmung stehen, die man ganz und gar nicht befürwortet. Das ist dann eine schwierige Abwägung zwischen der eigenen Überzeugung und der Notwendigkeit, die Regierungsmehrheit handlungsfähig zu halten. In manchen Fällen habe ich gegen die Fraktionsdisziplin gestimmt - zum Beispiel bei der Erweiterung der Befugnisse für das Bundeskriminalamt und beim Tornado-Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Das ist immer eine Gewissensentscheidung.

Ich hoffe diese Antwort ist für Sie hilfreich!

Mit freundlichen Grüßen
Elvira Drobinski-Weiß
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Elvira Drobinski-Weiß
Sie befinden sich auf einer Archivseite. Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.