Elvira Drobinski-Weiß (SPD)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Elvira Drobinski-Weiß
Jahrgang
1951
Berufliche Qualifikation
Diplom Pädagogin, Rektorin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Offenburg
Landeslistenplatz
19, über Liste eingezogen, Baden-Württemberg
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(...) Wir kämpfen auf allen Ebenen für Verbesserungen und beschränken uns nicht auf populistische Forderungen und Formulierungen. Wir haben mit dem 10-Punkte-Plan zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung ein Gesamtkonzept vorgelegt. Darüber hinaus weise ich auf den Rechtsweg hin, der in der Bundesrepublik allen offen steht, deren Seite unberechtigterweise gesperrt wurde. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Land- und Forstwirtschaft
03.06.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Drobinski-Weiß,

wir bewirtschaften eine Milchviehbetrieb in der Region Stuttgart und bangen aufgrund des derzeitigen Milchpreises um unsere Existens.

Nun würde mich Ihre Meinung zur aktuellen "Milchmarkt-Debatte" interessieren? Wie wollen Sie die Existens von uns Milchbauern langfristig sichern?

Mit freundlichen Grüssen
Antwort von Elvira Drobinski-Weiß
3Empfehlungen
09.06.2009
Elvira Drobinski-Weiß
Sehr geehrte Frau ,

aus persönlichen Gesprächen in meinem Wahlkreis weiß ich um die existenziellen Fragen, die die gegenwärtige Situation bei vielen Milchviehaltern aufwirft.

Die Lage ist sehr ernst. Auch ich sehe die Gefahr, dass ein dauerhaft niedriger Milchpreis unabsehbare Folgen für den Erhalt und die Pflege unserer Kulturlandschaften hat.
Inwieweit jedoch das vom Bund der Milchviehalter (BDM) geforderte System der flexiblen Milchmengensteuerung eine auch langfristig tragfähige Alternative, muss ich ernsthaft hinterfragen. Für mich ist es nicht besonders überzeugend, wenn die Hoffnung geweckt wird, dass mit einem etwas geänderten Mengensteuerungssystem langfristig ein deutlich höherer Erzeugerpreis durchgesetzt werden könnte.

Vor 25 Jahren wurde die Quotenregelung in der EU geschaffen. Weitaus länger bestehen Regelungen zur Preisstützung im Binnenmarkt und zur Absicherung der Milchpreise im Außenhandel. Wir haben die europäischen Märkte zu Lasten der Erzeuger in Drittländern abgeschottet. Die EU und die Verbraucher haben viel Geld aufgewendet, um möglichst auskömmliche Preise für Milchbauern zu sichern. Das Ergebnis war und ist unbefriedigend. Für die Fortsetzung dieser Politik gibt es deshalb weder in der EU noch in Deutschland eine realistische Mehrheit. Manche behaupten jetzt unter dem Druck der niedrigen Preise und massenhafter Proteste anderes, was nicht redlich ist.

Die europäische Agrarpolitik hat im Jahr 2003 beschlossen, sich schrittweise von den alten Instrumenten zu verabschieden. Dazu gehört auch der Ausstieg aus dem bisherigen Milchquotensystem bis 2015. Gerade im Interesse der Landwirte, die für sich, ihre Familien und ihre Betriebe langfristige Perspektiven benötigen, wäre es fahrlässig den Eindruck erwecken zu wollen, mit einer neu gestalteten Mengensteuerung seien die Probleme zu lösen.

Die SPD hat immer begleitende Maßnahmen eingefordert, um einen sanften Ausstieg aus der Milchquote zu ermöglichen. Wir dürfen in dieser Situation nicht vergessen, dass die Politik in vielen Bereichen diese begleitenden Maßnahmen auf den Weg gebracht hat. Die große Koalition hat erst kürzlich in engem Schulterschluss mit den Bundesländern ein umfangreiches Maßnahmenbündel angeschoben, um die Milchbauern direkt zu unterstützen. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an folgende Maßnahmen, die der Bund und die Länder nun schrittweise umsetzen:
  • Anhebung des Fördersatzes für besonders tiergerechte Haltungsverfahren von 30 Prozent auf 35 Prozent;
  • Anhebung des förderfähigen Investitionsvolumens von 1,5 Mio. Euro auf 2,0 Mio. Euro;
  • Aufhebung des Nachweises der Milchquote auch für Milcherzeuger, die ihre Anträge auf Investitionsförderung nach dem 31. Dezember 2006 gestellt haben.
  • Darüber hinaus werden weitere Änderungen ab 1. Januar 2010 in Kraft treten: An dieser Stelle sei die Anhebung des Fördersatzes für Kooperationen von Landwirten mit anderen Partnern zur Einkommensdiversifizierung z.B. zur effizienteren Nutzung von Bioenergie genannt. Dieser steigt von derzeit 25 Prozent auf bis zu 35 Prozent
  • Erhöhung der Prämie für Agrarumweltmaßnahmen einschließlich der Sommerweideprämie und des Ökolandbaus, d.h.:
  • der Regelobergrenze für die Ausgleichszulage für Landwirte in benachteiligten Gebieten wird auf bis zu 200 Euro je Hektar erhöht und
  • die Sommerweide-Prämie wird auf 50 Euro je Großvieheinheit angehoben.
  • Vorziehen der Auszahlung von Direktzahlungen
  • Senkung der Agradieselsteuer
  • Liquiditätsprogramm der Landwirtschaftlichen Rentenbank

Was die konkrete Höhe des Milchpreises angeht. möchte ich folgendes anfügen: Genauso wie es im letzten Jahr jedem klar gewesen sein muss, dass die hohen Milchpreise nicht dauerhaft zu halten sind, wird der Milchpreis auch wieder auf ein höheres Preisniveau ansteigen. Agrarökonomen erwarten mittelfristig einen Milchpreis von 30 Cent und mehr. Langfristig werden sich die Milchviehalter jedoch an schwankende Preise anpassen müssen. Die 12 Cent EU-Direktzahlungen, die ein Milchviehbetrieb im Durchschnitt pro Liter Milch bekommt, sind dabei ein stabilisierender Faktor.

Politik kann unterstützen und die Rahmenbedingungen verändern. Politik kann und darf aber nicht den Eindruck erwecken, dass sie selbst tragfähige Unternehmenskonzepte entwickeln oder langfristige Zusicherungen machen könnte, für die sie keine Durchsetzungschancen sieht. Die SPD wird innerhalb ihres Leitbildes für eine Politik der Entwicklung der ländlichen Räume weiterhin dafür werben, dass die gesellschaftlichen Leistungen der Landwirtschaft und insbesondere der Milchviehhalter deutlicher als bisher für Steuerzahler sichtbar werden und verlässlich vergütet werden.

Mit freundlichen Grüßen

Elvira Drobinski-Weiß
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
16.06.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Drobinski-Weiß,

wie ich diesem Portal entnehme, haben Sie dem Vertrag von Lissabon zugestimmt. Noch diesen Monat urteilt das BVG über die Verfassungsbeschwerden gg. das Zustimmungsgesetz.

1. Wie beurteilen Sie die Tatsache, daß zu einem solch grundlegenden Gesetz das Deutsche Volk nicht in einer freien Abstimmung gehört wurde?

2. Halten Sie den Vertrag von Lissabon als vereinbar mit dem GG der Bundesrepublik Deutschland, und warum?

3. 2007 wurden im Amtsblatt der EU unter C 303/17 die "Erläuterungen zur Charta der Grundrechte" veröffentlicht. Die -sehr unterschiedlichen- Meinungen von Parlamentariern (auch aus dem EU Parlament: Dr. Werner Langen, CDU, war diese Regelung erst gar nicht bekannt! s. Frage Hr. Jenni v. 01.06.09) betreffend der Gültigkeit dieser Veröffentlichung zeigt mir bereits Komplikationen um eine eindeutige Interpretation des Regelwerkes in Grund- und Menschenrechte betreffenden Fragen. Hier fehlt es an klarer Transparenz. Wie interpretieren Sie diese "Erläuterungen" (v.a. zu a) Art. 2 Abs. 2 EMRK)? Die Unübersichtlichkeit sucht seinesgleichen: Erläuterungen beziehen sich auf die Charta, diese wiederum auf die Europäische Menschenrechtskonvention ("gleiche Bedeutung und Tragweite"), welche u.a. einem 13. Zusatzprotokoll unterliegt, das aus dem Jahr 2001 stammt und eine Veröffentlichung von 2007 (s.o.) Vorrang zur Gültigkeit nehmen soll (??). Ferner greift Art. 6 des V.v. Lissabon die Charta als "rechtlich gleichrangig" auf, was wiederum die "Negativdefinitionen" der EMRK als Teil der Charta betrachtet. Und diese "Negativdefinitionen" des "Rechtes auf Leben" aus der EMRK schränken dieses Grundrecht ein - veröffentlicht am 14.12.2007. Wenn die Politik in Menschenrechtsfragen nicht ohne Mehrdeutigkeiten bleibt, sehe ich die demokratische Grundordnung gefährdet! Ich kann nur hoffen, Abgeordnete haben wirklich gewusst, was da unterschrieben wird! Ich bin auf das Urteil des BVG sehr gespannt. Sie auch?

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Elvira Drobinski-Weiß
2Empfehlungen
18.06.2009
Elvira Drobinski-Weiß
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Fragen. Gerne beantworte ich sie folgendermaßen.

1. Volksabstimmungen über diese Fragen sind zunächst vom Grundgesetz nicht vorgesehen, da es sich nicht um eine Neugliederung der Bundesländer handelt. Eine Volksabstimmung wäre daher nicht möglich gewesen. Darüber hinaus zeigen die Plebiszite in anderen Ländern, etwa in Frankreich und den Niederlanden, warum man an dieser Stelle sehr vorsichtig sein sollte. Alle repräsentativen Umfragen zeigen, dass die Menschen dort über ganz andere Fragen als die europäischen abgestimmt haben. Das gilt im übrigen auch für das Ergebnis der gerade stattgefundenen Europawahl in Deutschland. Daher ist es richtig, dass diejenigen darüber abstimmen, die damit durch Wahlen beauftragt sind und sich intensiv damit auseinandergesetzt haben. Deren Verhalten zu beurteilen, das ist wiederum die Möglichkeit jedes Einzelnen bei der Bundestagswahl.

2. Ja. Begründung: Er enthält keine Regelungen, die dem Grundgesetz widersprechen.

3. Die Frage des Menschenrechtsschutzes ist m.E. beantwortet, weil das Bundesverfassungsgericht hier schon lange eine klare Rechtsprechung hat, die das Schutzniveau des Grundgesetzes sichert(sogenannte Solange-Urteile). Der europäische Menschenrechtsschutz geht - entsprechend der Verträge und der ständigen Rechtsprechung - eher noch darüber hinaus. Es besteht daher kein Grund zur Sorge.

Auf das Urteil des Bundesverfassungsgericht bin ich deswegen gespannt, weil ich mir sicher bin, dass der Vertrag von Lissabon grundgesetzkonform ist und alle Debatten darum dann beendet sein werden.

Mit freundlichen Grüßen

Elvira Drobinski-Weiß
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Frage zum Thema Internationales
25.06.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Abgeordnete!

...die Menschenrechtslage in Tibet beunruhigt mich. Deshalb wende ich mich als Wählerin Ihres Wahlkreises an Sie.

...In Tibet herrscht de facto Kriegsrecht. Im Zusammenhang mit den Tibet-Unruhen im März 2008 wurden 6.000 Tibeter verhaftet. Es wird von schweren Folterungen berichtet. Von ca. 1200 Personen fehlt weiterhin jede Spur. Trotz der hohen chinesischen Militärpräsenz gehen die Proteste auch in diesem Jahr weiter.

Setzen Sie sich ein, denn Tibet braucht unser aller Unterstützung, insbesondere seitens der Politik. Konkret bitte ich Sie, sich dafür einzusetzen, dass
  • eine unabhängige Untersuchungskommission, wie sie das UN-Committe Against Torture im November 2008 vorgeschlagen hat, ins Land darf.
  • der Verbleib der im Zusammenhang mit den Tibet-Unruhen "verschwundenen" Tibeter aufgeklärt wird.
  • die Todesurteile sofort ausgesetzt und zukünftige Gerichtsverfahren fair und nach rechtsstaatlichen Grundsätzen durchgeführt werden.

Was werden Sie und Ihre Partei dafür tun, dass ...
  • China ernsthaft an einer Lösung mittels Dialog arbeitet?
  • China das Kriegsrecht in Tibet aufhebt?
  • Journalisten / freie Berichterstatter nach Tibet dürfen?

In der letzten Legislaturperiode gab es einen Tibet Gesprächskreis im Deutschen Bundestag. Werden Sie sich dafür einsetzen, dass es wieder einen Tibet Gesprächskreis gibt und werden Sie sich selbst für Tibet im Parlament engagieren?
Wird Ihre Partei dafür eintreten, dass die/der nächste Bundeskanzler/in den Dalai Lama empfängt?

Bitte lassen Sie mich wissen, was Sie und Ihre Partei unternehmen werden,
  • um eine friedliche Lösung der Tibet-Frage herbeizuführen.
  • um die Situation in Tibet zu verbessern.
  • um Solidarität mit dem tibetischen Volk zu zeigen.
Ich freue mich auf Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

L.
Antwort von Elvira Drobinski-Weiß
2Empfehlungen
17.07.2009
Elvira Drobinski-Weiß
Sehr geehrte Frau ,

die Tibet-Frage ist sicherlich ein Thema, das uns immer wieder bewegt. Da ich nicht originär Außenpolitikerin bin, habe ich das Thema allerdings nicht jeden Tag in allen Details auf dem Tisch. Wie Sie wissen, wird die Frage aber im Rahmen der deutsch-chinesischen Beziehungen, etwa durch den Außenminister, immer wieder thematisiert. Ich denke, dies ist der richtige Weg und wir sollten diesen im Sinne der Menschen dort weiter gehen.

Gestatten Sie mir abschließend eine persönliche Bemerkung. Ich habe Tibet selbst bereist. Eine positive Entwicklung für die Tibeter liegt mir sehr am Herzen.

Mit freundlichen Grüßen
Elvira Drobinski-Weiß
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Frage zum Thema Verbraucherschutz
26.06.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Drobinski-Weiß,

anbei möchte ich Ihnen folgenden Artikel zur Ansicht vorlegen. Der Artikel hat die Überschrift: "Nirgendwo werden soviel Lebensmittel gepanscht wie in Deutschland"

magazine.web.de

Ich finde diesen Zustand ungeheuerlich. Haben Sie eine Meinung hierzu?

Freundliche Grüße aus Winnenden

Antwort von Elvira Drobinski-Weiß
2Empfehlungen
20.07.2009
Elvira Drobinski-Weiß
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage.
Als Verbraucherpolitikerin setze ich mich gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen in der SPD-Bundestagsfraktion schon lange dafür ein, dass Lebensmittel klar und eindeutig gekennzeichnet werden.
Verbraucherinnen und Verbraucher müssen wissen können, was in den Lebensmitteln verarbeitet wurde, um dann entscheiden zu können, welches Produkt sie kaufen und welches nicht.

Mit freundlichen Grüßen
Elvira Drobinski-Weiß
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Frage zum Thema Internetsperren
19.07.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Drobinski-Weiß,

ich habe 2 Fragen:

1.)
Warum haben Sie dem Zuganserschwerungsgesetz zugestimmt, obwohl die Gegenargumente zu diesem Gesetz überwiegen?

Auch in Ihrem Wahlkreisbüro war ich extra vor Ort und habe alle Gegenargumente Ihrer Mitarbeiterin vorgetragen und um Weiterleigung gebeten.

Selbst der Online-Beirat der SPD war gegen dieses Gesetz.

2.)
Wie ich der Antwort von Ihnen gegenüber Herrn Joseph vom 16.06.2009 entnehmen kann sprechen Sie sich wohl gegen Volksentscheide in Deutschland aus.
Sie verweisen auf die fehlende Gesetzeslage. Wieso haben Sie diese dieses Jahr nicht geschaffen, obwohl die SPD sowohl zur Bundestagswahl 2005 als auch zu dieser Wahl 2009 die Einführung von mehr Demokratie im Programm hat?

Und wenn Sie doch gegen Volksentscheide sind, warum sprechen Sie sich dann bei der Flugblattaktion von Mehr Demokratie für Volksentscheide aus? Sie hier: www.volksentscheid.de

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Elvira Drobinski-Weiß
bisher keineEmpfehlungen
29.07.2009
Elvira Drobinski-Weiß
Sehr geehrter Herr ,

mir ist es wichtig, neben zahlreichen persönlichen Gesprächen und meiner Internetseite www.elvira-drobinski-weiss.de auch über abgeordnetenwatch Auskunft zur Politik SPD und meinen politischen Überzeugungen zu geben. Allerdings ist abgeordnetenwatch sicher nicht dazu gedacht, dass Kandidaten andere KandidatInnen befragen und "vorzuführen" versuchen.
Zum Austausch politischer Argumente sollte es, sofern Sie sich politisch ernsthaft engagieren wollen, andere Möglichkeiten geben. Die von Ihnen gestellten Fragen habe ich im übrigen bereits alle beantwortet. Zu den Volksentscheiden habe ich immer eine klare Meinung vertreten. Es ist unter Juristen ganz eindeutig herrschende Meinung, dass das Grundgesetz mit Ausnahme der Länderneugliederung keine weiteren Volksentscheide vorsieht. Es gibt gute Argumente für und gute Argumente gegen Volksentscheide. Ich bin persönlich der Überzeugung, dass man dabei zwischen den verschiedenen Ebenen unterscheiden muss. Auf lokaler Ebene z. B. funktionieren sie vielfach sehr gut und sind begrüßenswert. Landesweite Entscheidungen sind aber problematischer. Wissenschaftlich fundierte Erhebungen machen deutlich, dass etwa bei der Entscheidung über den europäischen Verfassungsvertrag die Motive der Wählerinnen und Wähler für ein Ja oder Nein häufig nichts mit der eigentlichen Sachfrage, sondern mit der Zufriedenheit mit der Regierung, zu tun hatten. Ähnliche Erhebungen und Erkenntnisse gibt es auch im Zusammenhang mit anderen Abstimmungen. Daher plädiere ich für einen weitsichtigen und aufgeklärten Umgang mit dem Thema, ohne ideologischen Tunnelblick - weder für noch gegen Volksentscheide.

Mit freundlichen Grüßen
Elvira Drobinski-Weiß
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