Sehr geehrter Herr

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vielen Dank für Ihre Anfrage zum Thema der Staatsschuldenkrise in Europa.
Meine Auffassung hinsichtlich Eurobonds und dem sog. Rettungsschirm (ESFS) habe ich in den vergangenen Wochen in verschiedenen Medien ausführlich dargelegt.
Im Falle Griechenlands plädiere ich für Solidarität, die als Zweibahnstraße verstanden werden muss: Auch Griechenland muss seinen Teil beitragen und die notwendigen Reformen durchführen. Das Prinzip der konditionierten Hilfestellung gilt: Es geht nicht nur um Sparen, sondern vor allem auch um Strukturveränderungen im Lande!
Die Hilfen für Griechenland müssen im größeren Zusammenhang gesehen werden. Vor allem die Finanzkrise 2007/2008, die auf fehlende Regeln und Kontrollmechanismen zurückzuführen ist, hat entscheidend zur desaströsen Lage in Griechenland und anderen Euro-Ländern beigetragen.
Eine Pleite Griechenlands wäre für Deutschland und Europa die schlimmste und teuerste Lösung. Man muss sich nur vor Augen führen, dass allein die Tatsache, dass die Griechenland-Hilfen in Frage gestellt werden, schon dazu führt, dass spanische und teils sogar französische Banken in Bedrängnis geraten. Eine einzige Bank - Lehmann-Brothers - hat weltweit die Finanzmärkte nachhaltig ins Chaos gestürzt.
Langfristig muss es meines Erachtens zu einer Europäisierung der Wirtschafts- und Finanzpolitik kommen. Die entscheidende Debatte muss geführt werden, ob wir mit dem bisherigen vertraglichen Instrumentarium unser aktuelles Niveau halten können oder ob wir zu einem besseren oder verstärkten Europa kommen und den weiteren Integrationsschritt hin zu einer Politischen Union gehen sollten.
Bitte beachten Sie zusätzlich auch die Veröffentlichungen zum Thema auf meiner Homepage www.elmarbrok.de Sie finden z.B. meine Überlegungen zu "Eurobonds" vom 15. August 2011 unter:
elmarbrok.de oder das von meinem Kollegen Dr. Werner Langen und mir verfasste Positionspapier "Für ein starkes und stabiles Europa" unter
elmarbrok.de
Mit freundlichen Grüßen
Elmar Brok