Elmar Brok (CDU)
Abgeordneter EU-Parlament 2004-2009
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Grunddaten
Elmar Brok
Jahrgang
1946
Berufliche Qualifikation
Journalist
Ausgeübte Tätigkeit
MdEP
Wohnort
-
Bundesland
Nordrhein-Westfalen
Bundeslistenplatz
1, über Liste eingezogen
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(...) Jedes Todesopfer - unabhängig ob israelisch oder palästinensisch - ist ein Todesopfer zu viel. Gegenseitige Schuldzuweisungen oder die einseitige Schuldzuweisung an Israel bringen nichts und tragen auch nicht zu einer Lösung des blutigen Konflikts bei. Israel sollte seine Angriffe stoppen, aber genauso müssen der ständige Raketenbeschuss durch und die Waffenlieferungen an die Hamas beendet werden. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Soziales
17.01.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Brok,
Sie haben gerade Israel besucht -aber nicht die von Israel besetzten palästinensischen Gebiete, geschweige denn den Gaza-Streifen. Sie konnten sicher trotzdem einen Eindruck von der israelischen Abriegelung gewinnen. Schließlich dürfen nicht einmal Reporter hinein. Meine Frage an Sie:
Was halten Sie von dieser seit Weihnachten gehenden tötlichen MENSCHENJAGD in einem KÄFIG ? ! Ist das Selbstverteidigung - oder sind das Kriegsverbrechen ? Müssen wir Deutsche auf Grund des Holocaustes soche Massenmorde verhindern - oder müssen wir die jetzigen Täter (weil vor 65 Jahren Opfer) unterstützen ?
Antwort von Elmar Brok
8Empfehlungen
23.01.2009
Elmar Brok
Sehr geehrte Frau ,

danke für Ihren Beitrag.

Gut verstehe ich Ihre Sorge angesichts der blutigen Bilder, die uns jedem Tag aus der Region gezeigt werden.

Die Europäische Union vertreten durch die aktuelle tschechische Ratspräsidentschaft, den Hohen Vertreter Javier Solana, die Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner und einzelne Abgeordnete des Europäischen Parlaments haben sich auch vor Ort für einen schnellen und dauerhaften Waffenstillstand eingesetzt. Die Europäische Union ist dabei weder einseitig pro-israelisch noch einseitig pro-palästinensisch - sie unterstützt sowohl Israel, welches in Frieden leben und von allen Seiten als Staat anerkannt werden will, als auch die gemäßigten Palästinenser um Präsident Abbas und ihr Ziel der Errichtung eines palästinensischen Staates.

Was das Europäische Parlament jedoch verurteilt ist, dass die Hamas sich brutal an die Macht geputscht, das palästinensische Gebiet praktisch gespalten und durch Raketenbeschuss auf die israelische Zivilbevölkerung den alten Waffenstillstand gebrochen hat. Insbesondere will sie immer noch die Existenz Israels vernichten. Israel stimmt einer Zweistaatenlösung zu - die Hamas aber nicht. Sie schreckt nicht davor zurück, Ihre eigene Bevölkerung als Schutzschilder zu missbrauchen. Diese Kriegsführung der Hamas, die am Schicksal der eigenen Bevölkerung nicht interessiert ist, bringt die furchtbaren Bilder hervor, die man einseitig Israel anlastet.

Eine Rechung mit der Zahl der Todesopfer aufzustellen, ist nicht angebracht: Jedes Todesopfer - unabhängig ob israelisch oder palästinensisch - ist ein Todesopfer zu viel. Gegenseitige Schuldzuweisungen oder die einseitige Schuldzuweisung an Israel bringen nichts und tragen auch nicht zu einer Lösung des blutigen Konflikts bei. Israel sollte seine Angriffe stoppen, aber genauso müssen der ständige Raketenbeschuss durch und die Waffenlieferungen an die Hamas beendet werden.

Es geht also nicht um Schuldzuweisungen, sondern darum, dass Lösungen gefunden werden. Und dafür setzt sich die EU, das Europäische Parlament und die CDU/CSU-Gruppe innerhalb des Europäischen Parlaments ein: Die EU war und ist als Akteur vor Ort und versucht, zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln.

In diesem Sinne hat das Europäische Parlament am Donnerstag 15. Januar 2009 mit breiter Mehrheit eine fraktionsübergreifende Resolution zur Lage im Gaza Streifen einstimmig verabschiedet:

Kernpunkte der Resolution sind:

§ Die Aufforderung an beide Konfliktparteien, die militärischen Auseinandersetzungen umgehend einzustellen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren
§ Die Feststellung, dass die israelische Militäroffensive in Reaktion auf den fortgesetzten Raketenbeschluss der Hamas erfolgt ist

Damit hat das Europäische Parlament deutlich gemacht, dass ein Waffenstillstand nur dann möglich ist, wenn sowohl Israel als auch die Hamas von weiteren Feindseligkeiten absehen.

Die nächsten Schritte müssen ein dauerhafter Waffenstillstand, die Öffnung der Grenzen nach Gaza auch für humanitäre Hilfslieferungen und eine dauerhafte Schließung der Tunnel zwischen Gaza und Ägypten zur Unterbindung des Waffenschmuggels, sein.

All dies muss durch das Nahost-Quartett, die arabische Liga und insbesondere Ägypten sichergestellt werden. Vor allem muss man gemeinsam mit den gemäßigten Palästinensern eine Lösung im Sinne der Zwei-Staaten-Lösung finden. Das Existenzrecht Israels darf nicht angezweifelt werden. und die gemäßigten Palästinenser um Präsident Abbas müssen gestärkt werden. Nur ein wirklicher Fortschritt in Richtung Frieden und eine wesentliche Verbesserung der Lage der Menschen vor Ort werden die Legitimation der Palästinenserbehörde tatsächlich stärken. Auch darüber besteht weitgehende Übereinstimmung im Europäischen Parlament. Dies schließt im Sinne der Road-Map und des Annapolis-Prozesses zum Beispiel die Rücknahme der israelischen Settlements ein.

In diesem Sinne unterstützt das Europäische Parlament zudem ausdrücklich die jüngste Resolution des UN-Sicherheitsrates, die sich für einen andauernden Waffenstillstand im Gaza-Streifen, einen Rückzug der israelischen Truppen und ein Ende des Raketenbeschusses durch die Hamas ausgesprochen hat. Hier steht die Europäische Union ebenso wie die USA in der Pflicht.

Ich werde mich weiterhin gemeinsam mit der CDU/CSU Gruppe für eine schnelle Beendigung des Blutvergießens und eine dauerhafte friedliche Lösung im Sinne Israels und der gemäßigten Palästinenser einsetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Brok
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
27.01.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Elmar Brok,

ich bin eine tamilische Studentin, die aus lauter Verzweiflung und nach Hilfe für meine Schwestern und Brüder auf Sri Lanka suchend, die Email verfasse.

Aktuelle Nachrichten von heute berichten von mindestens 300 tote Tamilen und über 1000 verletzte Zivilisten, darunter viele Frauen und Kinder. Das von der Armee angerichtete Blutbad hat keine 24 Stunden beansprucht. Die Leichen sollen auf den Straßen herumliegen und können aufgrund des andauernden Beschusses durch die srilankische Artillerie nicht geborgen werden.

Es fällt mir sehr schwer zu glauben wie ungerecht doch diese Welt ist. Wie viele der Weltbevölkerung erfahren diese Nachrichten? Warum handeln die Politiker oder die EU nicht sofort für einen Waffenstillstand? Wenn Israels Armee im Gaza-Streifen Zivilisten tötet, dann sehen wir die Bilder auf allen Kanälen! Aber in Sri Lanka werden täglich hunderte unschuldige Tamilen getötet. Leider will die Welt davon nichts wissen! Niemand will die Realität erfahren.

Wo bleiben die kritischen Journalisten? Wo sind die Wahrheitssucher? Mutige Journalisten werden mit ihrem Tod bezahlt.

Über eine Rückmail würde ich mich sehr freuen und stehe Ihnen für weitere Fragen gerne zur Verfügung.

Vielen Dank im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Elmar Brok
6Empfehlungen
17.02.2009
Elmar Brok
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Email zum Konflikt auf Sri Lanka.

Ich verstehe Ihre Sorge und Ihre Wut anlässlich der dortigen Geschehnisse. Jeder Krieg ist für die Bevölkerung vor Ort eine Katastrophe. Er führt nur zu Schaden und zum Tod der Schwachen.

Deshalb ist es immer besser, eine politische Lösung zu finden, anstatt Kriege oder Bürgerkriege zu führen. Dazu müssen jedoch beide Seiten bereit sein, und somit sind es oft auch beide Seiten, die für das Scheitern einer solchen politischen Lösung verantwortlich sind.

In Anbetracht der ernsten Lage werde ich jedoch dem Botschafter Sri Lankas in Brüssel einen Brief übersenden, um mich dafür einzusetzen, dass bei dieser Auseinandersetzung verstärkt Rücksicht auf Zivilisten genommen und nach einem Weg zur Versöhnung des Landes gesucht wird.

Mit freundlichen Grüssen,

Elmar Brok
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Frage zum Thema Wirtschaft
05.06.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Brock
wie stehen Sie zu der neuen Verpackungsordnung. Es darf doch wohl jeder Hersteller die Verpackungsgröße und die Inhaltsmenge selbst festlegen. Wer ist nur auf diese wahnwitzige Idee gekommen?????????????
Mit internettem Gruß
Antwort von Elmar Brok
bisher keineEmpfehlungen
09.07.2009
Elmar Brok
Sehr geehrter Herr ,

es stimmt, dass jeder Hersteller die Verpackungsgröße und die Inhaltsmenge selbst festlegen kann, allerdings ist dies erst seit der neuen Verpackungsordnung der Fall. Diese hat die bisherige Verpackungsordnung aus den frühen Zeiten der EWG, die für einige Grundnahrungsmittel wie Butter, Nudeln und Kaffee "Einheitsgrößen" vorgesehen hatte, abgeschafft. Damals sah man die Einheitsgrößen bei bestimmten Produkten als wichtig für den Verbraucherschutz an, um dem Käufer preisliche Differenzen klar vorzuführen. Diese Preis-Transparenz für den Verbraucher wurde schon vor Jahren von der EU auf Initiative des Europäischen Parlaments hin beschlossen und hat Einzelhändler verpflichtet, Preisangaben zur Bezugsgröße (z.B. 100ml) auszuzeichnen.

Folglich kommt es durch das Handeln der EU in diesem Bereich nicht mehr auf die Größe der Verpackung an, da der Verbraucher nicht mehr ausrechnen muss, welches Produkt teurer oder billiger ist. Dies ist sehr zum Vorteil der Verbraucher, da es durch den demographischen Wandel und veränderten Verhaltensweisen unserer Gesellschaft einen erheblichen Bedarf an neuen Verpackungsgrößen gibt. Ein Beispiel hierfür sind Single-Haushalte, die ehemalige Standard-Größen nicht innerhalb der Ablauffrist verbrauchen können. Menschen, die auf andere Größen angewiesen sind können sich nun durch die Angabe des Preises pro 100ml oder 100g besser informieren und eine Ungleichbehandlung einfach erkennen.

Da die Europäische Union Bürokratie abbauen möchte, und weil die bisherige Verordnung - wie beschrieben - nicht mehr zeitgemäß ist, wird sie abgeschafft und von der Neuen ersetzt. Diese ist daher aus oben genannten Gründen für mich gut vertretbar.

Mit freundlichen Grüßen,

Elmar Brok
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