Elisabeth Schroedter (GRÜNE)
Abgeordnete EU

Grunddaten
Jahrgang
1959
Berufliche Qualifikation
Pädagogin und Umweltberaterin
Ausgeübte Tätigkeit
MdEP
Wohnort
-
Bundesland
Brandenburg
Bundeslistenplatz
13
weitere Profile
(...) Ich halte die Umstellung auf eine allgemeine Abgabe in einer digitalisierten Welt für die einzige Möglichkeit, vom Kommerz unabhängige Radio- und Fernsehsender zu erhalten. (...) Diese Abgabe ist eher eine allgemeine Kulturabgabe. Zur Aufgaben der öffentlich-rechtlichen Medien gehört nicht nur, dass sie weniger beachteten Gruppen ein Stimme geben, sondern auch die Förderung von Kultur, die sich nicht nur nach Einschaltquoten richtet. (...)
Parlamentarische Arbeit
Fragen an Elisabeth Schroedter
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Gesundheit
14.06.2011
Von:

Sehr geehrte Fr. Schroedter

mit Entsetzen habe ich in der Tagesschau ( www.tagesschau.de ) gelesen, das es in Sierra Leone eine Gruppe "Homöopathen ohne Grenzen" aus Deutschland gibt, die dort u.a. Malaria (!!) mit homöpathischen mitteln "behandeln". Da Sie ja in einer früheren Antwort den Eindruck erwecken, das Sie für "alternative" Heilmethoden sich einsetzen, würde mich einmal interessieren, auf welcher wissenschaftlichen Basis die "Heilung" von Malaria erfolgen soll? Bis heute gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis der Wirksamkeit von homöopathischen Mitteln (@Abgeordnetenwatch: was es nicht gibt kann ich auch nicht durch Links belegen!). In meinen Augen wird die erfolgreiche Arbeit von echten Helfern wie Ärzte ohne Grenzen oder WHO dadurch zumindest nicht unterstützt.
Also nochmals meine Frage: Auf welcher wissenschaftlichen Basis setzten Sie sich für solche zweifelhaften Methoden ein?
Was halten Sie davon, kranken Menschen echte Medizin vorzuenthalten und stattdessen Zuckerkügelchen zu verabreichen?
Antwort von Elisabeth Schroedter
bisher keineEmpfehlungen
08.07.2011
Elisabeth Schroedter
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Anfrage betrifft zweierlei Dinge. Zum einen die Frage der Wirksamkeit von Homöopathie im Allgemeinen, zum Anderen die Frage der Behandlung von Malaria durch homöopathische Medizin.

Was die Wirksamkeit der Homöopathie im Allgemeinen betrifft, gibt es bisher keinen wissenschaftlichen Nachweis zur Nicht-Wirksamkeit dieser alternativen Heilmethode. Dennoch ist auch das Gegenteil, also die Wirksamkeit, bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht eindeutig bewiesen.
Eine große Studie aus dem Jahr 2005 aus der Schweiz hat sich mit der Wirksamkeit und Kosteneffektivität alternativer und komplementärer Heilmethoden beschäftigt. Den Schlussbericht dieser Studie können Sie hier einsehen:

www.bag.admin.ch

Für alle getesteten Heilmethoden kommen die Autoren der PEK Studie zu einem positiven Ergebnis was Wirkung und Kosten betrifft. Die Auswertung der Studie wurde auch vom Europäischen Ausschuss für Homöopathie bewertet. Dieser kann die positive Einschätzung der Autoren nicht untermauern, jedoch auch nicht widerlegen. Die Einschätzung des Ausschusses können Sie hier nachlesen:

www.homeopatiaveterinaria.com.br

Experten sind sich also uneinig über die Wirksamkeit der Homöopathie. Für uns Grüne ist jedoch wichtig, dass Bürger die Freiheit haben zwischen verschiedenen Behandlungsmethoden zu wählen. Dies habe ich auch in meiner letzten Antwort unterstrichen. Wer sich aus welchen Gründen auch immer für eine Behandlung mit Homöopathie entscheidet, soll die Möglichkeit zu einer solchen Behandlung bekommen.

Die Beantwortung Ihrer zweiten Fragestellung, welche die Behandlung von Malaria durch Homöopathie betrifft, möchte ich den Medizinern überlassen.

Mit freundlichen Grüßen,
Elisabeth Schroedter
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Gesundheit
14.07.2011
Von:

Werte Fr. Schroedter, neben meiner Mail an Ihr Büro mit erg. Fragen möchte ich Sie doch als Pädagogin fragen , ob Sie Ihre Antwort ernst meinen:

"Was die Wirksamkeit der Homöopathie im Allgemeinen betrifft, gibt es bisher keinen wissenschaftlichen Nachweis zur Nicht-Wirksamkeit dieser alternativen Heilmethode. Dennoch ist auch das Gegenteil, also die Wirksamkeit, bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht eindeutig bewiesen"

Das bedeutet also: Ich halte mir einen blauen Kieselstein an die Stirn und meine Kopfschmerzen sind weg. Damit habe ich die Kieselstein-Migräne-Therapie erfunden und kann losziehen und Geld verdienen (es wird sicher ausreichend Leichtgläubige geben, die mir den Kram abkaufen, muss man halt wissenschaftlich verbrämen.. "quantenmechanische Wirksamkeit des blauen Farbstoffes in Verbindung mit blabla"). Denn nach Ihrer Logik gilt ja: Die Wissenschaft muss bewiesen, das blaue Kieselsteine nicht gegen Kopfschmerzen helfen und solange das nicht bewiesen ist, sind sich die Experten uneinig (weil ich ja Experte für blaue Kieselsteine bin).

Das Sie mir als Nachweis eine brasilianische Tiermedizin-Seite nennen, die Schweizer Untersuchung bei genauem Studium eine reine statistische (!!!) Auswertung auf der Basis von Erinnerungen ist (!!!) - das sollten Sie vielleicht auch besser herausstellen.

Also meine Frage: Vertreten Sie tatsächlich den Standpunkt der Wirksamkeit von nicht-bewiesenen Heilmitteln und deren Lobby trotz nicht erwiesener Wirksamkeit?
Antwort von Elisabeth Schroedter
bisher keineEmpfehlungen
17.07.2011
Elisabeth Schroedter
Sehr geehrter Herr !

Mit der Unterstellung, ich wäre Lobbyistin für eine bestimmte Heilmethode, wenn ich für Wahlfreiheit für Patienten plädiere, entfernen Sie sich von einer sachlichen Argumentation. Inhaltlich hatte ich Ihnen in vorhergehenden Emails bereits ausführlich geantwortet.

Mit freundlichen Grüßen

Elisabeth Schroedter, MdEP
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
16.08.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Schroedter

Im März dieses Jahres wurde der "Euro Plus- Pakt" beschlossen. In diesen wird weiterhin von der "Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit vom Wachstum der Wirtschaft. geschrieben.
Nationale Anstrengungen dazu sollen von der EU Kommission kontrolliert werden. Die jeweiligen nationalen Wettbewerbs Schritte sollen unter ständiger Kontrolle der EU Kommission stehen .Hinzu sollen Haushaltspläne der nationalen Parlamente einer Genehmigung der Kommission unterliegen.
Heute vereinbarten Herr Sarkozy und Frau Merkel sich stark zu machen für eine einheitliche EU Wirtschafsregierung Die soziale Lage verschärft sich immer mehr.

Welche Schritte sind Ihrer Meinung nach nötig um die Situation wieder zu Stabilisieren?
Hebelt eine einheitliche EU Wirtschaftregierung nicht die Rechte des Bundestages und die des EU Parlamentes aus und die Verfassung auch?

Mit freundlichen Grüssen

Antwort von Elisabeth Schroedter
1Empfehlung
06.09.2011
Elisabeth Schroedter
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage zur Eurokrise.

Die Versuche die Eurozonen-Krise zu lösen, beschränken sich bisher hauptsächlich auf Maßnahmen, die zu spät und vor allem nicht weitreichend genug waren. Unter nationalstaatlicher Regie wurden verschiedene Lösungsrezepte vorgestellt, wie z.B. der Vorschlag von Kanzlerin Merkel und Präsident Sarkozy, mit zweijährlichen Gipfeln eine Wirtschaftskoordination zwischen den Mitgliedsstaaten zu erreichen. Eine solche sporadische Kooperation kann jedoch nicht demokratisch legitimierte Entscheidungen europäischer Institutionen ersetzen. Zudem konnten diese zwischen Mitgliedsstaaten vereinbarten Maßnahmen weder die Märkte noch die Bürgerinnen und Bürger beruhigen, wie vor allem die Reaktion der Märkte auf das letzte Rettungspaket für Griechenland verdeutlicht hat. Deswegen sind jetzt effektive wirtschaftspolitische Entscheidungen notwendig, um die Krise in den Griff zu bekommen. Für uns Grüne bedeutet dies: Die Mitgliedsstaaten müssen durch eine Europäische Wirtschaftsunion in der Wirtschaftspolitik enger zusammenarbeiten.

Diese Wirtschaftsunion braucht ein Europäisches Finanzministerium, um sicherzustellen, dass solche Mitgliedsstaaten, die finanzielle Hilfen der Eurozonen-Gemeinde annehmen, dauerhaft ihre Haushaltsdefizite abbauen. Ein starkes Kontrollrecht des Europaparlaments gegenüber einem Europäischen Finanzminister, würde die demokratische Legitimität dieser neuen Institution sicherstellen. Daneben bliebe die Rolle der nationalen Parlamente gewahrt. Seit dem Lissabonvertrag haben die Bundestagsabgeordneten in europäischen Gesetzgebungs- und Regulierungsfragen eine hohe Verantwortung, ihrerseits die Bundesregierung im Europäischen Rat zu kontrollieren und zu begleiten und auch zu beauftragen. Der Lissabon-Vertrag sieht für die nationalen Parlamente ein "Rote-Karte-Verfahren" vor, falls europäische Gesetzesverfahren weiter, als in der EU vereinbart wurde, in nationale Kompetenzen "hineinregieren" sollten. Insofern bliebe das Haushaltsrecht des Bundestages gewahrt.
Gleichermaßen sind Eurobonds zur Finanzierung aller Euroländer das richtige Mittel, denn sie ermöglichen allen eine günstigere Finanzierung ihrer Schulden. Ein Mitspracherecht der Parlamente könnte die diesbezüglichen Entscheidungen zusätzlich demokratisch legitimieren. Auch der Europäische Rettungsschirm EFSF braucht mehr demokratische Kontrolle, beispielweise durch ein Mitentscheidungsrecht des Europaparlaments bei der Kreditvergabe. Eine verbesserte Steuerkooperation festigt das finanzielle Fundament der Europäischen Wirtschaftsunion, indem es die Erosion der nationalen Steuereinnahmen verhindert.

Damit die wirtschaftlich angeschlagenen Mitgliedsstaaten wieder auf die Beine kommen und der Dreifachkrise aus Finanzkrise, Sozial- und Gerechtigkeitskrise und der Klimakrise begegnet werden kann, fordern wir Grüne außerdem umfassende Finanz-, Wirtschafts-, und Sozialreformen, einen Green New Deal. In Zukunftssektoren wie erneuerbaren Energien oder dem Bildungsbereich darf auch in der Krise nicht gespart werden. Wie hart die sozialen Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise sind, zeigt die hohe Jugendarbeitslosigkeit in manchen EU-Ländern. Die Schere zwischen arm und reich wird immer größer und grade viele junge Menschen sind ohne berufliche Perspektive. Besonders wichtig ist es daher Arbeitsplätze zu schaffen. Vor allem im Bereich erneuerbarer Energien und der Energiewende könnten viele neue grüne Jobs entstehen, wenn die entsprechenden Rahmenbedingungen dafür geschaffen würden. Hier finden Sie meinen Bericht zum Thema Grüne Arbeitsplätze, den ich im Auftrag des Sozial- und Beschäftigungsausschusses verfasst habe: www.europarl.europa.eu

Weitere Informationen können Sie den Positionspapieren der Fraktion Grüne/EFA im Europäischen Parlament entnehmen, die Sie unter www.greens-efa.eu abrufen können.

Auf der Zweiten Grünen Europäischen Sommeruniversität vom 8. - 11. September 2011 in der Viadrina in Frankfurt/Oder und Slubice werden wir die von Ihnen gestellten Fragen weiter intensiv diskutieren. Am Samstag, den 10.9. steht der von mir vorbereitete Workshop zu Green Jobs auf dem Programm. Für das Solarcluster Frankfurt/Oder ist das ein wichtiges Thema. Mehr Information dazu finden Sie auf meiner Homepage unter www.elisabeth-schroedter.de

Mit freundlichen Grüßen,
Elisabeth Schroedter, MdEP
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Elisabeth Schroedter
  • Wurde Ihre Frage bereits gestellt?
    Durchsuchen Sie alle Fragen und Antworten in diesem Profil nach einem Stichwort:
  • Ihre Frage wurde bisher nicht gestellt?
    Geben Sie bitte hier Ihre Kontaktdaten und Ihre Frage ein:
  •  

    Die Angabe Ihres vollständigen Namens ist verpflichtend.
    Der Name wird verschlüsselt und ist nicht über Suchmaschinen auffindbar.

  •  

    Die Angabe Ihres vollständigen Namens ist verpflichtend.
    Der Name wird verschlüsselt und ist nicht über Suchmaschinen auffindbar.

  •  
    An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen

    Die Angabe einer gültigen E-Mail-Adresse ist verpflichtend.
    Dies ist notwendig, um Sie über eine Antwort des Abgeordneten zu informieren oder bei Rückfragen kontaktieren zu können. Ihre E-Mail-Adresse wird weder an den Abgeordneten noch an Dritte weitergegeben.

  •  

    Diese Angabe ist verpflichtend.
    Sie wird nicht veröffentlicht, aber an den Abgeordneten weitergegeben.

  •  

    Diese Angabe ist optional.
    Sie wird nicht veröffentlicht und nur zur internen Verwendung bzw. für evtl. Rückfragen benötigt.

  • noch 2000 Zeichen

  • Folgende Felder wurden nicht ausgefüllt oder weisen Fehler auf:
    Vorname, Nachname, E-Mail-Adresse und Wohnort

  • Ich erkläre mich mit der Veröffentlichung meiner Frage auf abgeordnetenwatch.de und mit der dauerhaften Archivierung im digitalen Wählergedächtnis einverstanden.
    Die Freischaltung von Fragen kann je nach Nutzeraufkommen u.U. einige Stunden dauern, da alle eingehenden Fragen von einem Moderatorenteam überprüft werden.
    Ich habe den Moderations-Codex gelesen und sichergestellt, dass meine Frage nicht gegen diesen verstößt. Moderations-Codex aufrufen
    Falls meine Frage nicht freigeschaltet werden kann, werde ich darüber von einem Moderator informiert.
    Aus Gründen der Rechtssicherheit wird Ihre IP-Adresse gespeichert, aber nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.