Eckhardt Rehberg (CDU)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Eckhardt Rehberg
© DBT/Fotostudio Katerina Sternberg
Jahrgang
1954
Berufliche Qualifikation
Dipl .-Ing. für Informatik, Facharbeiter für Datenverarbeitung
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestags
Wahlkreis
Rostock
Landeslistenplatz
2, Mecklenburg-Vorpommern
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(...) Es ist etwas völlig anderes, ob man wie in China , abweichende Meinungesäußerungen sperrt oder wie hier, Straftaten infolge grober Menschenrechtsverletzungen - das verschaffen von Kinderpornografie - verhindert. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Eckhardt Rehberg
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
27.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Rehberg,

mit Interesse habe ich Ihre Antwort auf die Frage von Herrn Diez bezüglich der Internet-Zensur gelesen. Als Informatik-Student und Anhänger des Grundgesetzes bin ich an einigen Stellen ins Stutzen geraten.

"Schon jetzt möchte ich aber darauf verweisen, dass es sich nicht um Zensurmaßnahmen handelt, sondern um die Verhinderung von Straftaten!!!" Ihr Satz impliziert doch, dass Sie planen, vermeintliche Straftaten durch Zensur zu verhindern.

Als Informatiker sollten Sie doch ebenfalls folgende grundlegenden Probleme sehen:
  • DNS-Sperren sind auch von technisch unversierten Personen mit wenig Aufwand dauerhaft zu umgehen. Ich surfe z.B. über einen schnellen US-amerikanischen DNS-Server. Bestimmt finden und befolgen KiPo-Konsumenten entsprechende Anleitungen.
  • Die Behörden werden bestehende Instrumente (z.B. automatisierte KFZ Kennzeichen Überwachung) in absehbarer Zeit auch für "Kavaliersdelike" (in meinem Beispiel: fehlender Versicherungsschutz) einsetzen.
  • In anderen Ländern werden bereits Sperrlisten eingesetzt. Auf der australischen Liste - die ebenfalls ohne richterliche Aufsicht erstellt wird und durch ein Leck an die Öffentlichkeit gelangte - finden sich nicht nur kinderpornographische Einträge. Es wurden auch die Webseiten von Zensurkritikern, Spieleseiten, die Homepage eines Zahnarztes, etc. gesperrt. (siehe www.wikileaks.de sowie die Liste unter www.wikileaks.de
  • Der "automatisierte Strafverfolgung" mit umgekehrter Beweislast fallen nur unkundige Nutzer zum Opfer. Wer sich mit dem Thema Internetkriminalität beschäftigt, erkennt, dass so viele Nutzer unbedarft auf irgendwelche Links klicken.

Ich bitte Sie um Ihre Meinung zu diesen Punkten.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Eckhardt Rehberg
bisher keineEmpfehlungen
23.06.2009
Eckhardt Rehberg
Sehr geehrter Herr ,

ich danke Ihnen ganz herzlich für Ihre Anfrage.

Zum Punkt 1 möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass es sich nicht um Zensurmaßnahmen handelt. Wer von Zensur spricht, zeigt, dass er sich der Schwere der zu bekämpfenden Verbrechen nicht bewusst ist.

Bezüglich der Umgehung der Sperren gebe ich Ihnen Recht, dass dies möglich ist. Dass Sie deshalb aber auf die Maßnahmen ganz verzichten wollen, zeugt von wenig Verantwortungsbewusstsein. Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein. Wir dürfen im Kampf gegen den Missbrauch von Kindern nicht leichtfertig auf Bekämpfungsinstrumente verzichten.

Darüber hinaus bestehen keinerlei Anhaltspunkte, dass die bestehenden Instrumente zur Verfolgung von Kavaliersdelikten eingesetzt werden könnten.

Bezüglich Ihres zuletzt angesprochenen Punktes möchte ich darauf hinweisen, dass sich jeder Nutzer im Rahmen eines einstweiligen Rechtsschutzes wehren kann.

Mit freundlichen Grüßen


Eckhardt Rehberg
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
01.06.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Rehberg ,
unterstützen Sie den Wiederaufbau der Eisenbahn nach Prerow ?
Warum wird es keine direkte Schienenverbindung von Schwerin nach Lübeck geben ?

Mit freundlichen Grüssen
Antwort von Eckhardt Rehberg
1Empfehlung
30.06.2009
Eckhardt Rehberg
Sehr geehrter Herr ,

ich danke Ihnen für Ihre Fragen zur Schienenanbindung in Mecklenburg-Vorpommern, auf die ich wie folgt antworten möchte.

Ich unterstütze den Wiederaufbau der Eisenbahnverbindung nach Prerow.

Darüber hinaus bin ich persönlich auch für eine direkte Schienenverbindung zwischen Schwerin und Lübeck. Das Land muss hier seine Hausaufgaben machen, hat aber nach meiner Kenntnis bisher noch keine Aktivitäten entfaltet.

Mit freundlichen Grüßen


Eckhardt Rehberg
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
17.06.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Rehberg,

Die ePetition gegen Netzsperren war die bisher erfolgreichste Petition in der Geschichte der BRD, sie fand 134.014 Mitzeichner.
Meine Frage: Welche Konsequenzen ziehen Sie als Abgeordneter aus dieser bisher wohl beispiellosen Meinungsäußerung Ihrer (potentiellen) Wähler?

mfg J.
Antwort von Eckhardt Rehberg
bisher keineEmpfehlungen
23.06.2009
Eckhardt Rehberg
Sehr geehrter Herr ,

ich danke Ihnen ganz herzlich für Ihre Anfrage.

In der vergangenen Woche hat der Gesetzesentwurf erfolgreich den Bundestag passiert.

Ich habe ihm zugestimmt, denn Kinderpornografie ist eines der abscheulichsten aller vorstellbaren Verbrechen.

In den letzten Wochen wurde von den Gegnern der Internetsperre häufig eingewandt, dass die Sperre umgangen werden kann. Das stimmt, darf aber nicht bedeuten, dass wir auf Maßnahmen ganz verzichten Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein. Wir dürfen im Kampf gegen den Missbrauch von Kindern nicht leichtfertig auf Bekämpfungsinstrumente verzichten.

Andere Länder wie Norwegen, Dänemark, Schweiz usw. haben diesen Weg bereits erfolgreich beschritten.

Ich weiß, dass die Sperre nicht allein ausreicht, um der Kinderpornografie wirkungsvoll zu begegnen. Das darf jedoch nicht als Vorwand dienen, nichts zu tun.
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
23.06.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Rehberg,

obwohl ich als Unterzeichner der "ePetition gegen Netzsperren" grundsätzlich gegen den Aufbau einer Sperrinfrastruktur in Deutschland bin, schätze ich Ihr Engagement und Ihre guten Absichten im Kampf gegen die Kinderpornographie.

In Ihrer Antwort auf die Frage von Herrn Dietz, unterscheiden Sie hinsichtlich der Netzsperren auf Grund der rechtlichen Grundlage eindeutig zwischen Kinderpornographie und anderen Delikten (wie von Ihnen aufgeführt u.a. Volksverhetzung). Ihre Argumentation: Durch die Netzsperren werden Nutzer davor geschützt sich unbeabsichtigt oder beabsichtigt durch den reinen Abruf der Informationen strafbar zu machen, was die Kinderpornographie von anderen Delikten unterscheide. Dies Argumentation finde ich sehr aufschlussreich und nachvollziehbar.

In Ihrer Antwort auf die Frage von Herrn Stiffel kommentieren Sie weiterhin zum Thema, es gäbe "keinerlei Anhaltspunkte, dass die bestehenden Instrumente zur Verfolgung von Kavaliersdelikten eingesetzt werden könnten". Auch diese Aussage begrüße ich grundsätzlich außerordentlich. Würden Sie jedoch bitte zur allgemeinen Klarheit konkret erläutern, in welchen weiteren Fällen es zu einem nicht mehr als "Kavaliersdelikt" geltenden Straftatbestand durch reines Abrufen von Informationen kommen kann?

Lässt sich aus Ihren bereits genannten Kernargumenten für das "Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetzen" (Zugangserschwerungsgesetz – ZugErschwG) sowie der sehr eindeutig gewählten Bezeichnung für das Gesetzes ableiten, dass Sie mit Ihrem Wort für eine Einhaltung der aufgestellten Richtlinien eintreten?

Welche Position werden Sie beziehen, sollten innerhalb der Testphase des ZugErschwG aus Reihen der CDU ernstzunehmende Bestrebungen zur Erweiterung der Einsatzgebiete der Sperrinfrastruktur geäußert werden?

Viele Grüße,
Antwort von Eckhardt Rehberg
bisher keineEmpfehlungen
09.07.2009
Eckhardt Rehberg
Sehr geehrter Herr ,

ich danke Ihnen ganz herzlich für Ihre Fragen zum Gesetz zur Bekämpfung von Kinderpornografie im Internet.

Es wurde eindeutig klargestellt, dass Sperrseiten auf Kinderpornografische Seiten beschränkt bleiben.

Es ist vorgesehen, dass nach zwei Jahren eine Evaluierung durch die Bundesregierung stattfinden wird. Ein Jahr später wird das Gesetz auf Grund der gewonnenen Erfahrungen optimiert werden. Ich denke, dass insgesamt durch die massiven Nachbesserungen durch die Union ein ausgewogenes Gesetz entstanden ist. Sollte dies nicht der Fall sein, wird es einer entsprechenden Evaluierung in 2 Jahren auch nicht Stand halten.

Mit freundlichen Grüßen


Eckhardt Rehberg
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
24.06.2009
Von:

Zum Thema Internetblockade schreiben Sie hier bei Abgeordnetenwatch am 23.06.2009

Zitat: Andere Länder wie Norwegen, Dänemark, Schweiz usw. haben diesen Weg bereits erfolgreich beschritten. Zitat Ende

Meine Frage: Warum fehlt die größte Netzsperrer und Internetzensor Volksrepublik China in ihrer Aufzählung?

Währe für sie die Chinesische Internetzensur ein guter Wegweiser, wie dieses hier in Deutschland ebenfalls realisiert werden sollte?
Antwort von Eckhardt Rehberg
bisher keineEmpfehlungen
09.07.2009
Eckhardt Rehberg
Sehr geehrter Herr ,

ich kann nicht nachvollziehen, wie Sie ernsthaft die Sperrung kinderpornografischer Seiten , die nur dann erfolgt, wenn das Löschen nicht möglich ist, mit den flächendeckenden Sperrungen der chinesischen Behörden vergleichen können. Es ist etwas völlig anderes, ob man wie in China , abweichende Meinungesäußerungen sperrt oder wie hier, Straftaten infolge grober Menschenrechtsverletzungen - das verschaffen von Kinderpornografie - verhindert.

Mit freundlichen Grüßen

Eckhardt Rehberg
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