Eckart von Klaeden (CDU)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Eckart von Klaeden
Jahrgang
1965
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwalt
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Hildesheim
Landeslistenplatz
2, Niedersachsen
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(...) Völkerrechtlich gehört das Gebiet in und um Berg-Karabach nach Ansicht der Bundesregierung weiterhin zur Republik Aserbaidschan. Auch ich teile diese Meinung. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Eckart von Klaeden
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
04.06.2009
Von:

Guten Tag Herr v. Klaeden,

mich bewegt sein einiger Zeit die Frage, wer welchen Vorteil dabei hat, dass das Deutsche Volk noch immer keinen Friedensvertrag hat.

Bitte beantowrten Sie mir diese Frage als Rechtsanwalt.


Ferner frage ich mich, ob, wenn das Grundgesetz überhaupt legitim sein kann, das selbige nicht längst ungültig geworden ist, da so etwas doch, wenn ich recht orientiert bin, laut Haager Landkriegsverordnung, maximal 60 Jahre gelten kann.

Bitte beantworten Sie mir auch, ob das GG eine vom Volk demokratisch anerkannte Rechtsgültigkeit besitzt und ob es diese braucht.

Zu vorletzt stellt sich mir die Frage, ob es imm GG den Passus gab oder gibt , der darauf hinweist, dass das GG nur so lange Gültigkeit hat, bis das Deutsche Volk wiedervereint ist?

Zu guter letzt: Wenn laut GG eine Wiedervereinigung das GG ablöst, was ist dann unsere heutige vom Volk demokratisch und frei gewählte Verfassung? Ich hoffe doch seh, dass es nicht die des Deutschen Reiches ist!

Liebe Grüße
Antwort von Eckart von Klaeden
6Empfehlungen
17.06.2009
Eckart von Klaeden
Sehr geehrter Herr ,

Ihr Schreiben habe ich dankend erhalten. Zu den von Ihnen gestellten Fragen nehme ich - entgegen Ihrem Wunsch jedoch nicht als Rechtsanwalt, sondern als Abgeordneter - wie folgt Stellung:
Der Friede Deutschlands ist mit seinen Nachbarn durch zahlreiche bilaterale Verträge sowie durch die Einbindungen Deutschlands u.a. in die Europäische Union und die NATO gesichert. Damit führt die Tatsache, dass Deutschland keinen Friedensvertrag mit den Kriegsgegnern des Deutschen Reiches geschlossen hat, weder zu irgendeinem Vorteil, noch zu irgendeinem Nachteil.
Im übrigen betrachte ich die Feindstaatenklausel seit dem Beitritt der beiden deutschen Staaten zu den Vereinten Nationen im Jahr 1973, spätestens aber mit der abschließenden Regelung, durch die die Rechte und Verantwortlichkeiten der Vier Mächte in Bezug auf Berlin und Deutschland als Ganzes beendet wurden (sog. Zwei-plus-Vier-Vertrag von 1990), als gegenstandslos. Die Tatsache, dass Deutschland seit seinem Beitritt zu den VN mehrmals dem Sicherheitsrat angehörte und während einer Sitzungsperiode den Präsidenten der Generalversammlung gestellt hat, zeigt deutlich, dass unser Land die vollen Rechte eines gleichberechtigten Staates ausübt.
Die Haager Landkriegsordnung von 1910 regelt die Gesetze und Gebräuche des Landkriegs durch kriegführende Staaten; Regelungen für eine nachfolgende Friedensordnung enthält sie nicht. Infolgedessen kann sich aus der Haager Landkriegsordnung auch nichts über die Geltungsdauer des Grundgesetzes ergeben.
Das Grundgesetz ist im übrigen durch den Parlamentarischen Rat, der seinerseits demokratische Legitimation besessen hat, in Kraft gesetzt worden. Die nachfolgenden Verfassungsänderungen beruhen auf den entsprechenden Beschlüssen des Bundestages und des Bundesrates, die ebenfalls demokratisch legitimiert sind.
Entgegen Ihrer Vermutung löst die Wiedervereinigung das Grundgesetz nicht ab. Art. 146 GG lautet vielmehr: "Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die vom deutschen Volk in freier Entscheidung beschlossen worden ist." Eine derartige neue Verfassung, die das GG ablösen könnte, steht aber ernsthaft nicht einmal zur Diskussion.

Mit freundlichen Grüßen

Eckart von Klaeden MdB
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Frage zum Thema Wirtschaft
14.06.2009
Von:

Sehr geehrter Herr von Klaeden,

Ihre Partei sowie Ihr Koalitionspartner SPD scheuchen während der Wirtschaftskrise unglaublich schnell Gesetze durchs Parlament, die den Banken zu gute kommen. Eine wesentliche Aufgabe einer Bank ist es, mit Geld umgehen zu können. Diese Eigenschaft können die von der Wirtschaftskrise betroffenen Banken offensichtlich nicht innehaben, weil ihnen sonst bekannt gewesen wäre, dass jede Spekulationsblase irgendwann platzt.

Warum unterstützen Sie, Ihre Partei und Ihr Koalitionspartner diese Inkompetenz der Banken und Banker? Die Idee für eine Alternative, die von den Banken "beratenen" Anleger zu entschädigen statt die Banker für ihre Ahnungslosigkeit zu belohnen, kam gar nicht erst auf. Wo bleiben die DIREKT an den Bürger gerichteten Maßnahmen der Bundesregierung? Warum werden Gesetze, die dem Bürger mehr Geld bringen, nicht so schnell "durchgewunken"?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Eckart von Klaeden
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17.07.2009
Eckart von Klaeden
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie vielen Dank für Ihre Fragen, die ich wie folgt beantworte:

Nach den Erschütterungen des internationalen Finanzmarktes war es zwingend und dringend geboten, sowohl international wie national Maßnahmen zur Finanzmarktstabilisierung zu ergreifen. Ungeachtet der Meinungsverschiedenheiten zu Einzelfragen zwischen Regierung und Opposition waren sich alle Fraktionen im Deutschen Bundestag darin einig, eine zügige Lösung herbeiführen zu müssen. Zugleich hat die Verabschiedung der Konjunkturpakete durch Bundestag und Bundesrat gezeigt, dass qualifizierte Beratungen auch bei dringlichen Gesetzesvorhaben möglich sind. Die Funktionsfähigkeit unseres Staates gerade in einer solchen Krise ist allenthalben auf große Anerkennung gestoßen. Deshalb widerspreche ich Ihnen, wenn Sie die beschlossenen Maßnahmen als durch das Parlament "gescheucht" und "durchgewunken" bewerten.

Das Versagen mancher Bankmanager, die diese Krise verursacht haben, deren zivil- und strafrechtliche Folgen noch abzuwarten sind, darf indessen nicht den Blick dafür verstellen, dass Banken für den Geldkreislauf der Wirtschaft unerlässlich sind. Sie sind – bildlich gesprochen – das zentrale Nervensystem einer Volkswirtschaft. Deshalb dürfen die Maßnahmen der Bundesregierung sowie der Regierungen anderer Staaten zugunsten von Banken nicht als solche zugunsten von Bankern missverstanden werden. Entgegen Ihrer Aussage hat eine Belohnung der Banker für deren Ahnungslosigkeit nicht stattgefunden. Vielmehr können Banken unter die "Rettungsschirme" des Bundes nur unter Bedingungen treten, zu denen auch die Begrenzung von Managergehältern gehört.

Zu Ihrem Vorschlag, anstelle der Bankensanierung die beratenen Anleger zu schützen, weise ich zunächst darauf hin, dass die gesetzliche Einlagensicherung Privatpersonen und Personengesellschaften 90 % der Einlagen bis zu einer Höhe von 20.000 € sichert. Außerdem haben viele Kreditinstitute in Deutschland Regelungen getroffen, um die Kundengelder über den gesetzlichen Rahmen hinaus zu sichern. Allerdings ist auch festzustellen, dass sich nicht wenige Anleger auf risikoreiche Anlageformen eingelassen haben.

Soweit Sie nach den direkt den Bürger fördernden Maßnahmen fragen, so verweise ich auf die umfangreichen Konjunkturpakete I und II des Bundes.

Mit freundlichen Grüßen
Eckart von Klaeden MdB
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Frage zum Thema Internationales
15.06.2009
Von:

Sehr geehrter Herr von Klaeden,
Eine Frage an Sie als Außenpolitiker.
Wieso unterstützt Europa einen solchen Antidemokraten wie Herrn Saakaschwili.Im Internet liest man täglich von übelsten Verletzungen der Menschenrechte in Georgien.Seit Monaten wird in Georgien gegen diesen Kriegsverursacher demonstriert
und Europa hält ruhig.
Transitwege für Gaspiplines allein können nicht der Grund sein,da Herr Saakaschwili ein absolut unsicherer Kantonist ist.
Antwort von Eckart von Klaeden
6Empfehlungen
09.07.2009
Eckart von Klaeden
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage zur innenpolitischen Lage in Georgien. Präsident Saakaschwili ist vom georgischen Volk frei gewählt worden. Wir unterhalten zu ihm - wie zu jedem anderen Regierungschef - gute diplomatische Beziehungen. Um einen besseren Überblick über die Geschehnisse in Georgien zu erhalten, empfehle ich, eine größere Auswahl an Zeitungen und Rundfunksendern zu treffen. Es gibt Staaten, die jede Gelegenheit wahrnehmen, um Präsident Saakaschwili durch ihre staatlich kontrollierten Medien zu diffamieren. Dem sollten wir uns nicht anschließen.

Mit freundlichen Grüßen

Eckart von Klaeden
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
17.06.2009
Von:
-

Geehrter Herr von Klaeden,

Können Sie mir erklären, warum ein Berliner Polizeibeamter mittlerweile bis zu 400 Euro weniger verdient als andere Polizeibeamte in anderen Bundesländern.
In der Hauptstadt Deutschland werden die niedrigsten Beamtenbezüge für Polizisten gezahlt. Seit 5 Jahren keine Gehaltserhöhung, das Urlaubsgeld komplett gestrichen, das Weihnachtsgeld extrem gekürzt. Die Arbeitszeit heraufgesetzt.
Die Arbeitsbedingungen deutlich verschlechtert! Die Schichtzulagen für Nacht und Sonn-und Feiertagsarbeit sind ein "Witz". Die Gewalt gegenüber den Polizisten wird immer offener uns gegenüber entgegengebracht.
Immer mehr Polizisten erkranken an Psychosomatischen Erkrankungen, immer mehr Mobbingfälle, die von der Berliner Polizeiführung klein geredet und unter den Teppich gekehrt werden.

Ist das der Dank des demokratischen Rechtstaates, für die, die ihren Kopf und ihre Gesundheit herhalten!!!

Wie sagte Herr Wowereit, "arm aber sexy".
Ich sage "arm und privatversichert".

Auch wenn sie kein Berliner Politiker sind wende ich mich an Sie, weil der Berliner Senat dafür kein offenes Ohr hat. Ich möchte nicht nur verständnissvolle Worte hören, dafür kann ich mir nichts kaufen.
Alle 15 anderen Bundesländer haben die letzte Tarifvereinbahrung übernommen, nur Berlin nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Herr K.
Antwort von Eckart von Klaeden
2Empfehlungen
03.07.2009
Eckart von Klaeden
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Frage, ob ich Ihnen erklären könne, "warum ein Berliner Polizeibeamter mittlerweile bis zu 400 € weniger verdient als andere Polizeibeamte in anderen Bundesländern", muss ich verneinen. Für die Besoldung der Landesbeamten sind ausschließlich die Länder zuständig. Die Besoldung wird durch den Landesgesetzgeber per Gesetz festgesetzt. Zwar ist es üblich, aber nicht zwingend, dass die Ergebnisse aus den Tarifvertragsverhandlungen für die Angestellten des öffentlichen Dienstes auf die Beamtenbesoldungen übertragen werden. Eine authentische Antwort auf Ihre Frage können Sie aber nur vom Land Berlin erhalten.

Mit freundlichen Grüßen
Eckart von Klaeden MdB
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Frage zum Thema Internationales
05.07.2009
Von:

Sehr geehrter Herr von Klaeden,

In einem kürzlich veröffentlichten Interview ( www.spiegel.de ) behaupten Sie, Afghanistan würde unweigerlich in die Händer der Taliban fallen, wenn die NATO abzöge. Eine solche Behauptung ist einerseits überraschend, denn uns wird ja immer wieder gesagt, dass unser Einsatz "den Afghanen" helfe -- wenn die Afghanen so überwältigend gegen die Taliban wären, bestünde ja nicht die Gefahr, dass sie an die Macht kämen. Doch Sie kennen sicher die Umfragen, die besagen, dass die Mehrheit der Afghanen für einen Abzug der NATO sind (vgl. www.spiegel.de ), d.h. dass es offenbar wenig Unterstützung für die von uns gestützte Karzai-Regierung gibt.

Meine Frage: Ist es moralisch und politisch vertretbar (und vom Grundgesetz erlaubt), dass wir uns in die inneren Konflikte eines fernen Landes einmischen und dort gewaltsam eine prowestliche Gruppierung unterstützen, die offensichtlich nicht die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich hat?

Eine zweite Frage zu demselben Interview: Sie behaupten dort: "Die islamischen Extremisten bekämpfen uns nicht für das, was wir tun, sondern für das, was wir sind." Das haben Sie von George W. Bush übernommen, aber worauf gründet sich diese Vermutung? Al-Qaida hat immer wieder betont, dass die Amerikaner und ihre Verbündeten dafür bekämpft werden, dass sie (seit dem Krieg 1991) die heiligen Stätten des Islam besudeln und dass sie durch die Angriffe auf Irak und Afghanistan die muslimische Welt beherrschen wollen. Jeder, der Aljazeera.com liest, weiß, wie verhasst die Amerikaner in weiten Teilen der arabischen (und weiteren muslimischen) Welt durch ihre Kriege von 1991, 2001 und 2003 geworden sind, und zum Teil ist. Bin Laden deshalb leider immer noch populär.

All dies wissen auch Sie, aber warum behaupten Sie weiterhin, dass islamische Extremisten uns dafür bekämpfen, was wir sind?

Besten Dank,
Ihr
Prof. Dr.

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