Dr. Wolfgang Heubisch (FDP)
Kandidat Landtagswahl Bayern 2008
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Dr. Wolfgang Heubisch
Jahrgang
1946
Berufliche Qualifikation
Zahnarzt, Diplom-Kaufmann
Ausgeübte Tätigkeit
Zahnarzt in eigener Praxis, Präsident des Verbandes Freier Berufe in Bayern
Wohnort
-
Stimmkreis
München-Schwabing
Landeslistenplatz
5, Oberbayern
(...) Der Flughafen München ist ein wichtiger Wirtschafts- und Standortfaktor, an ihm hängen viele Arbeitsplätze in Bayern und wir sind sicherlich gut beraten, wenn wir mit diesem Thema umsichtig umgehen. Den Ausbau inklusive einer dritten Startbahn halte ich vor dem Hintergrund der mir vorliegenden Informationen für sinnvoll. Gleichzeitig werde ich mich dafür einsetzen, dass die daraus resultierenden Probleme und Beeinträchtigungen möglichst fair geregelt werden. (...)
 
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Frage zum Thema Arbeit
04.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Heubisch,

seit Jahren nehme ich in Kauf, dass ich weniger Geld verdiene, als mit meiner Ausbildung möglich, weil einfach keine Arbeitsplätze für diplomierte Biologen in der Wirtschaft vorgesehen sind. Und das, obwohl Biologen eine umfassende Ausbildung erhalten und sowohl in der Medizin als auch in der Forschung und anderen Bereichen einsetzbar sind.
Ich habe bislang nur Zeitverträge bekommen, nun steht wieder ein Ende und damit Wechsel in der Arbeit an, diesmal trifft es mich besonders hart. Selbst wenn ich an anderer Stelle dieselbe (TV-L) Stelle erhalte, sind das brutto 354 Euro weniger als jetzt, netto wahrscheinlich knapp 200 Euro, und das bei steigender Inflation, höheren Preisen bei Miete, Lebensmittel und Kraftstoff. Was den wenigsten jungen Menschen bewusst ist: die Höhe der Rentenpunkte errechnet sich aus dem Bruttoverdienst, wie soll man mit diesen Strukturen a) selbst ein einigermaßen akzeptables Rentenkonto aufbauen und b) wie soll man privat eine Versorgungslücke schließen? Wohin führt eine solche Bezahlungsstruktur Ihrer Meinung nach? Könnte ich damit rechnen, durch Ihr Programm (Bündnis für mehr netto) tatsächlich um 200 Euro mehr in der Tasche zu haben als mit anderen Parteien?

Mit besten Grüßen
Antwort von Dr. Wolfgang Heubisch
8Empfehlungen
05.09.2008
Dr. Wolfgang Heubisch
Sehr geehrte Frau ,

Sie sprechen mit Ihrem Problem genau einen Punkt an, der uns Liberalen besonders wichtig ist. Wir wollen mehr soziale Fairness. Und dies bedeutet eben auch, dass Menschen, die arbeiten, von ihrem hart verdienten Geld genug übrig bleibt.

Ob dies in Ihrem konkreten Fall nach dem FDP Steuermodell so wäre, kann ich nur vermuten, aber nicht mit Bestimmtheit sagen. Aber prüfen Sie es doch selbst. Der Mit-Initiator des Bündnis für MEHR NETTO (www. buendnis-fuer-mehr-netto.de), Dr. Hermann Ottp Solms, hat auf seiner Website einen Online-Rechner installiert, mit dessen Hilfe Sie selbst errechnen können, wieviel Ihnen von Ihrem Gehalt übrig bleiben würde.


Das zweite wichtige Thema, das Sie implizit ansprechen, ist die dringend notwendige Liberalisierung des Arbeitsmarktes. Hier führte und führt die aktuelle Gesetzeslage unter anderem zu einer deutlichen Zunahme von befristeten Arbeitsverhältnissen und Anstellungen über Zeitarbeitsfirmen. Aus Sicht der Unternehmen ist dieses Verhalten nachvollziehbar, weil diese sich so ihre Flexibilität hinsichtlich schwankender Auftragslagen sichern. Für die Arbeitnehmer heisst das aber immer öfter: Anstellung bei Zeitarbeitsfirmen zu vergleichsweise geringen Löhnen. Oder auch zu häufigen Arbeitgeberwechsel, weil befristete Arbeitsverträge nicht beliebig verlängert werden können und die Unternehmen deshalb gezwungen sind neue Verträge mit neuen Mitarbeitern abzuschliessen.

Besser wäre hier eine deutliche Deregulierung des Arbeitsmarktes, eine kluge, wirklichkeitsnahe Regelung z. B. des Kündigungsschutzes, die nicht zu für die Arbeitnehmer schädlichen Ausweichreaktionen führt. Für eine solche Politik ist jedoch wirtschaftlicher Sachverstand gepaart mit sozialer Verantwortung gefragt. Eine Kombination, die ich zur Zeit weder bei der CSU in München noch bei der großen Koalition in Berlin erkennen kann.

Auch das ist ein Grund für meine Kandidatur.

Ihnen alles Gute!

Ihr

Dr. Wolfgang Heubisch
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Frage zum Thema Kultur und Medien
07.09.2008
Von:

Welches Gewicht für gleiche Chancen bei Wahlen (auf allen Ebenen) messen Sie den Medien zu und wie beurteilen Sie in diesem Zusammenhang die tendenziösen Einflussversuche der Landes-, Lokal- und Regional-Redaktionen der Süddeutschen Zeitung?
Antwort von Dr. Wolfgang Heubisch
5Empfehlungen
10.09.2008
Dr. Wolfgang Heubisch
Sehr geehrter Herr ,

in einer Mediengesellschaft wie der unseren ist die Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch die Presse ein wichtiges Moment. Insofern verfügen die Medien über sehr viel politische Macht, die sie so oder so nutzen können.

Für uns Liberale ist die Meinungs- und Pressefreiheit ein hohes Gut und ein wesentlicher Beitrag zur Demokratie. Deshalb liegt es mir fern, einzelnen Redakteuren oder Medien vorzuschreiben, wie sie zu berichten haben. Über eine intensivere und objektivere Auseinandersetzung mit den Zielen und Menschen in der FDP würde ich mich bei dem ein oder anderen Medium aber tatsächlich sehr freuen.

Beste Grüße

Ihr
Dr. Wolfgang Heubisch
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Frage zum Thema Finanzen
12.09.2008
Von:

Über 5000 Jahre lang haben alle Staaten eine Steuer von bis zur 10% erhoben, nun sind es je nach Berechnung zwischen 53% und 81%, welche Marke peilen Sie an?
Antwort von Dr. Wolfgang Heubisch
4Empfehlungen
14.09.2008
Dr. Wolfgang Heubisch
Sehr geehrter Herr ,

Sie sprechen den berühmten "Zehnten" an, der über Jahrhunderte "des Königs" war. Leider sind diese Zeiten lange vorbei. Sie würden wahrscheinlich – wie ich auch – liebend gerne diesen "Zehnten"persönlich auf Knien robbend zum Finanzamt tragen, wenn es dann damit gut wäre, oder?

Im Einvernehmen mit vielen renommierten Volkswirtschaftlern erachte ich eine Staatsquote von rund 33% für erstrebenswert und sinnvoll. Im Angesicht von aktuell deutlich über 50% Staatsquote bedeutet dies natürlich einen großen Kraftakt, der nicht so ohne weiteres zu meistern sein wird. Aber wir Liberale werden jede Stimme und damit jedes Prozent politischer Macht dazu nutzen, diesem Ziel näher zu kommen.

Mit besten Grüßen

Ihr

Dr. Wolfgang Heubisch
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Frage zum Thema Wirtschaft
14.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Heubisch,

Ich habe mein Studium der Geisteswissenschaften (Deutsch als Fremdsprache, Amerikanische Kulturgeschichte & Kunstgeschichte) mit einem Magister an der LMU 1992 beendet, arbeite aber seit Jahren nicht mehr als Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache, sondern als Projektmanagerin bei einer großen Münchner IT-Firma.

Auf Grund meines langjährigen Auslandsaufenthalts und meines Lebensweges weise ich eine große Palette von Soft Skills auf. In der deutschen Wirtschaft haben diese jedoch erfahrungsgemäß einen recht geringen Wert, vielmehr wird mein Studium der Geisteswissenschaften als Argument verwendet, um eine berufliche Weiterentwicklung zu erschweren.

Wie sehen Sie den deutschen/bayrischen Arbeitsmarkt, wie muss er sich aus Ihrer Sicht verändern, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit weiterhin zu erhalten und was sind Ihre konkreten Handlungen?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Wolfgang Heubisch
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16.09.2008
Dr. Wolfgang Heubisch
Sehr geehrte Frau ,

das Thema "Internationalisierung" halte ich im Sinne des Wirtschaftsstandorts Bayern für sehr wichtig. Hier sehe ich auch seitens der Staatsregierung im Sinne einer Öffnung für ausländische Arbeitnehmer Nachholbedarf.

Wir brauchen ein weltoffenes, tolerantes Klima hier in Bayern, das ausländische Spitzenkräfte nicht nur wirtschaftlich anzieht. Ein solches Klima würde auch deutschen "Heimkehrern" nutzen, weil ihr Mehrwert an internationaler Erfahrung deutlicher zum Tragen käme.

Ihnen persönlich wünsche ich jeden Erfolg und hoffe, dass Ihre Skills dann doch noch den richtigen "Abnehmer" finden.

Herzliche Grüße

Ihr

Dr. Wolfgang Heubisch
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Frage zum Thema Soziales
15.09.2008
Von:

Lieber Herr Dr. Heubisch,

auf die Einführung eines Semestertickets für Studenten angesprochen, antworten Sie am 29.08.2008:

"als Münchner und Schwabinger weiß ich wie teuer das Leben hier ist. Deshalb bin für das Semesterticket. Auch wenn dies kein direktes Landesthema ist, fühle ich mich als Direktkandidat in München-Schwabing schon direkt angesprochen."

Ein paar Tage vorher haben Sie auf die Frage nach Studiengebühren geantwortet, daß Sie diese für verantwortbar, sinnvoll und richtig halten. Studiengebühren (500 Euro im Semester/83 Euro im Monat) kosten die Studenten aber etwa doppelt so viel wie ein Semesterticket, sind also noch schwerer bezahlbar. Ist das für Sie kein Widerspruch?

Wer soll eigentlich das Semesterticket bezahlen, etwa der Staat oder das Land? Was ist mit der Eigenverantwortung der Studenten?

Sie behaupten (fälschlich), die Staatsquote läge bei 50% (richtig ist: ca. 44%), und fordern im Einklang mit Ihrer Partei eine Staatsquote von 33%. Unser Staat ist (nach Ihrer eigenen Aussage) hochverschuldet, Bildung, Infrastruktur usw. sind chronisch unterfinanziert. Eine Absenkung der Staatsquote um 17 Prozentpunkte (nach Ihrer Lesart) entspräche ca. 420 Milliarden Euro im Jahr, fast die gesamten jährlichen Steuereinnahmen (ca. 510 Milliarden Euro jährlich).

Wen wollen Sie um 420 Milliarden Euro entlasten, und wer soll vom Staat weniger bekommen? Wie stellen Sie sich eine solche gigantische Umstellung im Detail vor? Ist Ihnen bekannt, daß sowohl die sogenannte "private", "kapitalgedeckte" Rentenversicherung als auch die sogenannte "private", "kapitalgedeckte" Krankenversicherung, auf die Sie das staatliche/gesetzliche System umstellen möchten, ca. 10-15% der Beiträge nur für Vertriebsprovisionen, Verwaltung und Aktionärsdividenden verwendet bzw. aus Versichertensicht verschwendet werden?

Mit freundlichen Grüßen,

Ihre
Antwort von Dr. Wolfgang Heubisch
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17.09.2008
Dr. Wolfgang Heubisch
Sehr geehrte Frau ,

herzlichen Dank für Ihre dedizierten Nachfragen.

Das Semesterticket als preiswertes – und von den Studenten zu tragendes – Angebot, den MVV zu benutzen, halte ich ökonomisch und ökologisch für sehr sinnvoll.

Dieses hat aber aus meiner Sicht aber wenig mit den Studiengebühren zu tun, die von den Universitäten nachweislich für ein deutlich verbessertes Studienangebot genutzt werden. Insofern sehe ich da keinen Widerspruch.

Mit der Staatsquote verhält es sich so wie mit fast allen Statistiken. Glaube keiner, die du nicht selbst gefälscht hast. Je nach Berechnungsmodell ergeben sich sehr unterschiedliche Werte. Wir Liberale sind jedoch der Auffassung, dass unser Staat aktuell deutlich zu viele Aufgaben an sich gerissen hat und darüber hinaus sehr verschwenderisch mit unserem Geld umgeht. Das muss sich aus unserer Sicht ändern.
Den Wert von 33% habe ich als "erstrebenswert" bezeichnet und bewusst nicht als absolutes Ziel formuliert. Vertiefend lassen Sie mich ergänzen, dass ein solcher Wert bestenfalls langfristig und wenn überhaupt nur mit großen Anstrengungen verbunden erreichbar sein dürfte.

In der aktuellen politischen Landschaft arbeiten wir an ausreichend politischem Einfluss, der es uns ermöglicht, wenigstens eine Trendwende zu erreichen. Ein Trendwende weg von einem Staat, der Steuersenkungen entlarvender Weise als "Steuergeschenke" bezeichnet. In unserem Verständnis sind Steuern unsere Geldmittel, die wir dem Staat zum Zwecke der Erledigung gemeinschaftlicher Aufgaben überlassen. Wir nehmen uns doch auch nicht die Rosen aus Nachbars Garten, um diese dann seiner Frau zu "schenken".

Genauso ärgerlich ist die Behauptung, der Staat könne leider nicht sparen, weil er das Geld halt brauche und außerdem Schulden tilgen müsse. Seit 2005 freut sich unser Finanzminister über rund 100 Milliarden Euro Mehreinnahmen (!), schafft keinerlei Erleichterung für die breite Masse der Bürger und verschiebt einen (möglichen) Stop von Neuverschuldung (wohl gemerkt: nicht den Beginn von Schuldenrückführung) auf 2011. Ein Meisterwerk staatspolitischer Haushaltsführung!

Wir Liberalen wollen mit unserem Steuerkonzept im ersten Schritt lediglich rund 32 Mrd. Euro den Bürgern über Steuerentlastungen zurückgeben. Das ist weit weg von den von Ihnen kolportierten 420 Mrd. Diese 32 Mrd. sind sauber durchgerechnet und gegenfinanziert. Alles nachlesbar auf www.steuern.fdp.de .

Wenn Sie bei der kapitalgedeckten Rentenversicherung bzw. bei der privaten Krankenversicherung Verwaltungs- und Vertriebskosten anführen und anmerken, dass diese Unternehmen auch einen Gewinn erzielen wollen, so lassen Sie mich anführen, dass jede private Altersvorsorge im Vergleich zu BfA-Rente aktuell deutlich höhere Renditen abwirft und die Mitglieder der privaten Krankenkassen in ganz erheblichen Umfang zu Finanzierung des staatlichen Gesundheitssystems beitragen. Kaum ein Arzt könnte heute ohne einen Mindestanteil am Privatpatienten wirtschaftlich arbeiten. Und bitte berücksichtigen Sie bei Ihrem Vergleich auch die Bürokratiekosten der verwaltenden Ämter und Behörden, die ebenfalls nicht wirklich effizient und preiswert arbeiten. Wenn Sie hierzu noch die immensen Bürokratiekosten hinzuzählen, die der gerade beschlossene Gesundheitsfonds verschlingen wird, wird das von uns favorisierte Modell noch attraktiver.

Beste Grüße

Ihr Dr. Wolfgang Heubisch
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