Dr. Wilhelm Vachenauer (ÖDP)
Kandidat Bundestagswahl 2009
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Grunddaten
Dr. Wilhelm Vachenauer
Geburtstag
-
Berufliche Qualifikation
-
Ausgeübte Tätigkeit
-
Wohnort
-
Wahlkreis
Oberallgäu
Ergebnis
2,0%
Landeslistenplatz
36, Bayern
(...) Lehrer müssen auch für neuere pädagogische Lehrformen offen sein, die den Schüler ein selbstständiges Lernen ermöglichen, damit der Lernerfolg größer wird.
Wichtig wäre es auch, für deutlich kleinere Klassen zu sorgen. Wie ich gehört habe, gibt es auf den Gymnasien in Kempten Klassen mit über 30 Schülern. (...)
Kandidaten-Check
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Frage zum Thema Bürgerrechte, Daten und Verbraucherschutz
15.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Vachenauer,

laut Plakatierungsbescheid der Stadt Kempten (Allgäu) dürfen die zur Bundestagswahl antretenden Parteien ab Sonntag 16. August 2009 die Plakattafeln der Stadt Kempten bekleben und eigene Wahlplakatständer aufstellen.

Seit Donnerstag, dem 13. August sind im gesamten Stadtgebiet CSU-Wahlplakate zu finden.

Können Sie sich erklären, warum die Vertreter der Christ-Sozialen-Union offensichtlich glauben, sich nicht an derartige Vorschriften halten zu müssen?

Mit freundlichen Grüßen

- Kempten
Antwort von Dr. Wilhelm Vachenauer
1Empfehlung
21.08.2009
Sehr geehrter Herr ,

zunächst einmal herzlichen Dank für Ihre Reaktion. Sie haben völlig recht, dass erst am 16. 8.09 mit der Plakatierung begonnen werden durfte. Dass die CSU sich das Recht herausnahm, schon am 13. 8.09 ihre Wahlplakate auszuhängen ist ein klarer Verstoß gegen diese Regelung. Aus meiner Sicht lag der Grund darin: Nachdem Herr Seehofer am 13.8.09 zur Eröffnung der Festwoche nach Kempten kam, hat man bei der CSU die Gelegenheit genutzt, zu "seinen Ehren" schon am diesen Tag mit der Plakatierung zu beginnen, damit er durch eine Plakatallee fahren konnte. Deswegen hat man sich bei der CSU nicht um diese Abmachung geschert. Vielleicht wurden auch deswegen Ausnahmeregelungen geschaffen um diese Aktion zu legitimieren. Leider werden hier die Bestimmung durch die ausgehebelt, die in Bayern das Sagen haben. Es haben sich auch noch andere Parteien darüber aufgeregt. Beschwerden unsererseits interessieren niemand. Ich hoffe aber nur, dass es neben Ihnen noch andere kritische Bürger gibt, denen dieser Verstoß aufgefallen ist. Man kann nur hoffen, dass diese kritschen Menschen am Wahltag die Konsequenzen ziehen.

Hoffentlich konnte ich Sie mit dieser Antwort zufriedenstellen.

Mit freundlichem Gruß

Dr. Wilhelm Vachenauer
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Frage zum Thema Finanzpolitik
23.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Vachenauer,

viele Bürger haben Angst um ihren Arbeitsplatz oder müssen sich mit Teilzeit oder Leiharbeit begnügen ohne Altersversorgung. Dagegen bedienen sich die Banker weiterhin mit millionenschweren Boni. Diese Ungerechtigkeit tut weh. Außerdem muss man bei einer CDU/FDP geführten Regierung damit rechnen, dass diese Richtung weiter so geht. Was kann die ödp dem entgegensetzen?

Mit freundlichen Grüsse
Antwort von Dr. Wilhelm Vachenauer
1Empfehlung
24.08.2009
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage, die mein und das Selbstbewusstsein der ödp berührt. Wir haben dazu eine klare Position, die ich Ihnen näher darstellten möchte. Wir wollen eine "soziale, ökologische und nachhaltige Marktwirtschaft", die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Die Finanzkrise und die darauf folgende Weltwirtschaftskrise haben gezeigt, dass ein Wandel im wirtschaftlichen Denken wichtiger denn je ist. Sie stellen zu Recht fest, dass unsere Bankmanager in der Zeit vor der Krise riesige Gewinne für ihre Unternehmen und für sich selbt, erwirtschaftet haben. Als dann diese Gewinnblase geplatzt ist, hat man die Schulden dem Staat und damit dem Steuerzahler in Milliardenhöhe vor die Füße geworfen. Dazu kam noch, dass viele Arbeitsplätze durch dieses Handeln vernichtet worden sind und viele Sparer auch noch um ihr sauer verdientes Sparguthaben gebracht worden sind. Deswegen sagen wir: reines Gewinnstreben ohne Rücksicht auf Arbeitsplätze und Konsumenten und Zulieferer, ist gescheitert.

Die Manager, die so verantwortungslos gehandelt haben müssen für Ihre Entscheidungen haftbar gemacht werden. Dafür muss der Staat die per Gesetz die Rahmenbedingungen erlassen, da Appelle, wie sie von Herrn von Guttenberg gemacht werden, nichts nützen werden.
Ich geben Ihnen auch recht, dass trotz der Krise fast alles so weitergeht wie bisher. Dies kann und darf nicht so sein. Wir brauchen gerade in der Wirtschaft und in der Politik Menschen, die mit ihren Handeln als Vorbild für die Menschen in diesem Lande sind. Wir finden solche Unternehmer im Mittelstand. Leider sind solche Wirtschaftsführer in den großen Aktiengesellschaften aus meiner Sicht Mangelware. Um dies zu ändern, muss der Staat ein Haftungsprinzip bei grob fahrlässigem Handeln einführen, damit die Manager zu einem anderen Handeln veranlasst werden. Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort gedient zu haben.
Im übrigen möchte ich Sie einmal einladen, auf eine meine Wahlveranstaltungen zu kommen, in der ich diese und andere Gedanken für eine ökologische Politik, die dem Menschen dienen muss, darstellen werde. Den Termin können sie aus dem Allgäuer entnehmen. Voraussichtlich wird sie in der Woche vom 14.9. bis 18.9. 09 im Lenzfrieder Bergcafe stattfinden. Ich würde mich sehr freuen.

Mit freundlichem Gruß
Dr. Willi Vachenauer
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Frage zum Thema Umweltpolitik
24.08.2009
Von:

Was halten Sie von einer stärkeren Besteuerung des Wasserverbrauchs?
Z.B. eine Abwärmeabgabe: Wer Flüsse zur Kühlung von Kraftwerken und industriellen Prozessen nutzt, muss dafür bezahlen.
Antwort von Dr. Wilhelm Vachenauer
3Empfehlungen
25.08.2009
Sehr geehrter Herr ,

wie Sie wissen, sind wir als ödp (Ökologisch demokratische Partei) der Umwelt verpflichtet. Umweltschutz funktioniert nach meiner Erfahrung nicht besonders gut mit Appellen an die Vernunft des Menschen. Alles, was aber den Geldbeutel betrifft und damit finanziell spürbar "weh" tut, funktioniert. Wer die Umwelt belastet, muss dafür finanziell geradestehen, damit hier Entlastungsprozesse stattfinden. Es muss sich also geldmäßig rentieren, ökologische Sparprozesse in Gang zu setzen. Durch eine solche Politik würden technische Innovationen in Gang gesetzt werden und es könnten damit neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Zu diesen Prozessen, die die Umwelt belasten, gehört auch die Entnahme von Flusswasser zur Kühlung von Kern- und Kohlekraftwerken. Im Übrigen plädieren wir u.a. auch für eine Besteuerung des Flugzeugtreibstoffes, um alternativen Reisemöglichkeiten eine Chance zu geben.
Vielleicht konnte ich Ihnen mit dieser Antwort einige Aspekte unserer Umweltpolitik aufgezeigen. Ich möchte die Gelegenheit auch nutzen, Sie am Dienstag, den 15. Sept. ab 19:30 ins Bergcafe nach Lenzfried einzuladen. Hier werde ich mich den interessierten Zuhörern vorstellen und die Ideen der ödp für unser politsches Programm für die Bundestagswahl näher bringen. Dabei haben auch Sie die Gelegenheit, mit mir über verschiedene Sachverhalte der Politik zu diskutieren und ihren Standpunkt einzubrigen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Wilhelm Vachenauer
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Frage zum Thema Umweltpolitik
01.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Wilhelm Vachenauer,

ich verfolge seit 1990 die "bescheidene Entwicklung" Ihrer Partei. Zwischen 0,1 und 2,5% sind in den letzten Jahren die Einzelergebnisse bei Landes- und Bundestagswahlen. Nur auf kommunaler Ebene können Sie sich demnach einigermaßen behaupten.

Da die ödp zeitgleich mit den Grünen, Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts gegründet wurde, aber bis heute die stagnierte ökologische Partei blieb, frage ich Sie ernsthaft und ganz offen:

A) Wieso kann die ödp auf Landes-/Bundesebene nicht endlich deutlich mehr Prozente erzielen, zumal die Partei als einzige keine Konzernspenden annimmt, konsequente Umweltpolitik macht und nicht durch Negativ-Schlagzeilen in über 25 Jahren aufgefallen ist ?
Was sehen Sie hierfür als die gundlegenden Ursachen an ??

B) Welche 3 ökologischen Maßnahmen halten Sie derzeit in Deutschland für besonders wichtig, und würden sie im Falle eines "Wahlsieges" umgehend und gezielt angehen.

C) Seit den Prognosen der 80er Jahre des letzten Jahrhundert (Club of Rome, Global 2000 und Marschall-Plan) hat sich die ökologische Situation der Welt noch drastischer verschlechtert, als angenommen. Wie sehen Sie die künftige ökologische Entwicklung der Erde ? Warum sollten die Bürger in diesem Zusammenhang Ihre Partei unterstützen und die ö d p wählen (und nicht z.B. Bündnis90/die Grünen) ??

Mit freundlichen Grüßen


  • Bürgerberater (ökologie)
Antwort von Dr. Wilhelm Vachenauer
bisher keineEmpfehlungen
02.09.2009
Sehr geehrter Herr

Zunächst vielen Dank für Ihre Fragen. Gerne gehe ich darauf ein, da sie auch das Verständnis de ödp berühren. Leider ist ihre Frage in meinem Server bei Spam verdächtigen e-mails gelandet, deswegen habe ich so spät reagiert.

Antwort zu Frage A
Als ich vor Jahren in die "Politik" ging, habe ich mir gut überlegt, in welcher Partei ich tätig werden wollte. Aus meiner Sicht gab und gibt es bis heute keine politische Vereinigung, die einen so umfassenden Ansatz verfolgt, wie die ödp. Trotzdem gelingt es uns nicht, dieses aus meiner Sicht überzeugende Programm in der Öffentlichkeit so bekannt zu machen, dass es sich auch in den Wahlen mit entsprechenden Stimmen niederschlägt. Die Gründe dafür werden u. a. darin liegen, dass wir keine bekannte Persönlichkeit haben, die sich für die Ideen der ödp regional und vor allen Dingen überregional einsetzt und die Partei damit bekannt macht. Vielleicht sind es auch die knappen finanziellen Mittel (da wir ja keine Konzernspenden annehmen, um unabhängig zu bleiben) die einer Verbreitung der Ideen der ödp im Wege stehen. Letztendlich muss ich Ihnen sagen, wenn ich die genaue Ursache wüsste, wären wir einen deutlichen Schritt weiter. Hätten wir genügend finanzielle Mittel, könnten wir ein Marktforschungsinstitut beauftragen, die Gründe zu erforschen, um dann entgegen zu steuern.

Antwort zu Frage B)

Die ödp ist eine ökologisch orientierte Partei, in der die Verantwortung für die Umwelt ein wichtiges Ziel ist. Ohne eine intakte Umwelt, ist für mich ein Überleben des Menschen auf lange Sicht nicht möglich. Wir müssen also alles tun, um mit unserer Umwelt fürsorglich und nachhaltig auch im Sinne der nachkommenden Generation umzugehen. Dazu gehört:
• Keine Gen-Manipulation in der Nahrungskette für Mensch und Tier, da wir nicht wissen, wie sich gentechnisch veränderte Organismen auf den Menschen, die Pflanzen und die Tiere auswirken.
• Die Reduzierung der Strahlenbelastung durch Mobilfunk. Wir sind nicht gegen Mobilfunk, der Arbeitsplätze schafft, dem Kommunikationsbedürfnis des modernen Menschen entspricht und Hochtechnologie darstellt. Wir haben in unserer Partei Ingeneure und Mediziner, die sich mit dieser Frage beschäftigen. Sie bestätigen uns, dass es aber Menschen gibt, die auf diese Strahlenbelastung mit unklaren Krankheitsbildern reagieren. Auch diese Menschen bedürfen der Fürsorge und deswegen muss die Strahlenbelastung des Mobilfunks stark reduziert werden, ohne dass es zu Einbußen an der Empfangsqualität kommt.
• Wir müssen – soweit wie möglich und so schnell wie möglich – weg von fossilen und atomaren Brennstoffen und hin zu einem verstärkten Einsatz regenerativer Energien. Der Ölpreisschock im Jahr 2008 und der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine haben gezeigt, wie wichtig die verringerten Abhängigkeit von ausländischen Energiequellen ist. Dies bedeutet keineswegs Abstriche an der Lebensqualität. Sondern einen Innovationsschub für die deutsche Wirtschaft und zukunftsorientierte Arbeitsplätze. Damit geht auch einher, eine Verringerung des Kapitaltransfer nach Russland (Gazprom) oder nach Saudi-Arabien und die Wertschöpfung bleibt weitgehend bei uns. Hinzu kommt, dass wir all den Sachverstand in diesem Lande einsetzen müssen, um energiesparende Techniken in allen Lebensbereichen zu entwickeln. Trotz aller Verbesserungen haben wir hier noch einen entscheidenden Nachholbedarf. Diese Maßnahmen bedeuten eine deutliche Verbesserung der CO² Emissionen und dies ist dringend nötig, um die katastrophale Umweltbelastung unsere Erde zu verbessern. Hier kann und muss Deutschland globaler Vorreiter sein, um unseren Globus auch im Sinne der zukünftigen Generationen zu schützen und zu bewahren.
• Als Allgäuer möchte ich dass unsere Allgäuer Landwirte für ihre naturbelassene Milch einen vernünftigen Preis erhalten. Als wichtige Pfleger unserer Kulturlandschaft können diese Aufgabe nur wahrnehmen, wenn sie einen Milchpreis erhalten, mit dem sie vernünftig wirtschaften können.

Antwort zu Frage C.
Wir wissen alle, dass sich die globale Umweltsituation dramatisch verschlechtert hat. Wir müssen alles tun, um diese Situation radikal (d.h. von der Wurzel her) zu verändern. Aus den obigen Ausführungen haben sie einen Teil meiner Vorstellungen entnehmen können. Warum man gerade die ödp und z.B. nicht die Bündnis 90/ die Grünen wählen soll, möchte ich Ihnen kurz darstellen. Die ödp ein christlich konservatives oder nachhaltiges Weltbild. Ich persönlich bin der Meinung, dass ein christliches Weltbild –unabhängig von der Konfession – besser in der Lage ist, die Probleme der Menschen untereinander, mit den staatlichen Instanzen und mit der Umwelt zu lösen als andere Weltbilder. So z.B. ein rein kapitalistische, in der die freien Kräften des Marktes das Sagen haben und wo der Profit die wichtigste Handlungsmaxime ist oder ein rein sozialistischen Weltbild, in der mir persönlich zu viel Gleichmacherei herrscht. Wobei in diesen Sichtweisen auch gute Ideen zu finden sind, über die man Nachdenken muss. Konservativ bedeutet keineswegs ewig gestrig, sondern, dass es Erscheinungen gibt, die gerade in einer Zeit des Umbruchs wichtig sind. Dies sind z.B. bestimmte soziale und menschliche Werte, wie Rücksicht auf den anderen, mit dem anderen Reden zu können, Konflikte gar nicht erst entstehen zu lasse, aber auch entstandene Konflikte menschwürdig zu lösen, auch einen schwächeren mit zu nehmen. Als Lehrer an einer beruflichen Schule habe ich immer versucht, diese Werte vorzuleben, habe sie aber auch von meinen Schülerinnen eingefordert und bin seit Jahrzehnten gut damit gefahren. Gerade wenn Sie sich die wirtschaftliche Lage heute anschauen, dann haben aus meiner Sicht Profitgier und unglaubliche Egoismen zu der Finanz- und Wirtschaftskrise geführt. Viele Wirtschaftslenker haben sich mit fragwürdigen Methoden Vermögen angehäuft. Als die Blase gepatzt ist, haben sie die Schulden dem Steuerzahler vor die Füße geworfen, Sparguthaben und Arbeitsplätze vernichtet. Dies ist ein Verhalten, das auch durch staatliche Rahmenbedingungen zukünftig deutlich eingeschränkt werden muss. Aber auch eine neue Wirtschaftsethik und eine soziale und ökologische Marktwirtschaft, die den Menschen wieder in den Mittelpunkt stellt, wäre für mich entscheidend. Ich bin überzeugt, dass Sie diese Gedanken der Wertorientierung nur bei der ödp, nicht aber bei der grünen Partei finden.

Sehr geehrter Herr , falls Sie aus Kempten sind, würde ich Sie gerne am Dienstag, den 15. Sept. ab 19:30 Uhr ins Berg-Cafe (Lenzfried) einladen. Hier werde ich diese und andere Ideen aus meinem Programm den interessierten Bürger darstellen und mich anschließend den Fragen der Wähler stellen. Vielleicht sehen wir uns.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Wilhelm Vachenauer
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Frage zum Thema Soziales und Familie
03.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Vachenauer,

unserer Gesellschaft - oftmals vorgelebt durch die Politik - scheint eine Orientierung an Werten in unserem christlichen Abendland verloren gegangen zu sein. Jedenfalls reicht meine Beobachtung von den Bürgern unseres Sozialstaates bis in die Familien hinein! Sehen Sie dies auch so und welche Werte sind Ihnen bzw. der ÖDP besonders wichtig?

Freundliche Grüße

Antwort von Dr. Wilhelm Vachenauer
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04.09.2009
Sehr geehrte Frau ,

zunächst möchte ich Ihnen für Ihre Frage danken und Ihnen mitteilen, dass ich ihre Auffassung voll und ganz teile.

Die ödp hat ein christlich konservatives und nachhaltiges Weltbild. Ich persönlich bin der Meinung, dass ein christliches Weltbild besser in der Lage ist, die Probleme der Menschen untereinander, mit den staatlichen Instanzen und mit der Umwelt zu lösen als andere Weltbilder. So z.B. ein rein kapitalistisches, in der die freien Kräften des Marktes das Sagen haben und wo der Profit die wichtigste Handlungsmaxime ist oder ein rein sozialistisches Weltbild, in der mir persönlich zu viel Gleichmacherei herrscht.

Konservativ bedeutet keineswegs ewig gestrig, sondern, dass es Erscheinungen gibt, die gerade in einer Zeit des Umbruchs wichtig sind. Dies sind z.B. bestimmte soziale und menschliche Werte, die aus dem christlichen Weltbild abgeleitet werden können.
Dabei ist für mich wichtig, dass soziale Werte im Zusammenleben der Menschen gefördert werden müssen, wie Rücksicht auf den anderen, mit dem anderen Reden zu können, auf andere Menschen zu zugehen, auch einen Schwächeren mit zu nehmen, Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen, aber auch entstandene Konflikte menschwürdig zu lösen. Als Lehrer an einer beruflichen Schule habe ich immer versucht, diese Werte vorzuleben, habe sie aber auch von meinen Schülerinnen eingefordert und bin seit Jahrzehnten gut damit gefahren.

Gerade wenn Sie sich die wirtschaftliche Lage heute anschauen, dann haben aus meiner Sicht Profitgier und unglaubliche Egoismen zu der Finanz- und Wirtschaftskrise geführt. Viele Wirtschaftslenker haben sich mit fragwürdigen spekulativen Methoden Vermögen angehäuft. Als die Blase gepatzt ist, haben sie die Schulden dem Steuerzahler vor die Füße geworfen, Sparguthaben und Arbeitsplätze vernichtet und sich mit riesigen Abfindungen aus der Affäre gezogen. Die christlichen Werte, die Sie, sehr geehrte Frau einfordern, sind hier mit Füßen getreten worden.

Wir brauchen eine Rückbesinnung auf diese Werte, wobei der Werteprozess von unten nach oben und umgekehrt verlaufen muss, also in der Familie, in der Schule in der Gesellschaft und in der Politik. Dabei ist aus meiner Sicht die Förderung der Familie als wichtigste Erziehungsinstanz für soziale Beziehungen und Übernahme von Werten besonders wichtig. Damit die Familien dies ohne finanzielle Einbußen leisten können, setzt sich die ödp für ein Familiengehalt ein.

Aber auch eine neue Wirtschaftsethik und eine soziale und ökologische Marktwirtschaft, die den Menschen und die Umwelt wieder in den Mittelpunkt stellt, wäre für mich wichtig.

Sehr geehrte Frau , ich hoffe, dass Sie mit meiner Antwort zu diesem Komplexen Thema etwas anfangen konnten. Ich bedanke mich noch einmal für Ihre Darstellungen und wünsche Ihnen allen eine gute Zeit.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Willi Vachenauer
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